Hallo,
angeregt durch ein Posting von Nadia in Gender Studies „Sich Dinge merken“
Zitat:
>Man kann sich einfach das am Besten merken, was für einem am >wichtigsten ist. Mir ist aufgefallen, dass ich in dem Geschäft in >dem ich arbeite ein sehr schlechtes Gedächtniss habe. Ich habe aber >in diesem Geschäft so oder so keine Aufsstiegschancen.
>In meiner Schule wo ich meine Weiterbildung mache funktiert mein >Gedächtniss aber tadellos. Zitatende
stell ich zum gleichen Thema hier mal die Frage:
Kann es sein, daß das Unterbewußtsein das Gedächtnis vollkommen blockieren kann?
Ich kenne oben zitierten Fall, aber mit noch viel schlimmeren Auswirkungen. Ich arbeitete bis Herbst letzten Jahres ca. 13 Jahre in einer Branche mit der ich so überhaupt nichts anfangen kann. Nicht nur das, ich konnte auch das ganze Umfeld „nicht ausstehen“, hab mich schrecklich unwohl gefühlt (in dem Fachbereich, nicht unter den Kollegen) und war zum Teil nicht mal imstande mir die eigene Abteilungsbezeichnung (zugegeben, diese änderte sich ständig, bestand nur aus engl. Abkürzungen) zu merken. Ich hatte einen belanglosen Job, in dem ich ständig unterfordert war, war aber andererseits immer überfordert nur einen Hauch von dem Thema an sich zu verstehen (was für den Job selbst nicht notwendig war).
Vermutlich hätte ich durchaus gute bis sehr gute Chancen gehabt „aufzusteigen“ (ungerechterweise wie es meist nunmal so ist, einfach von der Schulbildung her), aber ich schaffte es nichtmal einfachste Dinge um mich herum zu verstehen bzw. mir zu merken.
Bis jetzt könnte man denken, da ist halt jemand, der sich sehr schwer tut etwas zu lernen, sich etwas zu merken, überhaupt etwas aufzunehmen. Aber eigentlich ist das Gegenteil der Fall. Ich würde mir selbst ein hervorragendes Gedächtnis bescheinigen, überdies noch eine recht schnelle Auffassungsgabe und selbst wenn mich in Prüfungssituationen Sachen nicht so wirklich interessierten, hab ich dank eines sehr guten Kurzzeitgedächtnisses immer sehr gute Ergebnisse zustande gebracht.
Auch würd ich mir z.B. zutrauen für einen Urlaub jegliche Sprache der Welt in ein paar Wochen anzueignen, zumindest so viel, daß eine brauchbare Kommunikation im Land zustande kommt (was bis jetzt mit Nepali, Kantonesisch, Khmer, Laotisch, Birmanisch und vielen anderen Sprachen sehr gut geklappt hatte). - Die eben erwähnten Sprachen hab ich natürlich im Büro gelernt, wo sonst… Mein eigentlicher Job ließ sich meist in ca. 25 Minuten am Tag erledigen.
Vor zwei Jahren hab ich nebenbei in einigen Urlauben eine thematisch ganz andere Ausbildung gemacht. Auch nichts wahnsinnig Anspruchsvolles, aber ich mußte schon aus sportlichem Ehrgeiz von 85 Leuten als beste abschneiden.
Mit „Umfeld“ oben meine ich, daß ich schon „vom Typ her“ nicht in den Konzern paßte, weder optisch (kleidungstechnisch gesehen), noch mental, politisch, sozialkritisch oder wie auch immer man dies ausdrücken mag.
Man hat mir die Möglichkeit gegeben diverse Fortbildungskurse zu besuchen. Weniger zu bestimmten fachlichen Themen (da hätte ich erbarmungslos versagt), sondern eher handelte es sich um so eine Art Managementkurse oder Führungskräftetraining. Hier ging es wieder um Lernen an sich und ich schnitt meist vorzüglich ab:wink: - Hatte dort bei der Vorstellung übrigens auch immer vermieden direkt zu sagen was mein eigentlicher Job ist, um nicht gleich in einer Schublade zu landen.
Zudem mußte ich erleben, wie mir manchmal Leute fachintern etwas berichteten, die sich selbst harmlos ausgedrückt nicht zu den Klügsten zählen und dies auch noch bei fast jeder Gelegenheit offen preisgeben. Da dachte ich dann, man (frau), sogar die verstehen worum es hier eigentlich geht, nur Du nicht…
Ich hab mir immer wieder mal überlegt, ob es eine „partielle Verblödung“ gibt:wink:
Zu meinem Job bin ich übrigens gekommen, als ich vor vielen Jahren mein Studium finanzieren mußte und mir in dieser Firma jede Semesterferien, die ich nicht verreist war, meine Brötchen verdiente.
Reicht allein mein Unwohlsein in dieser Branche aus, damit mein Gedächtnis derartig versagt?
Die Frage ist ernst gemeint. Es liegt mir fern zu erzählen, was für’n toller Typ ich bin und was für’n Sch… Job ich doch hab/hatte.
Sorry, wenn das nicht flüssig runtergeschrieben wirkt, wurde einige Male vom Baby unterbrochen:wink:
Liebe Grüße,
Christiane