Ganz dumme Frage (Rotlichtverstoß)

Ich habe mal eine ganz dumme Frage: Ich wohne in Köln. Ich fahre ziemlich wenig mit dem Auto. Dennoch sehe ich bei fast jeder Fahrt Autofahrer, die bei „rot“ über die Ampel fahren. Mal abgesehen von den juristischen Feinheiten: Bei einem sog. qualifizierten Rotlichtverstoß ist ein Fahrverbot kaum zu vermeiden. Warum bitte machen die Leute das???
Der Vorteil (Zeitgewinn) ist in der Stadt doch minimal, der Nachteil (Fahrverbot) aber kann evtl. sogar existenzbedrohend sein (Berufsverlust)!
Kann irgendjemand mir das erklären?
frank

Eigentlich gehört diese Frage eher in Psychologie, denn es geht ja nicht um die rechtlichen Konsequenzen (die kennst Du ja). Es geht darum, was in den Menschen vorgeht, wenn sie bei einer gelben Ampel zehn Meter vor ihnen aufs Gaspedal drücken.

Ich meine, dass sie - wie jeder andere Verbrecher oder Straftäter (ob Mörder oder Parksünder) - der Meinung sind, dass gerade sie nicht erwischt werden. Eigentlich sehr naiv für einen erwachsenen Menschen zu glauben, dass die Polizei gerade dann wegschaut, wenn man selbst über rot brettert und dass der Zeitvorteil wirklich entscheidend ist. Man sollte sich einmal überlegen, was passiert, wenn man anhält oder wenn man durchrast. Wenn man hält, kommt man zum Geschäftsessen zu spät, wird schief angeschaut und vom Chef gerüffelt; wenn man durchrast, ist man zu seinem eventuell letzten Geschäftsessen pünktlich.

Gruß!
Chris

P.S.: Ich weiß sehr wohl, dass man so vernünftig nicht denkt, wenn man wirklich in Zeitdruck ist. Braucht mir niemand zu erzählen :wink:!

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Hallöchen,

bin auch der Auffassung, dass die Frage im falschen Brett postiert ist. Gleichwohl ist sie interessant und aus meiner Sicht nicht befriedigend zu beantworten.

Die Nennung von Mördern und Verkehrssündern in einem Atemzug halte ich für etwas überzogen. Ganz abgesehen davon, dass da wohl ein qualitativer Unterschied in der kriminellen Energie des Täters besteht, macht sich das ja auch in der Bennenung der Tat (Straftat versus Ordnungswidrigkeit) bemerkbar.

Ich bin auch schon über Rot gefahren. Naivität ist das nicht, eher Leichtsinnigkeit. Kein Bock, mich mit einer Vollbremsung vor dem weißen Strich zum Halten zu bringen. Meiner Einschätzung nach war der Verstoß grenzwertig (Umspringen von gelb auf rot). Einen richtigen Rotlichtfahrer habe ich nur einmal erlebt: Der Mann hat die Ampel schlicht nicht gesehen.

Gruß, bebro

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Psychologie
Ich denke auch, dass das eher eine Frage der Psychologie ist. Viele Autofahrer haben ja folgende Einstellung: Jetzt kum i, schleicht’s eich es Trottln, weil i bin da king und wann i da foa, dann braucht do ka anderer foan.
Die Einstellung entspricht zwar nicht dem potentiellen geistigen Niveau des homo sapiens, ist aber im Straßenverkehr leider üblich.

Ich bin auch schon über Rot gefahren. Naivität ist das nicht,
eher Leichtsinnigkeit. Kein Bock, mich mit einer Vollbremsung
vor dem weißen Strich zum Halten zu bringen. Meiner

Vollbremsung ??… dann warst Du eh zu schnell…

das sind schon zwei Dinge auf einmal ;o))

Zauberm@us

Hallo beienander,

Die Nennung von Mördern und Verkehrssündern in einem Atemzug
halte ich für etwas überzogen.

Warum? Wer morgens um viertel vor acht bei einer Schule aufs Gaspedal tritt, nimmt - vielleicht nicht bewußt - billigend in Kauf, ein vorzeitig losstürmendes Schulkind totzufahren. Das gilt in ähnlichen Situationen auch zu anderen Zeiten.

Ganz abgesehen davon, dass da
wohl ein qualitativer Unterschied in der kriminellen Energie
des Täters besteht, macht sich das ja auch in der Bennenung
der Tat (Straftat versus Ordnungswidrigkeit) bemerkbar.#

Wenn es zu fahrlässiger Körperverletzung bzw. Tötung durch den Rotlichtverstoß kommt, sind wir auch hier bei der Straftat.

Ich bin auch schon über Rot gefahren. Naivität ist das nicht,
eher Leichtsinnigkeit. Kein Bock, mich mit einer Vollbremsung
vor dem weißen Strich zum Halten zu bringen. Meiner
Einschätzung nach war der Verstoß grenzwertig (Umspringen von
gelb auf rot). Einen richtigen Rotlichtfahrer habe ich nur
einmal erlebt: Der Mann hat die Ampel schlicht nicht gesehen.

Das ist auch Definitionsfrage. Ich habe beim Führerschein-Machen durchaus die folgenden zwei Grenzsituationen gelernt: 40 km/h und 10 m vor der Kreuzung: noch schnell durchfahren, 40 km/h und 40 m vor der Kreuzung: bremsen.

Aber ich glaube, der Fragesteller meinte die: 10 m vor der Kreuzung, Kriechgang, und noch schnell Gas geben bei Gelb um in die (noch verstopfte) Kreuzung zu kommen. Was natürlich im Querverkehr erst so den richtigen Stau auslöst.

Gruß, Karin

Zwei Frauen am Steuer :smile:)…
…kann das sein, dass es Frauen sind, die mir hier auf`s Maul schauen?

Wo lebt Ihr? Fahrt Ihr so, wie Ihr schreibt?

Aber jetzt im Ernst und zum Mörder, da gehören immer noch niedrige Beweggründe zur Tat. Nachzulesen in § 211 StGB. So weit, und auch im Bereich der Totschlägerinnen bin ich noch nicht. Falls das beruhigt. Schönen Abend wünscht bebro

…kann das sein, dass es Frauen sind, die mir hier auf`s Maul
schauen?

Was hat das mit Helgoland zu tun???

Du schreibst, daß Du keine Lust hast eine Vollbremsung zu machen. Wenn Du das tun mußt um an einer Ampel zu halten, bist Du entweder zu schnell oder Du hast geschlafen…
Ansonsten, wenn Du mit Absicht bei Rot fährst, meinst Du, Du bist ein kleiner King und gehörst bestraft. So einfach ist das. Andere gehen nämlich davon aus, daß Du an der Ampel stehen bleibst - Kinder zum Beispiel.

Ich fahre auch nicht immer mit fünfzig durch die Stadt, aber ich fahre mit offenen Augen und schalte mein Gehirn ein (vorausschauend fahren, wie mein Fahrlehre mir immer erzählte…)

Gruß Zauberm@us *DieDeineAntwortniveaulosfand*

aber nur noch an der Lenkstange.

Wo lebt Ihr? Fahrt Ihr so, wie Ihr schreibt?

s.o. bzw. Mailadresse.

Aber jetzt im Ernst und zum Mörder, da gehören immer noch
niedrige Beweggründe zur Tat. Nachzulesen in § 211 StGB. So
weit, und auch im Bereich der Totschlägerinnen bin ich noch
nicht. Falls das beruhigt.

Nein, beruhigt nicht, das kann schneller kommen, als Du denkst. Und außerdem zum Vorurteil „Frau am Steuer“: Der Autor des Fahrlehrbuches, aus dem ich zitiert habe, ist männlichen Geschlechts, wenn nicht eine Frau unter Pseudonym geschrieben hat, mein Fahrlehrer war, soweit ich sehen konnte (Bartstoppeln an Spätnachmittag) auch männlichen Geschlechts, und der hat mir das damals so bestätigt (als einer mit Vollgas bei Rot über die Kreuzung bretterte und unser Fahrschulfahrzeug nur durch eine Hilfsaktion des Fahrlehrers einem Unfall entging).

Karin