GBP Britsche Pfund

Hallo,

steht der Pfund so schlecht oder der Euro so gut?
Was ist der Grund und wie lang kann man dem Einkaufsboom in UK noch fröhnen?

Dank & Gruß
/olli

Hallo,

steht der Pfund so schlecht oder der Euro so gut?
Was ist der Grund und wie lang kann man dem Einkaufsboom in UK
noch fröhnen?

im Augenblick flüchten viele aus dem Pfund. Das ist mit der Entwicklung des Dollars zu Beginn der Krise zu vergleichen. Dann wird die Gegenbewegung kommen, wenn die Briten die Auslandsvermögen repatriieren. Wie heftig die Gegenreaktion ausfallen wird, läßt sich kaum sagen; zumindest kenne ich das Volumen des Auslandsvermögens der Briten nicht.

Anschließend wird das Pfund dann vermutlich wieder abstürzen. Wann und wie stark die Entwicklung dann stattfinden wird, kann man nicht vorhersagen. Ein Staatsbankrott der Briten wird sich aber sicherlich nicht positiv auf den Pfund-Kurs auswirken.

Gruß
Christian

also mal abgesehen von der Pfundschwäche, die mehr oder weniger mit „Ansage“ war,

Denkst DU wirklich dass ein Staatsbankrott in einem europäischen Land analog Argentinien kommen kann. das de facto mehrere Staaten pleite sind schon klar, aber das kann bzw will ich mir gar nicht vorstellen bzw die Auswirklungen, kann ein wahrlicher Dominoeffekt in Europa hervorrufen und dann glaub ich sind die bunten schnipsel Papier die wir mit uns herumtragen nichts mehr wert, Edelmetalle in kleinen stückelungen und Ackerland wäre dann die Alternative.

Wirklich vorstellbar??

Hallo,

Denkst DU wirklich dass ein Staatsbankrott in einem
europäischen Land analog Argentinien kommen kann.

man schaue sich die Spreads an, die für Anleihen bestimmter Länder gezahlt werden. Die implizieren bspw. für Irland eine Ausfallwahrscheinlichkeit von 15 % für drei Jahre.

ich mir gar nicht vorstellen bzw die Auswirklungen, kann ein
wahrlicher Dominoeffekt in Europa hervorrufen und dann glaub
ich sind die bunten schnipsel Papier die wir mit uns
herumtragen nichts mehr wert, Edelmetalle in kleinen
stückelungen und Ackerland wäre dann die Alternative.

Wirklich vorstellbar??

Ob Du Dir das vorstellen kannst, ist doch nicht der Maßstab, oder? Der Markt stellt sich das jedenfalls vor und bezieht das in die Preise ein.

Gruß
Christian

ich gebe dir recht in den heutigen Zeiten ist alles vorstellbar, auch die tatsache dass der Spread bei einem amerikanischen Konservenhersteller geringer ist als bei der USA. Verrückte Welt.

dass die Spreads bei Gb im 3 jahresbereioch so sind ist schon klar, nur de faxto ist im Moment Island auch noch nicht Pleite.

Die Frage die ich gestellt habe ob ein solches Land wirklich gegen die Wand gefahren lassen wird oder obs nicht irgendwelche Instrumente der „Rettung“ geben wird, wie auch immer die aussehen.

Die Frage ist, schaut der rest Europas und der IWF hier tatenlos zu und lässt einen Ausfall GB´s tatsächlich zu. Das kann ich mir im Moment zumindest nicht vorstellen!

ZinsesZins läßt grüßen
Hallo,

(1) In jede Dekade verdoppelt sich wohl, über längere Zeiträume betrachtet, das Einlagen-Volumen der Banken.
(2) Diese müssen für diese Passiva entsprechend Aktiva aufbauen ( sprich Kredite vergeben), um ausgeglichene Bilanzen zu haben.
(3) Daraus ergibt sich, daß es eine ausgesprochene Privat-Verschuldung
gibt, die insgesamt schädlich ist. (kaufe heute, zahle morgen)
(4) Industrie und Handwerk leiden ebenso, können nichts mehr kaufen, keine Kredite mehr aufnehmen (kein Zeitpunkt, schleichend verstärkt).
(5) Um die Banken-Bilanzen zu entlasten wurde allerlei Schnickschack erfunden (Arbeitslos? macht nix, kauf einfach mal ein Haus; Stufe 2 : CDS für die Banken, fällt der Kreditnehmer aus, macht nix, jemand wird schon zahlen)
(6) Da die Welt zwar keine Flächenbegrenzung, aber leider doch begrenzt ist ( die dritte Dimension macht es möglich), kann das exponentielle Zineszinswachstum irgendwann nicht mehr weiter statt finden. Diesen Zeitpunkt hatten wir bereits vor einigen Jahren erreicht.
(7) Aufgrund von (5) wurde (6) immer weiter in die Zukunft geschoben, aber nun gibt es wohl nur noch eine letzte „verzögerungs“ Waffe, der Kauf von Bonds und Staatssicherheiten (sprich wir zahlen).
(8) Auch (7) wird bald wirkungslos, und dann wird etwas über uns hereinbrechen, daß mit cleveren Mitteln versucht wurde, auf zu halten. In sehr kurzer Zeit werden wir uns fragen, wie das alles so gut funktionieren konnte und warum wir es nicht etwas mehr genossen hatten.
(9) Wir werden uns auch fragen, warum es auf einen Schlag nicht mehr so funktioniert wie vorher.
(10) Diese Frage (9) sollten wir uns besser jetzt stellen, um die richtigen Entscheidungen zu treffen, bevor (8) eintritt.

Wer in meinen Aussagen einen Fehler findet möge hier bitte antworten.

nicht ganz positiv,

Uwe P.

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Guten morgen,

ich gebe dir recht in den heutigen Zeiten ist alles
vorstellbar, auch die tatsache dass der Spread bei einem
amerikanischen Konservenhersteller geringer ist als bei der
USA. Verrückte Welt.

wieso? Letzten Endes ist doch die Zahlungsfähigkeit der US-Regierung davon abhängig, was die Steuerzahler (also Privatpersonen und Unternehmen) aufbringen können. Insofern ist die von Dir dargestellte Bonitätseinschätzung (und nichts anderes geben die Spreads ja wieder) schon recht aufschlußreich.

dass die Spreads bei Gb im 3 jahresbereioch so sind ist schon
klar, nur de faxto ist im Moment Island auch noch nicht
Pleite.

Das ist nur eine Frage der Definition. Tatsache ist, daß bei Island der lender of very last resort einspringen mußte, nämlich der IWF.

Die Frage ist, schaut der rest Europas und der IWF hier
tatenlos zu und lässt einen Ausfall GB´s tatsächlich zu. Das
kann ich mir im Moment zumindest nicht vorstellen!

Es sind so viele Dinge passiert, die sich so viele Menschen nicht vorstellen konnten. In diesem Fall stellt sich die Frage, wer imstande sein könnte, einen Staat wie Großbritannien zu stützen.

Gruß
Christian

Nichterklärungen für nichts
Guten morgen,

(1) In jede Dekade verdoppelt sich wohl, über längere
Zeiträume betrachtet, das Einlagen-Volumen der Banken.

seit 1948 war das Wachstum wesentlich stärker, nur hat es sich gerade in den letzten 20 Jahren stark verlangsamt. In den letzten zehn Jahren lag das Wachstum gerade mal bei 30%.

Bei etwas weniger böswilliger Betrachtung könnte man daraus schließen, daß der Wohlstand in den vergangenen 60 Jahren erheblich gewachsen ist. So wurden aus 2,3 Mrd. DM Einlagen im Jahre 1948 35 Mrd. Ende 1958 und 126 Mrd. Ende 1968. Finde ich nicht weiter schlimm.

(2) Diese müssen für diese Passiva entsprechend Aktiva
aufbauen ( sprich Kredite vergeben), um ausgeglichene Bilanzen
zu haben.

Wenn Kreditinstitute Kredite vergeben, sieht man das auf der Aktivseite. Auf der Passivseite sind Einlagen/aufgenommene Kredite und das Eigenkapital.

(3) Daraus ergibt sich, daß es eine ausgesprochene
Privat-Verschuldung
gibt, die insgesamt schädlich ist. (kaufe heute, zahle morgen)

Verschuldung ist weder per se schädlich noch hat das was mit den o.g. Punkten zu tun.

(4) Industrie und Handwerk leiden ebenso, können nichts mehr
kaufen, keine Kredite mehr aufnehmen (kein Zeitpunkt,
schleichend verstärkt).

Das ist auch völlig falsch.

(5) Um die Banken-Bilanzen zu entlasten wurde allerlei
Schnickschack erfunden (Arbeitslos? macht nix, kauf einfach
mal ein Haus;

Wieso das bilanzentlastend wirken sollte, wird Dein Geheimnis bleiben. So oder so ist diese Kreditvergabepraxis nie so recht in Gang gekommen.

Stufe 2 : CDS für die Banken, fällt der
Kreditnehmer aus, macht nix, jemand wird schon zahlen)

Äh ja, CDS für Privatpersonen. Sicher sicher.

(6) Da die Welt zwar keine Flächenbegrenzung, aber leider doch
begrenzt ist ( die dritte Dimension macht es möglich), kann
das exponentielle Zineszinswachstum irgendwann nicht mehr
weiter statt finden. Diesen Zeitpunkt hatten wir bereits vor
einigen Jahren erreicht.

Prädikat: völlig wirr. Da es anschließend nicht besser wird, enden meine Kommentare hier.

Wer in meinen Aussagen einen Fehler findet möge hier bitte
antworten.

Sehr gern geschehen.

C.

Aber Christian, wenn Du oben daran zweifelst, wie ein Staat wie UK zu stützen sein soll, dann kommt Ihr doch letztendlich, und ehrlich, auch wenn ich´s selber langsam nicht mehr gernbe bin, ehrlich meine ich, und lieber wegschaue, zum selben Ergebnis???
UK bankrott, und dann???

Gruß,Zahira

Aber Christian, wenn Du oben daran zweifelst, wie ein Staat
wie UK zu stützen sein soll, dann kommt Ihr doch letztendlich,
und ehrlich, auch wenn ich´s selber langsam nicht mehr gernbe
bin, ehrlich meine ich, und lieber wegschaue, zum selben
Ergebnis???

Ich bin ein großer Freund von Schachtelsätzen, aber den Satz verstehe ich nicht.

UK bankrott, und dann???

Schaun mer mal.

Gruß
Christian

Aber Christian, wenn Du oben daran zweifelst, wie ein Staat
wie UK zu stützen sein soll, dann kommt Ihr doch letztendlich,
und ehrlich, auch wenn ich´s selber langsam nicht mehr gernbe
bin, ehrlich meine ich, und lieber wegschaue, zum selben
Ergebnis???

Ich bin ein großer Freund von Schachtelsätzen, aber den Satz
verstehe ich nicht.

Er sagt, es kracht, und zwar richtig, und führt seine Begründung an, die Du in Frage stellst.
Du sagst aber auch es kracht, zunächst mal in UK, aber dass das sehr krachende Folgen für Gesamteuropa hat, setzte ich mal einfach vorraus.
WIe auch immer Ihr argumentiert, das Ergebnis scheint mir das selbe zu sein, mehr wollte ich gar nicht sagen.

Noch mehr aber interessiert mich, wie dürfen wir uns einen Staatsbankrott in UK, einem Land, das wohl tatsächlich kaum auffangbar ist vorstellen???
Das würde mich persönlich besonders interessieren, nicht zuletzt, weil ich familiär eng an UK gebunden bin.
Da gab es kürzlich das Zitat eines Ministers, genau weiss ich´s nicht mehr, so in etwas „The banks are fucked, the government is fucked, England is fucked“.
Das ganz öffentlich.Mir wird es langsam ein wenig kalt.

Gruß,
Zahira

Hallo,

Er sagt, es kracht, und zwar richtig, und führt seine
Begründung an, die Du in Frage stellst.
Du sagst aber auch es kracht, zunächst mal in UK, aber dass
das sehr krachende Folgen für Gesamteuropa hat, setzte ich mal
einfach vorraus.
WIe auch immer Ihr argumentiert, das Ergebnis scheint mir das
selbe zu sein, mehr wollte ich gar nicht sagen.

wer ist „Ihr“? Ich rede für mich und nur für mich.

Noch mehr aber interessiert mich, wie dürfen wir uns einen
Staatsbankrott in UK, einem Land, das wohl tatsächlich kaum
auffangbar ist vorstellen???

Tja, mal schauen. Man muß doch bereit sein, sich mal überraschen zu lassen.

Das würde mich persönlich besonders interessieren, nicht
zuletzt, weil ich familiär eng an UK gebunden bin.
Da gab es kürzlich das Zitat eines Ministers, genau weiss
ich´s nicht mehr, so in etwas „The banks are fucked, the
government is fucked, England is fucked“.

Ich finde die englische Sprache aufgrund ihrer charmanten Präzision mitunter einfach nur Klasse.

Das ganz öffentlich.Mir wird es langsam ein wenig kalt.

Wer weiß, vielleicht kannst Du demnächst günstig mit Pfundnoten heizen.

Gruß
Christian

steht der Pfund so schlecht oder der Euro so gut?
Was ist der Grund und wie lang kann man dem Einkaufsboom in UK
noch fröhnen?

Hallo,

ich probiere es mal mit einer weiteren Antwort. Gründe für das niedrige Pfund sind:

  1. niedrige Zinsen im UK im Vergleich zur Eurozone,
  2. Probleme im Bankensektor, der so groß ist, dass er wahrscheinlich nicht gerettet werden kann. Siehe hierzu Willem Buiter von der FT: http://preview.tinyurl.com/9nldk2
  3. die Exporte des UK brechen ein. Sie bestanden zu großem Teil aus Finanzdienstleistungen, u.a. Hedge Funds in der City. Diese werden nicht mehr nachgefragt, daher tauschen einige ihre Pfund in andere Währungen um (u.a. in Euro)

Dazu sind die Briten von der Immobilienkrise im eigenen Land betroffen, die mit hoher Verschuldung der Privathaushalte einhergeht. Alles zusammen könnte dazu verleiten, die mittelfristige Wachstumsperspektive im UK als relativ niedrig anzusetzen. Dies würde für einen dauerhaft niedrigen Pfundkurs sprechen in der Nachbarschaft von grob 1 zu 1. Genau kann das natürlich niemand sagen, also bitte diese Vorhersage nicht für bare Münze nehmen. (Es ist eine grobe Vorhersage. Wer weiß, was in den nächsten Monaten noch passiert.)

Gruss,
Dirk