Gamecubeterror - wie geht Ihr damit um?

Hallo liebe Eltern,

mein Sohn (10) hat sich neuerdings vom Taschengeld ein Gamecube gekauft. Er hat vorher auch schon mal Gameboy oder Computerspiele gespielt, aber das hielt sich zeitmäßig alles sehr in Grenzen und war meist nach 2 Wochen oder so wieder ganz out.
Der Gamecube scheint einen deutliche größere Anziehungskraft auszustrahlen, und mir ist nicht ganz wohl dabei, dass er am Wochenende incl. Freitag ca. 5 Stunden damit verbringt (mehr hab ich ihm nicht erlaubt, aber er würde gern mehr - grad das finde ich bedenklich). Ein schnelles Abfaluen wie bei den anderen Spielen ist auch nicht absehbar.
Wie handhabt Ihr das? Wie gefährlich ist die Geschichte?

Gruß, Anne

Hi,

gefährlich finde ich nur das man zu wenig Bewegung bekommt und die verbalen und persönlichen Kontakte zu Freunden und Familie stark beeinträchtigt werden, wobei es sicherlich auch immer auf den Typ Spieler ankommt und was er spielt.

Wichtig finde ich, auch nach der ganzen Diskussion der letzten Tage, dass Eltern sich den Vorlieben ihrer Kinder nicht verschließen sondern Interesse zeigen. Vielleicht machst du dir mal die Mühe und spielst gemeinsam mit Ihm einen Nachmittag um zu schauen (bzw. herauszufinden) wie eine Lösung aussehen kann.

Für mich wäre es auf jeden Fall wichtig, dass nicht jeden Tag gespielt wird. Es muss ganz klar spielfreie Tage geben um ein „Gleichgewicht“ beizubehalten.

Und zum Schluss noch eine Frage, wie kommst du darauf das es dieses mal nicht nach wenigen Tagen von alleine nachlässt ?

Viele Grüße
Me

Guten Morgen,

erstmal würde ich noch etwas warten, um zu sehen, ob das Interesse nicht doch ein wenig nachläßt und um ihm die Freude an seinem Neuen Gerät zu lassen.

Danach (ein Vorschlag): Ich würde eine feste „Mediennutzungsdauer“ pro Tag einrichten. Die umfaßt PC, Fernsehen, Gameboy oder eben den GameCube. Über die Länge kann man sicher diskutieren. Mein Sohn ist 6, der darf max. 30min pro Tag. Ich hab nicht so die rechte Vorstellung, aber länger als 1 Stunde würde ich einen 10 jährigen nicht lassen. Es gibt kein Guthaben, dass man auf andere Tage übertragen kann. Es gibt natürlich (seltene!) Ausnahmen: Extrem schlechtes Wetter, Krankheit, etc.

So kann er selbst entscheiden, ob er fernsehen möchte oder am PC spielen. Die Regel ist vorher klar, es sollte also keine Diskussionen geben (gibt es natürlich trotzdem :wink:)

Und um meine Vorschreiberin zu unterstützen, ich würde mir die Spiele auch mal mit angucken. Zu zweit macht es ja vielleicht richtig Spaß (Autorennen z.B:smile:
kernig

Tag Anne,
warum die frage erst jetzt, nachdem sich dein Kind den Gamecube gekauft hat?
Ist das nicht etwas worüber man sich vorher Gedanken machen sollte?

Na ja egal.
Die Zeit vor dem Gamecube oder allem was danach noch so kommt (und da wird noch jede Menge kommen) sollte ganz klar mit alternativen vollgestopft sein. Ihr müsst ihm also was anbieten, was er anstelle des Zockens machen kann. Wenn das dann Spaß macht wird sich die Zeit vor dem Gamecube von alleine auf ein vernünftiges Mass reduzieren.

mfg
Bert

Hi!

Was spielt er denn? Kann er das Spiel jederzeit unterbrechen, ohne Datenverlust, oder muß er an „Speicherpunkte“ kommen? (Dann wäre es ziemlich gemein, das Gerät nach einer genau festgelegten Zeit abzuschalten - unter Umständen kommt er dadurch einfach nicht weiter.)

Ich würde vermuten, daß nicht das Gerät Gamecube so faszinierend ist, sondern das Spiel - irgendwann findet jeder „sein“ Spiel, in das er sich verbeißt. (Bei mir sind´s Denkspiele.)

Ich persönlich halte nichts von Zeitbegrenzungen, von Kontrolle. Wenn ich mein Kind überzeugen will, daß es im Leben auch andres gibt als viereckige Kasteln, dann muß ich eben eine spannende Alternative anbieten.

Übrigens sind fünf Stunden für ein spannendes Spiel gar nichts, ich spreche aus Erfahrung. *g*

alien

Hallo Anne

mein Sohn (10) hat sich neuerdings vom Taschengeld ein
Gamecube gekauft.

Ohne Erlaubnis?
Auch wenn er das vom Taschengeld gekauft hat, braucht er mMn für so ein Geschäft Eure/Deine Einwilligung. In DER Größenordnung dürfte der Kaufvertrag hin sein, auch wenn er sein Taschengeld dafür ausgegeben hat.

Der Gamecube scheint einen deutliche größere Anziehungskraft
auszustrahlen, und mir ist nicht ganz wohl dabei, dass er am
Wochenende incl. Freitag ca. 5 Stunden damit verbringt (mehr
hab ich ihm nicht erlaubt, aber er würde gern mehr - grad das
finde ich bedenklich).

Was spielt er denn damit? Und wo hat er den Fernseher dafür her? :smile:

Ein schnelles Abfaluen wie bei den
anderen Spielen ist auch nicht absehbar.
Wie handhabt Ihr das? Wie gefährlich ist die Geschichte?

Wenn er seine Freunde nicht mehr trifft, keinen Schritt mehr vor die Tür geht, die Hausaufgaben/Schule allgemein vernachlässigt werden, die Noten nachlassen… er leicht reizbar ist, unruhig, agressiv auf Spielverbote reagiert … dann würde ich die Notbremse ziehen und das Ding in den Laden zurücktragen :wink:. Ansonsten muss man Vereinbarungen treffen und Spielzeiten verhandeln - vielleicht auch gemeinsam mal spielen.

Wir haben den Gamecube und spielen häufiger zu viert MarioKart, ist ganz witzig… vor allem weil Mama IMMER verliert :wink:.

Gruß
Lilith

Hallo Bert,

die Frage kommt mir erst jetzt, da er, wie beschrieben, bislang an dergleichen Zeug immer nur sporadisch Interesse hatte und weniger davon gefangennommen wurde als jetzt vom Gamecube. Mir war der Unterschied zu einem Computerspiel schlicht nicht bewußt (ich sehe ihn auch jetzt nicht so recht, außer, dass der Bildschirm größer ist).
Ich habe ihm daher die Anschaffung mit der Zeiteinschränkung erlaubt.
Alternativen gibt es eigentich reichlich - ich spiele gerne mit ihm alle möglichen Spiele. Aber z.B. vor einigen Tagen war er tagsüber auf einem Geburtstag, brachte von da einen Freund zum Übernachten mit und um 20 Uhr abends (es war Freitag, also noch Zeit bis zum Zubettgehen) wollten die beiden partout Gamecube spielen. Ich habe das absolut abgelehnt (will nicht abends im Wohnzimmer mit dem Gedaddel zugeballert werden und fand auch schon diesen fast süchtigen Ton, mit dem darum gebettelt wurde daneben). Ich schlug statt dessen diverse Spiele vor.
Es hat eine Viertel Stunde quengelige Diskussion mit zwei Jungs gebraucht, bis die beiden sich endlich zu einem Brettspiel mit mir entscheiden konnten.
Wie üblich, konnten Sie dann garkein Ende mehr finden.
Aber der Gamecube ist erstmal deutlich stärker. Das Ganze gefällt mir nicht.

Gruß, Anne

Hallo Alien,

Was spielt er denn? Kann er das Spiel jederzeit unterbrechen,
ohne Datenverlust, oder muß er an „Speicherpunkte“ kommen?
(Dann wäre es ziemlich gemein, das Gerät nach einer genau
festgelegten Zeit abzuschalten - unter Umständen kommt er
dadurch einfach nicht weiter.)

Er spielt vor allem Harry Potter4 (ist bislang sein erstes und einziges Spiel) und man kann nicht jederzeit abspeichern, absolut nicht.

Ich würde vermuten, daß nicht das Gerät Gamecube so
faszinierend ist, sondern das Spiel - irgendwann findet jeder
„sein“ Spiel, in das er sich verbeißt. (Bei mir sind´s
Denkspiele.)

Mit Denkspielen könnte ich mich ja abfinden, aber bei diesem Spiel gehts mehr um Spannung und Aktion, zwar auf einem rel. passablen Level, aber trotzdem nicht so toll.
Außerdem muß meines Erachtens nicht jeder `sein Spiel´ finden, nicht auf Gamecube,Computer oder Gameboy.

Ich persönlich halte nichts von Zeitbegrenzungen, von
Kontrolle. Wenn ich mein Kind überzeugen will, daß es im Leben
auch andres gibt als viereckige Kasteln, dann muß ich eben
eine spannende Alternative anbieten.

Mein Sohn hat schon immer sehr gerne Monopoly, Siedler von Catan, Kuhhandel u.v.m. gespielt. Natürlich muß man da in der Regel mindestens zu dritt sein, und da Papa sich oft um die spielunwillige Tochter kümmern muß, wir auch nicht immer alle da sind, geht das natürlich nicht jederzeit. Aber wir spielen viel zuhause.
Außerdem haben wir einen Schrebergarten, der im Sommer viel in Betrieb ist, zu dem wir die Kinder aber auch oft erstmal fast hinzwingen müssen, um sie dann nicht mehr wegzukriegen.
Da mein Sohn obendrein gerne liest, Kuchen backt und Lego baut, gehts eigentlich mit der Beschäftigung - wir geben uns da schon Mühe, aber manchmal ist es dermaßen zäh, Begeisterung zu wecken - !!.
Was mich irritiert, ist, dass er selbst wenn Freunde von ihm zu Besuch sind und man prima etwas normales spielen könnte, den Gamecube bevorzugt (die Freunde natürlich auch).

Übrigens sind fünf Stunden für ein spannendes Spiel gar
nichts, ich spreche aus Erfahrung. *g*

Jedes Wochenende fünf Stunden finde ich viel - die Erfahrung, dass das wenig ist, wünsche ich meinem Sohn eigentlich nicht - ich hoffe, er findet doch noch etwas Besseres zum tun.

Anne

Hallo Lilith,

natürlich wurde das gute Stück mit Erlaubniss, aber der Abmachung zur eingeschränkten Nutzung gekauft. Wie beschrieben , war bei Computerspielen und Gameboy immer schnell die Luft raus, so dass ich da vorher keine großen Bedenken hatte.
Mit ihm zusammenspielen hat wohl wenig Sinn - bis ich die ganzen Knöpfe auch nur halbwegs beherrsche, ist er mit seinem Harry Potter durch - ich gebe da keinen adäquaten Spielpartner ab.
Ansonsten bitte die Antworten zu den anderen Mitteilungen lesen - reicht mir jetzt mit der Tipperei und ich denke, da ist alles drin.

Gruß, Anne

Gemeinsam beschließen
Hallo Anne,

du kannst mit deinem Sohn gemeinsam eine Lösung finden, die euch beiden taugt, musst nur etwas kreativ sein. Wenn beider Bedürfnisse berücksichtigt werden, ist es kein Verbot und dann klappt es auch.
Bei uns ist es z.B. die Bedingung, dass vor dem PC-Spielen mindestens die gleiche Zeit draußen gespielt werden muss. Das führt zwar manchmal dazu, dass mein Sohn (8) manchmal etwas lustlos im Garten rumstochert und nach einer halben Stunde schreit „Kann ich jetzt computerspielen??“, aber ebenso kann es sein, dass er für den restlichen Nachmittag im Baumhaus spielt, Hütten baut, Rad fährt usw. und den Computer ganz vergisst.
Beide Kinder, also auch meine 10jährige Tochter, dürfen übrigens auch mit dieser Regelung am Tag nie länger als 30 Minuten Computer spielen (ebenfalls ein Ergebnis eines gemeinsamen Gesprächs).
Viel Erfolg!
Matilda

Morgen,

natürlich wurde das gute Stück mit Erlaubniss,

Klang nicht so. Sorry.

aber der
Abmachung zur eingeschränkten Nutzung gekauft.

Dann doch bitte auch absprechen, was geschieht wenn die Abmachung nicht eingehalten wird. Diese Konsequenz wird er eher akzeptieren als ein willkürlich verhängtes Spielverbot.

Mit ihm zusammenspielen hat wohl wenig Sinn - bis ich die
ganzen Knöpfe auch nur halbwegs beherrsche, ist er mit seinem
Harry Potter durch - ich gebe da keinen adäquaten Spielpartner
ab.

Oder man hat einfach keine Lust …

Lilith

Hi Anne!

Es hat eine Viertel Stunde quengelige Diskussion mit zwei
Jungs gebraucht, bis die beiden sich endlich zu einem
Brettspiel mit mir entscheiden konnten.
Wie üblich, konnten Sie dann garkein Ende mehr finden.
Aber der Gamecube ist erstmal deutlich stärker. Das Ganze
gefällt mir nicht.

Das verstehe ich, aber das ist ja auch der Sinn der ganzen Sache. Dass Dein Kind lernt damit umzugehen. Natürlich ist das anstrengend und grundsätzlich finde ich es anerkennenswert, dass Du Dir da Gedanken drüber machst. Aber das allein reicht eben nicht. Da ist Konsequenz gefordert und wie anstrengend die ist, weiß glaube ich jeder, der Kinder hat. Ohne Diskussionen geht es nicht. Oder, wie ich mal gelesen habe: Durch Reibung entsteht Wärme.

In diesem Sinne: Viel Erfolg und ein nicht zu heißes Familienklima. :smile:

kernig

1 „Gefällt mir“

Hi!

Mit Denkspielen könnte ich mich ja abfinden, aber bei diesem
Spiel gehts mehr um Spannung und Aktion, zwar auf einem rel.
passablen Level, aber trotzdem nicht so toll.

Kinder lieben nun einmal meist eher actionreichere Spiele (Harry Potter kenne ich nicht), Gedanken würde ich mir machen, wenn er auch dann noch auf den Gamecube fixiert ist, wenn er das Spiel durchgespielt hat. Daß man das Abenteuer zu Ende „erleben“ will, sollte doch nachvollziehbar sein!

Außerdem muß meines Erachtens nicht jeder `sein Spiel´ finden,
nicht auf Gamecube,Computer oder Gameboy.

Niemand muß, aber es macht Spaß. Wenn´s nicht grad Counter Strike ist…

Du schreibst selbst, daß er auch viel andres macht, ich würde dann den Gamecube nicht durch zu enge Zeitbegrenzung „aufwerten“. Vielleicht findest Du ja Gesellschaftsspiele, die auch zu zweit gut spielbar sind. (Wie das Siedler-Kartenspiel oder die ganze Carcassonne-Familie.)

Was mich irritiert, ist, dass er selbst wenn Freunde von ihm
zu Besuch sind und man prima etwas normales spielen könnte,
den Gamecube bevorzugt (die Freunde natürlich auch).

Das Gerät ist ja neu - und vermutlich haben die alle daheim Zeitbegrenzungen, das macht es eben doppelt interessant. Da würde ich aber mit meinem Kind eine klare Vereinbarung treffen, daß das Gerät bei Besuch aus bleibt oder erst am Schluß für eine Stunde aufgedreht werden darf. (Ich selbst habe das Problem umgangen, da der Fernseher im Schlafzimmer steht und es somit klar war, daß dort Freunde nicht hingehören. *g*)

Übrigens sind fünf Stunden für ein spannendes Spiel gar
nichts, ich spreche aus Erfahrung. *g*

Jedes Wochenende fünf Stunden finde ich viel - die Erfahrung,
dass das wenig ist, wünsche ich meinem Sohn eigentlich nicht -
ich hoffe, er findet doch noch etwas Besseres zum tun.

Es ist aber (zu)wenig Zeit, um bei den Spielen was zu erreichen. Daß das kein Zufall ist und die Hersteller genau wissen, weshalb sie nur einzelne Speicherpunkte einbauen, ist ein ganz andres Thema.
Daß Computerspiele und Spielkonsolen und Gameboy und wie die elektronischen Kasteln alle heißen heute zum Leben dazu gehören, kannst Du nicht ändern. Ich denke, am wichtigsten ist, daß sie nicht zum EINZIGEN Freizeitvergnügen werden und die Kinder nicht überm Spielen die Hausübungen vergessen.

alien

P.S.: Meine Kinder sind größer, ich habe mich von der Vorstellung, den Einzug dieser Spiele verhindern zu können, irgendwann gelöst. Mittlerweile kenne ich etliche Jugendliche (im Freundes- und Bekanntenkreis), die nach anfänglicher Euphorie zu einem vernünftig dosierten Umgang und zu ganz normaler Freizeitgestaltung gefunden haben.

Hi!

Mit ihm zusammenspielen hat wohl wenig Sinn - bis ich die
ganzen Knöpfe auch nur halbwegs beherrsche, ist er mit seinem
Harry Potter durch - ich gebe da keinen adäquaten Spielpartner
ab.

Ehrlich: es schadet nicht, sich für die Dinge zu interessieren, die die Kinder in ihren Bann ziehen! Kennst Du das Buch? Wenn nein, dann lies es, und setz Dich zum Spiel dazu. Abgesehen davon, daß Du dann die Zeit leicht kontrollieren kannst (und merkst, wann er einen Speicherpunkt erreicht), habt Ihr dadurch ein Gesprächsthema mehr.
Das kann nie schaden. :wink:

alien

1 „Gefällt mir“

Hallo Anne,

mein Sohn (10) hat sich neuerdings vom Taschengeld ein
Gamecube gekauft. Er hat vorher auch schon mal Gameboy oder
Computerspiele gespielt, aber das hielt sich zeitmäßig alles
sehr in Grenzen und war meist nach 2 Wochen oder so wieder
ganz out.

das erinnert mich an die Zeit, als meine Tochter „viereckige Augen“ bekam. Einerseits weil ihre beste Freundin aus München wegzog, anderseits, weil für die 10-jährige die Hortbetreuung wegfiel, und nicht zuletzt scheint das auch altersbedingt in dieser Zeit aufzutreten.

Der Gamecube scheint einen deutliche größere Anziehungskraft
auszustrahlen, und mir ist nicht ganz wohl dabei, dass er am
Wochenende incl. Freitag ca. 5 Stunden damit verbringt (mehr
hab ich ihm nicht erlaubt, aber er würde gern mehr - grad das
finde ich bedenklich). Ein schnelles Abfaluen wie bei den
anderen Spielen ist auch nicht absehbar.
Wie handhabt Ihr das? Wie gefährlich ist die Geschichte?

Wie schon geschrieben, bei uns war es der Fernseher. Und ich habe die klare Ansage getroffen:

Dass in der Schule keine Defizite auftreten dürfen (also keine Ehrenrunden-Gefahr und dergl.)

und dass beim Essen auf keinen Fall geglotzt wird.

Die Drohung war, die Glotze abzuschaffen (da ich immer nur Nachrichten und von Zeit zu Zeit den Schrott den meine Tochter sich reinzog - mit entsprechenden Kommentaren - angeschaut habe, wirkte die Drohung auch.

Sie hat es überwunden. Heutzutage lebt sie ohne Fernseher, und wenn sie mal zu Besuch kommt (mein LG kann nicht ohne Fernseher leben) hängt sie eine Weile davor und stellt dann fest: „Ich sehe schon, ich verpasse nichts, wenn ich keinen habe.“

Du siehst also, es ist ähnlich wie bie der Zahnspange: So schlimm sind die Spätfolgen normalerweise nicht, wenn auch noch andere Interessen im Leben existieren.

Gruß, Karin

Hallo Anne,

ich kann Dir in zweifacher Hinsicht antworten: als Vater, dessen Sohn schon mit fünf von TV und Computer magisch angezogen wird (wir müssen schon heute klare Absprachen treffen, um seinen Medienkonsum in vertretbaren Grenzen zu halten) und als Mensch der selbst eine hohe Affinität zu Computerspielen hat.

Zunächst einmal möchte ich Dich beruhigen: was Du bislang über Deinen Sohn und sein Medienverhalten geschrieben hast, läßt mich Deine abschließende Frage „Wie gefährlich ist die Geschichte?“ mit einem deutlichen „In meinen Augen überhaupt nicht!“ beantworten.

Ich selbst spiele seit meiner Kindheit leidenschaftlich gerne die verschiedensten Computerspiele. Nun waren Anfang der Achtziger die Möglichkeiten lange nicht so wie heute und ich hatte damals kein eigenes Gerät zur Verfügung. Ich konnte nur bei Freunden oder wenn ich bei meiner Schwester zu Besuch war (500km Entfernung) spielen. Meine Spielzeit war also durch äußere Faktoren stark eingeschränkt. Dies ließ mich aber mitnichten das Interesse verlieren (oder auch nur nachlassen) und als ich endlich die Möglickeit hatte, habe ich gnadenlos nachgeholt (Tage und Nächte durchgespielt…).
Ich habe diese Leidenschaft glücklicherweise nie zu Lasten meiner Pflichten ausgelebt und die extremen Zeiten waren auch rel. schnell wieder vorbei. Ich kenne aber auch Männer, deren Leben in vergleichbarer Lage weniger erfreulich verlaufen ist.

Was ich damit sagen möchte ist, daß en zu harter Umgang mit dem Thema das genaue Gegenteil Deiner Ziele bewirken kann. Du wirst nur noch wenige Jahre genügend Einfluss und ausreichend Macht über Dein Kind haben um ihm einen vernünftigen Umgang mit Medien zu vermitteln. Deine eigene Skepsis und Abneigung gegenüber Computerspielen wird er aber nicht verinnerlichen.

Mein Rat an Dich ist: bleibe bei Deinem grundsätzlichen Kurs die Nutzung zu beschränken, aber ändere ein wenig Deine Einstellung zu dem Thema.
Vor allem versuche, Deine Ängste für die entwicklung Deines Sohnes zu überwinden. Ich halte sie für unbegründet. Deinem Sohn geht es ja offensichtlich nicht um den Bildschirm an sich (auch das gibt es), sondern er ist von einem bestimmten Spiel fasziniert. Er läßt sich aber auch von anderem begeistern, was Du über Euer Alltagsleben und seine sonstige Freizeitgestaltung geschrieben hast zeigt mir einen vielseitig interessierten und aufgeweckten jungen Kerl der sich, sofern erstmal die Begeisterung da ist, mit allem möglichem über lange Zeiträume beschäftigen kann.
Sofern es dabei um ein Buch, einen Damm im Bach, ein Gesellschaftsspiel oder die Legowelt geht, hast Du weder Ängste noch Bedenken. Beim Computerspiel bezeichnest Du die gleiche Hingabe als „Gametcubeterror“.

Natürlich haben Computerspiele ein unbestrittenes Suchtpotential. Insofern ist es sträflich, Kinder hier nicht zu lenken und zu beaufsichtigen. Daher möchte ich Dich in Deiner generellen Linie, der Speilzeit mit dem Gerät Regeln und Zeitgrenzen zu geben, ausdrücklich bestärken! Nicht nur Deinen Sohn muß man gelegentlich zu seinem Glück zwingen.

Aber ich würde Dir auch einen entspannteren Umgang mit dem Thema ans Herz legen. Akzeptiere, daß Dein Sohn Deine Abneigung gegen diese Art der Freizeitgestaltung nicht teilen wird und daß es durchaus auch positive Aspekte daran gibt.
Ich würde die Spielzeit auch nicht täglich festlegen, sondern für größere Zeiträume. Gönn’ ihm ruhig auch mal einen ganzen Nachmittag an dem Gerät und betrachte diese Zeit nicht als hoffnungslos verplämpert. Ernsthafte oder gar bleibende Schäden brauchst Du wirklich nicht zu befürchten.
Ich stelle mir gerade folgende Situation vor: die Weihnachtstage sind vorbei, man hat sehr viel Zeit mit der Familie verbracht, viel geredet, gelacht, miteinander gespielt und ist sich gelegentlich auch ein wenig auf den Wecker gegangen. Nun kommt ein Freund vorbei der ähnliche Tage erlebt hat und das Wetter ist fürchterlich. Das wäre doch eine gute Gelegenheit zu sagen: „Laßt Euch heute in Gottes Namen von der Kiste zudaddeln bis Ihr viereckige Augen habt…aber morgen machen wir einen ausgedehnten Spaziergang und der Gamecube bleibt ein paar Tage im Schrank.“

Viele Grüße
Stefan

mein Sohn (10) hat sich neuerdings vom Taschengeld ein
Gamecube gekauft. Er hat vorher auch schon mal Gameboy oder
Computerspiele gespielt, aber das hielt sich zeitmäßig alles
sehr in Grenzen und war meist nach 2 Wochen oder so wieder
ganz out.
Der Gamecube scheint einen deutliche größere Anziehungskraft
auszustrahlen, und mir ist nicht ganz wohl dabei, dass er am
Wochenende incl. Freitag ca. 5 Stunden damit verbringt (mehr
hab ich ihm nicht erlaubt, aber er würde gern mehr - grad das
finde ich bedenklich). Ein schnelles Abfaluen wie bei den
anderen Spielen ist auch nicht absehbar.
Wie handhabt Ihr das? Wie gefährlich ist die Geschichte?

Gruß, Anne