Gallenblasenentfernung notwendig?

Hallo Ihr WWW-ler,
nachdem nun eindeutig feststeht, dass ich NICHT an Porphyrie leide sondern doch nur einen klitzekleinen Gallenstein im Gallenblasengang habe möchten mir die Ärzte die komplette Gallenblase entfernen. Im Krankenhaus sowie beim Hausarzt wurde mir das nahegelegt, im Bekanntenkreis teilen sich die Meinungen. Man könne den Stein ja auch zertrümmern, meinen die einen, man müsse die ganze Blase rausnehmen, die anderen.
Wer hat Erfahrung damit, was ist machbar und was sollte gut überlegt sein?!?!? Was passiert, wenn ich keine Gallenblase mehr habe, was tut sie genau im Körper?

Viele Grüße und schon mal Danke,
Sonja

Hallo,

Gallensteine entstehen aufgrund einer gewissen körperlichen Veranlagung, begünstigt durch Ernährung. Die Risikofaktoren fangen alle mit F an:

Fat - Übergewicht bzw. fettreiche Ernährung
Female - weiblich
Forty - über 40
Fertile - schon Kinder geboren
Family - Neigung zu Gallensteinen tritt in der Familie auf

Daraus folgt, dass wenn jemand einmal Gallensteine hat, er immer wieder welche bekommen wird. Man kann das nicht durch Ernährung oder Medikamente verhindern. Daher macht eine „Zertrümmerung“ keinen Sinn, denn es kommen immer wieder neue Steine.

Wenn Gallensteine keine Beschwerden verursachen, braucht man auch nicht zu behandeln. Wenn man aber 2 oder 3 Mal eine Gallenkolik hatte, dann kann man davon ausgehen, dass die Beschwerden immer wieder kommen. Meist ist es dann auch so, dass die Koliken in immer kürzeren Abständen kommen.

Selbst wenn man gewillt ist, die Schmerzen zu ertragen, besteht ein Risiko, wenn sich die Gallenblase z.B. entzündet oder wenn Steine den Gallengang komplett verlegen. In so einem Fall muss dann eine Not-OP gemacht werden - das braucht wirklich keiner!

Daher: wenn der Arzt sagt, dass die Gallenblase raus soll, ist das auch erforderlich.

Die OP wird heutzutage endoskopisch gemacht, d.h. nur 3 oder 4 winzige Schnitte. Man ist nur 3-4 Tage im Krankenhaus, es ist wirklich keine große Sache.

Die Gallenblase ist nur ein Vorratsbehälter für Gallenflüssigkeit. Diese wird in der Leber produziert und bei Bedarf der Verdauung zugeführt. Die Gallenblase ist dazu da, bei Bedarf große Mengen Gallenflüssigkeit sofort bereitzustellen. Dies wird z.B. bei besonders fetthaltigen oder schwerverdaulichen Mahlzeiten nötig.

Man kann wunderbar auf die Gallenblase verzichten. Die meisten Patienten bemerken nachher keinen Unterschied, im Gegenteil: die Angst vor Koliken ist verschwunden und das Allgemeinbefinden bessert sich.

Gruß,

Myriam

Hallo Myriam,

. Daher macht eine
„Zertrümmerung“ keinen Sinn, denn es kommen immer wieder neue
Steine.

Zertruemmerung funktioniert bei Gallensteinen sowieso
nicht so gut. Das Verfahren ist fuer (eine gewisse Art)
von Nierensteinen kalibriert. Bei Gallensteinen versagt
es meistens.

Wenn man aber 2 oder 3 Mal eine
Gallenkolik hatte, dann kann man davon ausgehen, dass die
Beschwerden immer wieder kommen.

Und wenn man das 2 oder 3 Mal gehabt, will man das
auch nicht oefter mit machen.

Die OP wird heutzutage endoskopisch gemacht, d.h. nur 3 oder 4
winzige Schnitte. Man ist nur 3-4 Tage im Krankenhaus, es ist
wirklich keine große Sache.

Das kommt auch auf die Groesse der Gallensteine an.
Bei mir waren die Schnitte nicht wirklich ‚winzig‘,
aber kleiner als bei konventioneller Operation (und
vor allen Dingen ist man viel schneller wieder fit).

Das waren nur ein paar kleine Anmerkungen, ansonsten
stimme ich dir inhaltlich voll zu.

Gruesse
Elke

Und wenn man das 2 oder 3 Mal gehabt, will man das
auch nicht oefter mit machen.

Absolute Zustimmung! Aua!

Das kommt auch auf die Groesse der Gallensteine an.

Stimt.

Bei mir waren die Schnitte nicht wirklich ‚winzig‘,

Na ja, winzig ist wohl Definitionssache. Ich habe 2 x 3 Stiche (ca. 3 cm), 1 x 1 Stich (ca. 1,5 cm) und noch einen Schnitt, der nicht genäht wurde, auch ca. 1,5 cm. Ich hatte 13 Steine in der Größe von M&Ms.

Meine Freundin hatte im Januar die gleiche OP, sie hat nur 3 Schnitte, alle kleiner als meine. Sie hatte keine Gallensteine, sondern nur „sludge“ (eingedickten Gallensaft).

Gruß,

Myriam
*glücklich ohne Gallenblase*

Hi Sonja,
ich hatte auch „nur“ einen Stein der mir aber jahrelang Probleme bereitet hat.
Heute bereue ich dass ich mich nicht schon viel früher habe operieren lassen.
Bei mir wurde die Gallenblase auch endoskopisch entfernt, ich war nach 3 Tagen zu Hause und hatte nur minimale Probleme.
Mit der Fettverdauung habe ich keine Schwierigkeiten.

Liebe Grüße
Sue

Hallo Sonja

Die Leber produziert Galle und die wird in der Gallenblase
zwischengelagert. Ohne Gallenblase lebt es sich ganz normal, wie ich
aus eigener Erfahrung berichten kann.

Meine Chirurgin hat nach der Operation erklärt, sie hätte alle meine
Organe in der Umgebung mal genauer betrachtet und ich vermute, dass
ich deshalb eine längere Narbe als üblich habe (etwa 20 cm), dabei
hat die Dame eher kleine Hände. Ob sie wohl meine Leber rausgehoben
hat??? :wink:

Grüsse vom Heinz

[ot] Schnittlänge
Hi Heinz,

ich vermute, dass ich deshalb eine längere Narbe als üblich habe (etwa 20 cm)

die Länge der Narbe hängt davon ab, wie tief der Operateur hinein muss. Das Loch entspricht ja nicht einem Rohr, sondern eher einem Trichter, sonst könnte er sich nicht bewegen, und je dicker die Schicht, durch die er hindurch muss, desto größer die Narbe.

Wird heute überhaupt noch konventionell operiert? Ich höre nur noch von minimal-invasiv.

Gruß Ralf

Female
Hallo,
bei mir traf nur das FEMALE zu, ich war gerade mal Mitte 20,habe mich 2 Jahre lang mit grausamsten Schmerzen gequält, bis endlich mal ein Arzt die Diagnose „Gallensteine“ stellte.
Zertrümmern ging damals nur bei einer ganz bestimmten Sort Steine, ich weiss nicht ob das heute anders ist. (ist ja nun 20 Jahre her).
Die Gallenblase kam raus.
Ich lebe wie vorher auch, merke keinen Unterschied, mit gehts hervorragend.
Eine andere Patientin,die bei mir im Zimmer lag und ihre Gallenblase schon ein paar Jahre vor mir rausbekam, meinte sie könnte nach 23.00 Uhr keine Schweinshaxe mehr vertragen.
Hab ich selbst nun nicht ausprobiert, mag keine Schweinshaxen.
Auf jeden Fall: Gegen diese furchtbaren Schmerzen war die OP ein klacks!

Hallo zusammen,

vielen Dank für die Infos und Antworten! Ich habe seit letztes Jahr Mai immer wieder so Koliken und man hat aber nix gefunden, hat es auf psychosomatische Ursachen geschoben und eine Gastritis behandelt! Blutwerte waren auch immer o.k., da ich nie direkt nach einer Kolik zum Zapfen gegangen bin! War echt Zufall, dass ich das letzte Mal einen Tag nach der Kolik war und grottenschlechte Werte hatte! Da kam man dann erst mal auf die Idee, dass es Leber oder Galle sein müssten!

Na, dann werd ich wohl den Gang in die Klinik wagen und das Teil rausholen lassen! Hatte allein im Januar 5 Koliken, das war echt genug!

Vielen Dank nochmal allen,
liebe Grüße,
Sonja

Join the club
Hallo Sonja,

weisst du wieviele Leute ich kenne, die
jahrelang (echt!) auf Gastritis/Magengeschwuer
behandelt werden, bevor die Galle als Ausloeser
gefunden wird?
Bei mir traten die Koliken auch immer zur richtigen
Zeit auf - in Suedafrika als ich noch studiert habe war’s
November = Examenszeit --> Stress, aha!
Dann als meine Mutter krank wurde --> Stress! -->Magen.
Dann … usw. Erst als ich hier an einen ganz jungen
Arzt kam, ganz frisch aus Indien angeheuert, der
sehr Angst hatte irgendwo was falsch zu machen und
vielleicht etwas zu uebersehen (ausserdem arbeitet
er fuer ein Krankenhaus, dass seine Geraete benutzen
muss), der mich - gegen meinen Willen, ich hielt es
fuer Beutelschneiderei - zum Ultraschall verdonnerte.

Meine Schnitte waren uebrigens deshalb etwas groesser,
weil ich dann einen Gallenstein hatte der etwa die Groesse
einer frischen Dattel hatte (vgl. eine Walnuss, groessere
Sorte).

Jedenfalls keine Angst haben: mit der endoskopischen
Op ist das viel leichter geworden im Vgl. zu frueher.
Und ich hab seither auch keine Probleme. Lediglich
zugenommen habe ich --> mir hat es dann wieder geschmeckt!

Gruesse
Elke

(

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Sibylle,

bei mir traf nur das FEMALE zu, ich war gerade mal Mitte
20,habe mich 2 Jahre lang mit grausamsten Schmerzen gequält,
bis endlich mal ein Arzt

Ja. Kenne ich. Siehe oben (ich war 30) Allerdings hat sich das
alles 15 Jahre lang ruhig verhalten nach der letzten
Behandlung auf Magengeschwuer (Heliobakteruntersuchungen
waren gerade erst im Kommen, ich wurde noch „auf Verdacht“
behandelt).
Bei der naechsten Kolik hatte ich die 40 ueberschritten
und auch gewichtsmaessig zugelegt, damit die Statistik
wieder stimmte (blond bin ich aber nicht geworden).

die Diagnose „Gallensteine“ stellte.
Zertrümmern ging damals nur bei einer ganz bestimmten Sort
Steine, ich weiss nicht ob das heute anders ist. (ist ja nun
20 Jahre her).

Nein. Die Zertruemmerung funktioniert bei Gallensteinen
eher selten, so selten, dass es meist gar nicht erst
versucht wird. Die Lithotripter kommen eher bei Nieren-
steinen zum Einsatz.

Die Gallenblase kam raus.
Ich lebe wie vorher auch, merke keinen Unterschied, mit gehts
hervorragend.
Eine andere Patientin,die bei mir im Zimmer lag und ihre
Gallenblase schon ein paar Jahre vor mir rausbekam, meinte sie
könnte nach 23.00 Uhr keine Schweinshaxe mehr vertragen.

Das war bei mir VOR und NACH der Op so :wink:

Hab ich selbst nun nicht ausprobiert, mag keine Schweinshaxen.

Doch an sich schon, aber keine ganze.

Auf jeden Fall: Gegen diese furchtbaren Schmerzen war die OP
ein klacks!

Auf jeden Fall.

Gruesse
Elke

Hi Elke,
ja, bei mir hieß es auch immer Streß, Liebeskummer, Jobprobleme… eine ganze Latte von Erklärungen, die die Gastritis ankurbeln!!! Nun, jetzt weiß man es ja und kann dagegen vorgehen!!

Ich will eigentlich nicht wieder zunehmen, habe letztes Jahr von Februar bis Oktober an die 17 kg verloren (und im Mai ging die Geschichte los), allerdings freiwillig mit Ernährungsumstellung! Eine Frage: kann dadurch der Stein entstanden sein?? Habe ja viel mehr auf Fett geachtet als früher, aber das müsste doch eigentlich gut sein und mich nicht noch bestrafen!!

Hab noch vom Leistenbruch so Mininarben am Unterbauch, dann vervollständigt sich halt das Muster bis zum Oberbauch hin! Werden dann ja wieder nur so kleine Schnitte sein!!! Mein Stein ist sehr klein, aber liegt in dem Gallenblasengang oder -hals (na in der engsten Stelle halt, Richtung Leber) und verkantet sich dann wohl da ganz blöd!

Freut mich, dass es Dir seit dann wieder gut geht! Wird ja wohl auch bei mir alles glatt gehen!

Viele Grüße,
Sonja

Hallo Sonja,

war und grottenschlechte Werte hatte! Da kam man dann erst mal
auf die Idee, dass es Leber oder Galle sein müssten!

Welche Werte waren denn da so grottenschlecht? Frage in eigener Sache, vielleicht kann ich meinem Arzt ja mal auf die Sprünge helfen :smile:)

Danke+Gruß
Irene

Hallo Irene,
bin nicht Sonja,aber du hast ja gelesen, dass
ich auch eine Gallenblasen-OP hinter mir habe.
Bei mir kam es nicht durch Blutuntersuchungen o.ae.,
sondern durch eine Ultraschalluntersuchung ans Licht.

Gruesse
Elke

Wird heute überhaupt noch konventionell operiert? Ich höre nur
noch von minimal-invasiv.

Bei meinem Vor-OP-Gespräch wurde erklärt, dass man heutzutage fast immer endoskopisch anfängt. Wenn dann während der OP festgestellt wird, dass die Gallenblase aufgrund vieler Entzündungen schon mit der Leber verwachsen oder sonst irgendwie schwer herauszubekommen ist, dann wird auf „konventionellen Bauchschnitt“ umgeschwenkt.

Laut Auskunft des Operateurs macht das aber kaum einen Unterschied was Heilung, Krankenhausaufenthalt oder Schmerzen angeht.

Gruß,

Myriam

1 „Gefällt mir“

Hallo Sonja,

ich las eben erst Deinen Artikel und bin erstaunt, wie sich die (Fehl)diagnosen gleichen. Ich hatte vor 33 Jahren auch Gallenkoliken en masse, aber keiner kam auf die Idee, auch nur zu röntgen (Ultraschall war noch nicht so gebräuchlich *g*). Alle Ärzte meinten, daß bei einer so jungen und schlanken Frau die Gallenblase nicht betroffen sein könne, dann guckte doch jemand näher und siehe da: ich war steinreich, 7 murmelgroße Steine. Also ins Krankenhaus, den Chirurgen gebeten, lieber einen längeren Schnitt zu machen, um gut arbeiten (und gucken) zu können, nach 6 Tagen war ich wieder zu Hause und habe nie wieder aucgh nur das geringste Problem gehabt, zumindest was das sog. Postcholezystektomiesyndrom betraf. Ich habe nie etwas von meiner fehlenden Gallenblase gemerkt, kann alles essen und möchte nie wieder eine Gallenkolik ertragen müssen. Es ging also auch auf altmodische Weise ganz gut.

Nebenbei:ganz toll wirkt in einem solchen Fall „Oddibil“, Fumaria officinalis, damit kann man sogar Koliken kupieren und braucht dann keine Spasmolytika.

Ich wünsche Dir auf alle Fälle gute Besserung, mit welcher Methode auch immer.

Viele Grüße

Heidi:

Hallo Ihr WWW-ler,

nachdem nun eindeutig feststeht, dass ich NICHT an Porphyrie
leide sondern doch nur einen klitzekleinen Gallenstein im
Gallenblasengang habe möchten mir die Ärzte die komplette
Gallenblase entfernen. Im Krankenhaus sowie beim Hausarzt
wurde mir das nahegelegt, im Bekanntenkreis teilen sich die
Meinungen. Man könne den Stein ja auch zertrümmern, meinen die
einen, man müsse die ganze Blase rausnehmen, die anderen.
Wer hat Erfahrung damit, was ist machbar und was sollte gut
überlegt sein?!?!? Was passiert, wenn ich keine Gallenblase
mehr habe, was tut sie genau im Körper?

Viele Grüße und schon mal Danke,
Sonja

Danke, Elke!
lg, Irene