Hallo,
folgendes Problem. Ich habe eine Werkstatt übernommen und in einem Werkstattraum am Wochenende den Fussboden erneuern wollen. Hier lag auf einer mit Bitumenanstrich versehenen Estrichplatte ein Fussboden aus Lattung, Spanplatte und obendruaf noch PVC Belag. Die Zwischenräume des Holzunterbaus für die Spanplatten wr mit lose ausgelegten Styroporplatten ausgelegt. Ich habe alles entfernt, weill der ganze Fussboden komplett feucht und verrottet war. Nach säubern der Bodenplatte habe ich gesehen, dass Risse in der mit Flüssigbitumen behandelten Fläche war. Mit dem Hammer habe ich diesen Estrich abgeschlagen, da dieser beim Abklopfen hohl klang. Der Estrich war an vielen Stellen gerade 2 cm hoch und wurde direkt auf eine darunter liegende Bodenplatte aus Beton aufgebracht. Da wir in diesem Bereich immer mit viel Feuchtigkeit rechnen müssen, benötige ich von euch einen Tipp, wie ich die Bodenplatte in dem Raum gießen muss und was ich beachten soll.
Vielen Dank schon vorab!
Hallo anton72,
was Du da gefunden hast, ist ein zementgebundener Verbundestrich, der deckseitig mit einer bituminösen Abdichtung gestrichen wurde.
Dass Du den alten Aufbau entfernt hast, das war eine richtige Entscheidung!
Wie geht es nun weiter?
Den alten verbundestrich nun ganz zurückzubauen, ist eine gute Option. Dann wäre auch der alte Bitumenvorstrich mit entsorgt, denn seine Aufgaben kann er mit Sicherheit nicht mehr in dem geforderten Maße erfüllen.
Dass eine Abdichtung (es kann nur eine gegen aufsteigende Feuchtgkeit sein) überhaupt notwendig werden soll, kann ich ebenfalls nicht glauben, wenn der Raum als Werkstatt genutzt werden soll.
Warum man in dem Raum mit viel Feuchtigkeit rechnen muss, diese INformation hälst Du uns vor. Kommt sie rückseitig aus der Bodenplatte oder von oben, also betriebsbedingt?
Aber dennoch: es gibt in den kommenden Jahren vielleicht ja einmal eine Umnutzung, welche eine rückseitige Abdichtung erforderlich machen KÖNNTE.
-.-.-
Vorschlag für einen Aufbau:
Der alte Verbundestrich muss komplett zurück gebaut werden,
danach wird die Fläche kugelgestrahlt,
gut abgesaugt mit einem Industriesauger,
vorgewässert,
mit einer zementgebundenen Dichtschlämme (gleichzeitig Haftbrücke) überarbeitet
und hierauf ein Zementestrich CT-C35-F5-V35 als Verbundestrich eingebaut.
Die Nutzschicht (also die Estrichoberfläche) muss allerdings später noch geschützt werden, da Estriche (außer Industrieestriche) nicht direkt genutzt werden sollen. Ein Schutz beispielsweise durch eine geeignete Betonfarbe (auf Grundierung, versteht sich).
-.-.-.-.-
Alles andere verliert übrigens!
Gruß: Klaus
Hallo Klaus,
vielen Dank für die schnelle Antwort. In dem Bereich des Raumes müssen wir mit von unten drückenden Wasser rechnen, da hier direkt auf Lehm gebaut wurde und nur ein minimaler Abfluss von Regenwasser gegeben ist. Das Problem besteht auch in den Vorgärten der Nachbarschaft, bei Starkregen läuft das Wasser schlecht ab. Ich habe nun die alte Bodenplatte, die nach Entfernung des Bitumenanstriches und des mittelmäßigen Estrichs freigelegt, diese ist noch immer nass und trocknet nun langsam aus. Da es seit Tagen bzw. Wochen nicht geregnet hat, gehe ich davon aus, dass sich die Platte mit Wasser vollgesogen hat und aufgrund des feuchten Fussbodens nie richtig trocknen konnte. Ich bin halt Laie und dachte, durch die alte Lattung, Dämmung und Linoleum entstand hier eine „Schwitzkammer“ die nie richtig trocknen konnte. Nun zu Deinem Ratschlag. Gibt es eine andere Alternative als Kugelstrahlen? Schlämme und Zement sind kein Problem, aber extra eine Firma für 6 m² zu beordern, würde meinen Finanzrahmen sprengen. Welche Alternative hätte ich dazu? Die darunterliegende Bodenplatte säubern, mit Magerbeton ausgleich, danach Dachbahn aufschweißen und dann eine 10 cm Bodenplatte erneut aufbringen? Würde das funktionieren?
Viele Grüße und besten Dank!
Tach,
ich würde eher überlegen, das aufstauende Wasser (Feuchtigkeit) über eine Drainmatte abzuführen. Kommt halt auf die Entwässerungsmöglichkeiten an. Und als neuen Boden einen WU- Beton bzw. WU- Estrich.
Nur mal so laienhaft angedacht.
Gruss
B
Hallo Anton,
die von mir aufgeführte Problemlösung geht davon aus, dass ein zementgebundener Verbundestrich eingebaut wird. Der ist nicht nur für Werkstattbelastungen geeignet, sondern kann in wesentlich geringerer Artikel eingebaut werden als die von dir angegebenen 10 cm!
Diese von dir angegebene Dicke Luft zu dem nicht nur mehr Probleme auf, als durch rückseitig wirkendes Wasser beziehungsweise Feuchtigkeit zu verkraften hättest, sondern es wird auch bedeutend teurer werden.
Das A & O eines vernünftigen Aufbaus besteht darin, die mechanische Tragfähigkeit des Estrichs durch ausreichende beziehungsweise durch notwendige Einäugige zu gewährleisten, und nicht durch zusätzliche Probleme (zu große Einbaudicke) zu verschärfen.
Anstelle des von mir aufgeführten Kugelstrahlverfahren kannst Du auch einen ortsansässigen Bodenleger oder Parkettleger mit dem schleifen des Untergrundes (Beton) beauftragen.
Glaube mir, wenn die gereinigte Betonoberfläche vorgenässt, mit einer Dichtschlämme versehen und der neue Estrich in einer Dicke von circa 35 mm frisch in frisch hier aufgebaut wurde, dann ist die rückseitige Situation betreffend anstehender Feuchtigkeit völlig untergeordnet!
Gruß und viel Erfolg: Klaus
PS: die Sache mit dem WU Beton (WU-Estrich ist blanker Unsinn) ist bei der Ausgangssituation praktisch nicht umsetzbar. Fachmännisch beschrieben.
Hallo Klaus,
super, vielen Dank für die Info! Hat mir echt geholfen!!!
Hallo Anton,
entschuldige bitte das Kauderwelsch, ich hatte mein Diktierprogramm nicht ausreichend überprüft!
Hier noch einmal fehlerfrei:
"Die von mir aufgeführte Problemlösung geht davon aus, dass ein zementgebundener Verbundestrich eingebaut wird. Der ist nicht nur für Werkstattbelastungen geeignet, sondern kann in wesentlich geringerer Dicke eingebaut werden als die von Dir angegebenen 10 cm!
Diese von dir angegebene Dicke wirft zudem nur größere Probleme auf, als Du durch rückseitig wirkendes Wasser beziehungsweise Feuchtigkeit zu verkraften hättest, sondern es wird auch bedeutend teurer werden.
Das A & O eines vernünftigen Aufbaus besteht darin, die mechanische Tragfähigkeit des Estrichs durch eine ausreichende beziehungsweise durch eine notwendige Mindestdicke (35mm) zu gewährleisten, und nicht durch zusätzliche Probleme (zu große Einbaudicke) zu verschärfen.
Anstelle des von mir aufgeführten Kugelstrahlverfahren kannst Du auch einen ortsansässigen Bodenleger oder Parkettleger mit dem schleifen des Untergrundes (Beton) beauftragen.
Glaube mir, wenn die gereinigte Betonoberfläche vorgenässt, mit einer Dichtschlämme versehen und der neue Estrich in einer Dicke von circa 35 mm frisch in frisch hier aufgebaut wurde, dann ist die rückseitige Situation, betreffend anstehender Feuchtigkeit, völlig untergeordnet!
Die Probleme wären sicherlich gelöst.
-.-.-.-.-
Gruß und viel Erfolg: Klaus
PS: die Sache mit dem WU Beton (WU-Estrich ist blanker Unsinn) ist bei der Ausgangssituation praktisch nicht umsetzbar.
Fachmännisch beschrieben.
Tach Herr Fachmann.
Den Hinweis auf drückendes Wasser hast du gelesen? Für mich heisst dies, dass die Bodenplatte unterhalb des aufstauenden Wasserspiegels liegt.
Daher von mir so einfach mal angedacht, die Kiste mit der Drainmatte. Und wenn ich WU bevorzuge, dann als erste Schutzmassnahme, da ja Werkstattboden. Und was da so alles auslaufen kann…
Und ein einfacher Anstrich mit Betonfarbe ist ggf. nicht ausreichend.
Ferndiagnosen sind u.U. allesamt fehlerbehaftet.
Gruss
B
eine diffusionsoffene folie unterbringen randstreifen einbauen Jakudur platten auslegen, und schütten. das Problem was sie hatten, ist ein luftdichten pvc belag über eine balkenlage einbauen, die dadurch nicht mehr belüftet ist, das kann nur rotten.
Hallo Klaus,
vielen Dank noch einmal für den neuen Artikel, jetzt sind einige Sachen klarer…
Kannst Du mir bezüglich der Dichtschlämme noch etwas sagen? Gibt es das im Baumarkt, kann man das selber herstellen und wie wird das aufgetragen?
Viele Grüße!
Hallo Namenloser/Namenlose
Bevor Du in die Unsachlichkeit abgleitest, sollte das Eingangsposting noch einmal vor Augen geführt werden.
Da wird von einem Estrich gesprochen. Und auf dem ist ein Bitumenanstrich.
Was soll dann der Hinweis von einem WU-Beton?
Auf einer vorhandenen Beton-Bodenplatte einen WU-Beton einzubauen ist alleine für sich betrachtet technischer Unsinn
Der bituminöse Abdichtungsanstrich wurde in den 60-er Jahren häufig gegen rückseitig aufsteigende Feuchtigkeit eingesetzt. So auch in einer Schule, welche ich jüngst begutachtete.
Einen Hinweis von „drückendem Wasser“ gab es in diesem Posting nicht, er wurde ohne Grund eingeflochten.
Dass kein drückendes Wasser vorherrscht, ist bereits daraus abzuleiten, dass der alte Bodenaufbau mit Holz und Holzspanplatten erfolgte und dieser Aufbau jahrelang seine Dienste tat. Bei drückendem Wasser hätte sich das Ganze bereits nach kurzer Zeit schadensträchtig verabschiedet.
WU-Beton ist als Aufbau auf vorhandener Bodenplatte unsinnig. Es wird so auch nicht praktiziert. Die Wasserundurchlässigkeit -WU- kann auch mit jedem Estrichmörtel bei einem w/z-Wert
Hallo Anton,
ja, derartige Dichtungsschlämmen sind auch als Baumarktprodukt erhältlich. Ansonsten versuche es in Baustoff-Fachgeschäften.
Sie werden auf die geschliffene und abgesaugte, danach gut vorgenässte (pfützenfreie) betonoberfläche mit einem groben Besen soweit verteilt, wie man den noch plastischen Estrichmörtel in die Dichtungsschicht einbringen kann. Ausgetrocknet darf die Haftschlämme an der Stelle, wenn der Estrich aufgebaut wird, also noch nicht sein.
-.-.-
Gruß: Klaus
Hallo Klaus,
super, vielen Dank für die wertvollen Tipps! Ich sehe jetzt kein Problem mehr und mach mich an die Arbeit. Bei Fragen poste ich einfach wieder.
Ein schönes Woende!!
Tach,
mal ganz ruhig und sachlich das Problem angegangen:
Fakt ist drückendes Wasser- nicht meine Wortwahl- von unten.
Der marode Bodenaufbau- stammt wohl aus neuerer Zeit- war dadurch durchnässt.
Jetzt empfiehlt der Fachmann durch Blick in seine Kristallkugel die Versiegelung der Fläche durch Dichtschlämme.
Vom Grundsatz her könnte ich dem Zustimmen, wenn da nicht der Knackpunkt drückendes Wasser wäre. Die Versiegelung der Fläche könnte dazu führen, dass sich nach kurzer Zeit diese Problematik im angrenzenden Mauerwerk bemerkbar macht.
Zu meiner Aussage WU: WU bestimmt sich durch die max. Eindringtiefe von Flüssigkeiten in das Bauteil. Bei Einbau von Drainmatten, oder auch bituminösen Abdichtungen, in Werkstattbereichen muss dafür Sorge getragen werden, dass aggressive Flüssigkeiten diese Schichten nicht erreichen. Neben dem späteren Anstrich ist die Forderung nach WU eine erste Massnahme.
Also, ich hinterfrage erst, woher das Wasser kommt, wie der Anschluss Bodenplatte, Fundament, Mauerwerk gestaltet ist und würde dann erst eine Empfehlung aussprechen. Wenn ich nicht genügend Informationen habe, stelle ich mal laienhaft etwas in den Raum, über das die Leute nachdenken sollen.
Wie es der Fachmann handhabt, entzieht sich meiner Kenntnis.
Gruss
B