Fusafungin - 'korrekte' Anwendung

Hallo,

ich habe aufgrund gewaltiger Halsschmerzen (keine Schluckbeschwerden, dicke Mandeln, Lymphknoten,…) das Inhalierspray Locabiosol aus der Apotheke gekauft.

Auf der Verpackung steht, es habe entzündungshemmende und antibakterielle Eigenschaften. Da der Stoff aus einem Pilz gewonnen wird, fand ich die „zusätzlich“ antibakterielle Wirkung naheliegend und das Spray funktioniert auch wunderbar.

ABER:
bei wikipedia ( http://de.wikipedia.org/wiki/Fusafungin ) steht, Fusafungin sei ein Antibiotikum und alle weiterführenden Informationen deuteten auf ein hmmm „reguläres“ Antibiotikum" hin (Ionophore, die in Zellmembranen eingebaut wird).

Nun frag ich mich, warum nicht explizit von einem Antibiotikum gesprochen wird, es „frei verkäuflich“ ist, etc…
und noch viel mehr, sollte ich jetzt nicht eine disziplinierte Anwendung durchführen, um keine Resistenzen zu provozieren? (Die Gebrauchsinformation ist da nicht sonderlich explizit)

Vielen Dank,
peargroup

Hallo,

Antibiotische Wirkung bedeutet nicht, dass es sich um ein Antibiotikum handelt. Alkohol hat auch antibiotische Eigenschaften, man kann damit Oberflächen desinfizieren, ist aber kein Antibiotikum.

Bei Wirkungen auf die Zellmembran (hier die Veränderung des Ionentransports in bzw. aus der Zelle durch Einlagerung des Fusafungins in die Zellmembran, es macht sozusagen die Zellmembran löchrig) handelt es sich um eine unspezifische Wirkung. Es werden keine Resistenzen entwickelt. Die Zellmembran hat einen ziemlich festgelegten Aufbau, wie du ja weißt. Wenn Substanzen aufgrund ihrer chemisch-physikalischen Eigenschaften in der Lage sind, sich in Membranen einzulagern und dadurch eine dramatische Veränderung des Zellmilieus verursachen, dann ist das Pech, die Zellen sind so gut wie wehrlos gegen solche Substanzen.

Anders sähe es aus, wenn der Wirkstoff in die Zelle eingeschleust wird und z.B. für das Überleben entscheidende Stoffwechselwege wie Proteinbiosymthesen lahmlegt (=spezifische Wirkung). Da könnten Mutationen, die z.B. den schnelleren Abbau des Wirkstoffs in die Wege leiten, tatsächlich zu Resistenzen führen.

LG Barbara

Hallo,

Hi,
erstmal danke für die Antwort und entschuldige, dass ich nicht eher Zeit zu antworten gefunden habe.

Antibiotische Wirkung bedeutet nicht, dass es sich um ein
Antibiotikum handelt. Alkohol hat auch antibiotische
Eigenschaften, man kann damit Oberflächen desinfizieren, ist
aber kein Antibiotikum.

Ja, auf dem Zettel(welcher grad mal DIN A5 ist, mit Ibuprofen könnte man ne halbe Tür zukleben) und der Verpackung steht ja auch nur „antibakterielle“ Wirkung, welche ich jetzt auch nicht so heftig eingestuft habe.
Allerdings war bei dem genannten Wikipedia-Artikel mehrmals explizit Antibiotikum genannt, also einem Antibiotikum, das zusätzlich entzündungshemmende Eigenschaften hat. Auf dem Zettel steht, es wäre ein Entzündungshemmer mit zusätzlich antibakteriellen Eigenschaften.
Diese Diskrepanz hat mich dann doch verunsichert, da die englischen Seiten auch von „antibiotics“ sprachen. Deshalb hab ich lieber nochmal nachgefragt.

Bei Wirkungen auf die Zellmembran (hier die Veränderung des
Ionentransports in bzw. aus der Zelle durch Einlagerung des
Fusafungins in die Zellmembran, es macht sozusagen die
Zellmembran löchrig) handelt es sich um eine unspezifische
Wirkung.

Da war ich mir eben nicht so sicher. Die meisten ABs, die wir hatten, haben ebenfalls die Zellmembran/wand angegriffen. Ob Poren, Verhinderung von Quervernetzungen,… da fand ich eine Ionophore nicht soweit weg von.

Es werden keine Resistenzen entwickelt. Die
Zellmembran hat einen ziemlich festgelegten Aufbau, wie du ja
weißt. Wenn Substanzen aufgrund ihrer chemisch-physikalischen
Eigenschaften in der Lage sind, sich in Membranen einzulagern
und dadurch eine dramatische Veränderung des Zellmilieus
verursachen, dann ist das Pech, die Zellen sind so gut wie
wehrlos gegen solche Substanzen.

Anders sähe es aus, wenn der Wirkstoff in die Zelle
eingeschleust wird und z.B. für das Überleben entscheidende
Stoffwechselwege wie Proteinbiosymthesen lahmlegt
(=spezifische Wirkung). Da könnten Mutationen, die z.B. den
schnelleren Abbau des Wirkstoffs in die Wege leiten,
tatsächlich zu Resistenzen führen.

LG Barbara

Nochmals danke für deine Antwort.
Viele Grüße,
peargroup