Hallo!
Der Ramsauer verlangt eine „härtere Gangart“ gegenüber der Merkel.
Kann jemand mitteilen, woher diese Metapher stammt? (Edle Gäule auf der Rennbahn? Zugtiere vor dem Pflug? Dreschochsen auf der Tenne?)
Dank&Gruß!
Hannes
Hallo, Hannes,
nicht unbedingt nur tierische Bilder werden beim metaphorischen Gebrauch der Gangart benutzt. Norbert Wiener spricht in einer mathematischen Abhandlung von „Funktionen mit der Gangart eines betrunkenen Seemanns“.
Aber oft/meist werden wohl tierische Bewegungsabläufe herangezogen: „Die zu reitende Lektion/Gangart“, in der Bibel „die Gangart eines Löwen“ …
Ansonsten können aber auch maschinelle Abläufe als Hintergrund für das Bild der „Gangart“ (Uhr, Motor) dienen.
Gruß
Eckard
Norbert Wiener
spricht in einer mathematischen Abhandlung von „Funktionen mit
der Gangart eines betrunkenen Seemanns“.
Aber oft/meist werden wohl tierische Bewegungsabläufe
herangezogen: „Die zu reitende Lektion/Gangart“, in der Bibel
„die Gangart eines Löwen“ …
Ansonsten können aber auch maschinelle Abläufe als Hintergrund
für das Bild der „Gangart“ (Uhr, Motor) dienen.
Ja, schon,
Eckard!
Aber hat der betrunkene Seemann, der Löwe, die Uhr, der Motor - haben die auch eine „harte Gangart“?
(Sorry, ich hätte die Frage präziser stellen müssen. Weil man weiß, was man wissen will, nimmt man das richtige Frageverständnis voreilig an.)
Gruß!
Hannes
Servus,
im Zusammenhang mit der härteren bzw. schärferen Gangart ist, denke ich, der klassische Drill bei der Infanterie am ehesten plausibel. Unter „Gangarten“ wird dabei alles vom Robben bis zum Laufschritt subsummiert, so daß es mehr als die drei gibt, die für den Begriff eine Gangart mindestens notwendig sind.
Der Einsatz einer schärferen Gangart gegen jemanden entstammmte in diesem Fall dem Begriffsschatz früherer Officirsgenerationen, die das ihnen überlassene Menschenmaterial in erster Linie als ein zu Schleifendes betrachteten.
Schöne Grüße
MM
Hallo,
im Zusammenhang mit der härteren bzw. schärferen Gangart ist,
denke ich, der klassische Drill bei der Infanterie am ehesten
plausibel. Unter „Gangarten“ wird dabei alles vom Robben bis
zum Laufschritt subsummiert, so daß es mehr als die drei gibt,
die für den Begriff eine Gangart mindestens notwendig
sind.
das erscheint mir auch die plausibelste Erklärung (vgl. http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Schritt :
Die deutsche Infanterie macht im gewöhnlichen Marsch (auch im Paradeschritt) 114 Schritt von je 0,80 m Länge in 1 Minute (= 91,20 m); im beschleunigten Marsch (beim Vorgehen zum Sturm) werden 120 Schritt von 0,80 m zurückgelegt; im Laufschritt, d. h. dem gleichmäßig ausgeführten Lauf einer Abteilung, soll die Schrittlänge je nach dem Gelände 0,75–0,90 m, das Zeitmaß 170–180 Schritt in der Minute betragen; beim vollen Lauf (»Marsch, marsch«) läuft jeder Mann so schnell, als er dies unter Aufrechthalten der Ordnung vermag
Evtl. noch die Kavallerie - eine schnellere Gangart ist schließlich auch für die Pferde härter http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Gangart
Gruß
Kreszenz
Moin, Hannes,
Kann jemand mitteilen, woher diese Metapher stammt?
das ist wohl keine Metapher, sondern Schönsprech vom Kasernenhof: „Die einzige Gangart, die dem Flieger (Anm. d. Red.: unterster Rang bei der Luftwaffe, heißt anderswo Schütze A…) zusteht, ist das Tiefkriechen 3 cm unter der Grasnarbe!“
Die Gangart kenne ich nur als Unterscheidung zwischen Passgang und dem Gegenteil davon. In meiner Bibel gibt es das Wort nicht. Eine härtere Gangart einlegen ist wohl ein Mischmasch aus einen größeren Gang einlegen und die Zügel anziehen.
Gruß Ralf
, die mich mal wieder klüger gemacht haben.
Hannes