Ganzjahres- oder Winterreifen?

Hallo Autofreunde!

Da hätte ich doch mal eine Frage an Euch:

Angenommen, man hat ein Auto, das wahrscheinlich nicht mehr allzulange fährt, bis es schrottreif ist. Und man fährt an sich auch nicht sonderlich viel (deutlich unter 10 tkm pro Jahr). Und man hat faktisch keine Reifen mehr, da sowohl die vorhandenen Sommer- als auch die vorhandenen Winterreifen abgefahren sind. Und man will aus diesem Grund nur noch einen Satz Reifen kaufen, mit dem man dann das ganze Jahr durchfährt.

Wären dann die sog. Ganzjahresreifen die Wahl der Mittel??
Oder wäre es doch besser, sich nochmal gute Winterreifen zu kaufen, um die dann auch im Sommer zu fahren??

Oder mal ganz knapp formuliert:

Was ist prinzipiell der bessere Kompromiss?
Ganzjahresreifen für das ganze Jahr oder Winterreifen für das ganze Jahr??

Und:

Was würde denn der TÜV dazu sagen, wenn man im Sommer mit Winterreifen vorfährt?
Oder interessiert den nur die reine Profiltiefe?

Vielen Dank schon mal für alle Antworten!!!

Grüße
T.

Hallo Tomm,

nachdem ich deine Frage gelesen habe, habe ich als erstes mal deine ViKa angesehen. Aha, München. Da muss man schon mit einigem Schnee rechnen.

Auch hier bei uns im Schwabenländle (Grenze Ba-Wü zu Bayern) ist der Winter i.d.R. lange und schneereich. Daher wechselte ich früher auch immer zwischen Sommer- und Winterreifen, da ich mein Auto auch im Winter für den täglichen Weg zur Arbeit brauche - also nicht aufgrund der Wetterlage einfach mal stehenlassen kann.
Daher meine Frage an dich: brauchst du dein Auto jeden Tag? Auch wenn es nur eine kurze Strecke ist? Oder kannst du dein Auto bei viel Schnee oder Eis auch mal stehenlassen?

Was ist prinzipiell der bessere Kompromiss?
Ganzjahresreifen für das ganze Jahr oder Winterreifen für das
ganze Jahr??

Das hängt sicher davon ab ob du dein Auto wirklich jeden Tag zwingend brauchst…

Was würde denn der TÜV dazu sagen, wenn man im Sommer mit
Winterreifen vorfährt?

Das interessiert absolut nicht!

Oder interessiert den nur die reine Profiltiefe?

Grobgesagt ja.

Vor deinem Problem stand ich in ähnlicher Art auch schon ein paarmal: Auto wird noch ein knappes Jahr gefahren bis Leasing ausläuft. Sommerreifen sind runter, Winterreifen würden vom Profil noch reichen. Da hab ich halt den Sommer über die Winterreifen gefahren. Da auch ich nicht die hohe Kilometerleistung habe, blieben die Winterpneus einfach über den Sommer dauf. Fahrkomfort war zwar nicht ganz so, ging aber.

In den letzten Jahren fahr ich kleine Geländewagen mit zuschaltbarem Allrad (Suzuki Samurai, Daihatsu Feroza, Ford Maverick - nacheinander, nicht gleichzeitig) mit AT-Reifen. Damit hab ich auch im Winter super Erfahrungen gemacht, so dass ich inzwischen auf den Wechsel Sommer- / Winterreifen verzichte. Zwar darf man Eisglätte nicht unterschätzen (das darf man aber auch mit Winterreifen nicht) aber Schnee (festgefahren oder frischer Tiefschnee) ist kein Problem.

Grüße von
Tinchen

Hi!

Da hätte ich doch mal eine Frage an Euch:

Angenommen, man hat ein Auto, das wahrscheinlich nicht mehr
allzulange fährt, bis es schrottreif ist. Und man fährt an
sich auch nicht sonderlich viel (deutlich unter 10 tkm pro
Jahr). Und man hat faktisch keine Reifen mehr, da sowohl die
vorhandenen Sommer- als auch die vorhandenen Winterreifen
abgefahren sind. Und man will aus diesem Grund nur noch einen
Satz Reifen kaufen, mit dem man dann das ganze Jahr
durchfährt.

Das ist vernünftig, sofern es sich um ein kleineres Auto handelt.
Um welches Modell geht es?

Wären dann die sog. Ganzjahresreifen die Wahl der Mittel??

Bei kleineren Autos, bis maximal VW Passat, würde ich Ganzjahresreifen empfehlen. Auf meinen alten Golfs hatte ich damit keine Probleme. Ich habe immer die schmalste eingetragene Größe gewählt, denn schmale Reifen funktionieren im Winter besser.
Übrigens: ich wohne auch in München und fahre viel Ski. Goodyear Vector waren dafür immer o.k.
Ganz klar muss aber gesagt werdem, dass richitge Winterreifen immer eine Klasse besser funktionieren.
Alljahresreifen sind also eine reine Sparmassnahme, quasi das kleinste akzeptable Übel.
Ich selbst fahre heute extra Winterreifen.

Oder wäre es doch besser, sich nochmal gute Winterreifen zu
kaufen, um die dann auch im Sommer zu fahren??

Nein, Winterreifen im Sommer fahren sich sehr schnell ab und sind auch hinsichtlich des Fahrverhaltens bei hohen Temperaturen nicht zu empfehlen.

Oder mal ganz knapp formuliert:

Was ist prinzipiell der bessere Kompromiss?

s.o.

Ganzjahresreifen für das ganze Jahr oder Winterreifen für das
ganze Jahr??

Ganzjahresreifen.

Und:

Was würde denn der TÜV dazu sagen, wenn man im Sommer mit
Winterreifen vorfährt?

Das ist dem TÜV egal, solange der Reifen genug Profil hat.

Oder interessiert den nur die reine Profiltiefe?

ja.

Vielen Dank schon mal für alle Antworten!!!

Gerne.

Grüße,

Mathias

Hallo Tomm,

Mit Ganzjahresreifen habe ich keinerlei Erfahrung, dafür umso mehr mit Winterreifen. Da ich im Winter keine Reifen mit weniger als 4mm Profil fahren will, ergibt es sich automatisch, dass ich im Sommer die alten Winterreifen runterfahre. Bei einer Fahrleistung von ca. 30.000km/a konnte ich bisher noch keine Nachteile gegenüber reinrassigen Sommerreifen bemerken. Allerdings bin ich kein Highspeed-Junkie (ist bei meinem 2l-Diesel mit 53kW auch schwer mïglich).

Alles Gute,
Pürsti

Hallo,

Bei kleineren Autos, bis maximal VW Passat, würde ich
Ganzjahresreifen empfehlen. Auf meinen alten Golfs hatte ich
damit keine Probleme. Ich habe immer die schmalste
eingetragene Größe gewählt, denn schmale Reifen funktionieren
im Winter besser.

das stimmt nicht mehr, seit die Winterreifen üblicherweise Lamellenreifen sind. Durch die höhere Anzahl Lamellen sind Breitreifen bei Schnee sogar einen Tick besser. Der große Nachteil liegt v.A. im finanziellen (teurere Anschaffung, etwas höherer Spritverbrauch) und im Aquaplaning-Verhalten.

Gruß, Niels

Hi Niels,

Bei kleineren Autos, bis maximal VW Passat, würde ich
Ganzjahresreifen empfehlen. Auf meinen alten Golfs hatte ich
damit keine Probleme. Ich habe immer die schmalste
eingetragene Größe gewählt, denn schmale Reifen funktionieren
im Winter besser.

das stimmt nicht mehr, seit die Winterreifen üblicherweise
Lamellenreifen sind. Durch die höhere Anzahl Lamellen sind
Breitreifen bei Schnee sogar einen Tick besser. Der große
Nachteil liegt v.A. im finanziellen (teurere Anschaffung,
etwas höherer Spritverbrauch) und im Aquaplaning-Verhalten.

Danke für die Theorie.
In der Praxis bleibt meine C-Klasse mit 225ern bei Schneehaufen ab ca. 11cm stecken. Die C-Klasse meines Nachbarn mit Reifen desselben Herstellers, Größe 195, geht da besser durch.

Grüße,
Mathias

Vielen Dank schon mal für alle Antworten!

Nun einige Zusatzinfo, nach denen gefragt worden ist:

  • Bei dem Auto handelt es sich um einen Golf II.

  • Die Reifengröße ist übrigens 175/70 R13.

  • Im Prinzip kann ich kurzfristig mein Auto vorübergehend auch mal stehen lassen, falls es zu vereist ist oder es stark geschneit hat.
    Dies würd ich aber ungern tun :wink: weil ich zumindest eine verhältnismäßig kurze Strecke zu 'ner Arbeitsstelle gerne immer mit dem Auto fahren würde, da diese mit den öffentlichen Verkehrsmittel recht schlecht „erschlossen“ ist.

Einmal im Winter (nämlich um Weihnachten herum) muss ich unbedingt eine etwas längere Strecke auf der Autobahn Richtung Nordbayern (ca. 150 bis 200 km) und wieder zurück fahren.

Ein bisschen gehen Eure Meinungen über Winter- oder Ganzjahresreifen ja doch auseinander…
…bin mir selber also noch ziemlich unschlüssig.

Insgesamt wären Ganzjahresreifen von der Anschaffung her sogar einen Tick billiger als Winterreifen.

Noch eine Frage:

Wie sieht es denn rein rechtlich aus?
Unter ganz bestimmten Bedingungen, kann man doch bei einem unverschuldeten Unfall im Winter eine Teilschuld zugesprochen bekommen, wenn man mit Sommerreifen unterwegs war.
Wie ist das denn dann bei Ganzjahresreien???
Und wie wäre das mit Winterreifen im Sommer?

Wer weiß was?

Viele Grüße
T.

Hi Tomm!

Also nun noch einmal die ultimative Info… :wink:

Vielen Dank schon mal für alle Antworten!

Nun einige Zusatzinfo, nach denen gefragt worden ist:

  • Bei dem Auto handelt es sich um einen Golf II.

  • Die Reifengröße ist übrigens 175/70 R13.

Ich hatte auf meinem Golf 2 damals 155/13 Goodyear Vector und war damit 2 Jahre und 60.000 Km sehr zufrieden.
Alle Beladungszustände und Witterungen waren locker zu meistern.
Und ich war damals absoluter Anfänger.
Es handelte sich um mein erstes Auto in 1990.
Heute sind die Alljahresreifen sicherlich noch etzwas besser und die Winter nicht mehr so verschneit.

  • Im Prinzip kann ich kurzfristig mein Auto vorübergehend auch
    mal stehen lassen, falls es zu vereist ist oder es stark
    geschneit hat.
    Dies würd ich aber ungern tun :wink: weil ich zumindest eine
    verhältnismäßig kurze Strecke zu 'ner Arbeitsstelle gerne
    immer mit dem Auto fahren würde, da diese mit den öffentlichen
    Verkehrsmittel recht schlecht „erschlossen“ ist.

Ist auch mit Alljahresreifen absolut kein Problem. Nur Rennen kann man so nicht gewinnen.
Der Grip mit Winterreifen auf Schnee ist besser, klar. Aber mit Alljahresreifen ist er immer noch o.k.
Bei Trockenheit merkt man bei einem 2er Golf sowieso keinen Unterschied und auch bei Regen im Sommer hatte ich absolut keine Sorgen. Breitbereifte BMWs&Co. hatten immer den schlechteren Grip.

Einmal im Winter (nämlich um Weihnachten herum) muss ich
unbedingt eine etwas längere Strecke auf der Autobahn Richtung
Nordbayern (ca. 150 bis 200 km) und wieder zurück fahren.

Autobahn ist sowieso zu 98% frei.

Ein bisschen gehen Eure Meinungen über Winter- oder
Ganzjahresreifen ja doch auseinander…
…bin mir selber also noch ziemlich unschlüssig.

Insgesamt wären Ganzjahresreifen von der Anschaffung her sogar
einen Tick billiger als Winterreifen.

Na dann sollte alles klar sein.

Noch eine Frage:

Wie sieht es denn rein rechtlich aus?
Unter ganz bestimmten Bedingungen, kann man doch bei einem
unverschuldeten Unfall im Winter eine Teilschuld zugesprochen
bekommen, wenn man mit Sommerreifen unterwegs war.
Wie ist das denn dann bei Ganzjahresreien???

Die gelten offiziell als M&S, also Winterreifen. Kein Problem.

Und wie wäre das mit Winterreifen im Sommer?

Kein Problem.

Grüße,

Mathias

Hallo,

Danke für die Theorie.
In der Praxis bleibt meine C-Klasse mit 225ern bei
Schneehaufen ab ca. 11cm stecken. Die C-Klasse meines Nachbarn
mit Reifen desselben Herstellers, Größe 195, geht da besser
durch.

meine Theorie stammt durchaus aus eigener Erfahrung, aber auch verschiedene Tests haben das gezeigt zB:
http://www.stiftung-warentest.de/online/auto_verkehr…

Gruß, Niels

Hi!

Danke für die Theorie.
In der Praxis bleibt meine C-Klasse mit 225ern bei
Schneehaufen ab ca. 11cm stecken. Die C-Klasse meines Nachbarn
mit Reifen desselben Herstellers, Größe 195, geht da besser
durch.

meine Theorie stammt durchaus aus eigener Erfahrung, aber auch
verschiedene Tests haben das gezeigt zB:
http://www.stiftung-warentest.de/online/auto_verkehr…

O.K.

Auf Schnee waren die Unterschiede im Test „marginal“, wenngleich mein direkter Vergleich anders aussieht.

Aber:

Zitat aus Deinem Link:

„Im Winter ist in unseren Landen die nasse Fahrbahn aber der häufigste Straßenzustand. Und hier erlebten die Breitreifen ein wahres Debakel: Alle sechs Fabrikate erhielten im Aquaplaningtest auf gerader Straße die Note „mangelhaft“. Vier davon zusätzlich auch noch beim Aquaplaningtest in Kurven. Grund für uns, das test-Qualitätsurteil abzuwerten: Vier Mal „ausreichend“ lautet die Bilanz und nur der Continental WinterContact TS 790 und der Dunlop SP Winter Sport M3 schafften gerade noch ein „Befriedigend“. Klare Em­pfehlung: In Regionen mit regenreichen Wintern ist dem Standardformat 195/65 R15 T der Vorzug zu geben.“ (Zitat Ende)

Somit stimmt meine These generell wieder, dass man dem schmaleren Fabrikat den Vorzug geben sollte.

Weiter:
„Diese Reifen lassen auch etwas mehr Raum im Radkasten, sodass problemlos Schneeketten aufgezogen werden können, was bei den Breitreifen nicht immer der Fall ist.“ (Zitat Ende)

Das sollte man in der Tat auch bedenken, denn im Falle meines Autos kosten die Ketten bei Mercedes für das C-Klasse Coupé mit 225er Reifen (sonst verkauft keiner passende Ketten, wie ich herausfand), 410 Euro. Für die 195er gibt´s beim ADAC Ketten für 40 Euro…

Wenn wir nicht noch den Golf hätten, hätte ich mir schon längst 195er Winterreifen besorgt.

Grüße,

Mathias

Hallo,

„Im Winter ist in unseren Landen die nasse Fahrbahn aber der
häufigste Straßenzustand. Und hier erlebten die Breitreifen
ein wahres Debakel: Alle sechs Fabrikate erhielten im
Aquaplaningtest auf gerader Straße die Note „mangelhaft“. Vier
davon zusätzlich auch noch beim Aquaplaningtest in Kurven.
Grund für uns, das test-Qualitätsurteil abzuwerten: Vier Mal
„ausreichend“ lautet die Bilanz und nur der Continental
WinterContact TS 790 und der Dunlop SP Winter Sport M3
schafften gerade noch ein „Befriedigend“. Klare Em­pfehlung:
In Regionen mit regenreichen Wintern ist dem Standardformat
195/65 R15 T der Vorzug zu geben.“ (Zitat Ende)

Somit stimmt meine These generell wieder, dass man dem
schmaleren Fabrikat den Vorzug geben sollte.

Weiter:
„Diese Reifen lassen auch etwas mehr Raum im Radkasten, sodass
problemlos Schneeketten aufgezogen werden können, was bei den
Breitreifen nicht immer der Fall ist.“ (Zitat Ende)

Das sollte man in der Tat auch bedenken, denn im Falle meines
Autos kosten die Ketten bei Mercedes für das C-Klasse Coupé
mit 225er Reifen (sonst verkauft keiner passende Ketten, wie
ich herausfand), 410 Euro. Für die 195er gibt´s beim ADAC
Ketten für 40 Euro…

und dann noch ein Zitat aus meinem ersten Posting:

„Der große Nachteil liegt v.A. im finanziellen […] und im Aquaplaning-Verhalten“

Gruß, Niels