Ich musste am Freitag mal wieder auf ein
Führungskräfte-Training. Ihr wisst schon, diese Seminare ohne
Tische, wo man lernen soll, sich selbst und andere zu
führen…
Heil dir, mein Führer!
SCNR, ich bin allergisch gegen Führer aller Art, außer Reiseführer.
Nunja, der Trainer hat dort eine Behauptung aufgestellt.
Wörtlich meinte er: „Wenn mehr als die Hälfte aller Füße zur
Tür zeigen, dann will die Gruppe eine Pause machen und dann
soll man ihr diese Pause auch geben.“
Das ist insofern schon Schwachsinn als eine Gruppe etwas völlig anderes ist als die Mehrzahl ihrer Mitglieder. Aber gut.
Zum zweiten ist auch die Pauschalität der Aussage fragwürdig.
Ansonsten aber ist es eine Binsensweisheit der Körpersprache-Psychologie, dass bestimmte körperliche Signale was konkretes ausdrücken wollen, z.B.:
‚auf dem Stuhl rumrutschen‘ -> Langeweile,
und eben Fußstellung in ‚Aufstehhaltung‘ oder Richtung Ausgang -> Wunsch zu gehen.
Pauschal sicher Schwachsinn, ein wahrer Kern ist da aber durchaus drin, und es gibt auch garantiert mehrere Studien etwa in der Markt- und Werbepsychologie, die das zeigen.
Ich hatte daraufhin mit ihm in der Pause eine Diskussion, weil
ich das für Unsinn halte. Hätten wir z.B. unsere Pinwände in
Richtung der Fenster aufgestellt, hätte kein einziger Fuß zur
Tür gezeigt. Also hätten wir dann auch keine Pause gewollt.
Ach ge, der Einwand ist nun aber wirklich trivial …
Es geht ja nun wirklich nicht darum, dass die Füße exakt zur Tür zeigen, sondern eben um die ersten feinen Vorstufen der Einnahme einer ‚Aufstehhaltung‘, deren ein Bestandteil eben die subtile Wendung der Füße zur Tür sein kann, wenn die Räumlichkeit entsprechend angeordnet ist.
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