GbR als Kostenteiler, wie funktioniert das?

Servus Cirwalda,

meines Erachtens ist hier jede Aufteilungsmethode möglich, die nachvollziehbar und nach objektiven Kriterien erfolgt.

Es wäre also denkbar, in die FiBu eine Kostenrechnung zu integrieren, in der periodenweise die einzelnen Aufwendungen nach einer Art Logbuch zugerechnet werden. Das würde im Fall Toner mit einem Drucker erfolgen, der mit persönlichher Zugangsberechtigung die einzelnen Ausdrucke, Kopien, Scans etc. pro Nutzer zählt, so daß eine Aufteilung nach Maßgabe der abgelesenen Zählerstände erfolgen kann. Die Bürohilfskraft würde z.B. nach angefangenen halben Stunden verteilt, für die Heizung könnte man den Verbrauch festhalten, der jeweils abgelesen wird, wenn einer der beiden Partner, beide oder keiner von beiden im Büro waren. Für die Kaffeemaschine eine Strichliste usw. usw.

Ausscheiden wird hier wahrscheinlich aus steuerlicher Sicht eine Aufteilung der Aufwendungen nach Maßgabe der von den beiden Partnern für die GbR erzielten Erlöse, weil es dann an der Objektivität der Kriterien fehlt.

Technisch lässt sich das alles machen, wobei sich die Frage, ob der Aufwand zum erzielten Nutzen in irgendeinem Verhältnis steht, sich gar nicht erst stellt. Vermutlich darf man dann die 400-€-Kraft auf wenigstens 800€ aufstocken.

Der Anhang zum GbR-Vetrag, der hier Punkt für Punkt die Aufteilung regelt, dürfte einige Ähnlichkeiten mit einem örtlichen Telefonbuch haben.

Was meinst Du: Wäre eine unterschiedliche Zurechnung pro Sachkonto aus der Sicht der Besteuerung möglich, wenn sie wie oben skizziert durchgeführt wird?

Schöne Grüße

MM

Hallo,

wie die Überschrift schon sagt, versuche ich jetzt nochmal, die Sache so zu lösen, wie ich es sinnvollerweise tun würde.

A+B wissen selbst am Besten, aus jahrelanger beruflicher Erfahrung, welche Kosten tatsächlich durch A oder B verursacht werden.
Keinesfalls würde ich einzelne Rechnungen aufteilen. Auch eine monatsgenaue Abgrenzung erachte ich als zu aufwendig.

Aus vorjährigen Beobachtungen müsste festzustellen sein, dass A zum Beispiel 75% des Büromaterials verbraucht, B aber nur 25%.
Nun nimmt man am Ende des Jahres die Rechnungen über Büromaterial und ordnet diese sinnvoll A und B so zu, dass in etwa eine 75:25 Zuteilung entsteht. Also einfach 2 Stapel machen und die Rechnungen dorthin sortieren.

Diese Schlüssel bei allen Kosten ermitteln und haufenmäßg sortieren.

Es ist Versicherungsbranche? Dann haben wir auf dese Art während des Jahres auch kein Problem mit Umsatzsteuer-Voranmeldungen.

Die 400-Euro-Kraft würde ich komplett dem zuordnen, der sie mehr in Anspruch nimmt. Sonst gibts nur wieder Verwicklungen mit der Agentur für Arbeit oder der Bundesknappschaft.

Diese Lösung ist auf jeden Fall einfacher, als eine GbR zu grüden.
Und vor allem auch kostengünstiger. Die GbR muss nämlich eine eigene Steuererklärung machen, die der Steuerberater nicht kostenlos macht.
Außerdem wurde ja schon geschildert, dass es mehr als fraglich ist, ob das Finanzamt diese GbR überhaupt anerkennen würde. IMHO könnte hier ein Beratungsfehler vorliegen.

Ich hoffe mit diesen Ausführungen noch etwas zur Aufklärung beigetragen zu haben.

Gruß
Lawrence

Hi,

meines Erachtens ist hier jede Aufteilungsmethode möglich, die
nachvollziehbar und nach objektiven Kriterien erfolgt.

Eine Aufteilung nach deinem Vorschlag würde ich akzeptieren, nur ob es wirtschaftlich sinnvoll ist, sich so viel Mühe zu machen, steht auf einem anderen Blatt.
Zurück zum Ausgangsfall: " Herr A und Frau A (verheiratet)"

Bei einer Zusammenveranlagung werden beide Betriebsergebnisse sowieso zusammengerechnet und das bisschen Auswirkung auf die Gewerbesteuer -falls es eine gibt- wäre mir wurscht. Ich würde nur prüfen, ob die Betriebsausgaben überhaupt betrieblich veranlasst sind und gut…

Schöne Grüße
C.

(den Rest vom Zitat hab ich weggenommen, ist wohl in Deinem Sinn - MM)

Hi,

Das war aber genau die Frage.

siehe Antwort von Martin May

Das Problem ist folgendes. Beide
Gesellschafter arbeiten im selben Job, nutzen die Ressourcen
aber unterschiedlich. In einem Monat benutzt der eine für eine
Mailingaktion mehr Toner und mehr Briefmarken, als der andere
usw.

dir ist aber klar, dass die Betriebsergebnisse bei Ehegatten für die Berechnung der Einkommensteuer zusammengerechnet werden?
Es ist deshalb egal, wie die Betriebsausgaben aufgeteilt werden.

aber wie es aussieht scheint das ja eine unmögliche Sache
zu sein.

na, das hat keiner behauptet. Es ist jedoch zu überlegen, ob es wirtschaftlich sinnvoll ist, eine kunstvolle Aufteilung vorzunehmen, die zu keiner anderen Einkommensteuerfestsetzung führt.

Ein Steuerberater kriegt das hin, wo ist dann das Problem?

Das Problem ist, dass ich es gerne verstehen möchte, wie es
geht

Grundrechenarten
keine willkürliche Aufteilung
sonst ist uns insgesamt nichts zu beachtendes eingefallen

dafür ist doch dieses Brett da, oder?

und Antworten hast du auch bekommen

Schöne Grüße
C.

Ich bin selbst Experte ein Brett tiefer (Versicherung) und
versuche im übrigen immer die Fragen richtig und so zu
beantworten, dass auch ein Laie sie versteht. Aber
offensichtlich geht das in diesem Brett hier nicht.

Ich sehe, dass offensichtlich einem Laien hier nicht geholfen
werden will.

=> als experte sollte dir dann ja auch klar sein, dass, nur weil man dir anscheinend nicht helfen kann, weil hilfe hier offensichtlich nicht erwünscht, es alles andere als konstruktiv ist als zu pauschalisieren.

denn anderen kann und konnte hier offensichtlich geholfen werden, wenn man sich die anderen fragen und antworten durchliest.

und mit sicherheit ist es auch dir als experte auf deinem spezialgebiet schon mal passiert, dass eine frage nicht zufriedenstellend beantwortet werden konnte. und dennoch wurde die existenz deines spezialgebietes nicht in frage gestellt.

schade für die, die sich zeit hier genommen haben.

Hallo Lawrence,

Ich hoffe mit diesen Ausführungen noch etwas zur Aufklärung
beigetragen zu haben.

Hast Du, danke. Das dumme ist, dass diese GbR bereits gegründet wurde und nachteilig ist, dass einer der Partner erst im Juni dazu kam, demenstprechend die Erfahrungswerte hinsichtlich der Kosten nur für eine Seite vorliegen, aber das ist auf jeden Fall mal ein Ansatz.

Glücklicherweise zieht die Firma demnächst um, was uns ermöglicht diesen Fehler nicht noch einmal zu machen.

Abschließend vielen Dank, dass Du Dir nochmal die Mühe gemacht hast es aufzudröseln.

Viele Grüße

Andreas