Hypothese
Hallo und guten Abend,
Ich möchte hier eine „wissenschaftliche“ Hypothese wagen.
Das phonetische Apparat - Zungenlage und Ansatzpunkt der Zunge an Zähne, Stimmbänderaktivität, Kehlkopfbewegungen usw. - ist bei Menschen, die unterschiedliche Sprachen als Muttersprache sprechen, auch unterschiedlich ausgebildet.
Die Chinesen können ja bekanntlich kein „R“ aussprechen (das heisst, können sie schon, wenn sie lange üben), und aus dem „Brötchen“ wird ein „Blödchen“.
Die Deutschen, die versuchen Russisch zu sprechen, können auch kein „festes“ „L“ aussprechen, weil sie die Zungenspitze an die Zähne ansetzen und nicht die gesamte Vorderzunge.
Das ist auch bei den Russen so. Im Russischen gibt es natürlich ein „H“, das sich wie ein deutsches „Ch“ anhört. Ein „H“ bei Henscher, Heine, Hamburg, Halstuch usw. kommt aber im Deutschen als eher „kräftig ausgehaucht“ und weniger als mit Stimmbändern und durch Anlegen der Zunge an Gaumen wie bei „ch“ gebildet.
Und genau das können die ungeübten Russen nicht. Wenn man versucht, das deutsche „Aushauchen“ nachzumachen, kommt man irgendwann unweigerlich zu einem, wenn auch tiefen und undeutlichen „G“, weil der Gaumen ja wie gewohnt mitmacht. Dazu kommt, dass es sich ein „`ambrug“ für die Russen komisch anhört, für den ersten Laut kann kein Äquivalent im Russischen gefunden werden, und die deutsche Sprache wird von den Russen als allgemein „blaffend“ bezeichnet.
Dadurch erklrät es sich, warum aus „Hamburg“ ein Гамбург wird. Und da das ganze schon seit Jahrhunderten so läuft, wurde auch die Schreibweise übernommen.
In der Transkriptionsnorm ISO 9, die die Übersetzer bei Urkundeübersetzungen aus der und in die kyrillische Schrift benutzen, wird übrigens ein „G“ im Deutschen zum „G“ im Russischen und ein „H“ - zum „H“. Die richtige Schreibweise von Hamburg wäre als nach der ISO 9 Хамбург gewesen, aber das sieht fürchterlich aus und würde auch im normalen Schriftverkehr als orthografischer Fehler behandelt werden.