Gebäudeversicherung

hallo,
mal eine Frage an alle: sollte, wie früher in BadenWürttemberg es gesetzlich war, die Gebäudeversicherung zwangsweise sein?
Dann kommt so etwas nicht mehr vor, wie ein Hausbesitzer in einem deutschen Überschwemmungsgebiet sich aufgeregt hat, dass das Land ihm den Schaden nicht ersetzt hat.
Da glauben einige, so eine Versicherung sei überflüssig, den Beitrag könnte man sich sparen. Und wenn´s mal dicke kommt, dann muss die Allgemeinheit herhalten.
Denkt da mal an die Schröderwahlhilfe im Odergebiet, an die Überschwemmungen in Bayern (19…).
Anlass zu dem Gedanken hatte ich, weil ein Kollege von mir als er aus dem Urlaub zurück kam seine Eigentums-Wohnung samt Büro total ausgebrannt vorfand. Alles weg: Kleider Möbel, Bücher, Daten, Unterlagen…
Was meint Ihr zu einer Zwangsversicherung (gleichgültig bei welcher Gesellschaft)?
Grüße
Raimund

Hallo Raimund,

ob die Gebäudeversicherung ein gesetzlicher Zwang sein sollte, weiss ich nicht. Sicher hast Du auf der einen Seite Recht, wenn Du sagst, dass im Schadenfall dann die Allgemeinheit herhalten muss. Die Frage ist aber doch, ob die Menschen in den Hochwassergebieten ihre Häuser überhaupt versichert bekommen.
Dann müsste man ja auch die Hausratversicherung zur Pflicht machen. DieGebäudeversicherung trägt doch meines Wissens nach nur den Schaden am Gebäude selbst oder? (bitte korregiert mich, wenn ich mich da irre)

mfg
Dirk

Hallo,
ich halte gar nichts von einer Zwangsversicherung. Wie kommst Du darauf, daß bei einer Nichtversicherung die Allgemeinheit zahlen muß, bei einer Zwangsversicherung aber nicht?
Ein Zwangsversicherung ist sinnvoll, wenn es wie bei der Autohaftpflicht jemand anders zu Gute kommt, der im Zweifel gar nichts für die Gefährdung konnte. Aber ob ich mich selber versichere, geht keinen was an. Wenn mein Haus abbrennt, kann ich jederzeit wieder eine Mietwohnung nehmen. Im Übrigen ist mitten in Niedersachsen eine Überschwemmung etwas unwahrscheinlicher als an der Oder oder an der Nordseeküste - und warum sollte ich das Risiko derer bezahlen, die gern dort wohnen wollen? Warum sollte ich das Risiko derer tragen, die die Elektrik oder die Wasserleitungen in ihrem Haus vergammeln lassen? Warum sollte ich das Risiko derer tragen, die den Blitzableiter nicht bezahlen wollen?
Warum geben wir nicht einfach unsere gesamten Einkünfte ans Finanzamt ab und lassen uns komplett vom Staat versorgen?
Gruß
Axel

Hallo dirk,
vollkommen richtig!
Gebäude für das Gebäude, Hausrat für die nicht mit dem Gebäude verbundene Einrichtung.
Ein Hauseigner sollte dazu gezwungen werden. Klar wird es da Beitragsprobleme geben. Doch durch den Zwang wären dann statt 15 % anschließend 100 % versichert, die Zahl in der Sozialgemeinschaft höher und dadurch das Risiko für den Versicherer geringer.
Dass die Allgemeinheit für den Geiz des Hauseigners gerade stehen soll finde ich als eine Unverschämtheit. Wer sich ein Haus leisten will, sollte so wie bei der KFZ auch genau wissen, dass noch die Versicherungsprämie dazu kommt. Es ist ja nicht nur sein Schaden sondern auch der der Gemeinde. Denn wenn durch einen Brand oder einen Sturm das Haus einstürzt und auf der Straße liegt, kommen auf den Hauseigner stolze Summen zu, die er vermutlich nicht bezahlen kann. Wer muss dann blechen? Die Allgemeinheit. Nur weil der Eigner zu geizig war?
Grüße
Raimund

Hallo Axel,

ich halte gar nichts von einer Zwangsversicherung. Wie kommst
Du darauf, daß bei einer Nichtversicherung die Allgemeinheit
zahlen muß, bei einer Zwangsversicherung aber nicht?

Das war etwas schlecht formuliert. Gemeint war, dass der Allgemeinheit der Schaden hängenbleibt, bzw. der Geschädigte von der Allgemeinheit fordert, seinen Schaden wenigsten teilweise zu zahlen. Das sehe ich genausowenig wie Du ein.

Ein Zwangsversicherung ist sinnvoll, wenn es wie bei der
Autohaftpflicht jemand anders zu Gute kommt, der im Zweifel
gar nichts für die Gefährdung konnte.

Das kann aber passieren. Denke an einen Brand der auf das Nachbarhaus übergreift, denke an einen Sturm, der das Dach abdeckt und auf die Straße kippt. Oder z.B. eine Unterspülung des Hauses, das dann einstürzt und auf die Straße fällt. Hier wird die Allgemeinheit geschädigt. Denkbar wäre z.B. eine Versicherung, die Schäden am nicht eigenen Gebäude begleicht. Die könnte bestimmt wesentlich günstiger sein. Ob er selbst nach einem Brand Pleite ist, ist seine Sache. Nur die Schäden an der Allgemeinhat, dafür sollte eine Zwangsversicherung bestehen.

Aber ob ich mich selber
versichere, geht keinen was an. Wenn mein Haus abbrennt, kann
ich jederzeit wieder eine Mietwohnung nehmen. Im Übrigen ist
mitten in Niedersachsen eine Überschwemmung etwas
unwahrscheinlicher als an der Oder oder an der Nordseeküste -
und warum sollte ich das Risiko derer bezahlen, die gern dort
wohnen wollen? Warum sollte ich das Risiko derer tragen, die
die Elektrik oder die Wasserleitungen in ihrem Haus vergammeln
lassen? Warum sollte ich das Risiko derer tragen, die den
Blitzableiter nicht bezahlen wollen?

Eben! Genau das ist es. Seinen eigenen Schaden, der interessiert mich nicht. Siehe oben.
Grüße
Raimund

Hallo,

Gemeint war, dass der
Allgemeinheit der Schaden hängenbleibt, bzw. der Geschädigte
von der Allgemeinheit fordert, seinen Schaden wenigsten
teilweise zu zahlen. Das sehe ich genausowenig wie Du ein.

Volle Zustimmung. Nur würde das eine Pflichtversicherung auch nicht ändern. Einzig die Kosten würden steigen, da Millionen von zahlungsverpflichteten Haushalten ja irgendwie verwaltet werden müssen.

Das kann aber passieren. Denke an einen Brand der auf das

Versicherung, die Schäden am nicht eigenen Gebäude begleicht.

Sowas gibt es und das heißt dann Gebäudehaftpflichtversicherung. Ist allerdings keine Pflichtversicherung - genausowenig wie eine Privathaftpflicht. Und das ist auch in Ordnung, da einfach die Wahrscheinlichkeit des Gefahreneintritts geringer ist als bei einem Kraftfahrzeug. Dementsprechend wäre der Aufwand einer Pflichtversicherung größer als der Nutzen.
Immerhin gibt es für Extremfälle immer noch das soziale Netz. Verhungern muß also niemand.
Gruß
Axel