Fuge

Nein, ich meine nicht das musikalische Ding! :wink:
Im Englischen ist „fugue“ auch Gedächtnisverlust, eine Phase, in der der Patient sein altes Leben vergisst, ein neues beginnt, an das er sich nach erfolgreicher Behandlung nicht mehr erinnern kann.
Ist das im Deutschen auch „Fuge“ oder gibt es einen anderen Fachausdruck?
Danke & Gruß,
Eva

dissoziative Fugue
Hi Eva

Die englische fugue heißt auch im Deutschen Fugue.

Aber hier:

Im Englischen ist „fugue“ auch Gedächtnisverlust, eine Phase,
in der der Patient sein altes Leben vergisst, ein neues
beginnt, an das er sich nach erfolgreicher Behandlung nicht
mehr erinnern kann.

hast du wohl etwas verwechselt. Weder der engl. noch der dt. Ausdruck Fugue hat etwas mit Gedächtnisverlust zu tun.

Die Fugue hat ihren Namen von der Bedeutung „Zwischenraum, Versetzung, Lücke“ und steht daher tatsächlich im Bedeutungszusammenhang mit der musikalischen Fuge (frz. fugue, it. fuga) und der Fuge in einem Mauerwerk. Die Ausdrücke leiten sich von lat. fugare = „fliehen“ ab.

Den Zusammenhang mit Gedächtnisverlust magst du aus der " dissoziativen Fugue" haben. Diese bezeichnet eine episodische Erscheinung, in der eine Person ihre eigentliche soziale Identität „vergißt“ und somit ihre gesamte, auch örtliche, Orientierung. Ihre Identität, personale Einheit, ist dann dissoziiert. Damit ist meist verbunden, daß die Person plötzlich aus ihrer gewohnten Umgebung verschwindet und manchmal vorübergehend eine ander soziale Identität annimmt.

Wenn sie aus diesem Zustand zurückkehrt (was nicht nur nach einer Therapie geschieht), vergißt sie wiederum oft diese vorübergehende andere Identität und das, was sie dabei getan und erlebt hat.

Gruß

Metapher

Hallo Metapher,

kennst Du das Buch ‚Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten‘?

Macht der Protagonist dort diesen Prozeß durch, oder ist das wieder was anderes?

Gandalf

hast du wohl etwas verwechselt. Weder der engl. noch der dt.
Ausdruck Fugue hat etwas mit Gedächtnisverlust zu tun.

Hi, Metapher!
Erstmal Danke für die Info - das war’s, was ich brauchte.
Hier zu meiner Rechtfertigung, aus dem Webster’s: „a period during which the patient suffers from loss of memory (!), often begins a new life, and, upon recovery, remembers nothing of the amnesic period.“ Webster’s hat sich wohl bemüht, den Eintrag kurz, und für Laien verdaulich zu formulieren :wink:
Gruß,
Eva

dis
Hi Gandalf

kennst Du das Buch ‚Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten‘?

Ich weiß von dem Buch, aber ich kenne es nicht inhaltlich.

Eine ziemlich radikale (*g*) Form einer dissoziativen Fugue ist allerdings der Inhalt meiner Lieblingslegende vom Mönch von Heisterbach:

http://www.kombu.de/heisterb.htm

die wohl auch den „Rip van Winkle“ von Washington Irving inspiriert hat.

Grüße

Metapher (der vorsichtshalber immer eine Visitenkarte von sich in der Tasche hat *lach* man weiß ja nie, was kommt)

*smile* DU brauchst dich ja nicht zu rechtfertigen …

Hier zu meiner Rechtfertigung, aus dem Webster’s: „a period
during which the patient suffers from loss of memory (!),
often begins a new life, and, upon recovery, remembers nothing
of the amnesic period.“ Webster’s hat sich wohl bemüht, den
Eintrag kurz, und für Laien verdaulich zu formulieren :wink:

Ja, aber es ist dennoch ein Lesefehler des Redakteurs dieses Items. Das Attribut „dissociative“ gehört schon dazu. Ansonsten ist eine engl. fugue nämlich eine musikalische Fuge.

Siehe z.B.
http://www.psychnet-uk.com/dsm_iv/dissociative_amnes…

Gruß

Metapher