Gasverbrauch ums fünffache gestiegen?

Hallo

Ich habe folgendes Problem:

Ich wohne seit 2005 in einer 40m² Altbau-Wohnung.
In den 3 Jahren 2005 - 2007 hatte ich einen jährlichen Gasverbrauch (Boiler für Heizung & Wasser) zwischen 1200 und 1500 kWh.

2008 soll mein Gasverbrauch nun auf 7400 kWh angestiegen sein.
In diesem Jahr wurde auch der Gaszähler ausgetauscht. Ich wurde über den Austausch des Gaszählers nicht informiert und hatte somit keine Gelegenheit mir den Zählerstand des alten Gaszählers zu notieren. Eine Kontrolle war mir also nicht möglich.

Der alte Gaszähler wurde entsorgt und existiert nicht mehr. Die Stadtwerke weisen darauf hin, dass der alte Gaszähler richtig abgelesen wurde und ein Fehler ihrerseits nicht möglich sei.

Zudem kommt noch dazu, dass ich Ende 2007 auch noch einen neuen Gasboiler bekommen habe.
Den alten Boiler mußte ich ganzjährig laufen lassen. (Winterschaltung: Heizung und Wasser / Sommerschaltung: Wasser)
Also lief der Boiler z.B. auch ein ganzes Sommerwochnende, obwohl ich gar nicht da war.

Den neuen Boiler (ein Niedertemperatur-Heizkessel) kann ich ausschalten und mache ihn nur an, wenn ich ihn brauche. Im Sommer bedeutet das, dass ich ihn 1-2x täglich anschalte, um Geschirr zu spülen oder zu duschen. Den Rest des Tages ist der Boiler aus.

Mit dem neuen Boiler müßte also meiner Meinung nach der Verbrauch deutlich niedriger liegen, keinesfalls aber 5x so hoch wie die anderen Jahre mit dem alten Gasboiler.

Das irgendwo Gas entweicht, konnte ich nicht feststellen. Auch im Winter, wo das Fenster geschlossen war, konnte ich keinen Gasgeruch wahrnehmen.

Muß ich den „angeblichen“ Gasverbrauch von 7400 kWh jetzt einfach hinnehmen oder habe ich eine Möglichkeit die geleistete Nachzahlung zurück zu fordern.

Beim schreiben fiel mir auf, dass der Beitrag vielleicht besser ins Rechtsbrett passen würde; aber jetzt lasse ich den Beitrag erst mal hier und bin gespannt auf Eure Meinung dazu.

Gruß
schatten/Manfred

Hallo Manfred,

vor vielen Jahren wurde zu einer Wohnung, in der ich damals wohnte, ebenfalls der Gaszähler ausgetauscht. Da ich seinerzeit noch jung und naiv war, kam ich gar nicht darauf den alten Zähler vor Abbau abzulesen.

Bei der nächsten Jahresrechnung wurde ein so horrender Verbrauch in Ansatz gebracht, dass ich eine mehrjährige Verschuldung befürchtete. Mein damaliger Lebensgefährte hat dann die zuständigen Stadtwerke aufgesucht und unter Hinweis auf die Vorjahre darauf bestanden, dass der berechnete Verbrauch gar nicht zustande gekommen sein konnte.

Er hat durch ruhige Argumentation bewirkt, dass der ausgebaute Zähler nochmals nachabgelesen wurde (für solche Fälle gibt es wohl eine Aufbewahrungpflicht, der Zähler befand sich in einem Lager der Stadtwerke) und siehe da, aus der Korrekturabrechnung resultierte eine Rückzahlung.

Gruß Rotraut

Hallo,

Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht für dich.

Die gute: Bei 1200 bis 1500 kWh/a auf 40 m² Wohnfläche würdest du in einem Haus auf Niedrigstenergiestandard (KfW 40 - bzw. jetzt „55“) wohnen. Das halte ich bei einem unsanierten Altbau für utopisch, da müsste realistisch das 5- bis 10-fache an Heizenergiebedarf rauskommen. Tut es ja auch - nach neuer Messung. Vermutlich war schlicht der alte Zähler defekt und hat viel zu wenig gemessen - und du bezahlt. Die schlechte Nachricht: Damit ist es nun wohl vorbei.

Gruß

smalbop

Hallo smalbop

Die gute: Bei 1200 bis 1500 kWh/a auf 40 m² Wohnfläche würdest
du in einem Haus auf Niedrigstenergiestandard (KfW 40 - bzw.
jetzt „55“) wohnen. Das halte ich bei einem unsanierten Altbau
für utopisch, da müsste realistisch das 5- bis 10-fache an
Heizenergiebedarf rauskommen.

Ich bin ziemlich kälteunempfindlich und heize kaum.
Küche: kein Heizkörper vorhanden
Bad und Flur: lediglich Heizung auf Sternchen, damit sie nicht einfriert.
Wohn- und Schlafraum: zwischen 12 und 16° Celsius

Gruß
schatten/Manfred

Hallo,

dumme Frage vielleicht, aber messen beide Zähler das Gas in kWh oder mass der Alte evtl. in m3?

MfG

Hallo ich_vogel

dumme Frage vielleicht, aber messen beide Zähler das Gas in
kWh oder mass der Alte evtl. in m3?

Beide, der alte und auch der neue, messen in m³

Gruß
schatten/Manfred

Hallo Rotaut

Mein damaliger Lebensgefährte hat
dann die zuständigen Stadtwerke aufgesucht und unter Hinweis
auf die Vorjahre darauf bestanden, dass der berechnete
Verbrauch gar nicht zustande gekommen sein konnte.

Wie gesagt, die Stadtwerke behaupten, dass der Zähler richtig abgelesen wurde.

Er hat durch ruhige Argumentation bewirkt, dass der ausgebaute
Zähler nochmals nachabgelesen wurde (für solche Fälle gibt es
wohl eine Aufbewahrungpflicht, der Zähler befand sich in einem
Lager der Stadtwerke)

Laut Stadtwerke existiert der Zähler nicht mehr.

Danke und Gruß
schatten/Manfred

Hallo,
nochmal: Die alten Verbräuche sind völlig unplausibel.
Allein für Warmwasser wäre bei sparsamen Verbrauch deutlich mehr
zu erwarten. Für Heizung dann nochmal einiges mehr.

Die 7500kWh sind also immer noch recht sparsam.
Gruß Uwi

Die gute: Bei 1200 bis 1500 kWh/a auf 40 m² Wohnfläche würdest
du in einem Haus auf Niedrigstenergiestandard (KfW 40 - bzw.
jetzt „55“) wohnen. Das halte ich bei einem unsanierten Altbau
für utopisch, da müsste realistisch das 5- bis 10-fache an
Heizenergiebedarf rauskommen.

Ich bin ziemlich kälteunempfindlich und heize kaum.
Küche: kein Heizkörper vorhanden
Bad und Flur: lediglich Heizung auf Sternchen, damit sie nicht
einfriert.
Wohn- und Schlafraum: zwischen 12 und 16° Celsius

Gruß
schatten/Manfred

Hallo Uwi

Die 7500kWh sind also immer noch recht sparsam.

Okay. Ihr habt mich überzeugt.
Werde also damit leben müssen, dass sich meine Nebenkosten mehr als verdoppelt haben.

Gruß und Dank an alle, die mir mit ihrem Rat geholfen haben.

schatten/Manfred

Hallo,

meines Wissens kann der Zähler gar nicht in kWh messen. Die Gasqualität schwankt und die Gaswerke errechnen auf Grund von Verbrauchskurven und den zu bestimmten Terminen eingespeisten Gasqualitäten den kWh-Wert aus dem m³-Wert.

gruß, Niels