Gastkatzen verstört

Hallo,

seit 2 Tagen haben wir zwei Gastkatzen. Wir wussten, dass sie ein wenig scheu sind, aber mich beunruhigt, dass sie überhaupt nicht auftauen. Sie verweigern jedes Futter. Ob sie was trinken, weiß ich nicht, denke aber nicht. Das Katzenklo wird nicht benutzt - sie haben aber auch nirgends hingemacht. Schon klar, dass sie nicht viel verdauen, wenn sie nicht fressen. Aber gar nicht müssen?

Sie sind starr vor Angst, laufen nicht mal weg, sondern drücken sich auf den Boden / in die Ecke. Die ersten anderthalb Tage haben wir sie in ein unbenutztes Zimmer getan und auch die Tür zugelassen, damit sie sich eingewöhnen und von unseren zwei Katzen nicht belästigt werden. Sie haben sich in Höhlen verkrochen. Ab und an haben wir uns in das Zimmer gesetzt und uns unterhalten und auch versucht, die Katzen anzusprechen, ohne ihnen zu nahe zu kommen.
Die eine liegt seit heute morgen in einem unserer Katzenklos und rührt sich nicht und die andere hat sich in einer Höhle im Kratzbaum in „ihrem“ Zimmer verkrochen.

Meine eigenen Katzen sind sehr freundlich und beschnuppern sie nur mal.

Ich mache mir wachsende Sorgen um die beiden, weil sie noch für anderhalb Wochen bei uns sind. Ab wann ist es gefährlich, wenn sie nichts trinken und nichts essen?

Die Katzen sind noch recht jung, 1-2 Jahre alt, Geschwister und das erste Mal weg. Die Besitzerin hat sich beim Einfangen wohl sehr dumm angestellt und sie nicht in die Transportkörbe bekommen. Sie hat total zerkratzte Arme, obwohl die Katzen völlig aggressionsfrei sind und musste eine Freundin zuhilfe holen, die die Katzen dann sehr schnell verfrachtet hat. Könnte die „Jagdaktion“ der Besitzerin die Katzen so nachhaltig verstört haben?

Liebe Grüße
Andrea

Hallo,

ohwei da seid Ihr die Sache leider völlig falsch angegangen :o(

Katzen sind extrem ortsgebunden und hassen nichts mehr, als wenn sich ihre Umgebung ändert, oder sie an einen anderen Platz gebracht werden.
Sie verkraften die Abwesenheit ihrer Menschen viel besser, als Ortswechsel, weswegen Katzen bei Urlaub/Krankheit am besten in ihrem angestammten Zuhause versorgt werden sollten.
Dabei macht es nichts, wenn die Katzen dabei mal weniger Streicheleinheiten bekommen.

Wenn Katzen Transportkörbe nur dann zu Gesicht bekommen wenn es zum Tierarzt geht, ist es nicht selten so, dass sie diese Körbe mit unangenehmen Erlebnissen in Verbindung bringen und sie deshalb meiden wie die Pest.
Katzenkörbe sollten in die Möblierung integriert werden, und den Katzen als Kuschel und Wohnhöhlen ständig zur Verfügung stehen, dann werden sie nicht mit unangenehmen Dingen verknüpft.
Ist es nicht möglich die Körbe dauerhaft aufzustellen, dann müssen sie wenisgtens eine gewisse Zeit zum Gebrauch zur Verfügung gestellt werden, damit sich die Tiere mit ihnen vertraut machen können.

Die Katzen sind schon scheu und wurden jetzt „ohne Rücksicht auf Verluste“ in die Transportkörbe gezwungen. Wie verzweifelt sie sich versucht haben, obwohl sie sonst nicht aggressiv reagieren, sich dagegen zu wehren, sieht man dann ja an den verkratzten Armen der Besitzern.

Das alleine für sich genommen wäre für sensible Katzen schon eine kleine bis mittlere Katastrophe. Das Ganze in einer Hauruckaktion durchzuziehen setzt noch eins drauf.

Jetzt sind die Katzen in einer ihnen völlig fremden Umgebung, bei fremden Menschen, und bei fremden Artgenossen, die sie nicht einschätzen können und nicht wissen ob Freund oder Feind.

Mich wundert das Verhalten dieser Katzen nicht im Geringsten.
Wenn es irgendwie möglich wäre, die Katzen in ihrer bekannten Umgebung zu versorgen, dann wäre das die beste Lösung.

Wenn nicht, dann würde ich sie in dem separaten Zimmer lassen, mit möglichst vielen Verstecken, Toilette und Fressen in unmittelbarer Nähe zu ihren Verstecken. dann werden sie zumindest nachts fressen und die Toiletten aufsuchen.
Möglichst selten stören und keinen Kontakt zu den anderen Katzen.
Ihr könnt die Situation für die Katzen vielleicht etwas erträglicher machen, wenn Ihr feliway benutzt:
http://www.feliway.de/

Das was den Katzen da passiert ist, ist eine schlimme Katastrophe und dass sie starr vor Angst sind und noch nichtmal fliehen, spiegelt ihre wirklich furchtbaren Ängste wieder die sie gerade durchleben.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass diese Erlebnisse nachhaltige Folgen haben können, selbst wenn sie dann wieder in ihr angestammtes Zuhause zurückkehren.

Gruß
Maja

Hallo,

ich möchte eigentlich nur ganz kräftig zustimmend nicken:

Wenn es irgendwie möglich wäre, die Katzen in ihrer bekannten
Umgebung zu versorgen, dann wäre das die beste Lösung.

Wenn nicht, dann würde ich sie in dem separaten Zimmer lassen,
mit möglichst vielen Verstecken, Toilette und Fressen in
unmittelbarer Nähe zu ihren Verstecken. dann werden sie
zumindest nachts fressen und die Toiletten aufsuchen.
Möglichst selten stören und keinen Kontakt zu den anderen
Katzen.

Genau so solltet Ihr es machen: Katzen alleine lassen in „ihrem“ Zimmer, damit sie sich wenigstens etwas sicherer fühlen (keine fremden Menschen und keine fremden Katzen mehr).

Wenn man sich eine neue Katze (dauerhaft) zulegt, dann braucht es leicht zwei Wochen (oder mehr), bis die „Alte(n)“ mit der „Neuen“ halbwegs zurechtkommen (d.h. sich gegenseitig respektieren und ohne Angst / Fauchen aus dem Weg gehen). Bei Euch ist das dann genau der Zeitpunkt, in dem Eure Gäste wieder gehen…

Hallo,

Hallo

Katzen sind extrem ortsgebunden und hassen nichts mehr, als
wenn sich ihre Umgebung ändert, oder sie an einen anderen
Platz gebracht werden.
Sie verkraften die Abwesenheit ihrer Menschen viel besser, als
Ortswechsel, weswegen Katzen bei Urlaub/Krankheit am besten in
ihrem angestammten Zuhause versorgt werden sollten.
Dabei macht es nichts, wenn die Katzen dabei mal weniger
Streicheleinheiten bekommen.

Wir waren vor 2 Wochen im Urlaub und haben auch lange überlegt, was wir mit unseren Katzen machen. Letztlich haben wir uns dafür entschieden, sie zu Hause zu lassen und zwei Freundinnen von mir sind dann täglich zum Füttern… vorbeigekommen. Sie waren zum ersten Mal für 2 Wochen ohne uns (sonst ab und an mal ein Wochenende. Ich habe aber auch Glück, dass sie dann immer von einer Freundin verpflegt und liebkost werden.) und natürlich haben wir uns schon Sorgen gemacht. Aber sie haben das prima verkraftet.

Mich wundert das Verhalten dieser Katzen nicht im Geringsten.
Wenn es irgendwie möglich wäre, die Katzen in ihrer bekannten
Umgebung zu versorgen, dann wäre das die beste Lösung.

Geht leider nicht. Die Besitzerin ist in den Urlaub geflogen, wir kommen nicht in ihre Wohnung.

Wenn nicht, dann würde ich sie in dem separaten Zimmer lassen,
mit möglichst vielen Verstecken, Toilette und Fressen in
unmittelbarer Nähe zu ihren Verstecken. dann werden sie
zumindest nachts fressen und die Toiletten aufsuchen.
Möglichst selten stören und keinen Kontakt zu den anderen
Katzen.

Gut, dass Ihr das schreibt. Wir hatten auch überlegt, dass es das Beste ist, sie in dem Zimmer zu lassen und möglichst nicht zu stören. Ist kein Problem, weil das Zimmer sonst nicht benutzt wird. Futter und Toilette sowie Kratzbaum und reichlich Verstecke sind da. Die Besitzerin hat daran gedacht, ihre Kuscheldecken mitzubringen.

Das was den Katzen da passiert ist, ist eine schlimme
Katastrophe und dass sie starr vor Angst sind und noch
nichtmal fliehen, spiegelt ihre wirklich furchtbaren Ängste
wieder die sie gerade durchleben.

Genau das tut mir so leid. Ich muss dazu sagen, dass ich die Besitzerin nicht kenne. Sie ist eine Kollegin von meinem Mann, war vor kurzem einmal bei uns kurz, um zu sehen, ob die Katzen hier wohnen könnten. Mir war sie nicht sonderlich sympathisch. Intuition?
Ich bin einfach wütend und verzweifelt, dass die Mietzen so leiden.
Klar, haben wir die Situation unterschätzt. Aber wir hatten vor kurzem die 2 Katzen von meinem Bruder bei uns - gleich alt und das hat problemlos geklappt. Die beiden sind allerdings auch nicht scheu und haben sich innerhalb von 2 Tagen mit meinen Katzen arrangiert. Daher hab ich gedacht, dass es dieses Mal zwar ruhiger zugeht, aber nicht so katastrophal.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass diese Erlebnisse nachhaltige
Folgen haben können, selbst wenn sie dann wieder in ihr
angestammtes Zuhause zurückkehren.

Argh - genau das habe ich auch schon befürchtet. Ich hoffe, dass die Besitzerin das mit viel Geduld wieder hinkriegt.

Jetzt sind es 3 Tage - sie haben nichts gefressen und wohl auch nichts getrunken, weil sie nirgends hingemacht haben. Ab wann wird es gefährlich? Ohne Futter ist sicher nicht lebensgefährlich - aber ohne Wasser? Und ohne Verdauung?

Traurige Grüße
Andrea

Hallo,

Wir waren vor 2 Wochen im Urlaub und haben auch lange
überlegt, was wir mit unseren Katzen machen. Letztlich haben
wir uns dafür entschieden, sie zu Hause zu lassen und zwei
Freundinnen von mir sind dann täglich zum Füttern…
vorbeigekommen. Sie waren zum ersten Mal für 2 Wochen ohne uns
(sonst ab und an mal ein Wochenende. Ich habe aber auch Glück,
dass sie dann immer von einer Freundin verpflegt und liebkost
werden.) und natürlich haben wir uns schon Sorgen gemacht.
Aber sie haben das prima verkraftet.

Das habt Ihr so genau richtig gemacht!

Gut, dass Ihr das schreibt. Wir hatten auch überlegt, dass es
das Beste ist, sie in dem Zimmer zu lassen und möglichst nicht
zu stören. Ist kein Problem, weil das Zimmer sonst nicht
benutzt wird. Futter und Toilette sowie Kratzbaum und
reichlich Verstecke sind da. Die Besitzerin hat daran gedacht,
ihre Kuscheldecken mitzubringen.

Gut, evtl. kann man das Zimeer auch etwas abdunkeln, das kann evtl. zusätzlich Sicherheit bieten, müßte man ausprobieren.

Genau das tut mir so leid. Ich muss dazu sagen, dass ich die
Besitzerin nicht kenne. Sie ist eine Kollegin von meinem Mann,
war vor kurzem einmal bei uns kurz, um zu sehen, ob die Katzen
hier wohnen könnten. Mir war sie nicht sonderlich sympathisch.
Intuition?

Ich weiß, dass Du es gut meinst.Keine Sorge.

Ich bin einfach wütend und verzweifelt, dass die Mietzen so
leiden.
Klar, haben wir die Situation unterschätzt. Aber wir hatten
vor kurzem die 2 Katzen von meinem Bruder bei uns - gleich alt
und das hat problemlos geklappt. Die beiden sind allerdings
auch nicht scheu und haben sich innerhalb von 2 Tagen mit
meinen Katzen arrangiert. Daher hab ich gedacht, dass es
dieses Mal zwar ruhiger zugeht, aber nicht so katastrophal.

Ja eben, scheue bzw sensible Katzen sind ein Kapitel für sich…

Argh - genau das habe ich auch schon befürchtet. Ich hoffe,
dass die Besitzerin das mit viel Geduld wieder hinkriegt.

Kann sein, dass sie die braucht. Das wird man sehen müssen.

Jetzt sind es 3 Tage - sie haben nichts gefressen und wohl
auch nichts getrunken, weil sie nirgends hingemacht haben. Ab
wann wird es gefährlich? Ohne Futter ist sicher nicht
lebensgefährlich - aber ohne Wasser? Und ohne Verdauung?

Hm…also ab 3 Tagen wird es kritisch. Hast Du denn auch das gleiche Futter wie die Besitzern der anderen katzen hat?
Vielleicht hilft es ganz leckere Sachen anzubieten…gekochtes Hähnchen, oder Fisch, manche mögen Rinderleber, oder Rinderhack (beides roh)

Katzen sind an sich heikle Trinker, viele bevorzugen ganz bestimmtes Wasser, die einen mögen es nur fliessend, die anderen nur abgestanden, es gibt auch welche die trinken von sich aus so gut wie gar nicht.

Ob sie dabei sind zu dehydrieren, kannst Du erkennen, wenn Du das Nackenfell mit 3 Fingern anhebst, und es stehen bleibt, also ein „Zelt“ bildet. Das wäre dann höchste Eisenbahn. (Dieser Test bedeutet zwar auch wieder Stress, aber in diesem Fall geht die Gesundheit vor)
Vielleicht kriegst Du sie mit Tricks zum Fressen:
Das ist zwar eine Seite für Katzen mit chronischen Nierenerkrankungen, aber möglicherweise kannst Du sie mit deren Tipps bestechen.
http://www.felinecrf.info/zum_fressen_motivieren.htm

Gruß und viel Glück
Maja

Hi

Katzen sind extrem ortsgebunden und hassen nichts mehr, als
wenn sich ihre Umgebung ändert, oder sie an einen anderen
Platz gebracht werden.
Sie verkraften die Abwesenheit ihrer Menschen viel besser, als
Ortswechsel, weswegen Katzen bei Urlaub/Krankheit am besten in
ihrem angestammten Zuhause versorgt werden sollten.

Auch wenn ich Deinem Posting ansonsten zustimme:

Wobei es da - wie immer bei Katzen - Ausnahmen gibt. So eine Ausnahme ist heute bei mir eingezogen und bleibt für ein Woche.
Der Kater meiner Eltern ist lieber bei mir, wo er doch mehr „Ansprache“ hat, als wenn er zuhause nur gefüttert wird und ansonsten den ganzen Tag keiner da ist. Allerdings kennt er mich gut und eigentlich hat er mich damals adoptiert als ich eine Katze für meine Mutter suchte. :wink:

Gruß
Edith

Huhu Edith,

Wobei es da - wie immer bei Katzen - Ausnahmen gibt. So eine
Ausnahme ist heute bei mir eingezogen und bleibt für ein
Woche.

Ja klar, natürlich gibt es solche Ausnahmen und das gar nicht mal soo selten. Sonst gäbe es ja keine Freigängerkatzen, die sich ein neues Zuhause suchen…aber, die machen das dann freiwillig, so wie Deiner freiwillig gerne bei Dir ist…
Nur hat man bei solchen „Entführungsaktionen“ selten die Zustimmung der hauptsächlich von dieser Aktion Betroffenen ;o)

Bei scheuen Sensibelchen gehe ich lieber vom schlimmsten der anzunehmenden Fälle aus, dann bin ich, -im Fall der Fälle- immer auf der sicheren Seite.

Ich hatte mal einen Kater, der war eigentlich keiner…nochnichtmal ne Katze, jedenfalls dem Verhalten nach. Wenn ich erzähle was der schon alles gedreht hatte…

Grüsse
Maja