Garten überschwemmt

Hallo,

im Plauderbrett hat’s niemanden interessiert, aber ich mache mir wirklich Sorgen über meinen Garten, der (incl. Terrasse) seit drei Tagen 15 cm hoch unter Wasser steht.

Verkraftet das der Garten? Die in der Tiefe dümpelnden kleineren Blumen wie Männertreu oder Kapuzinerkresse sehen schon hinüber aus. Die Tomaten hängen an der völlig schlaff wirkenden Pflanze, und dann das ganze andere Gemüse (Kohlrabi, Blumenkohl, Broccoli, Artischocken etc., etc…). Und es soll noch weiter regnen.

An die Himbeeren komme ich nicht mehr dran, weil ich so gründlich umgegraben habe, dass ich mit jedem Schritt bis zu den Waden in Morast versinke …

Ist da noch was zu retten? Was soll/kann ich tun, wenn das Wasser hoffentlich irgendwann abgeflossen/versickert ist?

Danke für Rat und Trost,

Anja

Hallo, Anja,
hört sich ja schlimm an.
Wenn da für mehrere Tage Land unter ist, werden es die krautigen Pflanzen wohl kaum überstehen. Die Himbeeren werden sicher bleiben. Auch Rasen wird sich wieder erholen.
Tut mir leid, aber da ist sicher das große Aufräumen angesagt, wenn das Wasser sich verlaufen hat (Frage: kann das abfließen? Wenn ja wohin? kann man das beschleunigen?)
Kann Dir nur den Daumen halten und hoffen, dass doch einiges überlebt und die Arbeit des bisherigen Gartenjahres nicht ganz für die Katz ist.
Mitfühlende Grüße
Eckard

aber erst alles einigermassen abtrocknen lassen–sonst hast du erstens wesentlich mehr kraftaufwand und machst zweitens noch mehr schäden.

Hallo !

Die Frage ist doch eigentlicht nicht die, die Du stellst, sondern: wird sich das immer wieder wiederholen?

Da nützt auch keine Besorgnis um den jetzigen Zustand. Wird es nach jedem Regen so sein, wird sich nichts richtig halten und der Garten wird kaum begehbar sein. Der Garten ist SO kein Garten!

Wahrscheinlich hast Du eine dicke Lehmschicht in sehr geringer Tiefe.

Du brauchst eine Drainage. Die kannst Du selbst legen. Danach sollte der Garten trocken bleiben.

mfgConrad

Hi,

Du brauchst eine Drainage. Die kannst Du selbst legen. Danach
sollte der Garten trocken bleiben.

Ne nette Idee, aber hier sind 'zig Gärten, sprich: einige 1000 qm überschwemmt und die Frösche erobern die neue Seenplatte. Es war ein Unwetter, wie es das Rhein-Main-Gebiet schon lange nicht mehr erlebt hat…

Gruß,
Anja
die über ihren überschwemmten Keller mal nix schreibt:frowning:

Lieber Eckard,

wenn das Wasser sich verlaufen hat (Frage: kann das abfließen?

Leider nicht - siehe meine Antwort an CM

Wenn ja wohin? kann man das beschleunigen?)

Auch die ganzen Wege zwischen den Gärten stehen unter Wasser. Ich habe die Pumpe laufen lassen (mein Wasserbehälter hatte noch viel Platz) aber das ist verlorene Liebesmüh’, wenn dann das Wasser aus den Nachbargärten nachrauscht…
Gerade kommt ein bisschen Sonne raus…

Kann Dir nur den Daumen halten und hoffen, dass doch einiges
überlebt und die Arbeit des bisherigen Gartenjahres nicht ganz
für die Katz ist.

Ja, das hoffe ich auch!

Mitfühlende Grüße

Danke!

Anja

Hallo Anja,
tut mir ja leid für Dich und Deinen Garten. Im Augenblick ist da nichts zu machen. Abwarten bis das Wasser weg ist und nochn bichsne länger, Wenns oberflächlich zwar weg ist, ist es aber noch immer im Erdreich.
Also es geht um die Zukunft Deines Gartens. Erinnere mich dunkel was gelesen zu haben von Haus neu gebaut/gekauft???
Also was ich raten würde ist, an verschiedenen Stellen eine Probegrabung durchzuführen um die Ursache zu ermitteln.
Lehmschicht, eventuell Bauschutt und das ganze dann duch LKW in Bauphase noch stark verdichtet…
Ein normaler Regenguß ( Auch ein sog. Starkregen) sollte normalerweise innherhalb von Stunden abfließen. da das Wasser aber stehen bleibt scheint Dein Unterboden im Garten das problem zu sein.
Gruß
running

Dann lebt damit.

Es wird aber ja wohl jedes Jahr ein paarmal passieren.
Da hilft nur umsiedeln!

mfgConrad

Hallo Anja,
mit sowas kann ich sehr gut nachempfinden. Wir hatten letztes Jahr inder Pfalz!!! zu Fronleichnam Hagel und Eisregen. Binnen von nur 5 Minuten sah unser Gemüsegarten (400qm wovoon wir den Winter über leben) aus wie eine Mondlandschaft. Meine Frau hat nur 2 Tage geheult. Paprika 120 Stck, 50 Tomaten, da standen nur noch die Stengel.
Soll ich dich trösten? Wir hatten trotzdem noch eine, wenn auch verspätete, massige Ernte.
Die Tomaten sind in der Lage, nochmals auszutreiben. Bei anderen Pflanzen wirst du halt schweren Herzens Abstriche hinnehmen müssen.
MfG
hans13

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Servus Anja,

das scheint Kleingärtnerlos zu sein…

Oft sind Kleingartenkolonien auf Böden, die für jede andere Nutzung uninteressant waren. Hier gehts offensichtlich nicht um Lehm (Lehmböden sind die fruchtbarsten überhaupt), sondern um Ton im Untergrund. Staunasser Ton ist Gift für jede Kultur.

Man kann mit ihm bloß auf die lange Sicht umgehen: Für gute, tiefe Durchwurzelung sorgen (Ackerbohnen, auch Phazelia); forcierte Humuswirtschaft (Pferdemist, wenn kriegbar - Kommunalkompost mit N-Ergänzung tuts auch) mit Aufkalken; streifenweise Rigolen (zwei Spaten tief umgraben, die Technik dazu ist bei Seymour beschrieben - aber ja nicht mit Spaten - Tonböden akzeptieren bloß Grabgabel, sie verschmieren am Spaten zu einem für Wurzeln und Regenwürmer fast undurchdringlichen Kleister); Anlage von streifenweise wandernden Hügelbeeten und Kleewegen; Beetflächen mit Sträuchern, die viel Wasser abziehen, wie Holunder, Hasel und Brombeere durchsetzen.

Drainieren würde ich nach Möglichkeit nicht: Erstens führt jede Erdarbeit zu Verdichtung des Bodens, der Tonboden wird im Porenbereich noch schlimmer als vorher. Zweitens läuft durch eine Drainage bloß das Wasser ab, das der Boden überhaupt freigibt. Und bei Tonböden ist das wegen dessen Kapillarstruktur, verstärkt durch die Ladungsverhältnisse an den Oberflächen, ungefähr nix.

Schöne Grüße

MM

Danke…
an alle…

Werde Martins Vorschläge wohl teilweise umsetzen.

Mittlerweile sieht es etwas besser aus… Nur auf der Terrasse steht noch das Wasser. Hier werde ich hinten ein paar Bodenfliesen wegkloppen, weil sonst nix wegfließen kann und für eine Verdunstung taugt das Wetter nix…

Schönen Gruß

Anja