Gebete

Hallo,

ich würde einmal wissen wollen, was der einzelne über das Gebet denkt.
Im wesentlichen öffnet man doch seinen Geist und setzt sich gedanklich mit einem Gott oder Schöpfer in Verbindung um ihm diese Gedanken darzulegen.

Die einen beten im Geiste ( also still ) andere wiederum sprechen dabei. Die einen lassen ihren Gedanken freien Lauf, andere sprechen immer wieder die gleichen Worte ( Vater unser, Rosenkranz ).
Bei einigen sind auch gewisse Handlungen mit dem Gebet verbunden
(Bekreuzigen, geißeln etc.).
Manche beten täglich, andere nur in ausweglosen Situationen, wieder andere bei jeder Gelegenheit ( vorm essen, vorm schlafen gehen etc.).

Sind Gebete ein Ausdruck von Hilflosigkeit, Selbstsuggestion, Angst vor dem Unbekannten oder tatsächliche Gespräche mit einem höheren Wesen ?

Vielfach wird ja behauptet, dass die Gebete erhört wurden und sich Situationen einstellten an denen man erkennen konnte das sie erhört wurden.

Ist das wirklich so, oder stellen sich nur Situationen ein, deren Wahrscheinlichkeit das sie eintreten recht hoch war ?

Wenn man im Gebet etwas wünscht oder erwartet, was eine geringe Wahrscheinlichkeit des Eintretens widerspiegelt, gehen die Gebete meist nicht in Erfüllung (z.B. 6 richtige im Lotto, oder im abstürzendem Flugzeug ).
Dann heißt es immer „ um so etwas sollte man nicht beten“ ( Pastor, Pfarrer etc. ).
Es gibt auch welche, die sich nach dem Gebet besser fühlen, Selbstsuggestion ?

Erreichen die Gebete den Schöpfer oder Gott sofort ?
Nach dem Motto Unmögliches wird sofort erledigt, Wunder dauern etwas länger ?

Ist das Gebet schneller als das Licht ( um den Gott im Universum zu erreichen )?

Was denkt ihr, ist das Gebet ?

Herzliche Grüße Peter

Hallo,

ich würde einmal wissen wollen, was der einzelne über das
Gebet denkt.

Das Gebet ist für mich in erster Linie eine Formder Meditation - egal ob laut oder im Gendanken gesprochen.

Im wesentlichen öffnet man doch seinen Geist und setzt sich
gedanklich mit einem Gott oder Schöpfer in Verbindung um ihm
diese Gedanken darzulegen.

Ersteres ja, zweiteres ist m.E. „nur“ eine Vorstellung. Eigentliche setzten sie sich mit sich selbst in Verbindung.

Sind Gebete ein Ausdruck von Hilflosigkeit, Selbstsuggestion,
Angst vor dem Unbekannten oder tatsächliche Gespräche mit
einem höheren Wesen ?

Alles, bis auf das letzte (da glaub ich nicht dran).

Vielfach wird ja behauptet, dass die Gebete erhört wurden und
sich Situationen einstellten an denen man erkennen konnte das
sie erhört wurden.

Behauptungen. Ich bin davon überzeugt, daß alle Übereinstimmungen von Gebets-Wünschen und späteren Ereignissen zufällig (bzw. im Rahmen zufälliger Koinzidenzen erklärbar) sind.
Erhört werden müssen die Gebete vom Betenden selbst. Dann haben sie sicher auch einen (objektiven) Effekt. Als meditatives Mittel können sie für den Betenden immer hilfreich sein.

Dann heißt es immer „ um so etwas sollte man nicht
beten“ ( Pastor, Pfarrer etc. ).

Das ist ja eine linke Tour!

Es gibt auch welche, die sich nach dem Gebet besser fühlen,
Selbstsuggestion ?

Ja, sicher, s.o.

Erreichen die Gebete den Schöpfer oder Gott sofort ?
Nach dem Motto Unmögliches wird sofort erledigt, Wunder dauern
etwas länger ?

Ersetze Gott durch den Betenden selbst. Da kann es schnell gehen, dauern oder manchmal auch nichts bewirken. Da kommt auf die Situation und Person an.

Ist das Gebet schneller als das Licht ( um den Gott im
Universum zu erreichen )?

Ich denke, so kann man überhaupt nicht an Gebete rangehen. Wenn sie Gott physikalisch erreichen müssen, ist Gott ein physikalisches Objekt oder interagiert mit der physikalischen Welt, was das Phänomen „Gott“ physikalisch meßbar, untersuchbar und auch widerlegbar macht. Wenn Gott existiert, dann kann er nicht mit der physikalischen Welt interagieren. Wenn doch, würden wir das nicht als „Gott“ bezeichnen.

Grüße,
Jochen

Mein Beten
Hallo Peter,

die Besonderheit bei meinem Beten ist, dass ich es meist schriftlich tue. Ich schreibe meine Gebete in mein Tagebuch!

Dabei überlege ich zunächst, wofür ich dankbar bin. Dann thematisiere ich, was ich akzeptieren möchte, weil ich es nicht ändern kann. Schließlich formuliere ich meine Bitten und Vorsätze.

Ich glaube, dass es ein höheres Wesen gibt. Ob es sich für mich interessiert, weiß ich nicht. Dass es mich liebt, erscheint mir fragwürdig.

Ja, ich bin davon überzeugt, dass Gebete erhört werden können.

Mit besten Grüßen
Daniel

Hallo,
also Du fragst ja eigentlich ab, was die anderen so denken.
Also hier meine Gedanken zum Thema Gebet:
Ich glaube an Gott, bete aber nicht regelmäßig und nur selten bewußt. Früher war beten, also Reden mit Gott, für mich sehr wichtig. Heute bin ich freier geworden, und es ist mir wichtiger die christlichen Grundsätze zu leben und rede dann lieber mit Menschen.
Für mich ist es, wenn ich es mal bewußt mache, eine Entlastung, einmal dadurch, dass ich etwas formuliere, es sortiere und drüber nachdenke bzw. manche Sachen auch einfach loslassen kann, weil ich eh nix machen kann. Auf Antworten warte ich gar nicht, denn ich denke, dass ich für meine Situation verantwortlich bin und dementsprechend selbst handeln muss. Das Beste aus der Situation machen, das rät mir mein Glaube. Ich glaube schon, dass Gott mich hört und irgendwie durch andere Personen oder durch mich handelt, sonst bräuchte ich ja nicht an ihn zu glauben. Aber Beweise gibt es dafür nicht. Und das muss ich entweder so aktzeptieren und mit dieser Ungewissheit fest glauben oder ich muss es lassen.

So, dass ist jetzt der Blickwinkel aus dem Glauben heraus. Wenn ich nun versuche das Gebet von außerhalb zu betrachten, dann kann ich in vielen Dingen der Antwort von Jo zustimmen. Vielleicht ist Gebet nur ein Reden mit sich selbst und die Gebetsantworten sind nur Interpretationssache. Das Problem ist immer dasselbe, entweder ich glaube an Gott oder nicht. Beweise gibt es nun mal nicht. Von außen sieht etwas immer ganz anders aus als von innen.

Manchmal soll glaube ich beten auch nichts anderes bewirken, als sich auf Wesentliches zu besinnen. Und das sollte jeder, ob er an ein höheres Wesen glaubt oder nicht, mind. einmal in seinem Leben tun.

Ach, ich glaube ich kann das alles gar nicht so erklären, wie ich will. Es ist so vielseitig, da könnte man noch viel mehr schreiben und vor allem diskutiern. Und beim Schreiben formuliert man vielleicht mal was komisch und der andere versteht es nicht so wie man es meint und so,
deshalb höre ich hier lieber auf und hoffe einen kleinen Beitrag bzw. Gedankenanstoß gegeben zu haben.
Daniela

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Hallo,

Viele Fragen, werds mal versuchen meine Erfahrungen und Meinungen darzulegen:

Beten ist mit Giott sein, Kommunikation mit Gott.

Das Gebete manchmal erhöht werden, ist für mich unbestritten, habe schon oft erlebt. Spätestens wenn man zb einmal eine unheilbare Lahme aus dem Rollstuhl aufstehen und umherspringen sieht, ist es klar, insbesondere wenn man die Frau und das Leiden seid Jahren kennt und auch der arzt mit den Röntgenbilder es nicht versteht.

Welche gebete und warum erhöht werden ist mir teilwesie klar, teilweise aber noch nicht ganz. Würde den Umfang aber hier sprengen dies darzulegen.

Gruss
Beat

Meiner Ansicht nach, dürften Gebete als Lippenbekenntnisse nicht viel bringen. Es gibt zahllose Menschen, die in Not zu Gott sprachen und am Ende doch umkamen. Andere wiederum scheinen unter einem Glücksstern zu gehen, obwohl sie nicht mündlich zu Gott sprechen. Daher glaube ich, ein wirksames Gebet muß auf der Gefühls- oder Bilderebene stattfinden und es scheint, als müsse es immer etwas mit Stille zu tun haben. Dort, wohin Gebete geschickt werden, das soll ja der Raum sein, wo Zeit und Raum aufhören zu existieren. Musik und Worte sind aber nur durch Zeitintervalle erfahrbar. Natürlich gilt das nur, wenn man das Gebet spirituell betrachtet. Für den atheistischen Geist ist ein Gebet hauptsächlich Psychologie und Suggestion. Für ihn erklärt sich richtiges Beten durch anwenden der richtigen psychologischen Erkenntnisse. Im Rahmen dieses Weltbildes können Lippenbekenntnisse durchaus Wirkung zeigen, weil sie Selbstsuggestion sind.

Ist das Gebet schneller als das Licht ( um den Gott im
Universum zu erreichen )?

Ich denke, Gott existiert nicht irgendwo weit weg. Die Bibel sagt, Gott ist dir näher als dein Atem. Er ist wohl das Etwas, dass meine Atome zusammen hält. Das, wo näher gehts nimmer, das Etwas, das so nahe ist, dass nichts mehr näher sein kann. Ein Gebet nach „draußen“ zu schicken scheint dem im Widerspruch zu stehen. Vielmehr meine ich, sollte das Gebet nach innen geschickt werden. Nicht einmal das, denn etwas irgendwo hinzuschicken, erzeugt wieder die Vorstellung von Entfernung, egal ob man etwas nach außen oder nach innen schickt. Vielmehr das Gebet im hier und jetzt feststellen, als Tatsache behaupten.

Gruß
René

Hallo,

ich würde einmal wissen wollen, was der einzelne über das
Gebet denkt.
Im wesentlichen öffnet man doch seinen Geist und setzt sich
gedanklich mit einem Gott oder Schöpfer in Verbindung um ihm
diese Gedanken darzulegen.

Bin ich nicht ganz der Meinung. Ich bin Christ und versuche auch so zu leben :wink:
Wenn ich bete, dann nicht irgendwie im Geist (selten) sondern ganz bewusst mit meinem Körper (Verstand, Mund, …). Aber richtig: ich bete zu dem Gott der Bibel.

Die einen beten im Geiste ( also still ) andere wiederum
sprechen dabei. Die einen lassen ihren Gedanken freien Lauf,
andere sprechen immer wieder die gleichen Worte ( Vater unser,
Rosenkranz ).

Im Geist beten - dazu sagt die Bibel etwas anderes (hab zwar jetzt keine Quellenangaber hier, meine mich aber nicht zu irren): Normalerweise bete ich (wie schon oben beschrieben) „körperlich“. Das betrifft meist alle „Gebete“ in Richtung Dank, Wunsch etc. Der Mensch ist aber auch Seele (und hat einen Geist, die sich beide in einem Körper befinden). Manchmal will man aber auch mit Gott reden, ohne dass man speziell etwas auf dem Herzen hat. Oder man spürt eine Sehnsucht nach etwas, was man nicht begreifen kann (mit dem Verstand). Mit Sehnsucht meine ich jetzt aber nicht die Sehnsucht, geliebt zu werden oder so. Sondern Gottes Geist (der Heilige Geist) kann uns Gebete aufs Herz legen, obwohl wir gar nicht so richtig wissen, um was es geht und um was wir beten sollen. Nun ist es also schwierig, hier die richtigen Worte zu finden. Und hier springt unser Geist ein. Er kann die Worte formulieren, die dann vor den Thron Gottes gebracht werden.
Also hat „im Geist“ beten nix damit zu tun, ob ich dabei meinen Mund öffne oder nicht. In der Bibel ist davon eher vom „Sprachengebet“ die Rede.

Bei einigen sind auch gewisse Handlungen mit dem Gebet
verbunden (Bekreuzigen, geißeln etc.).

Das sind individuelle Dinge, die jeder haben kann wie er will. Obwohl ich die Geißelung nicht unbedingt als richtig ansehen würde. Aber es gibt eben Leute, die eher beten können, wenn sie mit dem Auto unterwegs sind oder still durch einen Wald laufen können. Jedenfalls wüsste ich nicht, dass in der Bibel dazu irgendetwas steht - außer, dass die Gebete echt und von Herzen kommen sollen.

Manche beten täglich, andere nur in ausweglosen Situationen,
wieder andere bei jeder Gelegenheit ( vorm essen, vorm
schlafen gehen etc.).

Dazu sollte doch erst einmal geklärt werden, was Gebet eigentlich ist, oder?
Gebet ist nix anderes als „Reden mit Gott“. Was dabei bequatscht wird, soll einmal beiseite gelassen werden. Also kann man sagen - man kann nie genug mit Gott reden. Dadurch wird auch der Ausspruch von Paulus „Betet ohne Unterlass“ verständlich und „möglich“. Ansonsten könnte man denken, dass Gott uns hier eine Last auflegen will.

Sind Gebete ein Ausdruck von Hilflosigkeit, Selbstsuggestion,
Angst vor dem Unbekannten oder tatsächliche Gespräche mit
einem höheren Wesen ?

Gebet ist ein tatsächliches Gespräch mit einem höheren Wesen in dem ich u. a. meine Hilflosigkeit zum Ausdruck bringen kann und meine Ängste vor dem Unbekannten abladen kann. Selbstsuggestion ist es auf alle Fälle nicht.

Vielfach wird ja behauptet, dass die Gebete erhört wurden und
sich Situationen einstellten an denen man erkennen konnte das
sie erhört wurden.

Ist das wirklich so, oder stellen sich nur Situationen ein,
deren Wahrscheinlichkeit das sie eintreten recht hoch war ?

Ich kenne (wie schon andere beschrieben haben) Fälle, bei denen Leute aus dem Rollstuhl aufgestanden sind oder sogar Finger nachgewachsen sind, Tote (seit 4 Tagen und dass in Indien, wo es schön warm ist) auferweckt wurden, etc. Als logisch denkender Europäer kann man sowas kaum fassen, aber es ist wahr.

Wenn man im Gebet etwas wünscht oder erwartet, was eine
geringe Wahrscheinlichkeit des Eintretens widerspiegelt, gehen
die Gebete meist nicht in Erfüllung (z.B. 6 richtige im Lotto,
oder im abstürzendem Flugzeug ).
Dann heißt es immer „ um so etwas sollte man nicht
beten“ ( Pastor, Pfarrer etc. ).
Es gibt auch welche, die sich nach dem Gebet besser fühlen,
Selbstsuggestion ?

Das ist nicht ganz richtig: selbst in der Bibel steht, dass wir nur Dinge beten sollen, die auch mit dem Willen Gottes in Einklang stehen - und warum sollte ein 6er nicht im Einklang stehen? Stell dir mal vor, es würde tatsächlich gehen, dass - wenn mir eine Person nicht gefällt, ich nur beten muss, damit sie tot umfällt - dann wären die Geheimdienstler die fleißigsten Beter :wink:
Aber: warum soll Gott nicht das Gebet erhören, wenn ich bete, dass mein Kind wieder gesund wird etc.?

Erreichen die Gebete den Schöpfer oder Gott sofort ?
Nach dem Motto Unmögliches wird sofort erledigt, Wunder dauern
etwas länger ?

Ist das Gebet schneller als das Licht ( um den Gott im
Universum zu erreichen )?

Nein, Gebete erreichen Gott nicht sofort, aber es ist schneller als Licht: denn in der Bibel steht folgendes: Dass Gott weiß, was wir brauchen, BEVOR wir darum bitten. Toll, was? Woher Gott das weiß? Er kennt ja die Zukunft genauso wie die Vergangenheit und Gegenwart. So einfach ist das.

Was denkt ihr, ist das Gebet ?

Tja, das ist erst einmal so alles, was mir dazu einfällt. Ich bin jedenfalls der Meinung, man sollte bevor man etwas tut (egal was, aber auch beim Gebet) auch „JA“ dazu sagen können.

Herzliche Grüße Peter

Gruß zurück, Tobias

Habe heute die einzelnen Beiträge zum Thema Gebet gelesen, und bin eigentlich traurig darüber, dass Gott so unpersönlich gesehen wird. Ich denke, das ist das eigentliche Problem. Der Gott der Bibel ist nicht irgend ein fernes Wesen, sondern ein ganz persönlicher Gott, der nicht nur zu Moses sagt: Ich bin der „Ich-bin-da“. Diese Offenbarung Gottes als eienr, der mitgeht, der bei dir ist wird vollkommen in der Menschwerdung durch Jesus Christus.
Alle Gebete der Bibel zeugen von diesem Gott, im größten Gebet der Christen spreche ich ihn mit Abba, Vater (besser Papa) an. Gibt es ein persönlicheres Verhältnis?
Da erübrigt sich dann auch die Frage, wann kommen meine Gebete bei Gott an? Wenn ich mit meinem Vater, oder auch Mutter, spreche, so weiß auch er/sie oft schon vorher, was ich meine, was mich bedrückt.
Mit Gott sprechen, ihm mein Leid klagen, auch mit ihm diskutieren, das ist beten, Rosenkranz beten als Meditation oder auch als Weg, um sich auf das Wesentliche konzentrieren zu können, auch das ist Gebet oder nur noch still werden um Ihn zu hören, das ist Gebet.
Und wenn anfangs das Gebet an irgendein Wesen irgendwo gerichtet ist, so kann jedes weitere Beten, wenn ich mich seiner Antwort öffne, ein immer größeres Erkennen Gottes werden. „Betend komme ich dir näher“ (frei nach Thomas von Aquin)
Natürlich könnte man mehr als ein Buch darüber schreiben, viele haben es getan, oder einfach mal in den Psalmen lesen, bzw. mit den Psalmen beten?
Brigitte

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