Übernahmen als solche
Hallo.
ich kann Christoph nur zustimmen: Mit einem Schema und ein paar Folien kommst Du in dem Bereich nicht weit.
Das fängt schon in der Vorbereitungsphase an: Wird ein Käufer gesucht oder ein Verkäufer, wird also das Unternehmen aktiv am Markt angeboten oder sucht jemand ein geeignetes Kaufobjekt und wenn ja, läuft der Kauf dann freundlich oder feindlich ab? Von der Anwort hängen dann wieder viele Dinge ab, so z.B. ob man eine Marketingaktion auch vor dem Kauf (bzw. um Aktionäre von der Abgabe ihrer Aktien bzw. dem zukünftigen Unternehmen/Konzept zu überzeugen) oder nur nach dem Kauf (um das neue Unternehmen bzw. den neuen Namen bekannt zu machen bzw. den untergegangenen Namen auf den neuen überzuleiten) braucht.
Noch kniffliger kann das ganze werden, wenn es um nicht börsennotierte Gesellschaften handelt, bei denen einerseits familiäre (Gesellschafter)Strukturen eine Rolle spielen und andererseits die Öffentlichkeit nichts mitbekommen soll.
Das waren jetzt nur ein paar grundsätzliche Gedanken zur Vorbereitung der ganzen Operation. Danach sitzen dann einige Leute über Präsentationen mit dreistelliger Seitenzahl, in denen dann die einzelnen Schritte der Umsetzung aufgeführt sind, wieder unterteilt in Einzelmaßnahmen usw. Das sieht dann je nach Fall auch wieder ganz anders aus, was u.a. davon abhängen kann, in welchen Wirtschaftszweigen die Unternehmen tätig sind, welche Strukturen sie haben, welche steuerlichen Aspekte zu berücksichtigen sind, wie die Unternehmenskulturen sind usw. usf.
Nachdem das ganze dann abgewickelt wurde, folgen in den allermeisten Fällen Stellenstreichungen (niemand braucht zwei Personalabteilungen, Steuerfritzen, Fahrdienste usw.) und zuletzt dann Wertberichtigungen bei den finanzierenden Banken bzw. Kursverluste bei den Aktionären. Und wenn dann zehn Jahre später der letzte eingesteht, daß die ganze Veranstaltung Murks war, ist keiner mehr greifbar, der das ganze ursprünglich für eine Riesenidee hielt.
Zum Begriff „Fusion“: Davon spricht man, wenn sich zwei Unternehmen in gegenseitigen Einvernehmen als gleichberechtigte Partner zusammenschließen. Da gibt es dann zwei Varianten: Entweder der eine gleichberechtigte Partner kauft die Anteile am anderen gleichberechtigten Partner, was das ganze zu einer Übernahme macht. Die andere Alternative wäre, daß die Gründung eines neuen Unternehmens stattfindet, das wiederum dann die Anteile an beiden Unternehmen kauft (hab ich noch nicht erlebt und dürfte auch von der Finanzierung her etwas knifflig werden) oder aber auf das beide Geschäftsbetriebe übertragen werden, was ich wiederum für steuerlich ungünstig halte.
Was ich damit sagen will: Bisher war jede „Fusion unter gleichen“, die mir über den Weg gelaufen ist, eine mehr oder minder freundliche Übernahme.
Gruß,
Christian