Gazverbrauch

Hallo,

Der Gazpreis wird demnächst wieder gestiegen. Es ist auch Grund, um zu wissen, ob mein Gazverbrauch noch runten schrauben kann:
Also unser Familienhaus (140 qm) verbraucht für Heizung+Warmwasser+Kochen ca. 2600 m3/ Jahr (in Berlin muss ich zuletzt dafür 1400 Euro zahlen). Was meint Ihr ? zuviel, OK, wenig ?

Danke für Eure Meinungen

Xiu Mai

Hallo!

…unser Familienhaus (140 qm) verbraucht für
Heizung+Warmwasser+Kochen ca. 2600 m3/ Jahr (in Berlin muss
ich zuletzt dafür 1400 Euro :zahlen). Was meint Ihr ? :zuviel, OK, wenig ?

Die Kosten liegen im Rahmen des Üblichen. Von kurzfristigen Schwankungen abgesehen, ist nach meiner Einschätzung längerfristig mit erheblicher Verteuerung aller Energieträger zu rechnen. Damit meine ich nicht ein paar Prozent, sondern einen mehrfach höheren Preis. Immerhin sind die Vorräte endlich und der weitaus größte Teil der Menschheit beginnt gerade erst, nennenswert am Energie- und Rohstoffmarkt in Erscheinung zu treten.

Den steigenden Kosten werden wir im wesentlichen mit niedrigerem Verbrauch zu begegnen haben. Stichworte sind gute thermische Isolierung und Haustechnik. Letztere kommt im Bereich privat genutzten Wohnraums bisher kaum vor. Eine Maßnahme sind großflächige Heizkörper mit niedriger Vorlauftemperatur. Im Idealfall werden die Gebäudeflächen oder Teile davon (Fußböden, Decken, Wände) zu Heizkörpern. In Kombination mit thermischen Solarelementen auf dem Dach und einem Speichertank läßt sich die Rechnung für Öl oder Gas auf eine andere Größenordnung drücken. Eine weitere Maßnahme besteht in der Wärmerückgewinnung der Lüftung.

Damit ist das Ende der Spar-Fahnenstange noch längst nicht erreicht. Mit automatischer Anpassung der Raumtemperatur an den individuellen Bedarf läßt sich weiterer Energieeinsatz einsparen. Mit intelligenten Lösungen der Verglasung wird Sonneneinstrahlung über die Fenster genutzt, Abstrahlung minimiert und bei Bedarf beschattet. Mit überschaubarem weiteren Technikaufwand läßt sich das Gebäude im Sommer mit wenig Energieeinsatz kühlen. Der Energieeinsatz läßt sich so weit reduzieren, daß außer zum Kochen und an wenigen extrem kalten Tagen überhaupt kein Gas mehr gebraucht wird.

Im Moment erschöpft sich die „Haustechnik“ i. d. R. in der Anzahl der Steckdosen. Nur selten ist ein Architekt beteiligt, der seinen Entwurf in Richtung Energiebedarf optimieren kann. Wenn man zusätzlich die Selbstverständlichkeit verlangt, daß das Haus nach einem Leben der Abzahlerei von den inzwischen alten und klapprigen Bewohnern alten- und behindertengerecht bewohnbar ist, findet man kaum noch ausreichend qualifizierte Planer und leider sind nur wenige Bauherren bereit, für solche elementar wichtige Planung zu bezahlen.

So, genug gemeckert. Einige Anregungen, z. B. die Wärmerückgewinnung über die Lüftung und in vielen Fällen auch die solare Heizungsunterstützung, lassen sich nachträglich realisieren.

Gruß
Wolfgang

Hallo Xiu Mai,
nur zum Vergleich:
In einem Haus mit ähnlicher Wohnfläche verbrauchten wir 31.228 kWh (keine Ahnung was das in m3 ist) und bezahlten in Frankfurt 1321 € (inkl. Steuern)
Wir haben ein schlecht bis gar nicht isoliertes Haus, heizen und kochen mit Gas. Wir haben eine alte Heizung.
D. h. mit den Massnahmen die Wolfgang bezeichnete, wäre einiges noch rauszuholen.
Ich hoffe ich konnte ein wenig zur Klärung beitragen…
LG und schönen Tag,
Conny

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]