Fundstück - Granatwerfer?

Hallo miteinander,

Neulich brachte mir ein befreundeter Landwirt ein seltsames Teil vorbei, dass er beim Pflügen auf seinem Acker nahe eines amerik. Truppenübungsplatzes gefunden hatte. Ich kenne mich zwar ein wenig mit Schusswaffen aus, aber nicht mit einem solchen Grüßkaliber. Leider habe ich z.Z. keine Möglichkeit, Bilder ins Netz zu stellen, deshalb beschreibe ich das ganze euch mal:

Es Handelt sich um ein (ehemals) rundes Rohr mit einem Durchmesser von 2,5 cm; im hinteren Teil wurde in das 9cm langes Stück Metall ein Splitter(wahrscheinlich von der Explosion) so hineingepresst, dass es hinten 2cm weit eingerissen und stark deformiert ist. Um den Körper herum sind Löcher von einem Duchmesser von 0,5 cm so aufgereiht, dass sie voneinander je 1 cm Abstand haben. An den letzten 3 cm des kurzen Rohres sind paarweise Stabilisatoren, insgesamt 12,nachträglich befestigt. Diese Flügelchen sind wie gesagt 3cm lang 2 cm breit( ragen 2 cm weit raus). Als Verschluss des Rohres dient eine Art Stopfen,dem Boden einer der großen MG-Patronen. Dieser ist aus Kupfer ( nicht wie sonst aus Messing) und darauf befinden sich folgene Sachen: Auf 12 Uhr steht SB, auf drei Uhr 12, ebenso auf 9 Uhr, und auf 6 Uhr eine 38. Das alles ist hohl und darin klappert noch irgenetwas – aber Dreck kann ich ausschließen, da dieses Teil gereingt wurde.
Ich tippe auf den Kopf eines Granatwerfers ( z.B. LAW, AT6), weiß aber nicht viel über so was. Es kann eigenlich nicht von der Luftwaffe stammen, da bei uns nur Infanterie und Panzer (v.a. Abrahams) stationiert sind.
Solltet ihr ein Bild brauchen, schaue ich was sich tun lässt, es per Mail zu schicken.

Vielen Dank im Voraus

Liebe Grüße
Felix

Hallo Felix,

der Beschreibung nach tippe ich jetzt mal auf den Rest einer Werfergranate. Die Stempelung wäre tschechisch, von 1938, aber ohne Bild bleibt alles Spekulation. Schick mir mal was, dann kann ich vielleicht näheres dazu sagen.

Gruß Hägar

Meine Vermutung bestätigte sich, nachdem ich die Bilder sah. Es handelt sich um eine deutsche 8 oder 12 cm Werfergranate aus dem 2. Weltkrieg, da müsste man das Leitwerk vermessen. Aus den Fotos geht das nicht hervor.

Die Zündpatrone stammt von der Fa. Sellier & Bellot aus Prag. Sie entspricht einer Schrotpatrone des Kalibers 12.

Hier ein Original: http://www.hunt101.com/img/258890.jpg

Gruß Hägar

Granatwerfer - Fragen
Hallo,

erst mal Danke für die aufschlussreichen Antworten. Der besagte amerikanische Truppenübungsplatz wurde 1937 von der Wehrmacht ,gegründet“, und dort wurden dann wahrscheinlich auch die tschechischen Beutewaffen getestet.

Noch ein paar Fragen zu dem Granatwerfer hätte ich:

Stimmt es, dass es zwei unterschiedliche Zünder bei Werfern gab und wo waren die angebracht? Woran kann ich an meinem Überbleibsel erkennen, ob es sich nun um eine 8 oder 12 cm Granate handelt ? Welche Reichweite hatte so ein Werfer ( habe mal was von 6 km gehört…)?

Bin für alle Antworten ( auch Bilder, Baupläne etc.) dankbar.

Liebe Grüße

Felix

P.S.: Photos kann ich euch jederzeit mailen