Garantiefonds

Hallo Finanzexperten,

die Skandia hat in Zusammenarbeit mit der Société Générale einige Garantiefonds aufgelegt.

Diese Fonds bieten eine

  • Höchststand-Garantie: Garantie auf den höchsten an einem Stichtag erreichten Kurswert
    und eine
  • Kapital-Garantie : Sparbeiträge zum Ablauf garantiert

Hat jemand schon einmal von diesen Fonds gehört bzw. Erfahrungen damit gesammelt?
Wie finanzieren sich diese Fonds?

Irgendwie kann ich nicht nachvollziehen, wie sich dieser Fonds finanziert:

vereinfachtes Beispiel:
1 Anleger erwirbt 10 Anteile zum Preis von 100 EUR.
1 Anleger erwirbt 10 Anteile zum Preis von 110 EUR.

==> Bei einem Fondspreis von 120 liegt das Fondsvermögen bei 2.400 EUR.

Nun fällt der Fonds auf 90 EUR, die Höchstpreisgarantie wiederum verspricht dem Anleger aber 120 EUR je Anteil (Höchststand).
Wenn nun die Anleger verkaufen, müssten 2.400 EUR ausgezahlt werden.
Meines Wissens nach entspricht das Fondsvermögen der Anzahl der ausgegebenen Anteile multipliziert mit dem Fondspreis.
Der Fonds hat aber nur noch ein Vermögen von 1.800 EUR (20 Anteile x 90 EUR).
Woher kommen die restlichen 600 EUR?

Vielleicht habe ich hier eine völlig falsche Denkweise. Es wäre super, wenn mir einer die Systematik richtig erklären könnte.

Vielen Dank.

Thomas Oppenhäuser

Hi Thomas,

mal sehen, ob ich Deine Fragen leicht verständlich beantworten kann:

  1. diese Fonds werden nicht an der Börse gehandelt, sondern sind sozusagen „Firmenintern“, Du hast keine Rechte an den Anteilen
  2. diese Fonds sind Laufzeitfonds, der Anfang und das Ende stehen fest
  3. des Verhältnis von spekulativen WP zu nichtspekulativen Wertpapieren verändert sich über die gesamte Laufzeit
  4. Du erhällst die Höchststandsgarantie nur, wenn Du bis zu Ende investiert bleibst

Gruß Doxor

Hallo Thomas

die Skandia hat in Zusammenarbeit mit der Société Générale
einige Garantiefonds aufgelegt.

Diese Fonds bieten eine

  • Höchststand-Garantie: Garantie auf den höchsten an
    einem Stichtag erreichten Kurswert
    und eine
  • Kapital-Garantie : Sparbeiträge zum Ablauf garantiert

Hat jemand schon einmal von diesen Fonds gehört bzw.
Erfahrungen damit gesammelt?
Wie finanzieren sich diese Fonds?

Irgendwie kann ich nicht nachvollziehen, wie sich dieser Fonds
finanziert:

vereinfachtes Beispiel:
1 Anleger erwirbt 10 Anteile zum Preis von 100 EUR.
1 Anleger erwirbt 10 Anteile zum Preis von 110 EUR.

==> Bei einem Fondspreis von 120 liegt das Fondsvermögen
bei 2.400 EUR.

Nun fällt der Fonds auf 90 EUR, die Höchstpreisgarantie
wiederum verspricht dem Anleger aber 120 EUR je Anteil
(Höchststand).
Wenn nun die Anleger verkaufen, müssten 2.400 EUR ausgezahlt
werden.
Meines Wissens nach entspricht das Fondsvermögen der Anzahl
der ausgegebenen Anteile multipliziert mit dem Fondspreis.
Der Fonds hat aber nur noch ein Vermögen von 1.800 EUR (20
Anteile x 90 EUR).
Woher kommen die restlichen 600 EUR?

Vielleicht habe ich hier eine völlig falsche Denkweise. Es
wäre super, wenn mir einer die Systematik richtig erklären
könnte.

Vielen Dank.

Thomas Oppenhäuser

Dieser Fonds finanziert sich hauptsächlich dadurch, daß die Laufzeit eingehalten werden muß. Willst du vorher an dein Geld rankommen, wird zu dem aktuellen Wert abgerechnet (logisch). Der Vorteil bei diesem Produkt ist natürlich, daß einer der größten in der Branche (Soc. Gen.) die Garantie dafür übernimmt.
Weiterer Vorteil bei Skandia sowie allen engl. Versicherern ist die Kostentransparenz. Hier werden im Gegensatz zu dt. Versicherern alle Kosten offengelegt.

Gruß

Sven

Solche Fonds investieren nicht direkt in Aktien sondern in Derivate. Einfach gesagt funktioniert es so:

Kauf eines Zero-Bonds (eine Anleihe, die keine Zinsen zahlt) mit Laufzeit bis Ende des Produktes. Die kostet heute weniger als 100% und zahlt am Laufzeitende 100% - so kommt die Garantie zustande.

Mit der Differenz zwischen dem Preis des Zeros und 100% wird eine Option gekauft - sie kann sich auf Einzelaktien, Aktienkoerbe, Indizes, etc. beziehen. Die Option hat ebenfalls Faelligkeit am Laufzeitende und ermoeglicht die Partizipation an den potentiellen Gewinnen des zugrundeliegenden Instrumentes. Den Hoechststand zu garantieren ermoeglicht ein spezieller Optionstyp, der partial lookback genannt wird.

Wie mein Vorredner richtig gesagt hat, sind solche „Fonds“ kostentransparenter, da keinerlei Verwaltungsgebuehren anfallen - alle Kosten sind am Anfang bekannt. Allerdings lassen sich Banken fuer die exotischen Optionen ganz gut bezahlen…

http://www.bzb-online.de/nov01/recht47.pdf

Gruß Ivo

Vielen Dank für eure Infos - owT
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