Wieso können wir eigentlich unsere eigenen Gedanken hören?
Ich verstehe ja die Sinne an sich, also Hören über Schallwellen etc…, Schmecken/Riechen, Sehen…
Und dass wir unsere Gedanken in „unserer“ Sprache und Stimme hören, liegt wohl einfach an der Gewöhnung.
Aber wieso können wir das überhaupt?
Ist das so was wie das Bewusstsein?
Und eine letzte Frage: „Hört“ ein ungeborenes Kind dann auch die Gedanken seiner Mutter?
Wieso können wir eigentlich unsere eigenen Gedanken hören?
Ich verstehe ja die Sinne an sich, also Hören über
Schallwellen etc…, Schmecken/Riechen, Sehen…
Und dass wir unsere Gedanken in „unserer“ Sprache und Stimme
hören, liegt wohl einfach an der Gewöhnung.
Aber wieso können wir das überhaupt?
Ist das so was wie das Bewusstsein?
Und eine letzte Frage: „Hört“ ein ungeborenes Kind dann auch
die Gedanken seiner Mutter?
Hallo Cess (ziemlich kess der Name ,
meine Antwort dazu wäre dieselbe wie im Philosophiebrett zu Oliver.
Du „hörst“ ja deine Gedanken nicht. Sie sind es live, die kontinuierlich mit der Außenwelt, der objektiven Realität wechselwirken.
Frag mal eine Biologin. Die weiß, daß Kinder im Mutterleib eigenständige Wesen sind Sie Empfinden nur.
Wieso können wir eigentlich unsere eigenen Gedanken hören?
Ich verstehe ja die Sinne an sich, also Hören über
Schallwellen etc…, Schmecken/Riechen, Sehen…
Und dass wir unsere Gedanken in „unserer“ Sprache und Stimme
hören, liegt wohl einfach an der Gewöhnung.
Was passiert denn bei der Sinneswahrnehmung? Ein Reiz wird in elektrische Signale umgewandelt, die dann vom Gehirm verarbeitet werden.
Wenn Du nun den Eindruck hast Deine Gedanken zu „hören“ (ich habe einen solchen Eindruck nicht), ist für mich die einzig denkbare Erklärung, daß Dein Gehirn die elektrischen Signale beim „denken“ als vom Ohr kommend interpretiert. Auf jeden Fall sind Gedanken nicht mit realen Schallwellen verbunden (Selbstgespräche ausgenommen).
Und eine letzte Frage: „Hört“ ein ungeborenes Kind dann auch
die Gedanken seiner Mutter?
Nun, diese Frage kann man getrost verneinen. Zum einen besteht zwischen Mutter und Kind keine direkte Nervenverbindung, die Signale können also gar nicht übertragen werden.
Zum zweiten sind die Signale an sich erst einmal sinnleer. Erst durch die Asoziation des Gehörten mit dem eigenen Erfahrungsschatz bekommen bestimmte Signale einen Sinn. Da ein Ungeborenes diese Erfahrungen noch nicht besitzen kann, könnte es die Signale gar nicht deuten.
Diese Aussage ist natürlich nicht so zu verstehen, daß die Stimmung der Mutter keinen Einfluss auf das Wohlbefinden des Kindes hätte.
Wieso können wir eigentlich unsere eigenen Gedanken hören?
Wir können unsere Gedanken nicht HÖREN. Wenn Du Deine Gedanken wirklich hören könntest, dann wärst Du psychisch gestört (z.B. schizophren). Das, was Du mit „hören“ meinst, ist etwas anderes. Was es genau ist, das weiß man bis heute nicht. Es gibt Wissenschaftler, die - aus gutem Grund - bezweifeln, daß das, was Du mit „Gedanken“ meinst, stilles Sprechen ist. Denken als Prozeß findet oft auch vollkommen unbemerkt statt, nur am Endergebnis wird dann erkannt, daß ein Denkprozeß stattgefunden hat.
Ist das so was wie das Bewusstsein?
Ja, das könnte man sagen. Die Gedanken, die Du meinst, sind Bewußtseinsinhalte. Wie das Bewußtsein funktioniert, das weiß kein Mensch.
Und eine letzte Frage: „Hört“ ein ungeborenes Kind dann auch
die Gedanken seiner Mutter?
Nein, aber ein ungeborenes Kind macht im Mutterleib schon viele Erfahrungen, v.a. natürlich mit dem Verhalten seiner Mutter.
Na, jetzt assoziierst Du aber gar zu wild. Mein Thema im
Philobrett hat nur über 36 Ecken etwas mit dem Thema von Cess
zu tun.
Ich habe mich ja nicht auf din Thema, sondern auf meine Antwort dazu bezogen.
btw: Wann entsteht eigentlich Bewußtsein. Ich meine mal, mich an meine allerersten Krabbelversuche zu erinnern - aber vor der Geburt? Kinder reagieren da schon, aber bewußt? Gibt es darauf eine Antwort?
Wann entsteht eigentlich Bewußtsein. Ich meine mal, mich
an meine allerersten Krabbelversuche zu erinnern - aber vor
der Geburt? Kinder reagieren da schon, aber bewußt? Gibt es
darauf eine Antwort?
Antworten gibt es darauf, doch welche ist die richtige?
Was Du meinst, ist das Selbstbewußtsein. Und Du sprichst die Kindheitsamnesie an, wenn Du die Erinnerung an Deine ersten Krabbelversuche heranziehst. Ornstein sowie Howe, Fivush und Stein schlagen vor, daß sich gegen Ende des 2. Lebensjahres bei den Kindern ein „Bewußtsein ihrer selbst“ (also ein Selbst-Bewußtsein) entwickelt. Die Erinnerungen sollen dadurch besser repräsentiert, persönlicher werden und mehr Anknüpfungspunkte finden. Dabei hilft auch die Sprachentwicklung, weil die Kinder ihre Erlebnisse anderen und sich selbst erzählen. Man nimmt an, daß dadurch eine bessere Encodierung im deklarativen Gedächtnis stattfindet.
Weitere Infos entnimmst Du am besten den einschlägigen Büchern der Entwicklungspsychologie. Einige davon habe ich in meinem Info-Postings am Ende des Psycho-Boards erwähnt.
ich kann mich daran erinnern, daß das „Ich“ Bewußtsein auch an Primaten getestet wurde. Man hat Gorillas oder Schimpansen (weiß nimmer genau) einen farbigen Klecks auf die Nase gemalt. Ein Lebewesen ohne „Ich“ Bewußtsein hätte sich im Spiegel nicht erkannt, sondern allenfalls einen Artgenossen darin gesehen, vielleicht sogar den bunten Fleck wahrgenommen und je nach Gehirnleistung, diesen im Spiegel zu entfernen.
Aber diese Primaten haben, sich im Spiegel gesehen und sich an die eigene Nase gefasst und dort versucht den Fleck zu entfernen.
Das war nur eins der Merkmale der „Ich“ Erkennung.
Kleine Kinder 1-2 Jahre ± erkennen sich zunächst nicht im Spiegel…da ist halt jemand…und versuchen vielleicht noch den Fleck auf der Nase des Spiegelbildes anzufassen und irgendwann, das kann über Nacht sein (Ist mir bei meinem Kleinen aufgefallen, daß er Entwicklungsschub gehabt haben muß in der Nacht), sieht Kind sich plötzlich selbst und der Fleck prangt auf der eigenen Nase.
Was ich aber gerne wissen würde…woher weiß ein kleiner Säugling, wie man lächelt? Also nicht das unbewußte Gesichtsmuskeltraining, bei dem man sich kugeln möchte, sondern man lächelt das baby an, und es lächelt zurück?
ich kann mich daran erinnern, daß das „Ich“ Bewußtsein auch an
Primaten getestet wurde. …
Ja, Du hast ganz Recht. Diese Art von Versuchen werden von einigen Wissenschaftlern so interpretiert, als ob die getesteten Affen über ein Bewußtsein ihrer selbst verfügten.
(Für die Interessierten: Genauer nachlesen kann man es bei
Eccles, J. C. (1990). Die Psyche des Menschen. München: Piper.
Gallup, G. G. Jr. (1977). Self recognition in primates. American Psychologist, 32, 329-338.
Gallup, G. G. Jr. (1979). Self recognition in chimpanzee and man: A developmental and comparative perspective. In M. Lewis & C. A. Rosenblum (eds.), The Child and its Family. New York: Plenum Press.)
Was ich aber gerne wissen würde…woher weiß ein kleiner
Säugling, wie man lächelt? Also nicht das unbewußte
Gesichtsmuskeltraining, bei dem man sich kugeln möchte,
sondern man lächelt das baby an, und es lächelt zurück?
Wonach Du fragst, bezeichnet man nach Charlotte Bühler als das „soziale Wiederlächeln“ oder kürzer als das „soziale Lächeln“. Dieses Lächeln tritt ab der 5. bis 6. Woche nach der Geburt auf (wobei Emde und Harmon, 1972, in ihrer Untersuchung schon soziales Lächeln ab der 2. Woche entdeckt zu haben angeben). Wie der Entwicklungsschritt vom reflexhaften Lächeln zum sozialen Lächeln stattfindet, weiß man noch nicht genau. Die Entwicklungspsychologin Rauh hat 7 Erklärungsversuche zu dieser Entwicklung gesammelt:
Lächeln als instinktive Reaktion : als AAM ausgelöst durch das menschliche Gesicht oder entsprechende Attrappen.
Lächeln als klassisch konditionierte Reaktion : UCS ist die Befriedigung primärer Bedürfnisse, der CS das Gesicht der Mutter oder der Pflegeperson. Gegen diese These spricht die empirische Feststellung, daß Kinder zuerst generell auf gesichtsähnliche Reize mit Lächeln reagieren und dann immer spezifischer werden. Nach der Generalisierungshypothese der klassischen Konditionierung wäre der Vorgang umgekehrt zu erwarten. Fantz (1961, 1967) fand, daß sich Kinder ab dem 1. Monat an den Außenkonturen des Gesichts, im zweiten an den Augen, ab dem 4. und 5. an Nase und Mund orientieren, wobei ab dem vierten die Verhältnisse und Anordnungen zwischen den Strukturen des Gesichts bedeutsam werden, ab dem fünften werden spezifische Personen erkannt, ab dem sechsten Gesichtsausdrücke unterschieden.
Lächeln aufgrund operanter Konditionierung : Das Lächeln tritt häufiger auf, weil es durch positive Verstärkung (Ansprechen, Aufnehmen) konditioniert wird. Durch das Lächeln gewinnt das Kind Kontrolle über den Erwachsenen. Ausgelöst durch den Hinweisreiz: Gesicht des Erwachsenen. Ähnlichkeit hat diese Theorie des Lächelns mit der Emotionstheorie von Waynbaum (1907) und Zajonc, Murphy & Inglehart (1989). Nach dieser Theorie werden beim Lächeln mehrere Gesichtsmuskeln aktiviert, die Blutgefäße abdrücken, so daß im Gehirn Endorphine ausgeschüttet werden, die positiv verstärkend wirken. Folglich tritt Lächeln häufiger auf.
Lächeln als emotionale Abschlußphase eines kognitiven Problemlöseprozesses (nach Kagan, 1974): Das menschliche Gesicht wird als erstes kognitives Schema angesehen, das bei Wiederentdecken in einem Reiz als Problemlösung angesehen wird, so daß das Kind lächelt. Warum es dann lächelt, ist unklar.
Lächeln und Lachen als Ausdruck geistiger Spannungsaufbau- und Abbauzyklen (nach Scroufe & Waters, 1976): Warum sollte das Lächeln diese Funktion übernehmen?
Lächeln als geistiges Vergnügen über erlebte wirksame Verursachung (nach Bower, 1979), das reifungsabhängig auftritt.
Lächeln als protosoziales Verhalten (nach Bowlby): Lächeln wird als mit sozialer Funktion behaftet angesehen, das den Erwachsenen an das Kind bindet.
Ja, Du hast ganz Recht. Diese Art von Versuchen werden von
einigen Wissenschaftlern so interpretiert, als ob die
getesteten Affen über ein Bewußtsein ihrer selbst verfügten.
Aus welchem Grund sprichst Du ihnen das anscheinend ab?
Wenn ich doch einen Fleck auf der Nase habe…dann mache ich den doch MIR weg…also weiß ich doch, daß ICH das bin?
Hey und vielen Dank für die ausführliche Antwort, aber…
…woher weiß ein so kleiner Säugling, wie das aussieht, wenn man lächelt? Was man dafür tun muß…
Aus welchem Grund sprichst Du ihnen das anscheinend ab?
Ich persönlich habe mich gar nicht dazu geäußert. Es ist nur so, daß es in der „Scientific Community“ unterschiedliche Ansichten darüber gibt, ob solche Untersuchungen die Frage klären können, ob bestimmte Primatenarten über Selbst-Bewußtsein verfügen.
Hey und vielen Dank für die ausführliche Antwort, aber…
…woher weiß ein so kleiner Säugling, wie das aussieht, wenn
man lächelt? Was man dafür tun muß…
Na da kam ja was zusammen…
Biologin bin ich selber *grins*, dass ein Kind nicht deuten könnte, was es mitbekommt, ist mir auch klar, es ging nur ums Prinzip…
Danke jedenfalls für die Antworten!!!
Cess
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Hallo Maya,
Das Problem „Selbst-Bewusstsein“ empfinde ich als die zweit wichtigste Frage. Die Erste ist natürlich: "Warum ist etwas und nicht nicht’s "?
Da habe ich eine Idee: das Selbstbewusst-Sein entsteht dann, wenn das Gehirn eine gewisse Anzahl von Neuronen entwickelt hat,sagen wir mal 50 Mia.(Evolutionäre Erkenntnis-Theorie) dann "dämmert`s einfach und das Idividuum sagt: „Ich bin“.
Mit Gruss: HARDY