Fundvogel

Hallo,

ich habe gestern spontan und leider ohne nachzudenken einen ver(w)irrten hüpfenden kleinen Vogel aus dem Garten „gerettet“. Und jetzt sitze ich da und habe keine Ahnung, wie ich das Vieh aufpäppeln soll. Er reißt den Schnabel nicht auf… habe versucht, ihm Wasser und eingeweichtes altes Brot zu geben - will nix. Piepst aber. Und hat die Nacht gut überstanden. Und piepst weiter.

Was kann ich für ihn tun?

Anja

Ruf mal das Tierheim an, die kennen ggf. Aufzuchtstationen.

Hi Anja,

im dem forum hier sind nützliche infos zu finden http://forum.wildvogelhilfe.org/; die haben auch eine liste mit aufangstationen http://www.wildvogelhilfe.org/aufzucht/auffangstatio…

Gruß,
Alex’

Hallo,

ich habe gestern spontan und leider ohne nachzudenken einen
ver(w)irrten hüpfenden kleinen Vogel aus dem Garten
„gerettet“.

Die meisten solcher scheinbar verirrten auf dem Boden sitzenden Vögel werden von den Eltern trotzdem noch weiter gefüttert, so dass i.d.R. kein Bedarf an Hilfe durch den Menschen da ist - außer es lauert gleich eine Katze oder so. Ohne zu wissen, was es für ein Viech ist, kann man schlecht Fütterungstipps geben. Es gibt Vogelarten, die das Küken auch jetzt noch vielleicht wieder annehmen würden, wenn Du es zurücksetzt. Letztendlich wird aber eine Aufzuchtstation die beste Lösung sein, also kontaktiere mal die örtlichen Tierheime.

Und für demnächst: Finger weg von Vogelkindern :smile:

Gruß,

Myriam

Was kann ich für ihn tun?

Hallo Anja,

  1. warm halten
    Fühlt sich der Vogel kühl an nimm Rotlicht oder Wärmflasche, aber mit so viel Abstand, daß der Vogel nicht erhitzt wird.
    Einen völlig unterkühlten Vogel kannst du sozusagen von innen erwärmen, wenn du homöopathisch Rhus-toxicondendron gibst.

  2. zum richtigen Futter greifen
    Du mußt als aller erstes wissen, was es für eine Art ist, ob Regenwürmer, Fliegen, oder Körner angesagt sind, denn bei allem nicht artgerechtem geht der Vogel ein.
    Viele Vögel müssen Anfangs zwangsernährt werden, weil sie auf das menschliche Fütterungsverhalten nicht reagieren oder zu schwach sind. Und dafür braucht man etwas Übung, das ist nicht so einfach wie man denkt.

  3. Aufprallunfälle
    Ist man sicher, daß er Vogel gegen eine Scheibe oder sonstwas gefolgen ist und sein Zustand daher rührt, gib 1x täglich Arnika C200 (max 3 Tage). Hat er keine gebrochenen Flügel oder innere Organverletzungen fliegt er spätestens am dritten Tag davon. (wie ‚meine‘ Drossel nach einem Autounfall)

  4. einen gesund wirkenden Jungvogel am Platz sitzen lassen
    Das wurde ja schon erklärt.

Gruß Steffi

Hallo Anja,

was du da gemacht hast ist zwar menschlich verständlich, aber unüberlegt, falsch und soweit ich weiß, sogar gesetzlich verboten.
Zu Recht! Weil sonst wieder irgendwelche Vogelnarren Waldvögel unter dem Vorwand, sie waren hilflos, aus dem Nest nehmen und behalten würden.

Viele Jungvögel, z.B. Meisen, verlassen das Nest vorzeitig, bevor sie fliegen können und werden dann von den Eltern weiter gefüttert.
Der Sinn besteht darin, dass ein etwaiger Räuber nur einen fangen kann und nicht gleich das ganze Gelege auf einmal.
Irgendein Mensch kommt dann daher, hält den Vogel für hilflos und nimmt ihn mit.
Wenn du also wieder einmal einen „hilflosen“ Vogel siehst, entferne dich schleunigst und unauffällig. Das höchste ist, dass man ihn, wenn er an gar zu gefährlicher Stelle, etwa mitten auf der Straße sitzt, in die nächste Hecke transportiert.
So, das musste hier leider wieder einmal laut und deutlich gesagt werden!

Dass der Vogel piepst, aber von dir nichts fressen will, ist ein deutliches Zeichen, dass es sich hier um einen solchen handelt, er ruft nach seiner Mama!

Die meisten Vögel sind relativ leicht aufzuziehen, kommen aber um, sobald man sie erwachsen in die Freiheit entlässt, sie haben nie zu überleben gelernt, sind oft sogar auf Menschen geprägt.

Was das nun für ein Vogel ist, kann ich dir leider auch nicht sagen, man kann aber in etwa am Schnabel erkennen, was er fressen möchte.
Ein dünner spitzer Schnabel deutet eher auf Insektenfresser, ein mehr kegelförmiger auf Körnerfresser.

Altes Brot geht auf keinen Fall als Futter!
Hartgekochter (10 min) Eidotter mit der Gabel zerdrückt und soweit mit geriebenem Zwieback gemischt, dass eine leicht feuchte, krümelige Masse entsteht, die gerade noch pappt, passt für die meisten Jungvögel, wenn´s nicht grad eine Schwalbe oder ein Mauersegler ist. Notfalls, etwas geriebene Möhre zufügen.
Und danach eben Aufzuchtfutter, aus dem Fachgeschäft, nach Anleitung.
Die meisten Körnerfresser nehmen auch Insektenfutter gut an, umgekehrt ist es schwieriger.
Drosselartige (Amseln) brauchen Regenwürmer, den Würmern muss man aber vorher die Erde aus dem Darm drücken.
Wenn er absolut nicht sperren will, musst du ihm den Schnabel mit einer stumpfen Pinzette oder einem flachen Hölzchen vom Mundwinkel her öffnen. Und anfangs ja nicht zu große Brocken füttern, sonst kann er dran ersticken.
Nest aus alten Socken, mit Schreibtischlampe als Wärmequelle, brauchst du nur, wenn der Kandidat noch nicht voll befiedert ist.

Fütterungsabstand anfangs jede Stunde, später mindestens alle zwei Stunden und zwar von der ersten Morgendämmerung bis es dunkel ist!
Viel Spaß! :frowning:

Gruß, Nemo.

Hallo Nemo,

Drosselartige (Amseln) brauchen Regenwürmer, den Würmern muss
man aber vorher die Erde aus dem Darm drücken.

Da sagen aber die Aufzuchtstationen was anderes. Drosseln und Stare kriegen Regenwürmer mit Erde, nur locker abgeschüttelt.

Gruß Steffi

Hallo Nemo,

(Drosselartige (Amseln) brauchen Regenwürmer, den Würmern muss
man aber vorher die Erde aus dem Darm drücken.)

Besser iss ein Einlauf!! Danach ist der Darm der Würmchen Blitzblank.
Beim drücken kann es passieren das man nicht alles herausbekommt und die kleinen Piepmätze dann an einer Kolik erkranken!

Gruß Bernd

Drosselartige (Amseln) brauchen Regenwürmer, den Würmern muss
man aber vorher die Erde aus dem Darm drücken.

Da sagen aber die Aufzuchtstationen was anderes. Drosseln und
Stare kriegen Regenwürmer mit Erde, nur locker abgeschüttelt.

Gruß Steffi

Hallo Steffi,

da mögen die Aufzuchtstationen, die sicher mehr Erfahrung als ich haben, sogar Recht haben. Vor allem, wenn die Regenwürmer noch klein sind und aus sauberer Erde stammen.
Ich hab´s halt mal so von Opa gelernt.

Früher habe ich alles mögliche aufgezogen. Das „Schlimmste“ war ein verfressener junger Waldkauz; fast täglich 6km mit dem Fahrrad zum nächsten Metzger, gab ja noch keinen Kühlschrank.

Auch heute noch kann ich dem Charme eines Jungvogels manchmal nicht widerstehen, aber es ist tatsächlich ein undankbares Geschäft.
Am Beispiel des Waldkauzes kann man das wunderbar zeigen: Er hätte vor dem Auswildern mit lebenden, bzw. halbtoten Mäusen trainiert werden müssen, aber welcher „Tierfreund“ bringt sowas schon fertig.

Meistens werden uns die Jungvögel von Kindern gebracht, die alles Mögliche anstellen um so ein „hilfloses“ Tier zu „retten“.
Wenn ich dann ziemlich böse reagiere, wundern sie sich.

Aufklärung in den Grundschulen wäre dringend notwendig, aber dafür hat man heute anscheinend keine Zeit mehr.

Gruß, Nemo.

Hi Nemo,

was du da gemacht hast ist zwar menschlich verständlich, aber
unüberlegt, falsch und soweit ich weiß, sogar gesetzlich
verboten.

Hatte ich doch selbst geschrieben…:

ich habe gestern spontan und leider ohne nachzudenken

Ich bin dann gestern noch zum Tierarzt gefahren (nachdem ich es mit einer Mücke, Regenwurm und Tartar probiert hatte). Der Vogel war krank, hatte bisschen Blut am Gefieder, was ich zunächst übersehen hatte. Ich hab’ ihn dagelassen und sie haben mich heute angerufen und mir mitgeteilt, dass er gestorben ist. Schade.

Gruß,

Anja

Aufklärung in den Grundschulen wäre dringend notwendig, aber
dafür hat man heute anscheinend keine Zeit mehr.

Ich hab das seinerzeit in der Grundschule noch gelernt… Ich finde sowieso das Dinge wie Natur und Tiere heutzutage in der Schule zu kurz kommen… aber ich glaub für eine solche Diskussion bin ich jetzt im falschen Brett…

grüße
/silvl

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