Funktionsweise einer Fensterheberautomatik

Hallo!

Da mein Auto leider nicht über eine entsprechende Automatik verfügt und Nachrüstlösungen allesamt recht teuer sind, habe ich darüber nachgedacht mir eine Fensterheberautomatik (vollständiges Runter- bzw. Hochfahren, Stop bei erneutem Druck) selbst zu konstruieren.

Leider fehlt mir momentan irgendwie geistig der Einstieg ins Thema, also eine erste Anregung.

Es kann, nach Begutachtung von Nachrüstlösungen (leider komplett vergossen), davon ausgegangen werden, dass sich ja an der Mechanik grundsätzlich nichts ändert, sondern es sich um eine rein elektronische Lösung handelt.

Ich würde also sagen, man müsste etwas konstruieren, dass nach einer definierten Zeit des Drückens (sagen wir mal 1 Sekunde Dauerdrücken), den Kontakt für eine gewisse Zeitspanne (Dauer für Hoch- bzw. Runterfahren) geschlossen hält.

Mir fällt dazu spontan aber keine geeignete Grundlage auf der Bauteilseite ein. Ebenso hakt es irgendwie daran, durch einen zweiten Druck das Signal abfallen zu lassen…

Würde mich über Anregungen freuen.

Frohe Weihnachten!

Hallo;

Mir fällt dazu spontan aber keine geeignete Grundlage auf der
Bauteilseite ein.

Mikrocontroller ist das Stichwort.
Gruß
loderunner

Hallo,
der Motor dreht eine Art Gewindestange, auf der sich eine Art Mutter befindet. So wird es eine Linearbewegung.
Die endanschlaege sind ueber den Stromanstieg zuerst zu lernen und spaeter zu kontrollieren.
Auch einen eingeklemmten Arm kannst Du ueber den Stromanstieg erkennen.
Viel Spass bei der Eigenkonstruktion.
Das Ding soll dann bei minus 40 bis plus 85 Grad gehen, bei 100 Prozent Luftfeuchte und bei durchfliessendem Wasser und stehendem Eis in der Tuer, bei plus minus 100 Volt Stoersignalen, bei 10,8 bis 16 Volt Betriebsspannung funktionieren und bei minus 24V ueberleben.
Gruss Helmut

Hi,

Das Ding soll dann bei minus 40 bis plus 85 Grad gehen, bei
100 Prozent Luftfeuchte und bei durchfliessendem Wasser und
stehendem Eis in der Tuer, bei plus minus 100 Volt
Stoersignalen, bei 10,8 bis 16 Volt Betriebsspannung
funktionieren und bei minus 24V ueberleben.

nanana du Pessimist :wink:
Das Teil muss ja keine Erstausrüsterqualität haben. Wenn es nach 5 Jahren ausfällt, bei -20°C (die es in D fast nie gibt) nicht funktioniert und ebenso nicht, wenn man grade den Motor anlässt ist das bei einem Selbstbau doch akzeptabel.
Kritischer sähe ich da schon die Abschersicherheit falls mal ein Mensch grade seinen Hals im Bewegungsbereich hat der nicht gleich ersticken soll.

VG
J~

Da mein Auto leider nicht über eine entsprechende Automatik
verfügt und Nachrüstlösungen allesamt recht teuer sind, habe
ich darüber nachgedacht mir eine Fensterheberautomatik
(vollständiges Runter- bzw. Hochfahren, Stop bei erneutem
Druck) selbst zu konstruieren.

Die Antriebsmechanik ist aber schon vorhanden, richtig?
Es geht nur darum, dass Du momentan so lange drücken musst, bis die Scheibe oben oder unten angekommen ist?

Leider fehlt mir momentan irgendwie geistig der Einstieg ins
Thema, also eine erste Anregung.

Es kann, nach Begutachtung von Nachrüstlösungen (leider
komplett vergossen), davon ausgegangen werden, dass sich ja an
der Mechanik grundsätzlich nichts ändert, sondern es sich um
eine rein elektronische Lösung handelt.

Ich würde also sagen, man müsste etwas konstruieren, dass nach
einer definierten Zeit des Drückens (sagen wir mal 1 Sekunde
Dauerdrücken), den Kontakt für eine gewisse Zeitspanne (Dauer
für Hoch- bzw. Runterfahren) geschlossen hält.

Das Programm wäre etwa so:
Wenn Hoch-Taste länger 1s gedrückt, dann Motor solange hochfahren bis:

  • entweder Taste hoch oder runter gedrückt wird
  • oder nach gelernter Laufzeit Stromanstieg (=Anschlag) erreicht ist
  • oder vor gelernter Laufzeit Stromanstieg (=Hindernis) gemessen wird, dann erfolgt STOP und Drehrichtungsumkehr

Für Runter gilt das Gleiche, ggf. ohne Hindernisserkennung.
Um die Laufzeiten zu bestimmen, muss die Elektronik wissen, wo die Scheibe steht. Dazu muss also ein Zähler mitlaufen, der eine Art Position-Potentiometer simuliert. (Ist klar: Wenn die Scheibe auf 50% steht, ist nach 4s Hochfahren der Endanschlag erreicht. Ist sie aber komplett unten und hat nach ebenfalls 4s Hochfahrens einen Stromanstieg, dann ist es eben NICHT der Endanschlag, sondern ein Hinderniss (Kinderhand, Kopf…) und muss reversieren.

Mir fällt dazu spontan aber keine geeignete Grundlage auf der
Bauteilseite ein. Ebenso hakt es irgendwie daran, durch einen
zweiten Druck das Signal abfallen zu lassen.

Das Programm für eine Siemens Kleinsteuerung LOGO dafür zu schreiben ist trivial. Nur möchte man wohl kaum eine LOGO in eine Autotür einbauen.

Was ich damit sagen will: Ein Mikrocontroller erledigt das problemlos, nur kann man den eben nicht fertig mit komfortabler Software im Gehäuse kaufen, sondern erfordert einiges an Bastelarbeit.
Und an Wissen: Die Umwelt in einem Auto ist alles andere als Elektronik freundlich!

Carstens Weihnachtsaktion:
Dir hat dieser Artikel geholfen?
Schön. Dann hilf auch Du:
https://www.menschenfuermenschen.de/Spenden/Onlinesp…
Jeder Euro hilft - Danke!

Danke für eure Antworten, da waren eine Menge interessante Sachen bei…

Hm, also ein Einklemmschutz ist momentan bei meinem Fahrzeug (smart 42 der alten Baureihe) gar nicht gegeben, vielleicht müssen das aber auch nur Fahrzeuge mit einer entsprechenden Automatik haben…

Eine LOGO wäre wohl wahrlich etwas groß, Microcontroller sind da wohl der einzig richtige Ansatzpunkt.

http://www.rs-parts.com/ger/classes/produkt.php?id=2105

Das ist eine dieser berühmten Nachrüstlösungen, ich bezweifle mal, dass die gegen sämtliche apokalyptischen äußeren Einflüsse die schon aufgeführt wurden 100%ig geschützt ist.

Hallo Martin,

sowas entwickle ich beruflich und ich sollte Dir von zweierlei abraten:

  1. StromerfassungzurErkennung des Blocks (oberer/unterer Anschlag):
    Die Temperaturen und Spannungen im Fahrzeugschwanken sehr stark. Damit auch die Stromaufnahme.
    Wenn Du mit Deinem Mikrokntroller auch beispielsweise die Spannung auswerten kannst, bist Du schon ziemich auf der guten Seite.
    Allerdings kann es immernoch leicht passieren, dass das Fenster nicht komplett schliesst, denn die Stromaufnahme im oberen Block (Einlauf in die Scheibendichtung) erzeugt einen ganz enormen Stromanstieg!
    Man erfasst bei professionellen Systemen deshalb doe Scheibenoeffnung und wenn diese weniger als 4mm betraegt, wird mit voller Power geschlossen!

  2. Automatisches Fensterschliessen (One-Touch-Up. Express-Up, Komfort-Schliessen oder wie immer das genannt wird) verlangt nach einer EG-Richtlinie einen EINKLEMMSCHUTZ! Also ein Erkennen eines Hindernisses. Dabei ist eine maximale Einklemmkraft von 100N erlaubt. Also vorsicht…wenn was passiert erlischt der Versicherungsschutzkomplett und haftbar bist Du darueberhinaus.

Moderne Systeme stellen viel umfangreichere Funktionen zur Verfuegung. So wird z.B. der Fenster-Verfahrweg erfasst und beim Senken der Scheibe dieselbe nicht auf den mechanischen unteren Anschlag gesetzt sondern der Motor kurz vorher abgechaltet!

Gruss

Michael

Vielen Dank für diese wertvolle Antwort.

Ich hatte schon geahnt, dass moderne Fahrzeugtechnik da einiges mehr bietet als ein bisschen „zeitgesteurtes Motorlaufenlassen“, danke für den Einblick in aktuelle Technik.

Ich werde davon absehen, dass selbst zu konstruieren.
Eine vernünftige Umsetzung (gerade auch nach deinem Beitrag), die ich natürlich möchte, stellt da doch zu hohe Anforderungen an mich. :smile:

Vielen Dank für alle Antworten!