Fussbodensanierung: was man alles findet

Hallo zusammen,

in unserem Haus von ca. 1900 haben wir gestern angefangen die originalen Dielenböden wieder freizulegen. Interessanterweise hat der Vorbesitzer es schöner gefunden, in vier aneinander angrenzenden Zimmern drei unterschiedliche Farben / Marken von Laminat zu verlegen, aber über Geschmack kann man ja streiten.
Wir haben also das Laminat rausgerissen, was sehr einfach ging, da es größtenteils ohne Versatz verlegt war (igitt). Damit kamen wir an diese Folien- / Schaumstoffschicht, die wohl Trittschalldämmung bewirken soll. Das ging auch einfach raus :smile:
Darunter fanden wir dann Spanplatten von ca. 2 cm Dicke, die mit einer Spachtelmasse waagerecht gemacht worden waren. Durch die Spachtelschicht ließen sich die Schraubenköpfe nicht mehr erkennen, mit denen die Spanplatten verschraubt waren, aber mit der flachen Seite einer Spitzhacke ließen sich die Spanplatten auf- und wegbrechen.
Was dann kam hat mich ein bisschen verwundert: eine Schicht Split, also kleine schwarze Steinchen! Ich dachte schon, ich wäre in der Deckenfüllung gelandet. Ich hatte mal gehört das solche alten Balkendecken mit Sand o.ä. verfüllt wurden.
Aber zum Glück lag dann unter dem Schotter noch ein alter Teppich, der nicht ganz in die Zeit der vorletzten Jahrhundertwende passte. Unter dem Teppich waren schließlich die typischen rotbraun lackierten Dielen zu finden, die dank der vielen Schichten noch ganz fit aussehen, bis auf die Schraubenlöcher.

Jetzt die wer-weiss-was-Frage: Was macht der Schotter da? Wieso verlegt man da 6 Schichten um die schönen schönen Dielen zu verstecken? Habe ich was kaputt gemacht, weil ich das jetzt alles aufgemacht habe? Bitte sagt mir, daß das alles nicht so schlimm war :smile:

Tschö,
Torsten

Hallo !

Jetzt die wer-weiss-was-Frage: Was macht der Schotter da?

Isolierung, Wärme und Lärm.

Wieso verlegt man da 6 Schichten um die schönen schönen Dielen
zu verstecken?

Dieses Haus hat Zeiten miterlebt, da kam es auf schöne Dielen nicht an, sondern auf notdürftige Isolierung zum nachbarn hin. Früher, nach dem Bau, wurde es sicher nur von einer Familie bewohnt und es kam nicht drauf an.

Habe ich was kaputt gemacht, weil ich das jetzt

alles aufgemacht habe? Bitte sagt mir, daß das alles nicht so
schlimm war :smile:

Jetzt hast Du wohl nur die schönen Dielen, aber keine Isolierung mehr.

Gruß max

Hallo Torsten,

eine Schicht
Split, also kleine schwarze Steinchen! Ich dachte schon, ich
wäre in der Deckenfüllung gelandet. Ich hatte mal gehört das
solche alten Balkendecken mit Sand o.ä. verfüllt wurden.

Unter den (wegen zu vielen unüberlegt drübergepappter Schichten) leider verrotteten Dielen unserer Küche (1903) haben wir (fein granulierte) Steinkohlenschlacke vorgefunden - zur Gaslaternen- und Metallgusszeit ein wohlfeiles Material.

Ein Architekt, der sich mit Techniken der zurückliegenden 2000 Jahre beschäftigt, hat uns mitgeteilt, dass diese Schüttung betreffend Wärme- und akustischer Isolierung erst in allerjüngster Zeit übertroffen wird. Als Nicht-Fachmann kann ich Dir allerdings keine Zahlenwerte dazu geben.

Der Split, den Du gefunden hast, kann von einem bloß ungefähren Verständnis dieser Technik herrühren und wäre in diesem Fall wahrscheinlich gänzlich überflüssig: Er schließt ja viel weniger Luft ein als Schlacke.

Schöne Grüße

MM

Hallo !

Ich habe jetzt mal in einem Baustofflexikon von 1902 nachgesehen. So alt wird das Haus ja ungefähr sein. Dort sind eine große Anzahl verschiedener Deckenkonstruktionen aufgeführt.

Du müßtest jetzt man nachsehen, was sich unter diesen schönen Dielenbrettern befindet. Diese werden ganz sicher auf quer dazu liegenden Balken liegen. Von unten müßten die Deckenbretter des darunter liegenden Zimmers genagelt sein und dazwischen eine Isolierschüttung liegen. Meistens irgendene Schlacke oder andere Abfallprodukte, die man heute ganz sicher nicht mehr einbauen darf.

Und diese Konstruktionen waren schon damals sehr verschieden. Hat man heute eine Betondecke, so gab es damals zig verschiedene Holz-Versionen. (27 in dem Buch). Das hing auch mit der Lage des Hauses zusammen. Damals holte man sich keine Konstruktion aus Bayern, wenn man in Ostfriesland wohnte.

Wenn Du also weiterbohrst, schreib mal, was Du dort findest. Vielleicht finde ich was in diesem Lexikon.

Gruß max

Hallo Torsten,

du hast nichts kaputt gemacht. Wenn du aber gerade am rausreisen bist: Ein Freund von mir hat auch ein altes Haus gekauft. Er hat die Dielen rausgerissen, weil die Balkenabstände zu groß waren. Darin war Schlacke. Dort hat er mal einen Geigerzähler rangehalten. Danach hat er Teile seines Hauses als leicht radioaktiven Müll entsorgen dürfen.

Gruß
Tilo

Hi
Das wird Trockenschüttung sein. Nur, haben sie vermutlich gepfuscht und nach dem die Spanplatten lagen (die hoffentlich mit versatz und schwimmend) festgestellt das die Fläche NICHT plan war und dann noch Ausgleichsmasse draufgegossen. Der Baumarkt wird reich…
Lustig, wenn du untendrunter perfekt erhaltene topfebene Dielen fändest :smile: besser der Vorgänger hätt sein Geld verbrannt.
HH

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Nunja, die Spanplatten waren weder schwimmend, noch mit Versatz verlegt. Vielmehr festgeschraubt und schön im Raster :smile:
Aber die haben sich die Mühe gemacht, eine Spanplatte so zu schnitzen, daß sie durch die Tür gelegt werden konnte.

Die Dielen sind schon ein klein wenig bucklicg, aber nichts, was durch schleifen nicht wegzukriegen wäre. Störender sind da schon die Schraubenlöcher durch die Spanplatten.

Tschö,
Torsten

Hi

Nunja, die Spanplatten waren weder schwimmend, noch mit
Versatz verlegt. Vielmehr festgeschraubt und schön im Raster

-)

Ihgitt… da kommen dann schön die Ecken hoch… und durch die Schüttung durch geschraubt in die Dielung? Wahnsinnige???

Aber die haben sich die Mühe gemacht, eine Spanplatte so zu
schnitzen, daß sie durch die Tür gelegt werden konnte.

:wink: Klasse. Hat bestimmt irrsinig arbeit gemacht das ganze Zeug zu schleppen :smile:

Die Dielen sind schon ein klein wenig bucklicg, aber nichts,
was durch schleifen nicht wegzukriegen wäre. Störender sind da
schon die Schraubenlöcher durch die Spanplatten.

ärgerlich, aber die Dielen geschliffen sehen sicher noch besser aus als das andere Schicht-Gelumpe :smile:

Tschö,
Torsten

HH

Hallo!

wenn Du jetzt etwa siebenundelfzich Schichten rausgerissen hast, brauchst Du jetzt ne Leiter zu den Türschwellen, oder haben die die Türen in Kniehöhe gestutzt? :wink:)

Rest: siehe Vorredener…

cu
kai

Ja, unter den Türen ist jetzt reichlich Platz :smile: Fast 5 cm. Da war ich auch schon am knobeln, wie man die wieder drannagelt. Wie wär’s von unten eine Leiste anzuschrauben, schön schleifen und Tür neu streichen? Irgendwelche Einsprüche? Es sind alles massive Türen.

Tschö,
Torsten

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Wie wär’s von unten eine Leiste anzuschrauben,
schön schleifen und Tür neu streichen? Irgendwelche
Einsprüche? Es sind alles massive Türen.

naja ist im Endeffekt Geschmacksache…

-> ich vermute, es sind Weichholz-(Fichten/Kiefernholz-)Türen?
-> mit Rahmen und Füllung: 2-3 Felder, die +/- lose in den Rahmen gesteckt sind, damit das Holz „arbeiten“ (quellen/schwinden) kann
-> mir persoenlich gefallen unlackierte Holzgeschichten besser
-> aber auch dann müßte man ohne großen Heckmeck den Rahmen wieder nach unten verlängern können: Leiste mit gleicher Holzart und Faserrichtung und mglst. gleicher Farbe anleimen (nicht schrauben, sonst haste Kratzer in Deinen Dielen…)

-> wenn Du neumodisches Gelump drin hast (Spanplatte): wegschmeissen und neue Türen machen (lassen)…
-> o. g. „Technik“ hört sich komplziert an, isses aber im Endeffekt nicht… (je nach Fall und vorhandener „Technik“ nicht mehr Arbeit, als die anderen zu verlängern/schleifen/lackieren…)

cu
kai