Geben und Nehmen - Texte gesucht

Hallo, zusammen,
ich bin auf der Suche nach Kurztexten bzw Gedichten zum Thema „Geben und Nehmen“. Ein paar habe ich schon ausgewählt, aber Euch fallen sicher noch jede Menge ein?

Grüße
Eckard

Nìmm, was chasch! Gìb, was hesch!

Guten Tag, Eckhard

Hier ein berndeutscher Text (Schweiz):

"NIMM WAS CHASCH, GIB WAS HESCH…

I NIME VODER WAS I CHA

U GIB’DER VOMER WAS I HA

MIT DÄM MUESCH CHÖNNE Z’FRIEDE SII

GENAU ÄSO WIENI

S’GIT SERIG WO DAS NIE IIGSEH

NEI DIE Wei NO GÄNG VIU MEH

U VERGÄSSE DASS…

WENN D’NIMMSCH DASs O MUESCH GÄH

NIMM WAS CHASCH, GIB WAS HESCH

DAS ISCH MI DEVISE

NIMM WAS CHASCH, GIB WAS HESCH

WIU Z’LÄBE NID CHASCH LEASE

NIMM WAS CHASCH, GIB WAS HESCH

BIS ZUR LETSCHTE PRIISE

NIMM WAS CHASCH, GIB WAS HESCH

S’LETSCHTE HEMMLI HET KE SACK

U WENI MOU VO HIE MUES GAH

DE WEISI I HA AUES GHA

DRUM DANK I O SCHO HÜT DERFÜR

WAS I HA ÜBERCHO

NIMM WAS CHASCH, GIB WAS HESCH

DAS ISCH MI DEVISE

NIMM WAS CHASCH, GIB WAS HESCH

WIU Z’LÄBE NID CHASCH LEASE

NIMM WAS CHASCH, GIB WAS HESCH

BIS ZUR LETSCHTE PRIISE

NIMM WAS CHASCH, GIB WAS HESCH

S’LETSCHTE HEMMLI HET KE SACK…"

http://www.gopfriedstutz.ch/1BOOKLET%20TEXTE%20HFA.doc

Und hier kannst du entsprechende Kirchenlieder aussuchen:
http://www.google.ch/search?q=+gib+nimm
+kirchenlied&btnG=Suche&hl=de&as_qdr=all

Freundlich grüsst

Rolfus

Hallo Eckard,
mir fällt dazu JOACHIM RINGELNATZ ein: „Ich habe Dich so lieb, ich würde Dir ohne Bedenken eine Kachel aus meinem Ofen schenken…“
Passt das?
Schönen Gruß,Kieckie

Hallo Eckard, ich kenne einen Limerick von Schobert und Black, soweit ich mich erinnere:

„Es sprach ein Weiser in Theben:
‚Nehmen ist seliger denn geben.
Ob gutes, ob Schlimmes,
gib es nicht, nimm es.‘
Sprach’s, und nahm sich das Leben.“

cu Amy

Hallo Eckard,

zunächst ein Sprichwort:

To take a thing and give a thing
is to wear the devil’s gold ring.

Dann ein Auszug aus der berühmten Rede Portias aus „The Merchant of Venice“ (IV,I)

The quality of mercy is not strain’d,
It droppeth as the gentle rain from heaven
Upon the place beneath: it is twice bless’d;
It blesseth him that gives and him that takes;
[…]

In der Übersetzung von Schlegel:

Die Art der Gnade weiß von keinem Zwang.
Sie träufelt wie des Himmels milder Regen
Zur Erde unter ihr; zwiefach gesegnet:
Sie segnet den, der gibt, und den, der nimmt;
[…]

Herzliche Grüße
Diana

Hallo, Eckard,

ich bin auf der Suche nach Kurztexten bzw Gedichten zum Thema
„Geben und Nehmen“.

wenn Zitate/Aphorismen als „Kurztexte“ durchgehen:

"Ich glaube, daß dies das Eigentum der seltnen Menschen ist, daß sie geben können, ohne zu empfangen, daß sie sich auch >am Eise wärmenHölderlin an Schiller

„Was man uns auch predigt, was wir auch lernen, wir sollten immer bedenken, dass der Mensch es ist, der gibt, und der Mensch, der empfängt; eine sterbliche Hand reicht es uns dar, und eine sterbliche Hand nimmt es auf.“
de Montaigne, Essais

„Mache, dass ich danach trachte zu trösten, statt getröstet zu werden, zu verstehen, statt verstanden zu werden, zu lieben, statt geliebt zu werden. Denn wir können nur empfangen, wenn wir geben.“
Franz von Assisi

„Man würde viel Almosen geben, wenn man Augen hätte zu sehen, was eine empfangende Hand für ein schönes Bild macht.“
Goethe, Maximen und Reflektionen

„Wer von mir nichts annehmen will, wenn ers bedarf und ichs habe, der will mir auch nichts geben, wenn ers hat und ichs bedarf.“
Lessing, Minna von Barnhelm

„Hat der Geber nicht zu danken, daß der Nehmende nahm? Ist Schenken nicht eine Notdurft? Ist Nehmen nicht - Erbarmen?“
Nietzsche, Also sprach Zarathustra

„Glücklich machen ist das höchste Glück! Aber auch dankbar empfangen können, ist ein Glück.“
Fontane, Die Poggenpuhls

„Der vollkommene Besitz beweist sich nur durch das Geschenk. Alles, was Du nicht zu geben weißt, besitzt Dich.“
André Gide

„Das gesunde Wunschbild des Alters und im Alter ist das der durchgeformten Reife, das Geben ist ihr bequemer als das Nehmen.“
Ernst Bloch, Das Prinzip Hoffnung

…und etwas weniger tiefschürfend:

„Der guten Menschen Hauptbestreben
ist, andern auch was abzugeben.“
Wilhelm Busch

Den Gibran-Text „Vom Geben“ (http://www.i-bahmueller.de/xprophet/#Vom%20Geben) hast Du ja wahrscheinlich schon in Deiner Sammlung.

Gruß
Kreszenz

Ihr Lieben,
zunächst herzlichen Dank für die zahlreichen Vorschläge, die ich auch gut gebrauchen kann. Ich habe auch schon eine Idee, in welcher Weise ich diese Vorschläge umsetzen werde.

Ich fürchte jedoch, dass ich mich wohl etwas mißverständlich ausgedrückt habe. Eigentlich geht es darum, mehrere Gedichte und Texte zum Thema zu finden, die ich im Rahmen einer Veranstaltung vorlesen kann. Also etwas für zwischen drei und fünf Minuten.

Gibt es da auch Vorschläge?

Erstmal schon lieben Dank!

Eckard

JOACHIM RINGELNATZ ein: "Ich habe Dich so lieb,
Passt das?

Hallo, Kiekie,
aber unbedingt, das hatte ich bereits auf meiner Liste :smile:
Danke
Eckard

Hallo, Eckard,

Eigentlich geht es darum, mehrere Gedichte
und Texte zum Thema zu finden, die ich im Rahmen einer
Veranstaltung vorlesen kann. Also etwas für zwischen drei und
fünf Minuten.

ein paar Texte - querbeet - die sich vielleicht (auszugsweise?) eignen [nur die Links, sonst wirds zu lang]:

Adorno, Minima Moralia:
„21
Umtausch nicht gestattet. - Die Menschen verlernen das Schenken…“
http://www.innternet.de/~peter.patti/adornotheodor-m…

Paulo Suess, Über das Schenken
http://religion.orf.at/projekt03/tvradio/ra_erfuellt…

Rudolf Borchardt, Mit den Schuhen
http://www.rudolf-borchardt.de/35.0.html

Mascha Kaleko, Mit auf die Reise
http://www.deutsche-liebeslyrik.de/kaleko4.htm

Und noch mal W. Busch:
http://www.wilhelm-busch-seiten.de/gedichte/kritik37…

Gruß
Kreszenz

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Danke, liebe Kreszentia,
genau sowas passt prima - Du hast mir zusammen mit den anderen den Tag gerettet :smile:

Liebe Gruß
Eckard

Hallo Eckard,

da ist Kästner eine gute Quelle:

Erich Kästner
Weihnachtslied, chemisch gereinigt (1928)

(Melodie: „Morgen, Kinder, wird’s was geben!“)

Morgen, Kinder, wird’s nichts geben!
Nur wer hat, kriegt noch geschenkt.
Mutter schenkte Euch das Leben.
Das genügt, wenn man’s bedenkt.
Einmal kommt auch eure Zeit.
Morgen ist’s noch nicht soweit.

Doch ihr dürft nicht traurig werden.
Reiche haben Armut gern.
Gänsebraten macht Beschwerden.
Puppen sind nicht mehr modern.
Morgen kommt der Weihnachtsmann.
Allerdings nur nebenan.

Lauft ein bisschen durch die Straßen!
Dort gibt’s Weihnachtsfest genug.
Christentum, vom Turm geblasen,
macht die kleinsten Kinder klug.
Kopf gut schütteln vor Gebrauch!
Ohne Christbaum geht es auch.

Tannengrün mit Osrambirnen –
Lernt drauf pfeifen! Werdet stolz!
Reißt die Bretter von den Stirnen,
denn im Ofen fehlt’s an Holz!
Stille Nacht und heil’ge Nacht –
Weint, wenn’s geht, nicht! Sondern lacht!

Morgen, Kinder, wird’s nichts geben!
Wer nichts kriegt, der kriegt Geduld!
Morgen, Kinder, lernt fürs Leben!
Gott ist nicht allein dran schuld.
Gottes Güte reicht so weit …
Ach, du liebe Weihnachtszeit!

(Quelle: Kästner für Erwachsene, Zürich 1966 S.35)

Oder Ringelnatz:

SCHENKEN

Schenke groß oder klein, aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten die Gaben wiegen,
sei dein Gewissen rein.

Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei, was in dir wohnt
an Meinung, Geschmack und Humor,
so daß die eigene Freude zuvor
dich reichlich belohnt.

Schenke mit Geist ohne List.
Sei eingedenk, daß dein Geschenk
du selber bist.

Gandalf

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Hallo, Eckard,

spät erst sehe ich diesen Artikel.

Zu dem Thema fällt sofort das ein:

_ Der Römische Brunnen

Aufsteigt der Strahl und fallend giesst
Er voll der Marmorschale Rund,
Die, sich verschleiernd, überfliesst
In einer zweiten Schale Grund;
Die zweite gibt, sie wird zu reich,
Der dritten wallend ihre Flut.
Und jede nimmt und gibt zugleich
Und strömt und ruht.

Von Conrad Ferdinand Meyer_

Es gibt drei Fassungen davon; die anderen findest du sicher beim Projekt Gutenberg.

Gruß Fritz

Weißt du, Eckard, was mir grad einfällt?

Du hast das von mir genannte Gedicht als Keimzelle für deine Suche ausgewählt, und wolltest um dies Kleinod herum einige weiter hübsche Steine.

Gruß Fritz