Hab mir gerade ein Eigenheim mit äußerst großem Grundstück angeschafft.
Allein schon durch die zwingend notwendigen Holzfällarbeiten (viele sehr große Bäume sehr nah am Haus)und durch das „aufräumen“ des Grundstückes, fällt schon so viel Holz an das ich die nächten 10 Jahre wohl genug Brennholz zum heizen hätte.
Im Haus ist eine gerade mal 2 Jahre alte Gasheizung installiert.
Ein Gasheizkessel für Heizung und eine Gastherme für Warmwasser.
Mein gedanke ist nun zusätzlich einen Holzkessel (NICHT Kaminofen) für die Heizung einzubauen und eine Solarthermie Anlage fürs warme Wasser.
Die Gasheizung möchte ich behalten um im Ausnahmefall auch weiter mit Gas heizen zu können. z.B. wenn man mal im Winter ein Wochende nicht zuhause ist oder im Urlaub ist.
Ist das machbar ohne grundlegende/teure Änderungen an der Heizung durchzuführen?
Ich „Laie“ dachte mir ob man den Holzkessel nicht einfach neben den Gaskessel stellen kann und diesen dann quasi als „Reihenschaltung“ verbindet.
Das hängt von der Technologie deiner Heizung ab.
Bei Wolf-Systemen kann man bis zu acht Wärmequellen benutzen, braucht dann aber für die Steuerung jeweils ein sogenanntes „Kaskadenmodul“.
Letztlich halte ich das bei dir aber für viel zu aufwendig.
Imho einfachste Methode: Einen Pufferspeicher installieren, der so groß dimensioniert ist, das er (mindestens!)die Energie eines kompletten Abbrandes des Holzofens komplett aufnehmen kann.
Und diesen dann wie einen Solarspeicher in das Heizung-System einbinden, sprich für die Rücklauftemperaturanhebung verwenden. Der Heizung ist völlig wurst, ob die Wärme in diesem Puffer von der Sonne oder einem anderen Ofen stammt.
Richtig bringen wird das aber nur was bei Fußboden-/Wandheizung. Bei Radiatoren dürfte die erforderliche deutlich höhere Vorlauftemperatur dazu führen, das von der Energie im Puffer im Prinzip immer nur ein Drittel genutzt wird, dannach fängt die Gasheizung schon an, nachzufeuern.
Ob die ganze Operation allerdings wirtschaftlich Sinn macht . . . nun, ich hab da so meine Zweifel . . .
Danke Uwe.
Kamin mit Wassertasche möchte ich nicht da sich dafür kein geeigneter Platz im Wohnzimmer findet und da ich keine Lust habe das Holz immer ins Wohnzimmer schleppen zu müssen (macht auch Dreck…).
Abgesehen davon vermute ich das einiges an Holz durch den Kamin geht wenn ich damit das ganze Haus heize.
Deshalb hab ich das Ding lieber im Keller (ebenerdig)wo auch ein Teil des Holzes lagern wird.
Empfiehlt es sich einen großen Kombispeicher für Heizung und Brauchwasser anzuschaffen oder lieber beides getrennt?
Im Winter mag es ja schnuppe sein aber im Sommer ist doch das Brauchwasser vom (nun nicht geheizten) Heizwasser umgeben.
Wenn das Heizwasser nun vom Brauchwasser umgeben ist, zirkuliert es dann doch durch Konvektion durch die Heizungsrohre?
Wenn dem so ist dann würde dies doch einen Teil der vom Solarkollektor aufgenommen Sonnenergie/Heizenergie verschwenden?
Gruß
Wenn mich das Brennholz langfristig nix kostet und meinen Hauptenergielieferant darstellt. Warum sollte es dann nicht wirtschaftlich sein?
Was spricht denn aus technischer Sicht dagegen die Vorlauftemperatur über Nacht etwas absinken zu lassen wenn das Holz irgendwann in den Nachtstunden runtergebrannt und der Wärmespeicher in den Morgenstunden erschöpft ist(Gaskessel ausgeschaltet).
Morgens dann Holz nachlegen und das ganze wärmt sich wieder auf?
Oder hab ich da einen Denkfehler drin?
Bei der Nutzung von Radiatoren brauchst du eine Temp von ca. 50 grad , bei Fußbodenheizung ca. 35Grad ( Daumenwerte )
Aufladen kannst du ihn bis ca. 90 Grad
Nutzen kannst du bei Radiatoren den Temperaturbereich von 90 bis 50 grad,
dann wird die Vorlauftemperatur zu gering, und die Gasheizung springt an.
Bei Fußbodenheizung kannst du von 90 grad bis ca 35 grad deine Heizung ohne Gaszuheizung versorgen.
Danke Uwe.
Kamin mit Wassertasche möchte ich nicht da sich dafür kein
geeigneter Platz im Wohnzimmer findet und da ich keine Lust
habe das Holz immer ins Wohnzimmer schleppen zu müssen (macht
auch Dreck…).
Einen guten Platz braucht man, und Dreck macht es auch.
Das stimmt !
Allerdings hast du deinen Wärme dann schon zu großen Teil da, wo du sie brauchst, und mußt nicht den Umweg über den Speicher gehen.
Abgesehen davon vermute ich das einiges an Holz durch den
Kamin geht wenn ich damit das ganze Haus heize.
Ja , stimmt auch.
Deshalb hab ich das Ding lieber im Keller (ebenerdig)wo auch
ein Teil des Holzes lagern wird.
Da bist du an einem Knackpunk angelangt.
Du solltest dir gut überlegen, wie du das Holz ( das können schon mal 15 rm werden wenn es ein langer kalter Winter wird) in den Keller bekommst.
Da sollte die logistik nicht unterschätzt werden.
Empfiehlt es sich einen großen Kombispeicher für Heizung und
Brauchwasser anzuschaffen oder lieber beides getrennt?
Ich habe einen Schichtspeicher mit Brauchwasser eingebaut. Durch die Schichtung ist es oben am Brauchwasserbehälter immer am längsten Warm und damit auch die für Warmwasser gespeicherte Energie, da ja das den Warmwasserspeicher umgebene Speicherwasser das Warmwasser warmhält.
Eine Zirkulation ist mir noch nicht negativ aufgefallen.
Eine Tipp zum Schluß:
Bau dir eine Temperaturüberwachung an deinen Speicher
(Fernthermometer zB. conrad) mit min drei Meßpunkten bei einem Schichtspeicher. Abzulesen irgendwo bequen in der Wohnung, damit du siehst was dein Speicher macht.
Dann hast du im Auge wann du Wärme nachschieben mußt.
Wenn mich das Brennholz langfristig nix kostet und meinen Hauptenergielieferant darstellt. Warum sollte es dann nicht wirtschaftlich sein?
Weil du immer noch den Holzofen, den Pufferspeicher, die Steuerung, Leitungen, Wärmetauscher, Umschaltventile brauchst und das ganze von einem Fachman installieren lassen musst.
Plane mal (jetzt nur so aus’m Ar*** gezogen) um die 10.000 bis 15.000 Euro für den ganzen Krempel ein.
Angenommen, du würdest dann im Jahr 300 Euro an deiner Gasrechnung einsparen, kommt man auf Amortisationszeiten von 33 bis 50 Jahren - und das halte ich nicht für wirtschaftlich. Denn wenn du die 10.000 Euro einfach für 3% fest anlegst, dann kommen da die 300 Euro für’s Gas raus.
Und das ohne täglich Holz nachlegen zu müssen, ohne Stress, ohne Umbau, ohne Wartungskosten, ohne Reparaturen . . . und nach 50 Jahren hast du immer noch 10.000 Euro (mehr, wenn du das Holz einfach über eBay für Selbstabholer oder gar Selbstfäller vertickerst), bei der Heizung hättest du da 50 Jahre alten Schrott stehen.
btw. das gilt übrigends auch für die meisten Solaranlagen. So aus’m Bauch raus würde ich die Behauptung in den Raum stellen, das 90% aller Solaranlagenbesitzer (damit meine ich jetzt Warmwasser/Heizung, nicht Strom!) mit ihrer Anlage nichts sparen, sondern im Gegenteil unter Berücksichtigung der Zinsen sogar Verlust machen.
Immer mit spitzem Bleistift nachrechnen. Nicht alles, was gut aussieht, bleibt auch gut, wenn man auch mal auf die Details schaut . . .
;D mabuse
PS: Für den Rest verweise ich auf Uwes Beitrag, der hat nämlich völlig recht.