Hallo!
Bin am überlegen mich mit einem Gebrauchtwarenladen selbstständig zu machen. Erfahrungen im Verkauf habe ich, nur das know how ein Unternehmen zu gründen fehlt mir noch. Habt ihr Tips wo ich drauf achten muß oder so eine Art Fahrplan??
Mir bleibt als Unternehmensform wohl nur die Einzelunternehmung? Wie ist das mit der Krankenversicherung? Kann man Kassenpatient bleiben?
Wie ist das mit der Mehrwertsteuer bei Gebrauchtware? Muß man die auch abführen?
Was gibt es sonst so an versteckten Kosten und Risiken?
Hi,
Bin am überlegen mich mit einem Gebrauchtwarenladen
selbstständig zu machen. Erfahrungen im Verkauf habe ich, nur
das know how ein Unternehmen zu gründen fehlt mir noch. Habt
ihr Tips wo ich drauf achten muß oder so eine Art Fahrplan??
Du brauchst wie immer: zahlungskräftige Kunden und Geld. Willst du online handeln oder mit einem Ladengeschäft?
Mir bleibt als Unternehmensform wohl nur die
Einzelunternehmung?
Wenn du Geld hast, dann tuts auch die GmbH. Aber was spricht gegen eine Einzelunternehmung? Die Risiken sind doch überschaubar.
Kann man Kassenpatient bleiben?
Ja, du kannst dich dich als Freiwilliger anmelden.
Wie ist das mit der Mehrwertsteuer bei Gebrauchtware? Muß man
die auch abführen?
*seufz*
Das wär doch schön wenn wir Steuern behalten dürften. Also nein.
Was gibt es sonst so an versteckten Kosten und Risiken?
Schlecht zu sagen. Die Risiken liegen im Markt, in falscher Standortwahl, im falschen Sortiment, im schlechten Umgang mit Kunden, in einer falschen Kalkulation…
mfg Ulrich
Wie ist das mit der Mehrwertsteuer bei Gebrauchtware? Muß man
die auch abführen?*seufz*
Das wär doch schön wenn wir Steuern behalten dürften. Also
nein.
hi,
stichwort umsatzsteuer:
wenn du nur gebrauchte ware einkaufst, dann muss nur deine marge versteuert werden
bsp:
ankauf 100
verkauf 150
ertrag 43,10
ust an finanzamt 6,90
gruß inder
gedanken könnte man sich auch am anfang über die kleinunternehmerregelung machen
Hallo,
da du anscheinend noch ganz am Anfang deiner Planung bist solltest du dich vielleicht mal nach einem Gründerseminar umschauen. Entweder bei der örtlichen IHK oder hier (Bundesamt für Wirtschaft…):
http://www.existenzgruender.de/02/seminaruebersicht/…
Die ca. eintägigen „Grundkurse“ sind meißt sogar kostenlos.
Gruß
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hi,
stichwort umsatzsteuer:
wenn du nur gebrauchte ware einkaufst, dann muss nur deine
marge versteuert werden
Sorry, nix gebraucht. Entscheidend ist, ob du von privat oder von einem Unternehmer gekauft hast.
http://www.fm.mv-regierung.de/pages/steuer_recht_ums…
Wenn ich als Gewerbetreibender Waren verkaufe, muß ich Umsatzsteuer erheben (wenn keine Kleinunternehmerregelung). Im Gegenzug kann ich die Vorsteuer geltend machen. Wenn diese nicht da ist, weil ich von privat angekauft habe, dann muß ich die USt komplett abführen.
ankauf 100
verkauf 150ertrag 43,10
ust an finanzamt 6,90
Dein Beispiel paßt nicht. Ich muß 20,69 € ans FA zahlen, wenn der Ankauf von privat erfolgt ist. War jedoch in den 100 € eine USt von 13,79 € enthalten (weil Ankauf von Unternehmer), dann brauche ich nur die 6,90 € an USt dem FA zahlen.
gedanken könnte man sich auch am anfang über die
kleinunternehmerregelung machen
Das ist durchaus richtig. Ein Handelsunternehmen stößt jedoch recht schnell in die nicht-Kleinunternehmerregion vor. Denn ein jährlicher Umsatz von 50000 € ist im Handel IMHO schnell erreicht.
mfg Ulrich
Danke für die ersten Hilfestellungen, hoffe es folgen noch weitere.
Also ich habe vor einen Gebrauchtmöbel markt zu eröffnen, die Ware werde ich fast ausschließlich von privat beziehen. Das würde also für mich heißen das ich die Umsatzsteuer alleine tragen muß!??!??
Das nur der Gewinn versteuert wird stimmt also nicht???
Meine Sorge bei der Einzelunternehmung sind das ich ja auch mit meinem Privatvermögen haften muß. Und es kann ja mal schnell passieren das man irgendeinen Fall nicht einkalkuliert hat (z.B. Kunde stürzt die Treppe runter!?) Ich weiß das kann man versichern, das wäre meine nächste Frage!
Welche Versicherungen braucht man als Unternehmer???
Hallo!
Bedenke, dass Du Dir mit einem Laden hohe Kosten aufbürdest und außerdem ständig jemand als Verkäufer präsent sein muss. Hast Du an eine Vertretung gedacht, wenn Du mal krank oder verhindert bist? Wer bleibt im Laden, wenn Du Ware irgendwo abholen möchtest? Es wird anfangs schwer sein, als Neuling das Geld für Miete und Nebenkosten zu verdienen.
Hast Du schon mal daran gedacht, Dein Unternehmen erst mal an den Wochenenden auf Flohmärkten als nebenberuflicher Kleinunternehmer zu starten? Du könntest ohne großes finanzielles Risiko mit kleineren Möbeln dort anfangen und erste Erfahrungen sammeln.
Dort brauchst Du dann auch keine Versicherung für unachtsame Kunden. Und besuche unbedingt ein Existenzgründerseminar!!
Viele Grüße
Anne
Hi,
stichwort umsatzsteuer:
wenn du nur gebrauchte ware einkaufst, dann muss nur deine
marge versteuert werdenSorry, nix gebraucht. Entscheidend ist, ob du von privat oder
von einem Unternehmer gekauft hast.http://www.fm.mv-regierung.de/pages/steuer_recht_ums…
Wenn ich als Gewerbetreibender Waren verkaufe, muß ich
Umsatzsteuer erheben (wenn keine Kleinunternehmerregelung). Im
Gegenzug kann ich die Vorsteuer geltend machen. Wenn diese
nicht da ist, weil ich von privat angekauft habe, dann muß ich
die USt komplett abführen.
ups, hast recht…
ich hatte die second-hand läden im hinterkopf, bei denen der händler die gebrauchte ware nicht vom kunden erwirbt und dann weiterverkauft, sondern im namen des kunden die klamotten in seinen laden hängt und erst bei verkauf das geschäft zustande kommt…
er erhält somit nur eine provision und dann stimmt mein beispiel
ansonsten ist es natürlich nonsens…
gruß inder
Hallo Zwillingspapa!
Also ich habe vor einen Gebrauchtmöbel markt zu eröffnen, die
Ware werde ich fast ausschließlich von privat beziehen. Das
würde also für mich heißen das ich die Umsatzsteuer alleine
tragen muß!??!??
Och, Du Armer!
Nicht Du, sondern Deine Kunden zahlen effektiv die USt. (respektive MWSt.) -
Das Thema „Umsatzsteuer - oder nicht?“ bzw. „Kleinunternehmer/einfache Buchführung CONTRA Unternehmer/Doppelte Buchführung“ sollte Dir bei Gelegenheit ein eigener Thread wert sein.
Das nur der Gewinn versteuert wird stimmt also nicht???
Allgemeine Richtung für das, was Vater Staat verlangt:
- USt. auf den Netto-Verkaufspreis der Ware (2006: 16%; ab 1.1.2007: 19%)
- Gewerbesteuer nach Hebesatz (Höhe erfragen bei Finanzamt od. Stadtverwaltung/Gewerbeamt)
- Einkommenssteuer auf das, was von den Einnahmen in die private Tasche geht (z.B. Geschäftsführergehalt)
- (und sicher habe ich noch ein paar andere Abgaben vergessen)
Meine Sorge bei der Einzelunternehmung sind das ich ja auch
mit meinem Privatvermögen haften muß.
Das sollte aber eigentl. nicht oder weniger Deine Sorge sein. Weitaus mehr fallen die laufenden Kosten ins Gewicht und die stets rechtzeitig an das Finanzamt abzuführende USt. Außerdem: Die (gesetzl.) Krankenversicherung für Gewerbetreibende kann durchaus 600,-- Euro/mtl. betragen; das richtet sich nach dem Höchstbetrag zur GRV/GKV und wird (nur) teilweise von den Krankenkassen für Existenzgründer gefördert. (Auskunft bei Deiner KK oder der AOK Deines Wohnortes.)
Und es kann ja mal
schnell passieren das man irgendeinen Fall nicht einkalkuliert
hat (z.B. Kunde stürzt die Treppe runter!?) Ich weiß das kann
man versichern, das wäre meine nächste Frage!Welche Versicherungen braucht man als Unternehmer???
- Betriebshaftpflicht
Sollte unbedingt auch Vschutz für Außenschäden/Transporte beinhalten. Das sind z.B. Schäden, wenn Du ODER einer Deiner Mitarbeiter (Beauftragten) Möbel verlädst. Unheimlich wichtig! Drauf achten!
Die BHP kann auch gegen geringen Aufpreis die Privat-HP beinhalten.
- Inhaltsversicherung
Sozusagen die Hausratversicherung der Firma. Sollte Ersatzleistungen beinhalten bei Feuer/Blitzschlag, Einbruch/Diebstahl und Vandalismus, Leitungswasserschäden, ggf. auch Überspannungsschäden (Schäden an E-Geräten durch Netzüberspannung).
- Kraftfahrtversicherung
Die Autoversicherung wird durch die gewerbliche Nutzung von Fahrzeugen meist etwas teurer!
- Rechtsschutz
Sollte man haben, wenn man mit dem Auto (Lastkraftwagen) unterwegs ist. Allerdings sind RSV für Gewerbetreibende häufig um mindestens das 3- bis 4fache teurer (gegenüber RSV für Privatleute).
Solltest Du bereits eine RSV besitzen, informiere Dich unbedingt bei Deiner Versicherung, was geschieht bzw. wie teuer es wird, sobald Du gewerblich tätig wirst. Meist enthält der Vertrag eine Klausel, die in etwa folgendes besagt: Bei Änderung des beruflichen Risikos … Gewerbetreibende … ist der Versicherungsnehmer (VN) verpflichtet, dies dem Versicherer (VR) unverzüglich anzuzeigen. … Wird die Versicherung für die restliche Laufzeit zu den Konditionen für … Gewerbetreibende … (teuer, teurer, noch teurer) fortgeführt. Oder aber: …endet der Versicherungsschutz (Ätsche-Bääätsch!) …zum Ende des Monats, in dem der VN seine gewerbliche Tätigkeit aufgenommen hat - auch rückwirkend!
- Berufsunfähigkeitsversicherung
Sollte das Risiko von Berufs-/Erwerbsunfähigkeit (BU/EU) auffangen; ist Wichtig, um den Unterhalt für sich selbst und die Familie zu gewährleisten.
- Kranken- und Pflegeversicherung
Details dazu z.B. bei der AOK erfragen. (s.o.)
In Sachen Versicherung(en) empfehle ich Dir, Dich umfassend von einem (klassischen) Versicherungsmakler beraten zu lassen. Und das selbst dann, wenn Du die Firma schließlich gar nicht oder zunächst nur als Nebenerwerb und/oder Kleinunternehmer führst. (Wie an einen klassischen V-Makler kommen? - Siehe Gelbe Seiten! - Außerdem mehrere verschiedene Makler befragen.)
Da Du so einige Fragen hast (hattest), und gerade wie Du sie gestellt hast, kann ich Dir - so wie Anna! - nur wärmstens empfehlen, unbedingt einen Existenzgründerkurs mitzumachen.* Die relativ geringen Kosten eines solchen Kurses wiegen im Vergleich zu einer Bauchlandung mit der Firma fast gar nichts.
Hoffe, weitergeholfen zu haben,
CU DannyFox64
* Wichtig sind auch Kostenkalkulation (vorher und laufend) sowie (spätestens bei Beginn) eine laufende und korrekte Buchführung. Vielleicht erstellst Du Dir eine Kalkulationstabelle (MS Excel oder OpenOffice.org/Calc) anhand der Du die lfd. argumentierten Kosten, Steuern und Einnahmen auflistest und vergleichst. (Ein Excel-Kurs bei der Volkshochsschule wäre da auch nicht so falsch.)
Hi!
Habe gerade noch etwas gefunden, was Dich interessieren könnte:
Die sieben Todsünden der Existenzgründung…, siehe: ISBN 383342530X Buch anschauen.
CU DannyFox64