Hallo Malna,
ooooh, das Phänomen kommt mir ausgesprochen bekannt vor!
Ich war bis vor einigen Wochen auch mit meiner Diplomarbeit beschäftigt und habe beim Schreiben ebenfalls regelmäßig mit Fressattacken zu tun gehabt. Eine Patentlösung habe ich leider nicht gefunden, aber ich hatte ja sechs Monate lang Zeit das eine oder andere dagegen auszuprobieren, daher hier mal ein paar Ratschläge, womit ich mehr oder weniger erfolgreich Schadensbegrenzung betrieben habe:
- Ersatzdrogen suchen.
Wenn man Hunger auf Süßes hat, dann hilft natürlich zunächst nur Süßes. Trotzdem kann man sich in gewissem Maße übertölpen bzw. umkonditionieren, das geht natürlich nicht von heute auf morgen.
1.1. Gesunde Dinge essen.
Statt Schokolade lieber Möhren, Äpfel, usw. Anfangs ist das natürlich kein adäquater Ersatz für Süßkram, aber nach einer Weile Rohkostknabberei hatte ich mich so dran gewöhnt, dass ein heimlich gefressener Schokoriegel mir widerwärtig süß vorkam. Über diesen brainwash hab ich mich ganz schön erschreckt, allerdings kam er mir natürlich sehr gelegen. Die Umgewöhnung von Obst & Gemüse auf Schokolade nach der Abgabe ging übrigens deutlich schneller vonstatten 
1.2 Trinken statt essen.
Oft geht es nur darum, mechanisch irgendwas zum Mund zu führen, da kann es auch ein Glas Wasser statt etwas zum Kauen sein. Der Nachteil ist, dass man bei hohem Wasserkonsum und begrenzter Blasenkapazität leider nie lange am Stück zum arbeiten kommt, weil man dauernd zwischen Schreibtisch und Klo hin- und herpendelt.
1.3 Kaugummi kauen.
Hilft nicht so gut, finde ich. Davon bekomme ich noch mehr Appetit auf Süßkram. Außerdem hält mich ein Kaugummi nicht davon ab, gleichzeitig noch was anderes zu essen.
- Fressen unterbinden.
Auch wenn du es nicht glaubst, man kann sich das Fressen auch abgewöhnen. Am besten geht das, wenn einfach nichts Essbares in der Nähe ist. Dann stolpert man zwar regelmäßig unzufrieden auf Nahrungssuche umher, aber wenn man nichts findet, dann gibt es eben nichts und wenn man mit Nörgeln fertig ist, kann man sich wieder für eine Weile der produktiven Arbeit widmen.
2.1. Konsequent keinen Süßkram mehr kaufen.
Stattdessen überwiegend Gesundes in den Einkaufswagen packen. Das kostet beim Einkauf zwar einiges an Überwindung, ist aber sehr sinnvoll, denn was nicht im Vorratsschrank liegt kann auch nicht aufgegessen werden. Am besten auch nicht hungrig einkaufen gehen.
2.2. Dort Arbeiten, wo nichts Essbares in Reichweite ist.
Zu Hause ist das wohl eher schlecht, da findet man meistens irgendwas. Hast du vielleicht ein Notebook mit dem du dich phasenweise in die (Uni-)Bibliothek verziehen kannst? Oder frisst du am Arbeitsplatz/im Büro? Dann hilft vielleicht soziale Kontrolle: mach z.B. mit deinen Kollegen etwas aus, was du tun musst, wenn sie dich fressend erwischen.
2.3 Tagsüber mehrfach Zähne putzen.
Mit Zahnpastageschmack im Mund schmecken die wenigstens Dinge gut (v.a. Orangensaft). Wenn man ausreichend in puncto Kariesprophylaxe sensibilisiert ist, kommt mit frischem Minzgeschmack im Mund evtl. noch eine kurzfristige Fresshemmung hinzu („Kann ja nicht direkt nach dem Entfernen der Bakterien schon wieder neue verursachen!“)
So, jetzt muss ich aber aufhören. Wenn ich noch weiter von Fressanfällen schreibe, weiß ich schon was mir gleich blüht.
Ich hoffe, es war etwas brauchbares für dich dabei!
Viele Grüße
Kerstin