Um die ethischen oder gesellschaftlichen Folgen von Gentechnik
qualifiziert diskutieren zu können, braucht man jeweils
nur äußerst geringe Kenntnisse über die Details der
tatsächlich angewendeten Technik. Ein Beispiel: Ich behaupte
an anderer Stelle, daß
- es potentiell möglich ist, mit der Gentechnik neue, sehr
gefährliche Mikroorganismen herzustellen.
Bei Deinem Bsp. eine ethische oder gesellschaftliche Folge zu diskutieren ist doch sinnlos, wenn es technisch nicht möglich ist, oder? Und über die technische Realisierbarkeit Deiner Killer-Bakties haben wir ja schon gesprochen. Auch habe ich begründet, WARUM es (die nächsten paar hundert Jahre, wenn überhaupt) nicht realisierbar ist, d.h. wo genau das Problem dabei liegt.
Warum nur behauptest Du es trotzdem immer und immer wieder???
Liest Du eigentlich nicht was ich schreibe ??? Oder vergißt Du es nach 1/100stel Sekunde wieder???
Mein Gott, „potentiell möglich“ ist auch, daß uns nächste Woche Außerirdische angreifen. Warum unternehmen wir eigentlich DAGEGEN nichts?
- man vorhandene Mikroorganismen sehr schnell und mit
geringem Aufwand vermehren kann.
Da sags’te mal was Wahres. Das machen wir schon seit, na vielleicht tausend Jahren.
- darum Gentechnik eine neue und größere Bedrohung darstellt
als jede bisherige Technologie.
(Bitte die Diskussion darüber an anderer Stelle.)
Ja, wirklich, dazu hab ich inzwischen an vielen anderen Stellen echt schon genug geschrieben.
Keines dieser Argumente ist mit einem Überfluß an Kenntnissen
über Gentechnik entstanden.
Na, das kann man wohl sagen, Amen.
Nun wäre es natürlich legitim, 1.
oder 2. sachverständig zu widerlegen,
gegen 1. gibt es ja Argumente, 2. wird keiner bestreiten.
aber solange nicht
a) der Beweis erbracht wird, daß gefährliche Organismen nicht
hergestellt werden können …
Die Argumente kennst du.
Und was Beweise betrifft:
Wo wurde je ein Beweis erbracht, den nicht wieder irgendjemand angezweifelt hat?
Und kannst Du mir vielleicht beweisen, daß nächste Woche NICHT die Außerirdischen angreifen?
denn ich behaupte nicht, daß morgen die Welt untergeht, noch
daß Gentechnik jemals schädliche Wirkungen haben wird.
Vielleicht darf ich dich mal an einige Deiner Behauptungen erinnern:
„Darum mache ich erstmal die Aussage: Gattaca ist eine realistische Darstellung der Zukunft.“ (20.9.2000 12:36 Uhr)
„Ich meine das Ende der Menschheit“ (auf meine Frage wo denn genau die große Gefährdung der Gentechnik liegt) (20.9.2000 15:56 Uhr)
„Gentechnik ist dazu geeignet, große Teile des Lebens auf der Erde zu töten.“ (20.9.2000 15:56 Uhr)
„Für das Splicing von, sagen wir, ein paar AIDS-Genen in ein Grippevirus brauchen wir in ein paar Jahren wahrscheinlich ein kleineres Labor, einen Wissenschaftler und zwei Helfer“ (20.9.2000 15:56 Uhr)
„Man kann (bald) mittels Gentechnik Eigenschaften verschiedener Krankheitserreger kombinieren, so daß sich eine apokalyptische Seuche ergibt, und zwar ohne mehr als ein Monatsgehalt für Material auszugeben. … AIDS mit Tröpcheninfektion und einer Inkubationszeit von wenigen Monaten fällt mir ein.“
(20.9.2000 19:45 Uhr)
Ganz schön weit aus dem Fenster gelehnt für einen, der vor 15 Jahren Bio abgewählt hat, was? Und dann auch noch gegenüber jemandem, der in Molekularbiologie promoviert hat, es ist wirklich kaum zu glauben. Fast schon eine Komödie.
Ich behaupte, daß eine deutlich sichtbare Möglichkeit
der Gefährdung besteht, und daß man darum mißtrauisch sein
sollte.
Was von Deinen Behauptungen zu halten ist, wissen wir ja nun inzwischen. Weitere Bemerkungen kann mir wohl ersparen.
In diesem Sinne bin ich in der Lage, eine sachkundige
Diskussion über Gentechnik zu führen.
Von Sachkunde hab ich leider noch nichts bemerkt, seufz!
Insbesondere ist auch
jemand, der dies nicht in Worte fassen kann oder will, in der
Lage, die gleiche Argumentation ‚aus dem Bauch heraus‘ zu
führen, weil 1. und 2. fast schon zum Alltagswissen gehören.
Na, dann würde ich doch vorschlagen, die Diskussion über die Zukunft der Gentechnik von meinem kleinen fünfjährigen Neffen und seiner neunjährigen Schwester führen zu lassen.
Indem Du nur meßbare Fakten gelten läßt, behauptest Du
unbewiesen , daß ‚Gefühle aus dem Bauch‘ nicht relevant
sind. Auch hier stört mich vor allem, daß Du Deine Sicht der
Dinge nicht beweist, außer durch immer neue Verweise (und
Kreisschlüsse) auf Rationalität, Objektivität und ähnliche
Begriffe.
Zu den Bauchgefühlen und ihrer Bedeutung für realistische Zukunftsprognosen über die Gentechnik hab ich mich ja inzwischen schon ausreichend ausgelassen. Und wohl auch ausreichend verdeutlicht mit dem Beispiel vom Computer-Kauf.
Wir brauchen uns doch nicht immer weiter im Kreis zu drehen, oder?
Um das deutlich zu machen: Ich meine auch, daß man bestimmte
Grundlagen haben sollte, und seine Meinung auch begründen
sollte,
Das ist schon mal gut.
bin aber nicht bereit, nicht-systematische
Begründungen von vornherein zu verwerfen.
Du brauchst jetzt nicht schöne verschleiernde Worte für dein mit-dem-Bauch-Denken zu finden! Nenn es ruhig beim Namen.
Du bezeichnest
nicht-meßbare Argumente als „wilde Behauptungen“.
Nein, ich habe wilde Behauptungen als „wilde Behauptungen“ bezeichnet.
Ein wichtiger Einzelpunkt: Nicht wissenschaftliche
Erkenntnisse allein sind entscheidend für ihre Anwendung.
Nicht-wissenschaftliche Erkenntnisse sind allein entscheidend für die Anwendung nicht-wissenschaftlicher Erkenntnisse ???
Von was redest Du eigentlich???
In
der Vergangenheit ist es schon wiederholt zum
gesellschaftlichen Mißbrauch von (angeblichen oder
tatsächlichen) wissenschaftlichen Erkenntnissen gekommen.
Und das beweist ÜBERHAUPT NICHTS.
Zu
einer vollständigen Diskussion gehört also, sich darüber klar
zu werden, ob Gentechnik in dieser Hinsicht eine Gefahr
darstellt.
In welcher Hinsicht? Ob sie mißbraucht werden kann?
Meine Güte, alles kann mißbraucht werden, mit nem Brotmesser kann man auch locker einen Menschen erstechen.
Von dem möglichen Mißbrauch von Sequenzdaten durch Versicherungen wurde ja schon gesprochen. DAS ist etwas realistisches, das man im Auge behalten sollte, nicht deine abgehobenen Apokalypse-Ideen.
Spätestens hier sind technische Argumente
nebensächlich, weil es vor allem um die Wahrnehmung einer
breiten Öffentlichkeit geht.
Genau das ist ja das Drama: dass technische Argumente in der Wahrnehmung der breiten Öffentlichkeit kaum eine Rolle spielen.
Melissa
))
romoviert hat, es ist wirklich kaum zu glauben. Fast schon eine