Hallo Anja,
was du da gemacht hast ist zwar menschlich verständlich, aber unüberlegt, falsch und soweit ich weiß, sogar gesetzlich verboten.
Zu Recht! Weil sonst wieder irgendwelche Vogelnarren Waldvögel unter dem Vorwand, sie waren hilflos, aus dem Nest nehmen und behalten würden.
Viele Jungvögel, z.B. Meisen, verlassen das Nest vorzeitig, bevor sie fliegen können und werden dann von den Eltern weiter gefüttert.
Der Sinn besteht darin, dass ein etwaiger Räuber nur einen fangen kann und nicht gleich das ganze Gelege auf einmal.
Irgendein Mensch kommt dann daher, hält den Vogel für hilflos und nimmt ihn mit.
Wenn du also wieder einmal einen „hilflosen“ Vogel siehst, entferne dich schleunigst und unauffällig. Das höchste ist, dass man ihn, wenn er an gar zu gefährlicher Stelle, etwa mitten auf der Straße sitzt, in die nächste Hecke transportiert.
So, das musste hier leider wieder einmal laut und deutlich gesagt werden!
Dass der Vogel piepst, aber von dir nichts fressen will, ist ein deutliches Zeichen, dass es sich hier um einen solchen handelt, er ruft nach seiner Mama!
Die meisten Vögel sind relativ leicht aufzuziehen, kommen aber um, sobald man sie erwachsen in die Freiheit entlässt, sie haben nie zu überleben gelernt, sind oft sogar auf Menschen geprägt.
Was das nun für ein Vogel ist, kann ich dir leider auch nicht sagen, man kann aber in etwa am Schnabel erkennen, was er fressen möchte.
Ein dünner spitzer Schnabel deutet eher auf Insektenfresser, ein mehr kegelförmiger auf Körnerfresser.
Altes Brot geht auf keinen Fall als Futter!
Hartgekochter (10 min) Eidotter mit der Gabel zerdrückt und soweit mit geriebenem Zwieback gemischt, dass eine leicht feuchte, krümelige Masse entsteht, die gerade noch pappt, passt für die meisten Jungvögel, wenn´s nicht grad eine Schwalbe oder ein Mauersegler ist. Notfalls, etwas geriebene Möhre zufügen.
Und danach eben Aufzuchtfutter, aus dem Fachgeschäft, nach Anleitung.
Die meisten Körnerfresser nehmen auch Insektenfutter gut an, umgekehrt ist es schwieriger.
Drosselartige (Amseln) brauchen Regenwürmer, den Würmern muss man aber vorher die Erde aus dem Darm drücken.
Wenn er absolut nicht sperren will, musst du ihm den Schnabel mit einer stumpfen Pinzette oder einem flachen Hölzchen vom Mundwinkel her öffnen. Und anfangs ja nicht zu große Brocken füttern, sonst kann er dran ersticken.
Nest aus alten Socken, mit Schreibtischlampe als Wärmequelle, brauchst du nur, wenn der Kandidat noch nicht voll befiedert ist.
Fütterungsabstand anfangs jede Stunde, später mindestens alle zwei Stunden und zwar von der ersten Morgendämmerung bis es dunkel ist!
Viel Spaß! 
Gruß, Nemo.