Gallenblasenoperation

Hallo Leute,

wer kann mir aus eigener Erfahrung etwas über eine Gallenblasenoperation berichten, vor allen Dingen interessieren mich die postoperativen Schmerzen und die Länge es Klinikaufenthaltes.

Danke
Gisela

Hallo Gisela,

diese Operation geht heute schon endoskopisch.
Das bedeutet, es muss nichts großartig aufgeschnitten werden.
Wenn du Glück hast, kommst du mit 3 bis 5 Tagen ( manchmal auch weniger ) stationären Aufenthaltes hin.

Und die Schmerzen sind nicht mehr so schlimm, wie noch zu Zeiten, als noch alles aufgeschnippelt werden musste.

Gutes Operationsgelingen
Ute

Hallo Gisela,

ich kann Dir aus eigener Anschauung von der traditionellen Gallenblasen-OP und der endodskopischen OP etwas berichten.

Die traditionelle Gallen-OP wurde bei meinem Vater (selig) in den 60er Jahren nach dem Motto „Großer Chirurg - Großer Schnitt“ durchgeführt: Zeit seines Lebens trug er dann eine Narbe in Form einer Schärpe durch sein Leben. Operationsdauer damals: 4 Stunden. Krankenhausaufenthalt: 3 Wochen und anschließend 3 Wochen krankfeiern zu Hause. Bei meinem Schwiegervater (selig) war es in den 80er Jahren ähnlich. Da er älter als mein Vater damals bei seiner OP war, war der Krankenhausaufenthalt ca. 1 Woche länger. Er bekrabbelte sich auch erst nach längerer Zeit zu Hause.

Zur Endoskopischen Gallen-OP: Unsere älteste Tochter (damals gerade 19 Jahre alt) überraschte uns eines Nachts, daß sie es vor lauter Bauchschmerzen nicht mehr aushielte. Da wir sie in dieser Hinsicht nicht als „Weichei“ kennen, fuhren wir ins Krankenhaus. In der Notaufnahme wurde nach Ultraschalluntersuchung die Diagnose „Steinreich“ von der ÄIP gestellt. Bis dahin dachte ich Gallensteine wäre ein Problem der „Älteren“. Aber die modernen Ultraschalluntersuchungen bringen eine Menge von Stein-Diagnosen zu Tage, die früher wahrscheinlich als Oberbauch-„Simulanten“ abgestempelt worden wären. Entkrampfende Mittel führten dann schnell zur Schmerzfreiheit. Ich habe aber dann noch bei einem weiteren Arzt gegenchecken lassen.
Da unsere Tochter aufs Abitur zuging, war ein gutes Timing der Gallenstein-OP gefragt. Es kamen dafür die Winterferien infrage.
So ging unsere Älteste am zweiten Tage des Neuen Jahres - also dienstags - ins Krankenhaus. Sie mußte ihren Darm entleeren und nüchtern bleiben. Und schließlich einen Schlauch schlucken. Ich vermute, um sich die Situation am Gallenausgang genau anzusehen. Dann wurde sie am Mittwochmorgen endoskopisch operiert. Der Eingriff dauerte 30 Minuten. Drei kleine Gewebsverletzungen waren nur nötig (mit Nähten versorgt). Am Donnerstag war sie schon wieder so frech, daß der Professor sie am Nachmittag nach Hause schickte. Am Freitagabend war sie schon mit uns auf der 92. Geburtstagsfeier ihrer Tante. Natürlich mit der entsprechenden Schonung und Diät. Was Nahrung und Getränke angeht, spürt sie nichts, was ihr Schwierigkeiten macht.

Ich habe etwas ausgeholt, aber ich glaube, daß es ganz gut ist, einmal darzustellen, was die moderne Operationskunst alles für den Patienten leistet.

Alles gute
Bernd

Mir wurde die Gallenblase wegen Steinen und einer chronischen Entzündung der Gallenblase entfernt.
Die Operation wurde in Vollnarkose und endoskopisch durchgeführt.
Nach der Operation bekam ich im Aufwachraum als Schmerzmittel ein Opiat (Dipidolor) verabreicht und dann auf Station Novalgin in die Infusion. Ab dem zweiten OP - Tag nur noch orale Schmerzmittel. Ich hatte eigentlich nie Schmerzen und fühle mich am 2ten Tag schon wieder topfit. Entlassen wurde ich dann am vierten Tag nach der Operation.

Fazit: Ich habe es hinterher wirklich bereut , dass ich die Operation so lange hinausgezögert habe. Die Operationsschmerzen waren im Vergleich zu den Koliken und dem Dauerschmerz durch die Entzündung ein Klacks!

Alles Gute - Sue

Hallo Gisela!

Du hast ja nun schon Berichte von Menschen erhalten, die eine relativ problemlose OP hatten.

Es kann natürlich auch anders sein, das sollte Dir vorher klar sein.

Vor einem Jahr bekam ich ganz überraschend eine schwere Kolik (mit Übelkeit, Durchfall und erhöhter Temperatur), die über 12 Stunden dauerte und bei der sich der Schmerz auf den ganzen Rumpf verteilte (ich konnte kaum ohne Hilfe laufen). Aufgrund dieses eher ungewöhnlichen Schmerzes und der vorher nicht vorhandenen Beschwerden wurde nicht sofort auf ein Gallenblasenproblem getippt. Ich hatte zwar vorher manchmal Beschwerden nach Alkoholkonsum oder fettem Essen, das habe ich allerdings (naiver Weise) auf einen sogenannten empfindlichen Magen geschoben.

Durch eine Ultraschalluntersuchung wurde dann ein steingefüllte Gallenblase diagnostiziert und ein OP-Termin wurde sofort vereinbart.

Ich bin Abends ins Krankenhaus gekommen, durfte noch ein ganz normales Abendessen zu mir nehmen. Es wurde Blut abgenommen, ein EKG gemacht und der Anästhesist hat mir die notwendigen Fragen zur OP gestellt. Zum Einschlafen/zur Beruhigung habe ich Abends eine Tablette bekommen und durfte danach nichts mehr trinken.

Morgens um 6 habe ich eine Thrombosespritze bekommen, eine weitere Tablette und dieses schicke OP-Hemd angezogen :wink: Dann ging es um 7 in den OP-Saal zur Endoskopie. Da ich Verwachsungen mit der Leber hatte, dauerte die OP den ganzen Vormittag. Ich habe sehr viel Blut verloren und war sehr lange im Aufwachraum, ich war erst um 16.00 Uhr wieder auf dem Zimmer.

Nachher habe ich von den Ärzten erfahren, daß die Operation höchste Eisenbahn gewesen ist und ich bei der nächsten Kolik hätte „draufgehen“ können.

Ich war dann noch 1 Woche im Krankenhaus und hatte starke Schmerzen. Der Blutverlust tat sein übriges, ich war schwach und mein Kreislauf hat mich ständig im Stich gelassen. Weitere 4 Wochen mußte ich zuhause verbringen und durfte mich nur ganz langsam wieder an „feste“ Nahrung gewöhnen.

Mittlerweile, 1 Jahr nach der OP, geht es mir besser als je zuvor. Ich kann wieder alles essen und trinken und auch die vier kleinen Narben am Bauch sind gut verheilt.

Ich hoffe, ich konnte Dir mit meinem Bericht helfen und wünsche Dir alles Gute!

Gruß
Frauke