Futtern beim Schreiben Schoko Schoko Schokoooo

Liebe Forumli´s,

ich glaub, das gehört so recht nirgendwohin, aber Menschen, die sich mit „Diät“ befassen, kennen bestimmt ähnliche Probleme:

Also: Ich bin eine Frau, relativ schlank bis normal und möchte so bleiben. Ich ernähre mich ganz ausgewogen, trinke viel, soll heißen, ich war/ bin eigentlich zufrieden. Bis…

ich schreibe. An einer längeren Sache (sowas wie ne Diplomarbeit o.ä.) - wird so 3 - 5 Monate dauern. Ich musste schon zwei vorbereitende Sachen schreiben, so 3 Wochen lang jeweils.

Mein Problem ist: Ich kann gut hinkriegen, was ich muss - aber, wenns ans Schreiben geht, MUSS ich fressen. Ich hab es schon ohne versucht - aber … da kam ich nicht vorwärts. Ich denke… meine Vorbereitungsarbeiten hätte ich ohne Fresserei nicht hinbekommen. Und da gabs dann natürlich auch ein bisschen Gewichtsanstieg und ein Pölsterchen, das ich dann wieder verlor, mit normalem Essen und Laufen und so.

Jetzt, bei der dicken Arbeit merke ich - ich muss wieder fressen. (Wenn es „essen“ wäre, würd ich das schreiben, aber ich muss schaufeln!) Und das jetzt mehrere Monate - das geht nicht! Und - es muss fatalerweise immer süß sein. Stressabbau? Ich weiß nicht.

Wie habt ihr euch vor Süßfressanfällen gerettet? Was macht ihr in Stresssituationen? Ich hab sonst keine Fressanfälle - nie!

Danke schon mal
Malna

Hallo Malna,

ooooh, das Phänomen kommt mir ausgesprochen bekannt vor!

Ich war bis vor einigen Wochen auch mit meiner Diplomarbeit beschäftigt und habe beim Schreiben ebenfalls regelmäßig mit Fressattacken zu tun gehabt. Eine Patentlösung habe ich leider nicht gefunden, aber ich hatte ja sechs Monate lang Zeit das eine oder andere dagegen auszuprobieren, daher hier mal ein paar Ratschläge, womit ich mehr oder weniger erfolgreich Schadensbegrenzung betrieben habe:

  1. Ersatzdrogen suchen.
    Wenn man Hunger auf Süßes hat, dann hilft natürlich zunächst nur Süßes. Trotzdem kann man sich in gewissem Maße übertölpen bzw. umkonditionieren, das geht natürlich nicht von heute auf morgen.

1.1. Gesunde Dinge essen.
Statt Schokolade lieber Möhren, Äpfel, usw. Anfangs ist das natürlich kein adäquater Ersatz für Süßkram, aber nach einer Weile Rohkostknabberei hatte ich mich so dran gewöhnt, dass ein heimlich gefressener Schokoriegel mir widerwärtig süß vorkam. Über diesen brainwash hab ich mich ganz schön erschreckt, allerdings kam er mir natürlich sehr gelegen. Die Umgewöhnung von Obst & Gemüse auf Schokolade nach der Abgabe ging übrigens deutlich schneller vonstatten :smile:

1.2 Trinken statt essen.
Oft geht es nur darum, mechanisch irgendwas zum Mund zu führen, da kann es auch ein Glas Wasser statt etwas zum Kauen sein. Der Nachteil ist, dass man bei hohem Wasserkonsum und begrenzter Blasenkapazität leider nie lange am Stück zum arbeiten kommt, weil man dauernd zwischen Schreibtisch und Klo hin- und herpendelt.

1.3 Kaugummi kauen.
Hilft nicht so gut, finde ich. Davon bekomme ich noch mehr Appetit auf Süßkram. Außerdem hält mich ein Kaugummi nicht davon ab, gleichzeitig noch was anderes zu essen.

  1. Fressen unterbinden.
    Auch wenn du es nicht glaubst, man kann sich das Fressen auch abgewöhnen. Am besten geht das, wenn einfach nichts Essbares in der Nähe ist. Dann stolpert man zwar regelmäßig unzufrieden auf Nahrungssuche umher, aber wenn man nichts findet, dann gibt es eben nichts und wenn man mit Nörgeln fertig ist, kann man sich wieder für eine Weile der produktiven Arbeit widmen.

2.1. Konsequent keinen Süßkram mehr kaufen.
Stattdessen überwiegend Gesundes in den Einkaufswagen packen. Das kostet beim Einkauf zwar einiges an Überwindung, ist aber sehr sinnvoll, denn was nicht im Vorratsschrank liegt kann auch nicht aufgegessen werden. Am besten auch nicht hungrig einkaufen gehen.

2.2. Dort Arbeiten, wo nichts Essbares in Reichweite ist.
Zu Hause ist das wohl eher schlecht, da findet man meistens irgendwas. Hast du vielleicht ein Notebook mit dem du dich phasenweise in die (Uni-)Bibliothek verziehen kannst? Oder frisst du am Arbeitsplatz/im Büro? Dann hilft vielleicht soziale Kontrolle: mach z.B. mit deinen Kollegen etwas aus, was du tun musst, wenn sie dich fressend erwischen.

2.3 Tagsüber mehrfach Zähne putzen.
Mit Zahnpastageschmack im Mund schmecken die wenigstens Dinge gut (v.a. Orangensaft). Wenn man ausreichend in puncto Kariesprophylaxe sensibilisiert ist, kommt mit frischem Minzgeschmack im Mund evtl. noch eine kurzfristige Fresshemmung hinzu („Kann ja nicht direkt nach dem Entfernen der Bakterien schon wieder neue verursachen!“)

So, jetzt muss ich aber aufhören. Wenn ich noch weiter von Fressanfällen schreibe, weiß ich schon was mir gleich blüht.

Ich hoffe, es war etwas brauchbares für dich dabei!

Viele Grüße
Kerstin

Hi Malna,

wenn es darum geht, die Kinnladen zu beschäftigen, dann bewähren sich Apfelschnitze, getrocknete Apfelscheiben, die sind hinreichend süß und lange zu kauen. Selbst wenn Du täglich eine ganze Tüte futterst, wird das kaum Einfluss auf den Mittleren Ring haben.

Gruß Ralf

Hallo Malna.

Du hast Dir doch in Deiner Frage schon selbst die Antwort gegeben. Du weißt ja wo es herkommt. Streß. Du musst etwas gegen Deinen Streß tun. Da hilft es nichts einen Apfel zu essen oder nix Süßes einzukaufen. Wenn Du das machst und damit Deine Fressanfälle verhinderst, wird sich Dein Streß einen anderen Weg suchen sich „Gehör“ zu verschaffen (ohhhjeee hoffentlich ist das jetzt nicht wieder zu esoterisch…). Gegen Streß hilft Entspannung. Dazu kannst Du sicher auch eine ganze Menge Tipps bekommen wenn Du fragst.

Viel Erfolg bei Deiner Diplomarbeit und der Bewältigung des Stresses.

Beste Grüße
Lothar

Hihi, das ist nett!!!

Liebe Forumli´s,

danke für eure Tipps! Ich werde sie ausführlichst ausprobieren.

Kerstin - mit Kaugummis gings mir auch so, Aber ich gucke mal, was Du noch so gemacht hast. Danke auch Dir, Dein Posting war zudem noch richtig super - süß (wie kann es ander sein bei unserem „Problem“) :smile:
Musste manchmal sehr lachen…

Schön
Malna