Gedanken: Katalysator oder Ballast?!

Hallo mal wieder!

Bin letztens über eine Aussage eines Autors (weiß leider den Namen nicht mehr) gestolpert, der Folgendes aussagte: Wenn wir über bestimmte Dinge nachdenken / fantasieren, dann ersetzt
das meistens das wirkliche Handeln. Zum Beispiel: Jemand behandelt uns in irgend einer Weise
schlecht und wir malen uns danach in Gedanken aus, was wir dieser Person alles an den
Kopf werfen könnten, was wir ihr antun könnten. Aber normaler Weise geschieht nach unseren
Gedankenschlössern nichts. Das bloße Denken daran hat befriedigt oder zumindest beruhigt.
Dies ist auch bei positiven Dingen der Fall.
Mir leuchtet das ein. Allerdings frage ich mich, ob das der Grund ist, warum ich mein Leben
nicht geregelt bekomme, warum ich es nicht schaffe abzunehmen, warum ich meinen Alltag
nicht ändern kann.
Ich stelle mir ständig vor, wie alles sein könnte, wenn… Ich bin wirklich permanent damit
beschäftigt.
Eigentlich dachte ich immer, dass ein kontinuierliches Visualisieren der Sachen, die ich erreichen
möchte, mich irgendwann auch zur Realisierung bringt. Jetzt aber bin ich unsicher, ob es
mich nicht genau in alten Verhaltensmustern verharren lässt und mich immer weiter in
die falsche Richtung treibt!

Was meint ihr dazu?

Lieben Gruß,

Danielle

Hallo Danielle,

Wenn wir über bestimmte Dinge nachdenken / fantasieren, dann ersetzt
das meistens das wirkliche Handeln.

dieser Satz ist nicht falsch, aber auch nicht richtig :smile: , denn er geht an der entscheidenden Erkenntnis vorbei, nämlich dass es nicht darum geht nachzudenken oder zu handeln, sondern dass es wichtig ist, richtig zu denken.

Und zum richtigen Denken gehört auch, dass man sich dann, wenn das Denken überhand nimmt, dafür entscheidet, das Denken einmal nicht die wichtigste Rolle spielen zu lassen. Das Zauberwort heißt „Maßhalten“, und zwar sowohl im Denken als auch im Nichtdenken.

Das ist dir eigentlich auch schon selbst klar, denn du schreibst ja:

Ich stelle mir ständig vor, wie alles sein könnte, wenn…

und

Ich bin wirklich permanent damit beschäftigt.

Es ist schon richtig, dass ein - wie du schreibst -

kontinuierliches Visualisieren

richtig und hilfreich ist, aber Kontinuität braucht auch Pausen, nämlich dann, wenn man merkt, dass man so nicht weiter kommt.

Daher ist es gut und ein erster Schritt, dass du dir bewusst gemacht hast, dass es dich stört. Ein zweiter Schritt wäre die Reflexion darüber, was du eigentlich wirklich willst und warum du es willst. Die Frage nach dem „Warum“ des Denkens kann manchmal das Denken in die richtige Richtung lenken.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Hallo Thomas!

ich habe nicht ganz verstanden, was du mit „richtigem Denken“ meinst.
Was ist das genau für dich? Ich verstehe Denken allgemein als Durchspielen der Möglichkeiten, wie man handeln könnte und wie nicht und was man dann letztendlich wirklich macht.
Ich weiß nicht, wie es bei anderen Menschen aussieht, aber ich kann mein Denken nicht abstellen. Daher könnte ich gar nicht Maßhalten. Wie soll das gehen?
Ich hinterfrage aber auch ewig meine Gedanken mit neuen Gedanken.

Was mich aber wirklich beschäftigt, ist, inwieweit meine GEdanken mich zum Handeln bringen oder ob es mich eher am Handeln hindert.

Wie siehst du das?

LG,
Danielle

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Danielle,

Gedanken…Kat…oder Ballast? Schon allein diese Frage wirft ungemein viele Gedanken auf, jedenfalls bei mir. Ich denke, dass diese Frage nur jeder für sich selbst beantworten kann. Seine eigene Einstellung zum Leben ist abhängig, ob seine Gedanken eher positiv oder eher negativ sind. Ein positiv denkender Menschen antwortet spontan, dass seine Gedanken der absolute Katalysator ist, um seine festgesteckten Ziele zu erreichen. Ich übrigens…bin hundertprozentig davon überzeugt „So wie du denkst, so wirst du sein!“
Aus meiner eigenen Erfahrung heraus weiß ich auch, dass dies selbstverständlich auch in die andere Richtung gehen kann und letztendlich auch das entsprechende Ergebnis bedeutet (negatives Denken = Ballast). Ob allein das Denken immer befriedigt, das bezweifle ich, da bekanntlicherweise das Denken allein nicht erfolgreich und zufrieden macht.

Mir leuchtet das ein. Allerdings frage ich mich, ob das der
Grund ist, warum ich mein Leben
nicht geregelt bekomme, warum ich es nicht schaffe abzunehmen,
warum ich meinen Alltag
nicht ändern kann.

Warum du deinen Alltag nicht ändern kannst? Warum du es nicht schaffst, deine Ziele (hier Abnehmen) erreichst. Ich denke, dass es dir an einer guten Portion Selbstvertrauen fehlt. Der Glaube an sich selbst fördert deine Gedanken in die positive Richtung, nur der Glaube an eine Sache, wird dich dein Ziel erreichen lassen. Was tust du dafür, um abzunehmen. Ist es dir wirklich so wichtig? Wenn ja, hälst du dann deine Ernährungsumstellung (z.B.)ein oder gibst du doch ab und an auf…dann ist der Wille und der Glaube nicht stark…dass läßt dich nach hinten fallen. Es gibt viele Beispiele um sagen zu können, „Der Glaube versetzt Berge“! Doch wer schon am Anfang aufgibt, wird sein Ziel nicht erreichen können.
Was hast du dafür getan um deinen Alltag in den Griff zu bekommen? Hast du dir einmal notiert, was du alles ändern willst?

Ich stelle mir ständig vor, wie alles sein könnte, wenn… Ich
bin wirklich permanent damit
beschäftigt.

Das ist ein wichtiger Punkt…doch nicht alles. Dein Herz, dein Glauben an dich selbst, der muss von innen heraus dich zum Visualisieren bringen. Nicht der Gedanke, dass irgendwo geschrieben steht, dass das Visualisieren dich zum Erfolg bringt. Wie komme ich zum Erfolg? Erfolg=Tun Ziele zu erreichen ist abhängig von meinem täglichen Handeln, ich muss wissen wo ich hin will, und ganz WICHTIG muss genau danach HANDELN! Ich erlebe es immer bei meiner Schwester, sie hat sich so auf ihre Schwächen konzentriert, dass sie gar nicht mehr weiß, wer sie wirklich ist und was sie fähig ist, zu erreichen. Negative Gedanken machen erfolglos, machen dich kaputt einfach zum Verlierer. „Ich kann das nicht“, „Ich habe noch nie abgenommen“, „Ich schaffe das nicht“…Bloss was nützen die positiven Gedanken allein, wenn ich nicht entsprechend handle? Nichts.

Das sind nur einige Gedanken von mir, obwohl ich sicher viel mehr schreiben könnte :smile:
Ich selbst kann aus eigener Erfahrung sagen, wenn der Wille da ist, wirst du es schaffen! Konsequenz und vorallem Ausdauer dürfen nicht fehlen, denn von nichts kommt nichts.

LG, Sindy

Hallo Danielle,

ich habe nicht ganz verstanden, was du mit „richtigem Denken“
meinst. Was ist das genau für dich? Ich verstehe Denken allgemein als
Durchspielen der Möglichkeiten, wie man handeln könnte und wie
nicht und was man dann letztendlich wirklich macht.
Ich weiß nicht, wie es bei anderen Menschen aussieht, aber ich
kann mein Denken nicht abstellen. Daher könnte ich gar nicht
Maßhalten. Wie soll das gehen?

wenn Denken überhand nimmt, dann ist der Mensch nicht mehr im Gleichgewicht und leidet - wie du ja gerade selbst merkst. Ich wäre der Letzte, der sagen würde, dass Denken generell etwas Schlechtes ist, vielmehr halte ich Denken sogar für die wichtigste Tätigkeit des Menschen. Richtiges Denken aber beinhaltet auch die Kritik am Denken selbst (und nicht nur am Gedachten) - und wenn das Denken durch ein Zuviel dich hindert zu handeln, dann musst du eben auf der emotionalen Seite für einen Ausgleich sorgen. Das heißt nicht, dass du das Denken lassen solltest oder handeln sollst, ohne zu denken. Sondern ich meine, dass du dir Auszeiten für das Denken nehmen solltest. Ich denke dabei an so etwas wie Autogenes Training, wo das Fühlen eine entscheidende Rolle spielt und das Denken eben für eine gewisse Zeit unterbrochen wird.

Ich hinterfrage aber auch ewig meine Gedanken mit neuen Gedanken.
Was mich aber wirklich beschäftigt, ist, inwieweit meine
GEdanken mich zum Handeln bringen oder ob es mich eher am
Handeln hindert.
Wie siehst du das?

Denken ohne zu handeln ist leer, Handeln ohne zu denken blind - so würde ich es in Abwandlung eines Satzes von Immanuel Kant formulieren. Es ist also richtig zu denken, zu planen, zu entwerfen und zu verwerfen, weil sonst die Handlung ziellos würde. Wenn ich aber auf der anderen Seite nur noch denke, ohne zu handeln, dann führt das zu nichts. Dein Problem scheint mir zu sein, dass du das Denken nicht abstellen kannst, daher mein Vorschlag.

Solltest du das anders sehen und lediglich Probleme haben, die einmal gefassten Gedanken in die Tat umzusetzen, weil du die Entscheidung gleich wieder mit neuen Hypothesen in Frage stellst, dann hätte ich noch eine andere Idee. Ich habe in deiner Vika gelesen, dass du Schach spielst. Kennst du Schachaufgaben wie „Matt in zwei/drei/mehr Zügen“?
An solchen Aufgaben kann man lernen, konsequent zu handeln, wenn man die Lösung entdeckt hat. Solche Aufgaben schärfen die Lösungskompetenz von eindeutigen Problemen - und machen zusätzlich Spaß. Vielleicht ist das etwas für dich?

Herzliche Grüße

Thomas Miller

LG,
Danielle

Hallo Danielle,

Wenn wir über bestimmte Dinge nachdenken / fantasieren, dann ersetzt
das meistens das wirkliche Handeln.

dieser Satz ist nicht falsch, aber auch nicht richtig :smile: ,
denn er geht an der entscheidenden Erkenntnis vorbei, nämlich
dass es nicht darum geht nachzudenken oder zu
handeln, sondern dass es wichtig ist, richtig zu
denken.

Und zum richtigen Denken gehört auch, dass man sich dann, wenn
das Denken überhand nimmt, dafür entscheidet, das Denken
einmal nicht die wichtigste Rolle spielen zu lassen. Das
Zauberwort heißt „Maßhalten“, und zwar sowohl im Denken als
auch im Nichtdenken.

Das ist dir eigentlich auch schon selbst klar, denn du
schreibst ja:

Ich stelle mir ständig vor, wie alles sein könnte, wenn…

und

Ich bin wirklich permanent damit beschäftigt.

Es ist schon richtig, dass ein - wie du schreibst -

kontinuierliches Visualisieren

richtig und hilfreich ist, aber Kontinuität braucht
auch Pausen, nämlich dann, wenn man merkt, dass man so
nicht weiter kommt.

Daher ist es gut und ein erster Schritt, dass du dir bewusst
gemacht hast, dass es dich stört. Ein zweiter Schritt wäre die
Reflexion darüber, was du eigentlich wirklich willst
und warum du es willst. Die Frage nach dem „Warum“ des
Denkens kann manchmal das Denken in die richtige Richtung
lenken.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

gedanken abschalten
hallo danielle,

Ich weiß nicht, wie es bei anderen Menschen aussieht, aber ich
kann mein Denken nicht abstellen. Daher könnte ich gar nicht
Maßhalten. Wie soll das gehen?

wer ist für deine gedanken zuständig? woher kommen deine gedanken? sie kommen VON DIR - von niemandem sonst! wenn sie also von dir kommen, du für sie verantwortlich bist, dann kannst du auch bestimmen, was du denkst. diese einsicht ist ganz wichtig: du bist für deine gedanken verantwortlich (weil du sie denkst). deshalb kannst du auch bestimmen, was du denkst. das geht sehr gut!
es gibt eine technik: gedankenstopp. bei immer wieder kreisenden gedanken kannst du die anwenden. wenn du merkst, dass deine gedanken anfangen zu kreisen, stell dir innerlich ein bild von einem stopp-schild vor, vielleicht mit viel lautem gehupe. oder: einen typ in militäruniform auf dem exerzierplatz, der dich anschreit.

ich mache das wie folgt: ich binde bücher in meiner freizeit. und wenn mich ein gedanke allzu sehr quält, gehe ich schritt für schritt im kopf das binden eines buches durch - mit allen handgriffen. sobald ich im kopf zu ende gebunden habe, ist die gedankenkette durchbrochen. und wenn du sowas öfters machst, kannst du die ketten sehr schnell mit wenig aufwand durchbrechen.

vielleicht kann hier einer noch ein bisschen mehr dazu schreiben, denn ich habe das nur als „laien-technik“ für mich selbst ausgedacht. aber den gedankenstopp gibt es im therapeutischen kontext wirklich.

Was mich aber wirklich beschäftigt, ist, inwieweit meine
Gedanken mich zum Handeln bringen oder ob es mich eher am
Handeln hindert.

gedanken können beides. wenn ich in einer situation war, deren ausgang mir nicht gepasst hat (ich wurde überrumpelt und habe blöderweise „ja“ gesagt oder sowas), dann überlege ich mir im nachhinein, was ich hätte anders machen können und versuche, die situation so mehrmals durchzuspielen - immer mit verschiedenen reaktionen des gegenübers.
das ganze versuche ich auch immer vorbereitend auf eine situation, um bei ein paar verlaufsvarianten schnell was zur hand zu haben. wie die situation dann verläuft, kann natürlich völlig anders sein, aber ich habe mich schon mal damit auseinander gesetzt und fühle mich nicht mehr so „ausgeliefert“ (um das mal übertrieben zu sagen).

bei dir scheint es aber eher so zu sein, dass das gedankenkreisen, dich behindert. probier doch mal aus, was ich oben geschrieben habe. vielleicht hilft es auch dir weiter.

lieben gruß
tobias

Hallo,

spannendes Thema. Leider nur kurz eingehakt.

Ich stelle mir ständig vor, wie alles sein könnte, wenn… Ich
bin wirklich permanent damit
beschäftigt.

Permanent? Wann hast du dann die Zeit, all deine Ziele umzusetzen?

Eigentlich dachte ich immer, dass ein kontinuierliches
Visualisieren der Sachen, die ich erreichen
möchte, mich irgendwann auch zur Realisierung bringt. Jetzt
aber bin ich unsicher, ob es
mich nicht genau in alten Verhaltensmustern verharren lässt
und mich immer weiter in
die falsche Richtung treibt!

Hm, zuerst einmal die Frage: Hast du ein konkretes Ziel? Also, wie genau willst du wieviel in welchem Zeitraumwillst?
Wie wirst du aussehen, wenn du dein Ziel erreicht hast?
Wie wirst du denken, fühlen, handeln, riechen schmecken etc.?

Änderst du deine Visualisierungen häufiger, dann kann sich dein „Unbewusstes“ nicht auf die Erreichung des Zieles ausrichten… eben weil es sich ständig ändert…

Und… noch etwas… wenn du visualisierst… wie machst du das dann? Siehst du einen Film, in dem du selbst mitspielst, das heisst, du guckst dir selbst zu (dissoziiert)?
Oder erlebst du das in Träumen selbst, so als wäre es real und würde jetzt und hier passieren (assoziiert)?

Eine andere Frage, die du dir stellen kannst, ist, ob es für irgendetwas gut sein kann, weshlab es nicht klappt, abzunehmen. Klingt absurd, wofür soll Übergewicht gut sein, aber es kann ja sein, dass du durch das (übermässige? süsse?) Essen ein wichtiges Bedürfnis erfüllst oder das Übergewicht an sich eine Funtkion erfüllt. Dann klappt das mit dem Abnehmen oft nicht so wirklich gut. Erst wenn klar ist, wie denn diese Bedürfnisse/Funktionen anderweitig erfüllt/übernommen werden könne, ist oft die Bahn frei für die purzelnden Pfunde.

Gerne mehr dazu, wenn du magst.

Gruß
Xelya

Andere Artikel beantworte ich so schnell wie möglich!!! Schon mal vielen Dank an alle anderen!!!

Hallo Xelya,

Permanent? Wann hast du dann die Zeit, all deine Ziele
umzusetzen?

Es sind viele Gedanken, viele Ziele, vieles, was ich nicht umsetze, vieles, was ich umsetzen will. Wenig was ich wirklich umsetze. Leider.

Hm, zuerst einmal die Frage: Hast du ein konkretes Ziel? Also,
wie genau willst du wieviel in welchem Zeitraumwillst?
Wie wirst du aussehen, wenn du dein Ziel erreicht hast?
Wie wirst du denken, fühlen, handeln, riechen schmecken etc.?

Ich habe mir zum Beispiel als Ziel gesetzt, nächstes Jahr im Juni 15 Kg leichter zu sein und habe die Monate bis dahin dementsprechend eingeteilt. Eigentlich muss ich nicht viel pro Monat schaffen. Allerdings macht mir meine Ungeduld häufig einen Strich durch die Rechnung. Ich schieße dann über das Ziel hinaus. Und wenn etwas nicht so klappt, wie ich es mir vorstelle, bin ich frustriert und schlage wieder den gewohnten (falschen?) Weg ein.

Ich weiß, wie ich aussehen und mich fühlen könnte, da ich schon einmal mein Wunschgewicht hatte. Allerdings wird es bei Zielerreichung eine ganz andere Situation sein als damals. Und davor habe ich ein wenig Angst. So in die Richtung: Was ist, wenn ich es erreiche und merke, dass es mir nicht besser geht oder ich doch wieder sukzessive zunehme. Es ist absolut schlimm, wenn jemand dann wieder sagen würde: „Mensch, hast du zugenommen?“

Änderst du deine Visualisierungen häufiger, dann kann sich
dein „Unbewusstes“ nicht auf die Erreichung des Zieles
ausrichten… eben weil es sich ständig ändert…

An meiner Visualisierung ändert sich genauso wenig, wie an der Tatsache der Ziel-Nicht-Erreichung. :frowning:

Und… noch etwas… wenn du visualisierst… wie machst du das
dann? Siehst du einen Film, in dem du selbst mitspielst, das
heisst, du guckst dir selbst zu (dissoziiert)?
Oder erlebst du das in Träumen selbst, so als wäre es real und
würde jetzt und hier passieren (assoziiert)?

Ich erlebe beides, aber mehr dissoziiert. Ich sehe dann einen imaginären Film, in der ich die neue Rolle spiele.

Eine andere Frage, die du dir stellen kannst, ist, ob es für
irgendetwas gut sein kann, weshlab es nicht klappt,
abzunehmen. Klingt absurd, wofür soll Übergewicht gut sein,
aber es kann ja sein, dass du durch das (übermässige? süsse?)
Essen ein wichtiges Bedürfnis erfüllst oder das Übergewicht an
sich eine Funtkion erfüllt. Dann klappt das mit dem Abnehmen
oft nicht so wirklich gut. Erst wenn klar ist, wie denn diese
Bedürfnisse/Funktionen anderweitig erfüllt/übernommen werden
könne, ist oft die Bahn frei für die purzelnden Pfunde.

Es gibt viele Gründe, die mich davon abhalten, nicht dauerhaft in gesundem Maße zu leben und zu essen, also auch wieder zuzunehmen.
Wenn ich zunehme, heißt das immer, dass es mir psychisch nicht gut geht.

Ich esse alle schlechten Gefühle „weg“; Angst, Langeweile, Depressionen, Ärger, Frust, Aggressionen, Stress.

Ich bin auch seit ein paar Jahren in Therapie, da ich früher auch an Bulimie litt. Die ist wenigstens Schnee von Gestern.

Allerdings habe ich immer noch kein krisensicheres Programm, das ich starten kann, wenn es mir schlecht geht.

Vielen Dank für die interessanten Fragen! Freue mich über jede Idee oder eigene Erfahrungsberichte von dir!

Danielle

Tun!
Hallo Danielle,

was Du beschreibst ist auch mir nicht unbekannt.

(M)Ein Erfahrungs-, Erlebnis- und Ergebnisbericht:

Das Verharren in alten Verhaltensmustern, das Gefangensein in einem unbefriedigenden Alltag und die damit einhergehende Lethargie resultieren oftmals aus einem Gefühl der Angst vor allem „Neuen“. So sehr man sich auch wünscht, dass so vieles anders sein möge, so sehr scheut man doch die Anstrengung, den Kraftaufwand, die aufzubringende Energie und - nicht zuletzt - die manchmal nicht wirklich abzuschätzenden Konsequenzen aus dem eigenen Handeln.

Man denkt und denkt und denkt … ich könnte, ich sollte, ich müsste. Und letztlich ertappt man sich bei der gedanklich gebastelten Rechtfertigung dafür, dass man nichts tut … alles ist so schwer, alleine schaffe ich das eh nicht, würde sich wirklich was ändern, ach was. Der Kreis hat sich geschlossen und alles beginnt von vorne.
Man schreckt noch nicht einmal davor zurück, andere für das eigene Nichtstun - quasi - verantwortlich zu machen … schließlich war man als Kind schon immer pummelig, schließlich haben uns unsere Eltern Mut nie vorgelebt, schließlich - so hat man uns gesagt - muss man ja funktionieren und schließlich gibt es da ja einen, der die These aufgestellt hat, dass zu viel Denken zu zu wenig Handeln führt - jaja, das wird schon stimmen … *seufz*.

Durch diese und ähnliche Gedanken ist das einzige, das sich ändert, der Grad der - ständig wachsenden - Unzufriedenheit, die Qualität des - ständig sinkenden - Selbstvertrauens und die - niedriger werdende - Schwelle zur Resignation.
Im schlimmsten Fall gelangt man über diesen Kreisverkehr an einen Punkt, der eine so paradoxe Handlung mit sich bringt, dass man schon an unserem Verstand zweifeln muss; die Folge sind echte „Fehllei(s)tungen“. Man isst eine Tüte Chips, obwohl man abnehmen will, man zeugt ein Kind mit einem Mann, den man - eigentlich - verlassen will, man sagt „ja“ zu etwas, zu dem man „nein“ sagen will etc.
Die Lebensqualität leidet, man selbst leidet - waren wir an dieser Stelle nicht schon einmal?!

Auf der Stelle tretend neigt man dazu, alle Probleme gleichzeitig bedenken und vor allem lösen zu wollen. Da das - natürlich - nicht gelingt, erscheint der Problemberg vor uns unüberwindbar.

Ein erster Schritt kann in dem Erkennen liegen, dass man den Problemberg vor sich gar nicht überwinden, sondern abtragen muss. Stück für Stück einen (Stolper)Stein nach dem anderen aus dem Weg räumen.

Eigentlich dachte ich immer, dass ein kontinuierliches Visualisieren
der Sachen, die ich erreichen möchte, mich irgendwann auch zur
Realisierung bringt.

[Hervorhebungen von mir]

Kontinuierliches Visualisieren, hmm … ist das so was wie ein Raum-Zeit-Kontinuum bei Voyager :wink: oder vielleicht … ein Tagtraum?

Der Zeitpunkt namens “irgendwann“ ist so schwammig, dass Du auf dem Weg dorthin Gefahr läufst, im Morast der Frustration zu versinken.

Die Realisierung eines jeden Vorhabens hat einen Anfang und aller Anfang ist untrennbar mit einem Tun verbunden. Als ich das begriffen hatte, habe ich aufgehört zu „visualisieren“ und hypothetische Formulierungen zu gebrauchen und habe angefangen zu „realisieren“.

Was ist mir am wichtigsten? Was muss getan werden, um es zu erreichen? Welche - kleinen - Schritte kann ich unternehmen? Welche Etappenziele können auf dem Weg angesteuert werden?

Ich habe angefangen und gesehen, dass es mir zunehmend leichter fiel, die nächsten Schritte zu gehen, neue Ziele klar zu definieren und die Zwischenstationen zu erreichen. Mit zunehmender Aktivität wurde auch vieles zum Selbstläufer und der nächste Stein des Berges kullerte von allein weg, weil ich den darunter herausgezogen hatte.

In der Zeit war ich mir selbst am wichtigsten und musste einigen Menschen vor den Kopf stoßen; das war sicher nicht schön, aber notwendig. Ich habe mich aufgelehnt gegen alles, was mich persönlich einengte und was mir das Gefühl vermittelte, mich am Leben zu hindern und/oder nicht weiterzubringen. Ich habe, ohne dass ich mich jemals auf meinen Körper reduziert hätte oder von anderen hätte darauf reduzieren lassen, 10 kg abgenommen, war im Fitnessstudio und habe mich mit Dingen beschäftigt, die mir das Gefühl des „flow“ brachten.

Nun ja, einmal angefangen, könnte ich - wie ich gerade feststelle - wohl stundenlang so weiterschreiben. Ich lasse es mal damit genug sein. :wink:
Vielleicht hat es Dir ja ein paar Anregungen gebracht.

Viel Glück!
Birgit

Hallo,
mir ist es eine ganze Zeit lang ähnlich gegangen…

Einerseits Gedanken, wie es sein könnte und andererseits die Gedanken über das eigene Versagen vor Augen, das einen immer mehr zum Grübeln und zum Selbstmitleid verleitet.

Zum Glück ist mir jetzt der Absprung gelungen und ich habe endlich wieder angefangen, mein Leben „Aktiv“ zu gestalten und mein „Drehbuch“ zu realisieren :o)

Geholfen hat mir dabei ein Seminar, bei dem ich einfach mal neue Leute kennengelernt habe und gefordert wurde (es war ein Redetraining) --> man mußte auch mal über seinen Schatten springen, bekam auch kleine Aufgaben zur Selbsbewußtseinstärkung .
Ob das bei dir hilft vermag ich natürlich nicht zu sagen, aber bei mir war es jedenfalls schon mal ein Anfang.
Danach muss man natürlich viel an sich selbst arbeiten und nicht wieder in seine alten Gewohnheiten verfallen, was gar nicht so leicht ist.

Im Endeffekt hat mich der Willen etwas zu änder und endlich wieder „aufzuwachen“ richtig hibbelig gemacht, ich bin aufgesprungen und habe diesmal einfach aktiv etwas gemacht, ohne lange darüber nachzudenken.

Und mittlerweile muss ich sagen, das denken und grübeln ist zwar viel gemütlicher, das richige Leben macht aber um einiges mehr Spass ;o)

Also, anstatt zu überlegen was ich am besten in den nächsten 2 Monaten tun will, einfach mal zum Hörer greifen und sich zu etwas anmelden, ohne großartig zu überlegen.

gruß
Stephanie

Vielleicht kommt es auch darauf an, mit welcher Einstellung wir visualisieren. Eine Überzeugung scheint stärker zu sein als ein Bild. Wenn ich mir von meiner Idealfigur ein Bild mit der Überzeugung mache, dass es nur ein Bild ist, wird das nix. Die bilder der Visualisierung scheinen meiner Meinung nach nur dazu zu dienen, eine Überzeugung herbeizuführen. Zum Beispiel hat fast jeder die Überzeugung, daß zum Abnehmen normalerweise eine gesunde Ernährung und Sport gehören. Wenn ich nun visualisiere, wie ich schlank bin, aber Sport und Ernährung nur hin un wieder, ungeduldig oder fast gar nicht betreibe, dann entspricht mein Verhalten nicht meiner Überzeugung. Die Überzeugung sagt, es geht nur durch Aktivitäten und sie erweist sich stärker als mein visualisiertes Bild. Tu ich dagegen etwas entsprechend meiner Überzeugung, nämlich gesünder zu essen und regelmäßig ins Schwitzen zu kommen, dann beschleunigt Visualisieren höchstwahrscheinlich diesen Prozess, weil die Bilder jetzt nicht mehr gegen meine Überzeugung laufen. Vorher „wußte“ ich ja, dass die Bilder nur Bilder sind, da ich ihnen keine Taten folgen lasse. Jetzt sind meine Bilder als Ziel möglich, da ich ja wirklich etwas dafür tue, von dem ich überzeugt bin, dass es wirkt.

Hinzu kommen unbewußte Wünsche, die einen daran hindern, etwas zu verwirklichen. Der Wunsch nach Schutz (Schutzwall um den Körper)z.B. gilt oft als Auslöser für Übergewicht.

Gruß
René