Meine Freundin hatte ihren Zehenagel am Nagelbett zu tief abgeschnitten bzw. abgerissen. Das war vor ca. 2 Monaten, bis heute erfolgte keine Heilung, im Gegenteil, das Nagelbett hat sich stark entzündet und schmerzt.
Derzeit behandelt sie mit Fußbäder und den Saft von Aloe Vera.
Sie lebt im Ausland und hat nicht den Zugang zu deutschen, europäischen Medikamenten.
Wer kennt ein sogenanntes Hausmittel, oder kennt den Wirkstoff einer Salbe mit der man Abhilfe schaffen kann.
gehe ich Recht in der Annahme, dass du den seitlichen Nagelfalz meinst und nicht das Nagelbett, welches sich am unteren, körpernahen Ende des Nagels befindet?
Bestenfalls nimmt man Hautdesinfektionsmittel und badet darin den Zeh (zum Beispiel mit einem Schnapsglas). Dies sollte sicher mindestens 2 bis 3 Mal täglich geschehen.
Zusätzlich ist auf gutes Schuhwerk zu achten, Schuhwerk welches den Zehen genug Spiel gibt und nicht zusätzlich durch Reibung reizt.
Meist ist es so, dass ein kleiner „Dorn“ am seitlichen Nagelrand stehen geblieben ist, der jetzt nach oben (körperfern) ins Fleisch drückt und reizt. Nach einem ausgiebigen Fussbad, dass die Haut aufweicht, kann man versuchen diesen Dorn zu erwischen und ihn abzuschneiden. Bestenfalls macht das jemand anderes. Und starke Schmerzen sollten als Grenze gelten - nicht auf Teufel komm raus irgendetwas versuchen.
Ebenfalls ist es möglich unter dem zu kurz geschnittenen Teil ein wenig Watte unterzupolstern, die dem Nagel ermöglicht, über die „Hautbarriere“ hinaus zu wachsen.
Wenn alles nicht hilft, sollte Sie einen guten Fusspfleger oder einen Arzt aufsuchen. Insbesondere wenn Fieber auftritt oder aber ein roter Streifen vom Zeh zum Körper zieht oder die Schmerzen zunehmen, ist ein Arzt unumgänglich. Evtl. benötigt man ein feines „Röhrchen“ zum Schienen des Nagels, damit er hinauswachsen kann. Dies kann der Arzt unter lokaler Betäubung einlegen.
Wenn keine Überempfindlichkeit gegen Iod gegeben ist und auch keine Schilddrüsenerkrankung vorliegt, sollte die Behandlung ohne Probleme machbar sein.
Betaisodona ist ein sehr erfolgreiches Präparat, das seit vielen Jahrzehnten weltweit angewendet wird.
Es ist auch im Ausland fast immer erhältlich.
2x täglich sollte ein Fußbad gemacht werden.
Dazu 2-3 Esslöffel Kochsalz in etwas warmen Wasser auflösen.
Hat sich eine Eiterblase gebildet, dann sollte diese sehr vorsichtig mit einen kleinen, scharfen Werkzeug
eröffnet werden, damit der Eiter abfließen kann.
Nach dem Fußbad vorsichtig trockentupfen und Betaisodona Salbe bzw. Tinktur auftragen.
Mit einem sauberen Pflaster oder Verband abdecken.
Die Salbe verfärbt die Wundränder etwas, so das sehr genau beobachtet werden muß, wie der Heilungsverlauf ist.
Lockere Schuhe tragen und den Zeh keinesfalls straff bandagieren.
Bei anhaltenden Schmerzen und Eiterproduktion sollte sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.