Fußbodenaufbau in einem Wohnraum noch Rohbau

In einen Rohbau-Wohnraum soll ein Fußboden eingebaut werden.
Zur Zeit gibt es nur den Betonboden, abgeklebt mit einer Scheißbahn. Der fertige Boden sollte später 31 cm über dem derzeitigen Niveau liegen. Vorgesehen ist von oben betrachtet:
Terrakotta-Fliesen Belag
Heizestrich mit Fußbodenheizung
Dämmung ??? dick
und was kommt darunter ?

Wie sollte der Aufbau richtig aussehen?

bitte schauen Sie in die Statik der Decke. Dort steht der geplante Aufbau drin. Sollte er dort nicht stehen, können Sie dort aber ablesen, wielviel der Aufbau wiegen darf. Dann dürfen Sie sich selbst etwas aussuchen.
31 cm sind ziemlich viel. Klingt nach Passivhaus… nicht so einfach… schreiben Sie mir mal, was in der Statik steht.
viele Grüße
Otto-v.Eicken

Guten Tag,
erste Frage, was ist unter dem Fußboden?
zweite Frage, wie alt war der Beton als die „Schweißbahn“ da herauf kam?
dritte Frage, wenn unter dem Fußboden ein Geschoß ist - wie wird es wohl benutzt?

Zum Aufbau: 1.) der Beton muß abgebunden und ziemlich trocken sein!
2.) Auf dem Beton muß eine verklebte Dichtungsbahn sein, deren Längs- und event. Querstösse müssen allesamt verklebt sein, jedoch die Randfuge müssen offen sein, so daß Wasserdampf zumindest an den Randfugen entweichen könnte.
3.) a] Fliesen- Belag
b] Fliesenkleber, elastisch zum Spannungsabbau der Fliesenfläche
c] dampfdichte Abdichtungsbahn
d] Zement- oder besser Anhydritestrich ca. 5 cm die Heizungsrohre überdeckend
e] ca. 5 cm Zement- oder Anhydritestrich (Anhydritestrich trocknet schneller aus und leitet Wärme besser als Zementestrich, es gibt insgesamt weniger Spannungen im Estrich
f] PU-Dämmung ca. 5-10 cm je nachdem was darunter ist, zweilagig eingebaut
g] eine wasserdampfdichte Absper-rung, vollflächig verklebt, jedoch an den Wänden jeweils ca. 20 cm hochstehend = über dem späteren Estrichniveau
h] absolut störungsfreie Betonfläche, keine Elektrokabel, keine Wasserrohre, keine Steine, kein Sand o glw, es sollte nix die Dämmlage unterbrechen und nix dasein was später mal undicht werden könnte oder gar repariert werden müßte!

Das ist in Unkenntnis der baulichen Situation erstmal alles.

Gutes Gelingen, den Estrich schön langsam und gleichmäßig trocken heißen, ca. + 5°C je Tag Steigerung, keine Zugluft, nur Abluft eine Etage höher, keine direkte Sonneneinstrah-lung durch Fenster oder Türen, die Flächen nicht betreten, nachher nur mit sauberen Sohlen keinen Lehm o. glw eintragen vor allen Dingen kein Öl oder sonstwie Fett auf den Estrich bringen. Die Fliesen erst legen wenn der Boden mehrere Tage lang ca. 7-14 Tage die gleiche Temperatur hat wie die Umgebungsluft und Staubsau-gen damit der Fliesenkleber auf dem Estrich auch kleben kann und hernach die Fliesen in Ruhe kleben nicht zu früh darüber laufen, auch nicht ‚nur zwei Schritte‘.

Für faires Bauen
unabhängige Bauherren Beratung
Martin Sprenger

Hallo Otto-v. Eicken,
besten Dank für die schnell angebotene Hilfe. Inzwischen hat mir ein andere Bau-Experte eine Lösung für mein Problem dargelegt.

Wünsche eine „Gute Zeit“.
Neudammer

Guten Tag Herr Sprenger,
besten Dank für den schnellen Lösungsvorschlag zu meinem Bauproblem. Zum besseren Verständnis noch die Antworten auf die von Ihnen gestellten Fragen.
Der Betonboden befindet sich in einem nicht unterkellerten Anbau im EG. Unter dem Beton ist ein Kiesbett und eine Sauberkeitsschicht aus Recycling Material. Darüber liegt eine dicke Bau Folie als Abtrennung zum Beton. Die Schweißbahn wurde erst 2 Jahre nach den Betonarbeiten aufgebracht.
Jetzt habe ich noch zwei Fragen zu Ihrem Lösungsvorschlag.
1.) Die Dichtungsbahn unter „Pos.3 - Abschnitt c“ verstehe ich nicht.
2.) Kann ich unter der 2-lagigen PU-Dämmung eine Bau Schüttung einbringen um später mit dem Fußboden auf das endgütige Niveau zu kommen.

Ich hoffe ich konnte die restlichen Unklarheiten aufzeigen und freue mich auf die endgültige Lösung meines Problems um bald mit den Arbeiten beginnen zu können.

Mit freundlichem Gruß,
Neudammer

Hallo Herr/Frau?? Neudammer,

1.) die unter „c“ genannte Dichtungsschicht soll eventuelles Tauwasser oder Tropfwasser z. B. Waschbecken, Toilette, Duschtasse oder Badewanne oder Bidet unter den Fliesen sicher vom Gipsestrich fernhalten, da Gips und Wasser sich nur „vertragen“ solange der Gips noch nicht abgebunden ist, danach sind die sich spinnefeind
2.) Sicherlich, ich würde etwas dämmendes wählen z.B. Perlite [www.knauf-perlite.de] und ausreichend verdichten um einen tragfähigen Untergrund zu bekommen [Perlite bezeichnet in den Geowissenschaften ein alteriertes (chemisch und physikalisch umgewandeltes) vulkanisches Glas] oder einfach dickere PU-Dämmung wählen - ist alles ne Frage des Geldes. Zumindest in einem 1,0 m breiten Randstreifen würde ich die Dämmwirkung höher wählen als weiter herrinnen, denn die Frostwirkung reicht nicht nur nach unten [80-100 cm] sondern in etwa auch waagerecht. Wenn die vorhandene Abdichtung verbleiben soll, so muß deren Naht- und Stoßverklebung überprüft werden und ggfls nachgeklebt werden und die Abdichtung auf Beschädigung überprüfen. Ich würde ca 020 als Dämmwirkung anstreben oder gar noch geringer zumindest im Randbereich, in der Fläche werden ca. 5-10 °C Bodentemperatur herrschen, Wärmedämmung vom Heizungsbauer rechnen lassen, denn die Berechnungen braucht man zur Abnahme. Darauf achten, daß die meisten Möbel an den Wänden stehen und somit die Wärmeabgabe nach oben stark bremsen, Duschtasse/Badewanne an Innenwand o. ä. und beim Einbau der zweilagigen Dämmung auf versetzte Längs- und Querstösse achten. Gutes Gelingen und ggfls bei Knauff nachfragen. Sind alle aufgehenden Wände auf einer Sperrschicht aufgesetzt und die Bodenplattenstirnwände abgedichtet?? Ich würde außen in ca. 1 m Tiefe ne Ringdränage verlegen um Wasser [Niederschlag- oder Taunässe] von der Bodenplatte fernzuhalten.
Vor dem Begin der Arbeiten unbedingt Fotos von der aktuellen Situation machen und von der Dämmung und von der Fbhzg für den Fall späterer Revision.
Für faires Bauen
Martin Sprenger

Hallo Herr Sprenger,
dank Ihrer schnellen Hilfe glaube ich ist mein anfänglich „großes“ auf ein „kleines“ Problem geschrumpft. Ich denke, dass ich alles verstanden habe und nun mit der Ausführung beginnen kann.
Nochmals besten Dank und eine gute Zeit wünscht der

Neudammer