Gang nach Canossa

Liebe Mitwisser,
ich weiß, es ist schon ein paar Jahrhunderte her, aber erinnert sich :smile: noch jemand, wer wann genau nach Canossa ging und sich wofür beim Papst entschuldigen mußte (darum ging’s doch, oder?)?
Danke im voraus,
Twoolie

Hi Twooli

ich weiß, es ist schon ein paar Jahrhunderte her, aber
erinnert sich :smile: noch jemand,

*lach* na, klar, als ob es gestern gewesen wäre.

wer

König Heinrich der IV

wann genau nach Canossa ging

1077 (glaube ich zumindestens)

und sich wofür beim Papst

Gregor VII

entschuldigen mußte (darum ging’s
doch, oder?)?

Naja, nicht direkt. Es ging darum wer die höchste Autorität hat. Der Papst oder der König. Der Papst hatte vorerst mal gewonnen und der König mußte zu Kreuze kriechen.

Gruß
Edith

Hallo Twoolie,

dies ist eine lange Geschichte vorallem eine lange Vorgeschichte.
Will versuchen mich kurz zu fassen.

am 8.12.1075 sande Gregor VII an Heinrich IV einen Drohbrief: er solle die aus der Kirche ausgestosenen Ratgeber aus seiner Umgebung entfernen, und Heinrich solle sich nicht in die Angelegenheiten der Stadt Mailand einmischen.
Dann wurde Heinrich noch müdlich mitgeteilt, das er die erhoffte Kaiserkrönung nicht bekommt sonder den auschluß aus der Kirche und seine Absetzung, falls er sich den Willen der Kirche nicht unterziehe und Buße tue.

Den Brief bekam Heinrich IV Neujahr 1076, der Groll gegen den päpstlichen Zentralismus war groß.
Ein Absagebrief wo der Papst nun mehr als Bruder Hildebrand bezeichnet wird wurde verfasst.
Heinrich befahl gregor abzusetzen und zu verdammen.

Die Hoffnungen, trotz Unterstüzung durch viele Bischöfe und und und, für Heinrich erfüllten sich nicht.
Gregor konnterte, Heinrich nannte ihn den Falschn Mönch…

Jedenfalls hin und her, der Papst hat gesiegt.
Um nicht ganz seine Macht und ansehen zu verlieren, musste Heinrich zu Kreuze krichen und somit DER GANG NACH CANOSSA 21.-28.01.1077 wo er Abbitte und Buße tat und von Georg seine Absolution bekam.

wirklich kurzgefasste Grüße
Ewa

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo !

Nach Canossa gehen müssen und Den Gang nach Canossa antreten: sich demütig unterwerfen müssen, einen Bittgang antreten, um seine Reue zu zeigen, seinen Gehorsam zu versichern; vgl. französisch ‚aller a Canossa‘. Die Redensarten beziehen sich auf den Bußgang König Heinrichs IV. zu Papst Gregor VII., der ihn nach dieser Selbstdemütigung 1077 in Canossa vom Bann lösen mußte. Obwohl der König damit einen persönlichen und politischen Sieg über den Papst errang, indem er seine Handlungsfreiheit und Macht dadurch wiedererhielt, war in Deutschland die Ansicht weit verbreitet, daß diese Erniedrigung nicht nötig gewesen sei. Auch Bismarck war noch dieser Meinung, denn er prägte am 14. Mai 1872 vor dem Deutschen Reichstag das Wort: »Nach Canossa gehen wir nicht!«, als er über die Ablehnung des Kardinals Hohenlohe als deutscher Botschafter bei Papst Pius IX. zu sprechen hatte.

BÜCHMANN.

[Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten: Canossa, S. 1 ff.Digitale Bibliothek Band 42: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten, S. 1115 (vgl. Röhrich-LdspR Bd. 1, S. 289 ff.) © Verlag Herder]

Gruß max

Wow,
da bin ich ja schnell und präzise geholfen worden - wie üblich bei w-w-w! Vielen Dank Euch allen,
Eure geschichtlich relativ unbedarfte *pfeifendandiedeckeschau*
Twoolie

Hallo Twoolie,
noch ein paar Ergänzungen zum Cannossa-Gang - hatte ich vor längerer Zeit schon in einem Buch über Heinr. IV gelesen.

  1. Gregor VII war wohl ein Emporkömmling, ein eher finsterer Typ.
  2. Heinrich hat sich dem Bußgang wohl unterworfen, da ihm nichts anderes übrig blieb - alle Reichsfürsten hatten sich gegen ihn gestellt.
  3. Heinrich hat Gregor einige Jahre später vertrieben, Gregor musste jedenfalls flüchten.
    So habe ich den Eindruck, dass der Bußgang Heinrichs wohl auch ziemlich nüchternes Kalkül war, der beste Weg um die Macht zu behalten und diesen armseligen Mönch dann loszuwerden.
    Die Leute damals waren ja auch nicht dumm …
    Gruß, Stucki

hallo Ewa,
die Retourkutsche war dafür gewaltig!
Einen Mann wie Heinrich IV beleidigte man nicht ungestraft.:smile:
Grüße
Raimund

hallo Ewa,
die Retourkutsche war dafür gewaltig!
Einen Mann wie Heinrich IV beleidigte man nicht ungestraft.:smile:

Joooo, aber dannach hat man nicht gefragt

LG Ewa

Grüße
Raimund