Hallo Pheenix,
wenn Hunde im Rudel leben, dann hat der Rudelführer das Privileg, sich zuerst sattzufressen. Erst wenn dies geschehen ist und er sich vom (etwaigen) Beuterest entfernt, haben die nachrangigen Rudelmitglieder die Möglichkeit, ihren Hunger zu stillen.
Die Menschenfamilie ist quasi das Ersatzrudel. Auch dort sucht der Hund nach entsprechender Orientierung und du machst sicher keinen Fehler, ihm diese zu geben, indem du die Rolle des Rudelführers mit den entsprechenden Privilegien übernimmst 
Regelrecht wichtig wäre dies, wenn dein Hund ein angeborenes Naturell zum Rudelführer besitzt. Dann könnte es dir passieren, dass du eines Tages die Küche nicht mehr betreten darfst, solange er noch frisst. Ich habe solche Hunde schon erlebt und die Herrschaften dieser Tierchen kamen soweit gut damit klar; sie respektierten ihre Stellung als „Zweitwolf“ und hielten sich derweil von ihrem Liebling fern.
Soweit sogut … allerdings nimmt der Hund dann seine Aufgabe als Rudelführer oft nicht nur beim Fressen ernst, sondern auch in anderen Situationen:
Er wird nicht dulden, dass DU ankommende Besucher zuerst begrüßt, … er wird sein Rudel (also seine Familie) beim Spaziergang vor anderen Hunden beschützen wollen (d.h. sie dürfen nicht ungefragt an euch vorbeigehen), ohne seinen Groll oder Schlimmeres heraufzubeschwören…
Auch wird er menschliche Eindringlinge in euer Territorium (Haus und Garten) nicht ohne weiteres dulden … und dann kostet es viel Zeit und Geduld und sonstwas, um ihm begreiflich zu machen, dass es sich „nur“ um den Postboten, deine Freundin, eine Nachbarin oder sonstwen harmloses handelt und du deshalb für diesen Fall die Rudelführung übernimmst.
Nicht bei jedem Hund wirken sich Nachlässigkeiten in Bezug auf Rudelführerschaft (die immer der Mensch haben sollte!) gleichermaßen dramatisch aus. Ist halt wie bei Menschen, die in eine Machtposition kommen: Die einen üben ihre Macht gnadenlos aus, andere sehen alles nicht so eng und drücken gern mal ein Auge zu…
Must halt sehen, wie dein Hund gestrickt ist.
Generell sollte der Hund eher nicht zuerst bedient werden. Ist auch bei Tisch oder gar im Restaurant angenehmer, wenn der Hund weiß: „Sofern was übrigbleibt, nachdem alle fertig sind, wird man es mir reichen“.
Ist aber auch kein Problem, wenn du es hin und wieder mal nicht so genau nimmst. Wenn die Hundemahlzeit längst überfällig ist und dein Braten noch 2 Stunden schmurgeln muss, geht es ausnahmsweise auch mal umgekehrt 
LG
sine
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