Fußnoten, Quellenangaben und Forschungsliteratur

Guten Abend allerseits,

ich muss eine GFS in Geschichte für die Schule schreiben (ich hoffe, dass das Thema daher hier reinpasst!).
Meine erste Frage ist:
Wann muss ich Fußnoten setzen?
-wenn ich etwas wörtlich aus einem Buch/einer Quelle übernehme
und/oder
-wenn ich etwas schreibe, dass vom Sinn her genauso in einer Quelle/einem Buch steht?
Wäre nett, wenn jemand das klären könnte. Ich komme so nämlich bei 9 Seiten Material, die ich schon geschrieben habe, auf 17 Fußnoten. Ist das zu viel?

  1. Frage:
    Wo liegt der Unterschied zwischen Quellen und Forschungsliteratur?
    Was muss ich in Quellen, was in der Forschungsliteratur-Liste angeben?
    Evtl. könnte jmd. mir das anhand eines Beispiels erklären, danke :smile:

Ich hoffe, ich habe keine zu dummen Fragen gestellt, und gehe euch damit nicht allzu sehr auf die Nerven :wink:

Euer ergebener Fin

Hi Fin.
im Grunde musst du von allem was du irgendwie schreibst einen Beleg darüber erbringen, wo du’s her hast. Außer es entspringt ganz und gar deiner Erkenntnis (z. B.: eigene Schlussfolgerungen, oder Beschreibungen eines Ortes, Bildes das du selbst gesehen hast).
will heißen: du musst sowohl wörtliche Zitate, als auch sinngemäße Wiedergabe belegen.

Ein wörtliches Zitat kennzeichnest du eindeutig durch „“ oder eingerückte Zeilen oder kursiv Schrift. Die Fußnote wird direkt am Ende des Zitates eingefügt, auch wenn es in einem Satz steht (weil du vielleicht nur einen Satzteil zitierst, den du in deinen eigenen einbaust). Außer bei den „“ vermerkst du am besten in deiner Einleitung wie du im folgenden deine zitate kennzeichnest.
bei sinngemäßer wiedergabe genügt eine Fußnote am Ende des entsprechenden Absatzes. Der Quellenangabe setzt du in diesem Fall z.B. ein „vgl.“ voran.
z. B.:
Vgl.: Kantorowicz, Ernst: Kaiser Friedrich der Zweite. Stuttgart. 1923. S. 67-69.
(hab die Daten zu dem Buch jetzt nicht nachgeschaut, stimmen wahrscheinlich nicht)

wichtig ist, dass du in deiner zietierweise einheitlich vorgehst und nicht mal so und mal so.

Zu den Quellen: Alles was du in deiner Arbeit verwendest sind Quellen. Sie sind verschiedener Art oder mehr oder weniger nah dran am Ereignis:
Original Zeitung von 1945 müsstest du genauso als Quelle angeben, wie eine Kopie einer solchen Zeitung, wie eine wisenschaftliche Abhandlung oder eine Zusammenfassung über den Inhalt einer solchen Zeitung.
Bei einem Brief, den Du im Archiv findest gibst du das Archiv mit an. Bei einem Brief den Dein Opa aus dieser Zeit noch hat… Tja, da weiß ich auch nicht so genau… weiß vielleicht jemand anderes hier im Forum!?

17 Fußnoten für neun Seiten ist ganz und gar nicht zuviel. Natürlich ist es nicht wirklich möglich da einen Durchschnittswert anzugeben.

Hast Du noch Fragen?
grüßle, hoffe ich konnte weiterhelfen
kati

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Servus!

GFS=Facharbeit?
An der sitz ich zB grad ;o)
also, zu wenig is Definitionssache, ich hab zB auf meinen im moment 25 Seiten über 160 Fußnoten, muss aber sehr viel aus Briefen zitieren.
kenn aber auch andere FA, da sind´s nich mehr als 5.
Bei Zitaten, sprich wörtlicher Übernahme, MUSST du eine Fußnote setzten, bei allgemeinen Quellengrundlagen würde ich am Ende des Kapitels/Absatztes eine Fußnote setzten, weil irgendwoher musst du´s ja haben ;o)

Also Quelle is alles wo da Informationen herbekommst:
Internet, mündliche Aussagen, Bücher etc. wie genaue die dann sind is allerdings die Frage, sollte man also vorsichtig sein.
(bei mir sind zB die Briefe Quelle)
Forschungsliteratur (meinst du Fachliteratur?) ist „alles“ was von Historikern/Fachleuten geschrieben wurde, bei Internetquellen is das sehr umstritten, würd ich eher nicht dazu zählen, außer is grad eine Doktorarbeit.

was du dann in welche Liste tust kannst du dir jetzt wohl selber denken ;o)
hoff ich konnte etwas weiterhelfen;
viel Erfolg noch
servus

Ergänzung: private Quellen
Hallo Kati,

Bei einem Brief den Dein Opa aus dieser Zeit noch
hat… Tja, da weiß ich auch nicht so genau… weiß vielleicht
jemand anderes hier im Forum!?

in solch einem Fall schreibt man als Fußnotentext

„Brief aus meinem Privatbesitz“
oder
„Brief wurde mir aus Privatbesitz zur Verfügung gestellt“.

Gruß Gudrun

Ich danke euch :smile:

Hallo,
gebe noch mal meinen Senf zu dem gesagten dazu, einmal hier:

Der Quellenangabe setzt du in diesem
Fall z.B. ein „vgl.“ voran.
z. B.:
Vgl.: Kantorowicz, Ernst: Kaiser Friedrich der Zweite.
Stuttgart. 1923. S. 67-69.

Das ist möglich, jedoch nicht unbedingt nötig. Gibt da die und die Ansicht, ich denke wenn du allgemein eine Information aus, um bei dem Beispiel zu bleiben, dem Kantorowicz übernimmst, würde es reichen, auch einfach das „Vgl.“ wegzulassen. Das steht nämlich für „Vergleiche“, und der Leser soll ja nichts vergleichen, sondern nur wissen, woher die Info stammt. Aber wie gesagt, manche Leute handhaben das anders.

Zu den Quellen: Alles was du in deiner Arbeit verwendest sind
Quellen. Sie sind verschiedener Art oder mehr oder weniger nah
dran am Ereignis:
Original Zeitung von 1945 müsstest du genauso als Quelle
angeben, wie eine Kopie einer solchen Zeitung, wie eine
wisenschaftliche Abhandlung oder eine Zusammenfassung über den
Inhalt einer solchen Zeitung.

Das würde ich anders handhaben, nämlich macht man doch einen Unterschied zwischen Quellen und Forschungs- oder auch Sekundärliteratur. Eine Quelle erkennst du daran, dass sie einigermaßen direkt aus der Zeit stammt, von der du schreibst, kann auch kurz davor oder danach angesiedelt sein (Briefe, Akten, Gesetze, Reden, Karikaturen, Statistiken . . .). Es muss sich hierbei um ein Originaldokument oder einen Nachdruck dessen handeln.
Forschungs-/Sekundärliteratur ist alles, was von irgendwem dann später mal zu diesem Thema verfasst wurde. An äußeren Kriterien erkennt man dies am besten an so Dingen, die du auch verwendest, das heißt Quellennachweise, der Autor ist anerkannter Forscher o.ä.

Die Begriffe Quelle/Sekundärliteratur sind dabei relativ, das heißt Sekundärliteratur kann je nach Fragestellung auch zur Quelle werden. Ein Beispiel: Schreibst du über das Thema „Friedrich II. und die preußischen Rechtsreformen“, dann ist der o.g. Kantorowicz eindeutig Sekundärliteratur - ein Forscher hat sich zu späterem Zeitpunkt über die Person Friedrichs ausgelassen, du verwendest nun seine Schlussfolgerungen. Ist dein Thema aber „Zur Rezeption Friedrichs II. in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts“, dann wird aus dem Kantorowicz eine Quelle, da du dich im engeren Sinne nicht mit Friedrich selbst, sondern damit, wie er Anfang des 20. Jh. gesehen wurde, beschäftigst.

Hoffe, das ist verständlich formuliert.

Gruß
Benjamin