Fussheberparese

Seit gut 1 Jahr leide ich - im wahrsten Sinn es Wortes - an einer bislang nur einseitig ausgeprägten, sehr schmerzhaften Fussheberparese.
Bisher waren es nur die Schmerzen, jetzt kommen aber wirkliche Probleme der Lähmung hinzu, ausserdem beginnen die Symptome jetzt fortschreitend auch im anderen Bein.
Operation ist nach Aussagen diverser Fachärzte (Neurologen, Neurochirurgen) aufgrund früherer LWS-Operationen mit starker Narbenbildung und massiver Schädigung im L5-Gebiet ausgeschlossen.

Weiss jemand, evtl. aus eigener Erfahrung, wie die Sache wirklich weitergeht ? Ich habe panische Angst vor einem Leben im Rollstuhl - diese Option wurde kürzlich von einem Arzt in den Raum getellt.
Zurzeit bin ich „schmerztechnisch“ mit einer implantierten Morphin-Pumpe ganz gut versorgt. Sorgen machen mir vielmehr die zunehmenden Lähmungen.
Für Rat und evtl. Ideen ausserhalb der Schulmedizin wäre ich wirklich sehr dankbar.
-peco37-

Hallo peco,

was ich nicht verstehe - dass es nicht bei dem Zustand bleibt, der nach der letzten LWS-OP bei Dir erreicht wurde. Gut, es kann durch die Narbenbildung danach noch eine Zeitlang zu einer Verschlechterung (der Funktion der L5-Wurzel) gekommen sein, aber daß das Ganze immer noch weiter voranschreitet (=? die Lähmung zunimmt?) - ob also nicht ein anderer Grund dahinterstehen könnte? Z.B. eine Lähmung des N. peroneus? Das wäre (bei Fußheberproblemen) die Alternative. Besonders leicht wird dieser Nerv dicht unter der Kniegelenks-Außenseite in der Wadenbeinköpfchen-Passage geschädigt, insbesondere beim Übereinanderschlagen der Beine im Sitzen, bei manchen Leuten aber auch ohne solch ungünstige Haltung.
Man kann den Nerven messen (Nervenleitgeschwindigkeit) und solche Schäden feststellen.

Wenn sich nach Bandscheiben- oder ähnlichen OPs überschießend Narbengewebe bildet, kann man (wenn man das weiß) mit Medikamenten gleich nach der OP gegensteuern.
Sollte die Ursache des Problems tatsächlich das Narbengewebe sein, würde ich mich doch bemühen, zu einer Narben-Lösungs-OP zu finden.

Ich würde eine Spezialkinik aufsuchen, vielleicht vorher versuchen, mit einem von deren Oberärzten zu telefonieren? und mich dort noch einmal beraten lassen.

Es gibt, falls es unabwendbar so weitergeht bei Dir, auch orthopädische Hilfen, den Fuß in einer Mittelstellung zu halten, die ein wenn auch erschwertes selbständiges Gehen möglich bleiben läßt. Einschließlich gewisser Federungen, so daß auch eine Art Flexibilität möglich ist.

Viel Erfolg, S.I.

Hallo S.I.,

zunächst Danke für Deine ausführliche Antwort. Um diese konkret und nachvollziehbar zu beantworten, müsste ich meine gesamte langjährige Krankengeschichte heranziehen. Insofern bitte ich um Dein Verständnis,
dass ich hier nur punktuell auf den Sachverhalt eingehe.
Die letzte (dritte) LWS-Op war 2001, komplett vermasselt mit postop. schwerster Infektion,dankbar fürs Überleben, kein Mensch hat damals an evtl. spätere Narbenbildung gedacht. Zustand nach OP katastrophal.
Erklärend muss ich doch vorausschicken, dass die ganzen WS-Erkrankungen Folgen eines schweren Autounfalls vor ca 20 Jahren mit u.a. massiven HWS + LWS Traumen sind. Die jetzige Fussheberparese ist (bislang !) die letzte Aktion einer Vielzahl im Lauf der Jahre vorangegangener Probleme.
Die F-Parese basiert natürlich auf einer Lähmung des N.peroneus, das ggf. infragekommende OP-Gebiet liegt im Dermatom L5 und bietet keinen Raum für weitere OP aufgrund von Foramenstenosen, Wurzelkompression, Narbenbildung usw. NLG beiderseits nicht mehr messbar.
Soweit muss ich mich auf die Aussagen von 3 Neurochirurgen, davon zwei Chefärzte namhafter Kliniken, unabhängig voneinander, verlassen.

Die orth. Hilfen waren schon mal in Erwägung gezogen,aber aus Gründen,
die ich im Moment selbst nicht mehr weiss, wieder verworfen worden.
Dein Hinweis ist gut, muss ich mich doch nochmal schlau machen.

Wie Du siehst, keine so ganz erfreuliche Situation mit vielen noch unbekannten Perspektiven.

Nochmals Danke für Deine Mühe,
peco