Gedanken bewusst abschalten- gut oder schlecht?

Diese Frage beschäftigt mich, da ich selbst häufig Gedanken unterdrücke wenn ich keine Lust auf sie habe. Mein Kopf ist dann wirklich quasi leer, ich denke an nichts außer dass ich denke, dass ich an nichts denke, und auch wirklich das Gefühl habe, das zu tun.
Nun bin ich in einer Position, wo mein Lebensunterhalt vom Denken abhängt, und habe zunehmend Bedenken, dass ich mir selbst durch dieses bewusste Zulassen/ Abblocken von Gedanken schade. Außerdem hatte ich mal einen Lehrer, mein Jugendidol da absolut durchgeknallt, ständig unter Strom und schlau, der sehr überzeugend meinte, er denke ständig nach und Leerlauf sei ihm unbekannt. Auch von anderen Seiten hört man, dass die Leute nicht einschlafen können, weil ihnen so viele Gedanken durch den Kopf gehen, überhaupt, dass sie ständig an etwas denken. Ich nicht! Kann mir jemand sagen, ob das für meine Gesundheit gut oder schlecht ist oder am Ende egal? Verschwende ich Denkzeit? Ich habe auch schon überlegt, ob ich ernsthaft depressiv sein könnte, eine Tendenz dazu habe ich sicherlich, denn da ist der leere Kopf ja wie ich gelesen habe auch eine Symptomatik und manchmal kostet es mich Überwindung, meine Gedanken wieder anzuschalten weil ich weiß, dass ich noch über dies und das nachdenken muss. Für mich ist Denken viel mit Arbeit verbunden die mir nicht immer Spaß macht. Über Kommentare wäre ich dankbar, Susanne

Hei,

warum sollte es schaden, das Denken auszuschalten? Es sei denn, es geht Dir damit schlecht, das wäre was anderes. Und solange Du Dich beim Arbeiten nicht allzu häufig dabei ertappst, wie Du abschaltest, sollte auch hier alles im grünen Bereich sein.

Sei doch lieber froh, dass Du abends nicht stundenlang wachliegen musst und nicht schlafen kannst wegen der zig Gedanken in Deinem Kopf! Der Schlafmangel wäre auf Dauer sicherlich ungesünder als die Gedanken wegzuschieben. :wink: Und glaub mir, viele Leute werden Dich darum beneiden!

Grüßlis
Natascha

hallo Susanne,
die meisten Menschen, die gerne meditieren möchten (fernöstliche Meditation z.B.), haben größte Mühe, das in ihrem Kopf herzustellen, was Voraussetzung ist dafür - völlige geistige Leere. Vielleicht wärst Du sehr gut imstande zu solchen Techniken? Gruß, .

Hi Susanne,

sei froh und dankbar, es gibt unzählige Menschen, die Dich um diese Gabe beneiden. Grübler nennt man die - da wird ein Sachverhalt durchdacht, das Ergebnis stellt nicht zufrieden, dann geht das Ganze von vorne los. Ganze Nächte hindurch. Besonders unangenehm wird es, wenn dieses Grübeln dazu führt, dass sich Meinungen verfestigen, weil ja kein Widerspruch da ist. Kommt es dann tatsächlich mal zum Gespräch, dann kämpft der Widerpart nicht gegen Argumente, sondern gegen festgefressene Vorurteile. Dann lieber mal Leere im Kopf!

Gruß Ralf

Hallo Susanne

Das ist wirklich ein Thema, mit dem sich unsere Psychologie fast gar nicht beschäftigt hat und zu dessen Lösung müssen wir deshalb gen Osten schauen.

Besucht man Asiatische Länder, fällt einem früher oder später die Losgelöstheit des Durchschnittsmenschen, von Gedanklicher Tätigkeit auf. Diese Betonung auf die Mentalität fehlt diesen Völkern scheinbar völlig. Und doch hat z.B. Indien die besten Programmierer hervorgebracht.

Sri Aurobindo sagt in seinen Schriften, wahres Denken fängt erst dann an, wenn der Geist ruhig ist und schweigen gelernt hat. Also Denken kommt aus der Stille.

Sämtliche Spirituellen Disziplinen im Yoga wie auch im Buddhismus, zielen auf diese Gedankenstille hin. Deshalb muß man diese als eine höhere Stufe der Entwicklung ansehen. Nur man muß wissen, wie man damit umzugehen hat.

Was man berücksichtigen muß ist, daß die Menschheit vom Tier zum Gott wächst und das menschliche Tier sich Mentalität erst erwerben muß, bevor es die nächst höherer Stufe der Geistesentwicklung in Betracht ziehen kann.

Hier noch ein Link (Stille):
http://www.rolf-helmecke.privat.t-online.de/literatu…

gruß
rolf

Kann mir jemand sagen, ob das für meine
Gesundheit gut oder schlecht ist oder am Ende egal?

Unmittelbar gesundheitsschädlich ist es sicher nicht, so harmlos wie meine Vorredner finde ich es aber auch nicht. Gefährlich wird es, wenn mit dem Nichtsdenken eine körperliche Inaktivität verbunden ist. Mehr dazu weiter unten.

Verschwende ich Denkzeit?

Mit Sicherheit. Zu bedenken ist, dass Du in dieser Situation nicht einfach nichts tust, sondern Du beschäftigst dich indirekt mit den Dingen, an die Du nicht denken willst. Da trickst uns unser Unterbewusstsein manchmal aus.

Ich habe auch schon überlegt, ob ich
ernsthaft depressiv sein könnte, eine Tendenz dazu habe ich
sicherlich, denn da ist der leere Kopf ja wie ich gelesen habe
auch eine Symptomatik und manchmal kostet es mich Überwindung.

Da kann man sich streiten, was ernsthaft und nicht ernsthaft depressiv ist. Man muss nicht unbedingt psychisch krank sein, um in einem Lebensabschnitt „ernsthaft“ depressiv zu sein. Prinzipiell ist Denkstille des Bewusstseins im Zustand körpelicher Aktivität oder intensiver Sinneswahrnehmung (z.B. Musikhören) normal und je nach Anstrengung sogar notwendig. Wenn der Körper sich jedoch in einer denkfähigen Position befindet, Du dich speziell zum Nichtsdenken auf das Sofa setzt oder dich hinlegst, dann ist Denkstille aber höchst unnormal und symptomatisch für Depressionen. Wenn Du über einen längeren Zeitraum (>3 Monate) mehr als 10 Stunden täglich schläfst bzw. die Denkstille zu einem inaktiven Wachzustand führt, solltest Du dir Hilfe bei einem Facharzt suchen.
Insgesamt bin ich mir anhand deiner Beschreibung etwas unklar, ob Du Nichtsdenken definierst als die Trägheit ein Problem rational zu lösen, z.B. in deinem Job, oder als den Versuch, das Hirn komplett auf Durchzug zu stellen (auch was emotionale Denkprozesse angeht). Ersteres ist eher harmlos und kennt jeder in unterschiedlicher Ausprägung.

Hallo,

sei lieber froh darüber das du diese fahigketi hast!

Ich wünschete mir Gedanken bewusst abschalten zu können.
Denn ich schleppe alle möglichen Gedanken immer mit mir mit (auch wenn diese schon monate her sind) Oder auch komische technische Ideen, die mir mal auf einmal einfallen. Diese verfolgen mich bis ich diese mache oder diese durch andere Gedanken ersetzt werden.
Auch vor dem einschlafen…manchnal habe ich das gefühl das ich die ganze nacht darüber denken musste…

Sei froh. Ich sehe es als eine Gabe- warum nicht nutzen?

LG

TOLL…
Hallöchen,

genieße es, wenn du es schaffst, deine Gedanken abschalten zu können.
Genieße es !!!
Es scheint eine Gabe Gottes zu sein, ich beneide dich darum !

Wie gerne würde ich mich mal in die Federn hauen, und zwar ohne belastende Gedanken.

Frage nicht mehr nach dem Warum…, genieße einfach.

Schönes Fußballwochenende…

Katrinchen

Diese Frage beschäftigt mich, da ich selbst häufig Gedanken
unterdrücke wenn ich keine Lust auf sie habe. Mein Kopf ist
dann wirklich quasi leer, ich denke an nichts außer dass ich
denke, dass ich an nichts denke, und auch wirklich das Gefühl
habe, das zu tun.

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, wenn es als positiv erlebt wird und zu keinen weiteren Beeinträchtigungen führt. Ein Problem ist es nur dann, wenn die Fähigkeit verloren geht, sich unangenehmen Gedanken/Gefühlen zu stellen und diese zu bewältigen. Dann gelingen auch oftmals Versuche der Unterdrückung nicht und es drängen sich immer mehr unangenehme Gedanke quasi auf. Wenn dem so ist, dann ist der zeitpunkt gekommen, nicht mehr zu versuchen, Gedanken zu unterdrücken, sondern sich Ihnen quasie konfrontativ zu stellen.