Hi,
Ich hatte schon oft die Fixe Idee, eine eigene Gaststätte zu
betreiben (wer nicht …).
Wo kriegt man Infos,
z.B. beim Hotel und Gaststättenverband, einem Steuerberater, einem Kollegen der schon so einen Betrieb betreibt oder eben hier und von mir, ich war Geschäftführer so eines Betriebes.
- welche Genehmigungen man braucht
Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt in dessen Bereich Dein Gewerbebetrieb angesiedelt ist. Wenn Du also in Hamburg wohnst und die Betriebsstätte in Lübeck liegt, mußt Du zum Gewerbeamt in Lübeck.
Der Gewerbeschein kostete derzeit 15 Euro, viel mehr kann das heute auch nicht sein.
Teurer ist die (beim gleichen Amt) parallel zu beantragende Schankerlaubnis. Die kostet ca. 1000 Euro. 300 wurden sofort (für die Erteilung der „vorläufigen Schankerlaubnis“, der Rest bei der endgültigen Erteilung, 3 Monate später, fällig.
In der Zeit zwischen vorläufiger- und endgültiger Schankerlaubniserteilung hast Du nämlich ein paar Dinge beizubringen:
Gewerbeschein,Steueranmeldung des zuständigen Finanzamtes, bzw. Unbedenklichkeitsbeschinigung desselben.
Die Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamtes attestiert z. B., daß Du seitens des Finanzamtes „sauber“ bist und nicht womöglich noch Steuerschulden aus vorhergehenden Tätigkeiten vor Dir herschiebst.
Ggf brauchst Du ein Gesundheitszeugnis (kommt drauf an, ob Du selbst mit der Zubereitung von Speisen zu tun hast) und mußt die Teilnahme an einen Lehrgang für gastronomische Betriebsführung vorlegen.
Diesen kann man (gegen Gebühr) beim Gewerbeamt machen, dauert 2x 4 Stunden, nagel mich nicht fest, ich weiß es nicht mehr genau und kostet ca. 30 Euronen.
- welche regelmäßigen Kosten entstehen (Konzession,
Reinigungen, TÜV (?) …)
Zunächst ist da wohl die Pacht, wenn der Laden nicht Dein Eigentum ist.
Konzession zahlst Du nur einmalig, wie oben beschrieben. Dann kommen laufend die Leitungsreinigung (Pflicht) von einem authorisiertem Fachbetrieb dazu. Bei uns waren das alle 14 Tage 50 Euro, kommt wohl drauf an, wieviele Bierleitungen man so hat.
Hinzu kommen die Pflichtbeiträge zur Berufsgenossenschaft, abhängig von der Anzahl der im Betrieb tätigen Personen, also auch Du und vielleicht die Freundin oder Frau, auch wenn sie keinen Lohn oder Gehalt bekommen, bei uns waren das knapp 200 Euro im Jahr.
Sowie Du einen Fernseher und/oder Radio und/oder Musikveranstaltungen in Deinem Betrieb laufen hast, wird Gema fällig, Für FS und Radio auch GEZ. Man kann sich mit denen auch auf Pauschalen einigen.
Dann lebst Du mit Löhnen und Gehältern und den Arbeitgeberanteilen zu Sozialversicherung für diese.
Letztlich kosten Dich „gelbe Zettel“ auch Geld, da Du die fehlenden Mitarbeiter mit Aushilfen ersetzen mußt, die zusätzlich Lohn kosten.
Du solltest keinesfalls Energiekosten unterschätzen, wir lagen ohne Heizung bei 1000 Euro im Monat nur für Strom und Gas.
Und da Du mit der Gewerbeanmeldung auch diesem komischen Verein beigetreten bist, der sich Finanzamt nennt, hast Du monatlich die üblichen Abgaben wie Umsatzsteuer, Gewerbesteuer und Einkommensteur zu leisten.
Gewerbesteuer und Einkommensteuer fallen im ersten Jahr insofern nicht an, da man erstmal feststellen muß, wievie Du mit Deinem Laden verdienst, es kann aber nicht schaden hierfür Rückladen zu bilden.
- welche Qualifikationen man benötigt (Mixer-Lehrgang ?
Gesundheitszeugnis ?)
Beides keine Pflicht, kann aber nicht schaden. Oder aber Du kochst selbst, dann mußt Du natürlich ein Gesundheitszeugnis haben. Kostet glaube ich 20 Euro.
- was man bei Veranstaltungen beachten muß (Band/Kleinkunst)
Den Preis. Auch die kleinen Künstler kosten Geld. Rechne pro Kopf mit mind. 50 Euro die Stunde. Gema dafür kommt dann noch dazu, die zahlst Du, nicht der Künstler.
- wie das mit der GEMA geht
Du meldest die Geräte und jede Veranstaltung an und bekommst von der Gema die Rechnung. Für Geräte wird obendrein noch GEZ fällig.
mir fallen derzeit keine weiteren ein. Aber es sind auch so genügend.
Wenn ich mir überleg, daß unser Laden 20 Tische plus Thresen hatte, gut 200 qm groß war, Chef und Chefin mitgearbeitet haben und 1 Koch, 1 Kellner in Anstellung plus 1 Aushilfe beschäftigt waren, hatten wir jeden Monat 10.000 Euro feste Kosten um den Laden überhaupt nur öffnen zu können. Da hat man noch nicht für einen Cent Ware eingekauft, weder Getränke, noch für die Küche.
Hinzu kommt, daß Du so einen Betrieb zunächst ja auch ausstatten mußt. Du brauchst also erstmal die Geschäftsausstattung, sprich Möbel, Tische und Gestühl, Thresen, Bier-Schankanlage, Postmixschankanlage für Cola und Co., Kaffemaschine und Musikanlage und ggf. eine komplette Kücheneinrichtung. Da kommen schnell 100.000 Euro zusammen wenn man überlegt, daß eine gute Kaffemaschine allein zwischen 7 und 10 TSD Euro kostet.
Wenn ein Vorgänger vorhanden war, will der Geld für den Geschäftswert.
Und Du brauchst einen Warenanfangsbestand. Da verguckt man sich, was allein an Spirituosen zunächst so eingekauft werden muß. Hinzu kommen die verschiedenen Sorten Bier, daß in Fässern zu 50 L eingekauft werden muß, und das Grundsortiment für die Küche. Das ist auch schnell mehr als nur ein Tausender weg.
Du mußt auch überlegen, ob Du „fei“ oder „brauereigebunden“ arbeiten willst/kannst.
Du solltest 100.000 Euro im Rücken haben, sonst wird es eng oder (finaziert) eben sehr teuer.
Und dann werde ich mal weiter überlegen 
Ich wünsch Dir jedenfalls viel Glück,
Gruß,
Gerhard