Hallo
Vor längerer Zeit wurde im TAZ-Mag mal die „letzte“ Frage gestellt (sinngemäß), wieso ein Fußball der nah an einem selbst abgeschossen wurde, weniger schmerzhaft trifft, als ein Fußball welcher aus größerer Entfernung auf einen trifft.
Physikalisch gesehen wird wohl eher das Gegenteil der Fall sein, oder man wird zumindest keinen wirklichen Unterschied „messen“ können.
So ganz intuitiv würde ich dem aber zustimmen. Warum jetzt genau, weiß ich auch nicht. Da ich die weitere Diskussion verpasst habe, würde ich gerne mal eure Meinung hören.
Ich wuerde mal sagen, dass man einen Ball, der einen aus groesserer Entfernung trifft wohl nicht hat kommen sehen (sonst waere man ja ausgewichen, oder haette anderweitig angemessen reagiert). Daher kommt zum Schmerz noch der Schreck.
Nur So eine Idee …
Hallo
Vor längerer Zeit wurde im TAZ-Mag mal
die „letzte“ Frage gestellt (sinngemäß),
wieso ein Fußball der nah an einem selbst
abgeschossen wurde, weniger schmerzhaft
trifft, als ein Fußball welcher aus
größerer Entfernung auf einen trifft.
Physikalisch gesehen ist ein Fußball in die Fresse ein Kraftstoß, der ist zur Masse und Geschwindigkeit des Balles proportional. Also ist die zurückgelegte Strecke völlig gleichgültig.
Nun beschreibt der Ball in der Luft eine Parabel, da er von der Gravitation nach unten beschleunigt wird, d.h. je nachdem, ob er den Kopf auf dem Weg nach oben oder nach unten trifft, ist die vertikale Komponente größer (die horizontale bleibt gleich). Also ist die Fragestellung nicht eindeutig:
Schieße ich schräg nach oben, und trifft der Ball auf dem Weg nach oben, dann tut es weniger weh. Trifft der auf dem Weg nach unten, dann ist die vertikale Geschwindigkeit umso länger, je später er auftrifft - dann tut es mehr weh.
Physikalisch gesehen ist ein Fußball in
die Fresse ein Kraftstoß, der ist zur
Masse und Geschwindigkeit des Balles
proportional. Also ist die zurückgelegte
Strecke völlig gleichgültig.
Stimmt!
Nun beschreibt der Ball in der Luft eine
Parabel, da er von der Gravitation nach
unten beschleunigt wird, d.h. je nachdem,
ob er den Kopf auf dem Weg nach oben oder
nach unten trifft, ist die vertikale
Komponente größer (die horizontale bleibt
gleich). Also ist die Fragestellung nicht
eindeutig:
Schieße ich schräg nach oben, und trifft
der Ball auf dem Weg nach oben, dann tut
es weniger weh. Trifft der auf dem Weg
nach unten, dann ist die vertikale
Geschwindigkeit umso länger, je später er
auftrifft - dann tut es mehr weh.
Wieso das denn? Vernachlaessigt man die Luftreibung, so haengt die kinetische Energie allein von der Energie des Abschlags ab und der momentanen Hoehe ueber dem Abschlag. Es ist voellig unerheblich, ob die Bewegung von unten nach oben oder umgekehrt erfolgt. Nach EES muss die Summe aus E-kin und E-pot immer gleich bleiben.
Ja, die habe ich stillschweigend unter den Rasenteppich gekehrt
Du hast recht, es kommt nur auf die Höhe an, die der Ball bei seinem Auftreffen erreicht hat. Denn ganz oben auf der Parabel ist die kinetische Energie am kleinsten, und die potentielle „tut mir nicht weh“, da mein Kopf auf gleicher Höhe ist.
Eine andere Frage ist, ob ich dann umfalle - dann wird sie u.U. problematisch…
Fussbaelle deformieren sich in Folge des Luftwiderstandes. Ein hart geschonessener Ball, der dich von weitem in die Fresse trifft, sieht eher aus wie ein Ei, nicht mehr wie eine Kugel. Ein von nahem geschossener Ball, der dich tifft, hatte dagegen noch nicht genug Zeit, seine Ei-Form aufzubauen.
Weil der eifoermige, schnelle Ball „spitzer“ ist als der runde, haut er dir die ganze Kauleiste weg, wohingegen der runde, langsame Ball nur deine Nase bricht!
Bei Tischtennis-Baellen ist dieser Effekt uebrigens ganz extrem. Die Abplattung betraegt dort bis zu 50%. Damals habe ich aktiv Tischtennis gespielt, wenn du mal einen „richtigen“ Ball an die Hand bekommst und nicht an den Schlaeger, laesst du den Schlaeger erst mal fallen …