Gedanken über PISA (etwas länger)

Hallo Dobbs,

ich habe für mich entschieden, dass das grundlegende Problem die unterschiedlichen Vorgaben der Länder sind. Jedes Kultusministerium hat seinen eigenen Lehrplan, jeder Landkreis kann den Lehrplan noch einmal modifizieren und jede Schule backt ihreeigenen Brötchen. Ein Beispiel: In unserer Schule (mein Sohn ist jetzt 10) wurde zum schulanfang mit zwei unterschiedlichen Lehrbüchern in drei ersten Klassen gearbeitet. Die eine Klasse fing mit den Buchstaben f, a r u an, die anderen beiden Klassen mit den Buchstaben m i a s l . Dass da Konflikte vorprogrammiert sind, ist klar.

Jedes Jahr bringen „Diplompädagogen“ neue Bücher und Lehrpläne auf den Markt, wie die Kinder besser lernen können. Die Lehrer wiederum kommen gar nicht mehr mit, ob der Vielfalt. Ein Beispiel: Meine Mutter (Grundschullehrerin) kam an eine andere Schule, auf der in der Grundschule nach einem neuen „fantstischen“ Lehrplan unterrichtet wurde. Thema: Schule soll Spaß machen. Ist an und für sich nicht verkehrt. Wenn aber die Kinder nur an zwei Tagen lernen und der Rest vergeht mit Projekten, Gruppenarbeit, Ausdrucksmalen usw., Kann man sich durchaus vorstellen, wo das hinführt. Meine Mutter übernahm eine dritte Klasse, die nach diesem Konzept unterrichtet wurde und schlug die Hände über dem Kopf zusammen. Die Kinder hatten die Schulreife einer ersten Klasse. Sie konnten lesen und bis 20 rechnen.
Man sollte sich schon überlegen, ob man glückliche und dumme Kinder Haben will, oder ob die Kinder schon ein bisschen Druck brauchen, um zu lernen und aufmerksam zu sein.

Klar, ich fand es früher auch zum K… wenn wir zum hundertsten Mal Vokabeln gepaukt haben oder Formeln berechnen mussten, aber im Nachhinein hat es mir doch eine Menge gebracht.

Und natürlich die Eltern. Ic habe den Eindruck, dass sich viele aus der Verantwortung stehelen. Ich habe ein sehr gutes Verhältnis mit der Klassenlehrerin meines Sohnes. Bei Veranstaltungen (Basteln, Weihnachtsplätzchen backen, Grillen, Wanderung) sind es leider immer die selben Eltern, die daran teilnehmen. Der harte Kern sozusagen. Und wenn ich dann eine Bekannte frage, wer der Mathelehrer ihrer Tochter ist und sie weiß es nicht, dann kann ich mir durchaus vorstellen, dass sie auch andere Sachen nicht interessieren.

Ich habe meinen Sohn durch Gruselbücher und Ratekrimis zum Lesen bekommen. Jeden Tag vor dem Einschlafen ein Kapitel und dann zusammen den Täter erraten. Jetzt liest er jeden tag vor dem Zubettgehen noch und möchte nicht mehr aufhören.

Uff, ist doch ganz schön viel geworden.

Viele Grüße Ordnazo

Hallo Grilla,

Ich sehe es nicht ein, mit meinen Kindern außer für
Hausaufgaben oder für Probenvorbereitungen Rechnen zu üben, so
wie ich in meiner Freizeit nicht auch noch mit meinem Job
beschäftigt bin.

Deine Aussage schockt mich aber nun doch ein wenig.
Ich hoffe ich habe sie falsch verstanden. So wie ich das lese verwechselst Du da etwas entscheidentes.
Arbeiten ist eine Tätgkeit die zu einem großen Maße auf Wiederholung beruht und wo nur selten etwas neues „gelernt“ wird.
Schule ist das ganze Gegenteil. Ich will jetzt nicht mit Lernpsychologie und ähnlichem ankommen, aber ich finde die Eltern haben eine sehr große Verantwortung dabei, wenn es um das Lernen und üben zu hause geht - es sei denn Du erziehst antiautoritär.
Das dieses gemeinsame üben und Kontrollieren der erledigten Hausaufgaben nicht über die gesamte Schulzeit durch die Eltern erforderlich ist ist klar. Ich denke das sollte zum Ende der 4. Klasse beginnen gegen Null zu gehen. Ich denke in diesem alter sollten die Kinder beginnen selbst Verantwortung auf diesem Gebiet zu übernehmen.
Aber ich finde schon, daß seitens der Eltern ein wohl proportionierter Druck ausgeübt werden muß. Wenn ich lese daß Kinder ohne Fernsehen und Freunde nicht wissen wie sie die Zeit totschlagen sollen (eine Verallgemeinerung ich weiß, aber ich denke Ihr wißt was ich meine) sollte an dieser Stelle der Druck der Eltern da sein, etwas sinnvolles zu tun (Lernen, Üben, Lesen, Sport, etc.).
Eine Einstellung, die Schule ist aus, jetzt kannst Du tun was Du willst - in einer Steigerungsform vielleicht sogar, Hausaufgaben haben zu hause nichts zu suchen, wenn schon Hausaufgaben soillen die gefälligst in der Schule erledigt werden ist eine sehr blauäugige und naive Einstellung.
Gruß Dobbs

Das sehe ich etwas anders…
Hallo,

ich habe für mich entschieden, dass das grundlegende Problem
die unterschiedlichen Vorgaben der Länder sind. Jedes
Kultusministerium hat seinen eigenen Lehrplan, jeder Landkreis
kann den Lehrplan noch einmal modifizieren und jede Schule
backt ihreeigenen Brötchen.

Nein. Der Lehrplan wird vom Land vorgegeben. Er läßt allerdings Wahlmöglichkeiten offen, so daß sich die unterrichteten Themen auch nach persönlichen Vorlieben des Lehrers sowie den Möglichkeiten der Schule richten.

Ein Beispiel: In unserer Schule
(mein Sohn ist jetzt 10) wurde zum schulanfang mit zwei
unterschiedlichen Lehrbüchern in drei ersten Klassen
gearbeitet. Die eine Klasse fing mit den Buchstaben f, a r u
an, die anderen beiden Klassen mit den Buchstaben m i a s l .
Dass da Konflikte vorprogrammiert sind, ist klar.

Wodurch sollen denn da Konflikte entstehen? Ich finde es durchaus sinnvoll, wenn der Lehrer das Buch benutzt, das ihm persönlich am besten liegt. Nur wenn der Lehrer selber motiviert ist, kann er auch die Schüler motivieren.

Jedes Jahr bringen „Diplompädagogen“ neue Bücher und Lehrpläne
auf den Markt, wie die Kinder besser lernen können. Die Lehrer
wiederum kommen gar nicht mehr mit, ob der Vielfalt.

Das ist das Gegenteil von dem, was man heute in den Schulen beobachten kann. Durch die Lehrmittelfreiheit müssen aus Kostengründen auch veraltete Bücher wiederverwendet werden, bis sie auseinandergefallen sind.

Ein
Beispiel: Meine Mutter (Grundschullehrerin) kam an eine andere

20 rechnen.

Ja. Sowas gibt’s. Ist sogar offensichtlich kein Einzelfall, hab ich zumindest teilweise auch hier erlebt. Kuscheln statt unterrichten. Kindergarten um zwei Jahre verlängert.

Man sollte sich schon überlegen, ob man glückliche und dumme
Kinder Haben will, oder ob die Kinder schon ein bisschen Druck
brauchen, um zu lernen und aufmerksam zu sein.

‚Glücklich‘ oder nur ‚momentan glücklich‘? Meist rächt sich sowas irgendwann. Spätestens wenn die Schule oder der Lehrer wechselt. Oder sogar das Bundesland. Stimme völlig zu.

Klar, ich fand es früher auch zum K… wenn wir zum hundertsten
Mal Vokabeln gepaukt haben oder Formeln berechnen mussten,
aber im Nachhinein hat es mir doch eine Menge gebracht.

Naja. Pauken ist nicht in jedem Fach angebracht und schon gar nicht ständig. Es gibt eben Lehrer, die motivieren können und solche, die es nicht können. Klar müssen Vokabeln gelernt werden, aber wenn’s Spaß macht, geht’s einfacher. Und auch (oder sogar besonders) Mathematik kann ein sehr interessantes Fach sein, wenn man vielleicht aktuelle Beispiele durchrechnet. Ohne Formeln immer nochmal zu berechnen.

Und natürlich die Eltern. Ic habe den Eindruck, dass sich

auch andere Sachen nicht interessieren.

Ich finde aber schon, daß es ein wenig überhand nimmt mit den ganzen Feierlichkeiten. Überleg mal, was das Vorbereiten mit Schmuck für’s Klassenzimmer und Geldeinsammeln und Planen etc. an Unterrichtszeit kostet. Und wenn man drei Kinder in der Schule hat und nebenbei noch ein wenig arbeiten muß, kann es ganz schön viel werden. Und nicht jeder hat die Möglichkeit, daß mal Oma und Opa auf die anderen Kinder aufpassen.

Ich habe meinen Sohn durch Gruselbücher und Ratekrimis zum
Lesen bekommen. Jeden Tag vor dem Einschlafen ein Kapitel und
dann zusammen den Täter erraten. Jetzt liest er jeden tag vor
dem Zubettgehen noch und möchte nicht mehr aufhören.

So sollte es sein. Leider nehmen sich viele Eltern einfach nicht die Zeit. Erst will man Kinder haben, dann sind sie nur noch lästig. Vor allem am Abend, wenn nach der Tagesschau die Spielfilme anfangen…

Uff, ist doch ganz schön viel geworden.

Ist ja auch ein umfangreiches Thema :wink:

Axel

Zusammenfassung der Ergebnisse von Pisa I (laaang)
Vieleicht von Interesse?!?

Ziel der Studie:

Bei Pisa International wurden 15 jährige, unabhängig von der Schulklasse, getestet. Getestet wurde in allen Schultypen, die Schulen wurden mit Losverfahren ausgewählt. Unter den Schülern durften pro Land maximal 5% aus der Studie rausgenommen werden - wurde der Prozentsatz überschritten konnte das Land nicht mehr teilnehmen.

Getestet wurden Grundkompetenzen und nicht das Lehrplanwissen der einzelnen Länder. Die Testbögen waren also in allen teilnehmenden Ländern die selben.
Tests gab es für die Lesekompetenz, Mathematik, Naturwissenschaften und selbstorganisiertem Lernen. Zusätzlich gab es noch einen Fragebogen zur familiären und sozialen Situation der Schüler.

Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Deutschland lag in allen Bereichen unter den Durchschnittswerten.

  • Deutschland ist das Land in dem die soziale Herkunft der Kinder der größten Einfluss auf die Schullaufbahn hat.

  • Länder in denen Kinder länger gemeinsam unterrichtet werden hatten bessere Ergebnisse.

  • Länder die behinderte Kinder verstärkt in den Normalschulbetrieb integrieren schnitten besser ab.

  • Länder mit einer offenen Struktur bei Lehrplänen (die Verteilung der Schulstunden liegt bei der Lehrerkonferenz der einzelnen Schulen) und Stundeneinteilung (keine fixe Einteilung in 45 min Stunden)waren ebenfalls besser.

  • In allen Ländern war die Lesekompetenz der Mädchen wesentlich besser als die der Jungen.

  • In Mathematik waren die Ergebnisse der Jungen leicht über dem Niveu der Mädchen.

  • Naturwissenschaften gab es keine signifikanten Unterschiede.

Bei der nationalen Pisa Studie in Deutschland wurde vermehrt Lehrplanwissen getestet. Es wurde ebenfalls in allen Schularten getestet, verglichen bzw veröffentlicht wurden die Vergleiche der Gymnasien der einzelnen Bundesländer.

Interessant ist vielleicht auch noch dass Deutschland bei der IGLU Studie (nur Grundschulen international) Deutschland im oberen Viertel lag.

Breichsgrenze zwischen Schule und Freizeit
Hallo Dobbs,

Ich sehe es nicht ein, mit meinen Kindern außer für
Hausaufgaben oder für Probenvorbereitungen Rechnen zu üben, so
wie ich in meiner Freizeit nicht auch noch mit meinem Job
beschäftigt bin.

Deine Aussage schockt mich aber nun doch ein wenig.
Ich hoffe ich habe sie falsch verstanden.

Dem Schock nach zu urteilen, muss ich mich ziemlich mißverständlich ausgedrückt haben - mit Sicherheit hast du mich falsch verstanden:
Nochmals, mit dem nachmittäglichen Üben für Proben und der Erledigung der Hausaufgaben sollte für die Kinder das Thema Schule für den Tag abgeschlossen sein. Ich kenne sehr engagierte Eltern, die ständig mit ihren Kindern Schule machen, und ihnen immer wieder irgendetwas Rechnerisches oder Sprachliches unterjubeln - beim Essen, bei Ausflügen, beim Einkaufen…

So wie ich das lese verwechselst Du da etwas entscheidentes.
Arbeiten ist eine Tätgkeit die zu einem großen Maße auf Wiederholung
beruht und wo nur selten etwas neues „gelernt“ wird. Schule ist das
ganze Gegenteil.

Mir geht es nicht um den Vergleich von Arbeit und Schule im Hinblick der Tätigkeitsfelder, sondern um das Recht der Kinder irgendwann frei zu haben, so wie wir Erwachsene auch irgendwann etwas tun und lassen können, was wir wollen. So wie ich manche Kritiker derzeitiger elterlicher Erziehung verstanden habe, wünschen sie für die Kinder anspruchsvollere Freizeitbeschäftigung. Konkret: Mir haben schon einige Frauen seufzend erzählt, dass ihre Jungen partout keine Lust auf Bücher haben, sie lesen nicht gerne, sie spielen viel lieber mit ihren Kumpels Fußball. War das nicht immer schon so, dass die Interessen unter Kindern höchst unterschiedlich sind? Mich ärgert der Druck, der auf die Mütter ausgeübt wird. Oder anders, wenn man als Mutter erzählt, dass das Kind eine wahre Leseratte ist, dann löst das bei Zuhörern immer Reaktionen der Bewunderung hervor. Dass die Leseratte dafür nicht allzuviele Kontakte hat, und ansonsten zum sich Bewegen gezwungen werden muss, steht auf dem anderen Blatt.
Welches Kind ist denn nun besser? Keines, jedes hat seine Vorlieben und Eigenheiten, die es zu fördern gilt.

…Das dieses gemeinsame üben und Kontrollieren der erledigten
Hausaufgaben nicht über die gesamte Schulzeit durch die Eltern
erforderlich ist ist klar. Ich denke das sollte zum Ende der
4. Klasse beginnen gegen Null zu gehen. Ich denke in diesem
alter sollten die Kinder beginnen selbst Verantwortung auf
diesem Gebiet zu übernehmen.

Da sind wir einer Meinung. Habe ich in den voran gegangenen Postings eine andere Haltung zum Ausdruck gebracht?

Aber ich finde schon, daß seitens der Eltern ein wohl
proportionierter Druck ausgeübt werden muß. Wenn ich lese daß
Kinder ohne Fernsehen und Freunde nicht wissen wie sie die
Zeit totschlagen sollen (eine Verallgemeinerung ich weiß, aber
ich denke Ihr wißt was ich meine) sollte an dieser Stelle der
Druck der Eltern da sein, etwas sinnvolles zu tun (Lernen,
Üben, Lesen, Sport, etc.).

Ich widerspreche dir nicht. Aber ich sehe das Thema noch aus einem anderen Blickwinkel. Würdest du dich dafür interessieren, welche Freizeitgestaltung ich für alle Kinder für richtig erachte und welche nicht? Im umgekehrten Fall würde es mich höchstens interessieren, wie die eine oder andere Familie lebt, aber das hätte nicht unbedingt Einfluß auf unser Leben. Freizeitgestaltung der Familien sollte eine Tabu-Zone sein, frei von Wertungen anderer.
Mich erschreckt ein wenig der Eindruck, dass aufgrund der Pisa-Studie mit einem Mal Freizeitgestaltung gesellschaftlichen Wertigkeitsskalen ausgesetzt werden. Ich denke an die Mütter, die sich dafür schämen, weil ihre Kinder nicht gerne lesen. Mir gegenüber wohnte eine Lehrerin, die zwei bewegungssüchtige Jungens hat. „ich darf das niemanden erzählen, was meine Jungens gerne machen.“ Ja, wo sind wir denn, dass wir uns nun dafür rechtfertigen müssen?

Eine Einstellung, die Schule ist aus, jetzt kannst Du tun was
Du willst - in einer Steigerungsform vielleicht sogar,
Hausaufgaben haben zu hause nichts zu suchen, wenn schon
Hausaufgaben soillen die gefälligst in der Schule erledigt
werden ist eine sehr blauäugige und naive Einstellung.

Na, wer vertritt denn so eine Meinung? Ich hoffe, du meinst nicht mich, oder?
Hausaufgaben sind wichtig, und um´s Kontrollieren werde ich nie ganz herum kommen, weil ich aus eigener Erfahrung weiß, dass es einem Schüler gut tut, wenn jemand da ist, der kontrolliert und motiviert.
Aber nochmals: ich vertrete die Meinung, dass Schule das eine Leben der Kinder ist, und einen beachtlichen Bereich einnimmt, und Familienleben einen anderen Bereich darstellt, den ich abgegrenzt wissen möchte. Irgendwo und -wann muss Schluß mit Schule sein.
Das ist eine Gewissensfrage der Eltern, wie ihre Kinder ihre Freizeit verbringen, und welche Werte sie ihren Kindern vermitteln. Da können kompetente Außenstehende Empfehlungen aussprechen, mehr aber auch nicht. Wenn Deutschland in der Vergleichstudie so schlecht abschneidet, dann liegt es nach meiner Überzeugung an unserem vernachlässigten Schulsystem, nicht allein an den verkehrten Erziehungszielen der Eltern. Vielmehr vermute ich hinter der Schuldzuweisung eine Falschdarstellung konkreter Probleme, deren Lösung dem Staat viel Geld kosten würde. Und wir Familien sollten uns nicht kritiklos die Schuhe anziehen, die uns hingestellt werden.

gruß
grilla

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Hallo Dobbs,

Ich sehe es nicht ein, mit meinen Kindern außer für
Hausaufgaben oder für Probenvorbereitungen Rechnen zu üben, so
wie ich in meiner Freizeit nicht auch noch mit meinem Job
beschäftigt bin.

Deine Aussage schockt mich aber nun doch ein wenig.

Mich schockt Grillas Aussage nicht. Ich sehe es ähnlich, und wir haben mit unseren Kindern - über das „normale Maß“ hinaus - auch keine zusätzlichen „Schulstunden“ veranstaltet.
Wir haben immer darauf geachtet, daß die Kinder die nötige Zeit bekommen, ihre Dinge für die Schule zu erledigen. Darüberhinaus war es für sie eine freiwillige Angelegenheit. Für mich war es immer wichtig, daß die Schule nicht disen enormen Stellenwert im Leben der Kinder und der Eltern einnimmt, der dann dazu führt, daß sich alles nur noch um Schule dreht, einschließlich Elternarbeit, Nachhilfe und permanentem Druck. Nach meiner Erfahrung entsteht in den meisten Fällen Schulstress und Schulangst im Elternhaus und weniger in der Schule. Wir haben die Kinder öfter mit unvollständigen Hausaufgaben in die Schule geschickt, wenn klar war, daß sie etwas grundsätzliches nicht verstanden haben. Sie waren dann selbstbewußt genug (mit unserer Unterstützung), den Lehrer darauf hinzuweisen, daß die Aufgaben nicht verstanden wurden. Und diese Info ist auch für einen Lehrer enorm wichtig. Er muß wissen, ob das, was er vermitteln will, bei den Kindern angekommen ist und nicht bei den Eltern.

aber ich finde die

Eltern haben eine sehr große Verantwortung dabei, wenn es um
das Lernen und üben zu hause geht - es sei denn Du erziehst
antiautoritär.

Die Verantwortung der Eltern bezieht sich im Wesentlichen darauf, genügend Zeit einzuräumen, geeignete Räumlichkeiten bereitzustellen, für funktionierendes Werkzeug zu sorgen, für Fragen zur Verfügung zu stehen und, gaaaanz wichtig, dafür zu sorgen, daß die Kinder nach einer gewissen Dauer des übens ruhigen Gewissens aufhören können um sich Dingen zuzuwenden, die für sie ebenfalls wichtig sind (Lesen, Sport, Freunde; ja, und auch Fernsehen, Computerspiele oder Rumgammeln).

Gruß
Roland

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Durch die Lehrmittelfreiheit müssen aus
Kostengründen auch veraltete Bücher wiederverwendet werden,
bis sie auseinandergefallen sind.

Lehrmittelfreiheit? Wir zahlen pro Jahr und Buch 3,- €, ab 18 ist dann das Leihen garnicht mehr möglich. Wird ein Buch mehrere Jahre verwendet muß für jedes Jahr gezahlt werden. Arbeitshefte etc. kommen noch dazu.

Hallo,

Lehrmittelfreiheit? Wir zahlen pro Jahr und Buch 3,- €, ab 18
ist dann das Leihen garnicht mehr möglich. Wird ein Buch
mehrere Jahre verwendet muß für jedes Jahr gezahlt werden.
Arbeitshefte etc. kommen noch dazu.

ich bin hier in Niedersachsen. Da werden die Bücher nur bezahlt, wenn sie am Rückgabetag nicht mehr vorhanden oder auseinandergefallen sind. Sonst werden sie eingesammelt und dem nächsten Jahrgang überreicht. Hat ganz gewaltige Vorteile, wenn man mal irgendwas nachschlagen will oder alte Vokabeln auffrischen. Und natürlich sind alle Bücher immer auf dem aktuellen Stand.
Arbeitshefte müssen wir auch selber kaufen. Aber da sie zu den Büchern passen müssen, sind sie genauso aktuell.
Ich würde die Bücher lieber neu kaufen, hätte dann aber was halbwegs aktuelles. Hat uns zu meiner Schulzeit auch nicht arm gemacht und grad heute sollte es nicht mehr das Problem sein. Ein paar Schachteln Zigaretten einsparen, und das Buch ist bezahlt. Vielleicht würde man dann auch ein wenig sorgfältiger damit umgehen, wenn der evt. Verkauf am Jahresende als Taschengeld im Urlaub/in den Ferien verwendet werden darf.

Axel

Hallo Axel,

ich bin hier in Niedersachsen. Da werden die Bücher nur
bezahlt, wenn sie am Rückgabetag nicht mehr vorhanden oder
auseinandergefallen sind. Sonst werden sie eingesammelt und
dem nächsten Jahrgang überreicht. Hat ganz gewaltige Vorteile,
wenn man mal irgendwas nachschlagen will oder alte Vokabeln
auffrischen. Und natürlich sind alle Bücher immer auf dem
aktuellen Stand.

Bei uns nun aber eben nicht, hier löhnen wir für das Leihen.

Arbeitshefte müssen wir auch selber kaufen. Aber da sie zu den
Büchern passen müssen, sind sie genauso aktuell.
Ich würde die Bücher lieber neu kaufen, hätte dann aber was
halbwegs aktuelles. Hat uns zu meiner Schulzeit auch nicht arm
gemacht und grad heute sollte es nicht mehr das Problem sein.

Scheinst gut versorgt zu sein?

Ein paar Schachteln Zigaretten einsparen, und das Buch ist
bezahlt.

Ich rauche aber nun mal nicht.
Außerdem sind bei 2 schulpflichtigen Kindern allein durch die Leihgebühr reichlich 50,- € weg, dazu noch die Arbeitshefte und restlichen Utensilien die ja zwingen gebraucht werden (bspw. neie Taschenrechner, weil die Lehrer mit dem anderen Modell nicht klar kommen).

Vielleicht würde man dann auch ein wenig sorgfältiger
damit umgehen, wenn der evt. Verkauf am Jahresende als
Taschengeld im Urlaub/in den Ferien verwendet werden darf.

Wer sagt Dir, daß wir das nicht auch so tun?

Axel

Gruß Dobbs

Hallo,

Bei uns nun aber eben nicht, hier löhnen wir für das Leihen.

Aber doch dafür entsprechend weniger als fürs selberkaufen, oder?

halbwegs aktuelles. Hat uns zu meiner Schulzeit auch nicht arm
gemacht und grad heute sollte es nicht mehr das Problem sein.

Scheinst gut versorgt zu sein?

Sogar Sozialhilfeempfänger bekommen dazu einen Zuschuß. Sooo viel ist es nun auch wieder nicht (s.u.). Ja. Ich fühle mich gut versorgt.

Ich rauche aber nun mal nicht.

Naja, irgendein Laster wirst Du doch haben :wink: ?

Außerdem sind bei 2 schulpflichtigen Kindern allein durch die
Leihgebühr reichlich 50,- € weg, dazu noch die Arbeitshefte
und restlichen Utensilien die ja zwingen gebraucht werden

Meine Güte. 50 Euro pro Halbjahr bei zwei Kindern, das sind 50 Euro im Jahr pro Kind. Und das ist immer noch zu viel? Das geben die meisten doch schon für einmal essen gehen aus! Sogar bei McDonalds! Und das ist die Bildung Deiner Kinder nicht wert? Aber für ein Auto reicht’s immer, und für den Urlaub auf Mallorca auch? Bezieht sich bestimmt nicht alles auf Dich und Deine Kinder, aber alle reden davon, daß der Staat mehr Geld für die Bildung ausgeben soll, nur selber hat man dann keinen Euro dafür übrig.

(bspw. neie Taschenrechner, weil die Lehrer mit dem anderen
Modell nicht klar kommen).

Liegt nicht am klar kommen. Liegt daran, daß sonst einige mit dem prgrammierbaren Teil anrücken, 783 Funktionen, die keiner benutzen kann, aber in denen man sämtliche Bücher des Halbjahres verstecken, könnte und die anderen mit dem Werbepräsent für 1,50, das nicht mal eine Quadrat-Taste hat. Wie soll man denn damit gleiche Voraussetzungen bei der nächsten Klassenarbeit schaffen? Kannst Du Dir vorstellen, wie der Lehrer mit einem derartigen Chaos die Bedienung eines Taschenrechners erklären soll?

Wer sagt Dir, daß wir das nicht auch so tun?

Bezog sich auf z.B. meine Kinder. Und die sind bestimmt nicht soooo außergewöhnlich.

Axel

Liegt nicht am klar kommen. Liegt daran, daß sonst einige mit
dem prgrammierbaren Teil anrücken, 783 Funktionen, die keiner
benutzen kann, aber in denen man sämtliche Bücher des
Halbjahres verstecken, könnte und die anderen mit dem
Werbepräsent für 1,50, das nicht mal eine Quadrat-Taste hat.
Wie soll man denn damit gleiche Voraussetzungen bei der
nächsten Klassenarbeit schaffen? Kannst Du Dir vorstellen, wie
der Lehrer mit einem derartigen Chaos die Bedienung eines
Taschenrechners erklären soll?

Ich meine nicht die Erstausstattung. Was ich meine sind die Modellwechseln von TI zu was weiß ich was nur weil der Lehrer wechselt. Neue Funktionen werden nicht gefordert aber ein anderes Modell.
Über die dt. Schulen kann man tagelang diskutieren ohne auch nur annähernd einen Ansatz für einen Verbesserungsvorschlag zu finden.
Außer vielleicht eine Privatisierung mit staatlicher Förderung der Schulgeldes für die Eltern. Ich glaube das ist eine der wenigen Möglichkeiten überhaupt etwas zu vernändern.

Über Lehrerfähigkeiten, Druck und PISA
Hi!

Ich habe jetzt so einige (nicht alle) Antworten gelesen und bin doch etwas überrascht.

Ein paar Meinungen: Es gibt zu wenig Druck, einige Lehrer seien unfähig, von Uneinigkeit im Lehrplan ist da die Rede, etc. pp.

Wenn mich nicht alles täuscht, wird bei PISA auf die GRUNDlagen geprüft.
Lasst doch mal einen guten Hauptschüler gegen einen guten Gymnasiasten im Bereich Grundrechenarten, Bruch- oder Prozentrechnung antreten. Da der Gymnasiast diese Themen zwar mal angerissen hat, sich mittlerweile aber mit so wichtigen Sachen wie Integralrechnung oder Logarhytmen beschäftigt, kommen da nette Ergebnisse bei raus. Und ich hege meine Zweifel, dass der Gymnasiast dümmer ist…
Das ist nur ein Beispiel, was ich anhand von Eignungstests für Azubis häufig gesehen habe…

Dann das Thema Lehrer. Lehrer lernen auf der Uni so verdammt viel - nur nicht das LEHREN. Auf Pädagogik will ich nicht hinaus! Aber es verblüfft mich echt, dass Lehrer große Probleme damit haben, Schüler zu motivieren - dabei ist das so einfach! Warum werden Lehrer auf die Schüler ohne Rhetorikkurs losgelassen? Da ist es klar, dass nur die Lehrer Erfolge aufweisen, die mit einer natürlichen Autorität ausgestattet sind.

An den Schülern kann es imho nun überhaupt nicht liegen - die sind ja zum einen nicht blöder geworden, zum anderen sind die Grundschulergebnisse mehr als gut…

Politiker… Jaja, die Theoretiker. Aber sie können doch nicht mehr tun, als einen roten Faden spannen. Neben diesem Faden zu tanzen, ist die Aufgabe der Lehrkörper.

Grüße
Guido

Echt Dein Ernst?
Hi!

Ich meld mich mal als Schüler.

Klasse - nur Meinungen von Theoretikern sind auch etwas öde… :wink:

Ich hatte inzwischen nach 11 Jahren Schule ne Menge Lehrer und
es gibt grob gesagt zwei Gruppen, einmal die, die Autorität
besitzen und die denen das verwehrt bleibt.

Autorität kann man lernen! Und gerade Lehrer sollten das nicht tun - sie müssen es!

Es gibt Lehrer bei denen hat man aufzustehen vor der Stunde
und da ist nur durch deren Anwesenheit Ruhe, die müssen nicht
schreien, die haben einfach am Anfang des Jahres klar gemacht
was läuft und halten das auch konsequent durch.

Naja - aufstehen finde ich überzogen!

Wer Scheiße baut kriegt das in Form der Note wieder, wer die
Hausaufgaben nicht hat genauso, wer zu spät kommt sitzt nach
bzw. darf sich mal zwei Seiten lang was einfallen lassen zu
einem bestimmten Thema.

Man kann über Methoden sicherlich unterschiedlicher Meinungen sein - nur: Wenn man den Unterricht vernünftig gestaltet, sollte sich das „Scheiße bauen“ auf ein Minimum reduzieren! Hausaufgaben habe ich in meinen letzten 2 Pflichtschuljahren nicht gemacht! Ich hielt es für überflüssig und meine Lehrer konnten nicht dagegen argumentieren, da ich Klassenbester war! Also einigten wir uns darauf, dass ich Hausaufgaben mache - aber in der Regel nicht schriftlich (ich war ja nicht unvorbereitet)…
Zu spät kommen… Ich behaupte mal, dass auch jeder Lehrer mal zu spät kommt! Klar, wenn sich jemand dreimal in der Woche um eine Stunde verspätet, ist sicherlich eine Reaktion angebracht. Aber da sollte man schon genau sehen, wann jemand wie oft in welchem Maße zu spät kommt…

Da werden auch in Nebenfächern mal
Tests geschrieben und das Jahr nur absitzen ist nicht.

Ich halte Test in Nebenfächern für wichtig! Ich kenne es allerdings auch nicht anders, als mit ihnen. Wie soll man denn sonst bei den heutigen Klassenstärken einen Eindruck über das vermittelte Fachwissen bekommen? Mündliche Noten halte ich für nicht so aussagefähig, da es genug sehr ruhige (und doch sehr intelligente) Vertreter gibt.

Andere Lehrer wiederum sehen das etwas anders. Da muss man
nicht vor der Stunde aufstehen und da kann man Hausaufgaben
für die anderen Fächer in der Stunde machen. Wenn der Lehrer
sagt, dass man vor dem Klingeln nicht rausgehen soll, sondern
vor der Tür zu warten hat, dann interessiert das niemanden.

WIE? Ist er selbst dann schon vor dem Klingeln nicht mehr anwesend?

In beiden Gruppen gibt es faule Lehrer und Lehrer die sich
bemühen. Aber man kann sich noch so bemühen, das bringt
niemandem etwas, wenn das Ergebnis nacher be…scheiden ist.

Einspruch! Unter Bemühung verstehe ich auch Weiterbildung. Und da kann man vielleicht mal das ein oder anderen Fachseminar mal mit einem Kommunikationsseminar tauschen (ich rede ja schon gar nicht davon, dass sie es zusätzlich machen sollten)

Ein weiteres Problem ist auch, dass man irgendwann erkannt
hat, dass Frontalunterricht doch nicht so das Wahre ist und
dann mal eben eine 180° Drehung gemacht hat. Zumindest bei
vielen jungen Lehrern ist dass so, teilweise freiwillig oder
auch unfreiwillig (Refrendare). Dann gibt es keinen
Frontalunterricht mehr, aber auch sonst nichts was das Wort
„Unterricht“ nicht beleidigen würde.

Naja - ich denke, die gute alte Frontalsystem hat doch was…

Briefe an Alf schreiben, Rahmen und Aliens malen und eine
Doppelstunde damit verbringen Nathan im Deutschunterricht zu
malen finde ich schon etwas heftig, kein Wunder, dass da nix
rauskommt. Ach ja, das passiert in der 11. Klasse (falls
jemand denken sollte ich wäre Grundschüler).

Wäre ich ein Lästermaul, würde ich fragen: Waldorf? *indeckunggeh*

Ist das jetzt echt Dein Ernst?!

Auch Gruppenarbeit ist ne feine Sache, nur wenn ich das nur
noch mache dann werden irgendwann die Schüler das nicht mehr
ernst nehmen und vor allem kann man nicht alles mit
Gruppenarbeit erarbeiten.

Alles nicht! Und man bekommt ja auch nicht Gruppenzeugnisse, sondern individuelle. Insofern: Stimmt! Die Masse macht es.

Die Politik kann, wie gesagt nicht zwischen Theorie und Praxis
unterschiden. Dieser Unterschied liegt ganz einfach darin,
dass Schüler eben nicht diese tollen Wesen sind, die immer
lernen und die keine Motivation oder keinen Druck brauchen .

Ich denke, Druck ist eine Art (wenn auch meiner Meinung nach die Schlechteste) der Motivation.

Ab nächstem Jahr gibt es Prüfungen in der 4. und 9. Klasse
(glaub ich, ist aber auch nicht so wichtig, welche das sind)
um festzustellen wir klug oder auch nicht die Schüler sind.
Das Problem ist nur, dass die Ergebnisse nicht in die Endnote
eingehen. Das wird ja ein verdammt tolles Ergebniss geben.
Welcher Schüler wird sich denn bitte auf diese Arbeit
vorbereiten?? Keiner, denn Schüler sind faule Säcke, das ist
nunmal so.

Der Mensch ist nun mal bequem und versucht mit dem geringsten Aufwand seine Ziele zu erreichen…
In der vierten Klasse wird es imho funktionieren - später wird es dann schwieriger

Oder Englisch in der Grundschule. Eine sehr schöne Idee, nur
leider ihrer Zeit etwas vorraus. Vielleicht sollte man erstmal
gucken, dass alle Schüler in der Grundschule vernünftig
Deutsch können, dann kann man sich auch mit Fremdsprachen
beschäftigen.

Deshalb wäre ich für eine gewisse Kindergartenpflicht! Aber - um es jetzt mal ganz brutal auszudrücken: Warum soll mein Kind wegen anderen Kindern leiden? Wenn die nicht folgen können, müssen sie halt auf der Strecke bleiben (oder auch mal in der ersten Klasse sitzen bleiben)… Das hört sich jetzt sehr hart an, und eigentlich bin ich nicht dieser Meinung! Aber solange wir die derzeitigen Gegebenheiten haben, müssen wir halt mit diesen zurechtkommen. Und ich kann nicht einsehen, dass 15 Kinder (die folgen können) wegen drei Kindern den Stoff zeitlich nicht schaffen!

kein Deutsch gesprochen wird, dann ist es kein Wunder, dass
das Kind später kein Deutsch kann, nur sollte man ihm dann
nicht versuchen Englisch beizubringen (auf Deutsch).

Und deshalb diese Möglichkeit auch all den anderen verweigern?

aber ich bin der Meinung, wenn man in
der Schule wieder etwas mehr Druck macht und den Lehrern etwas
mehr Druckmittel in die Hand gibt (Nein, ich will keine
Prügelstrafe), dann könnte man Schüler schon dazu zwingen
etwas mehr zu lernen.

Warum Zwang? Meinst Du nicht, der Erfolg ist sicherer, wenn sie es freiwillig tun, weil so etwas wie Spaß dahinter steckt? Klar wirst Du niemals ALLE unter einen Hut kriegen, aber: Wenn einige den Kuchen nicht wollen, müssen sie halt bittere Dinge schlucken.

So wie ich das sehe würde es nicht schaden etwas mehr Druck zu
machen, selbst wenn dann die Zahl der Kinder steigt die
angeblich wegen ihres ganzen Drucks so schlecht sind, obwohl
sie doch eigentlich soooo intelligent sind.

Ich kenne eine Person, die trotz eines IQ von >140 am Schuldruck gescheitert ist. OK, zum einen mag das eine Ausnahme sein, zum anderen haben wir ein Problem bei überdurchschnittlich begabten Kindern (oder besser: Der Umgang mit ihnen)

Liebe Grüße
Guido

Hi!

Ich hatte inzwischen nach 11 Jahren Schule ne Menge Lehrer und
es gibt grob gesagt zwei Gruppen, einmal die, die Autorität
besitzen und die denen das verwehrt bleibt.

Autorität kann man lernen! Und gerade Lehrer sollten das nicht
tun - sie müssen es!

Sehe ich ähnlich. Vor allem stell ich mir das auch nicht besonders lustig vor, wenn mir 40 Jahre lang die Schüler jeden Tag auf der Nase rumtanzen. Wäre also auch im Interesse der Lehrer, um die ich mich ja so sorge, auf dem Gebiet etwas dazu zu lernen.

Es gibt Lehrer bei denen hat man aufzustehen vor der Stunde
und da ist nur durch deren Anwesenheit Ruhe, die müssen nicht
schreien, die haben einfach am Anfang des Jahres klar gemacht
was läuft und halten das auch konsequent durch.

Naja - aufstehen finde ich überzogen!

Hat aber manchmal eine erstaunliche Wirkung. Wenn der Lehrer reinkommt und alle im Sitzen zwischen ihren Gesprächen mal kurz grüßen, dann wird dass die Stunde über wahrscheinlich nicht anders aussehen.
Aber wenn erstmal alle aufstehen, es ruhig wird, dann sind die Chancen für eine ruhige Stunde schon höher. Natürlich ist es noch besser, wenn der Lehrer das auch ohne aufstehen erreicht, aber ich finde das aufstehen lassen auch ein gutes Mittel dafür ist.

Wer Scheiße baut kriegt das in Form der Note wieder, wer die
Hausaufgaben nicht hat genauso, wer zu spät kommt sitzt nach
bzw. darf sich mal zwei Seiten lang was einfallen lassen zu
einem bestimmten Thema.

Man kann über Methoden sicherlich unterschiedlicher Meinungen
sein - nur: Wenn man den Unterricht vernünftig gestaltet,
sollte sich das „Scheiße bauen“ auf ein Minimum reduzieren!

Falsch! Wenn die Klasse aus 30 Schülern besteht und sich nur 4 auf gar keinen Fall für das Thema interessieren ist bei manchen Lehrer schon die Stunde gelaufen.
Du kannst den Unterricht noch so vernünftig gestalten, es wird immer welche geben, die sich dafür nicht interessieren.

Hausaufgaben habe ich in meinen letzten 2 Pflichtschuljahren
nicht gemacht! Ich hielt es für überflüssig und meine Lehrer
konnten nicht dagegen argumentieren, da ich Klassenbester war!
Also einigten wir uns darauf, dass ich Hausaufgaben mache -
aber in der Regel nicht schriftlich (ich war ja nicht
unvorbereitet)…

Dann bist du aber eine Ausnahme und ich glaube kaum, dass man den Unterricht nach Ausnahmen aufbauen sollte.

Zu spät kommen… Ich behaupte mal, dass auch jeder Lehrer mal
zu spät kommt! Klar, wenn sich jemand dreimal in der Woche um
eine Stunde verspätet, ist sicherlich eine Reaktion
angebracht. Aber da sollte man schon genau sehen, wann jemand
wie oft in welchem Maße zu spät kommt…

Ich rede hier auch nicht davon, dass man mal zu spät kommt, aber wenn man jeden Tag zu spät kommt, dann ist das was anderes.
Natürlich muss man das von Fall zu Fall bewerten. Allgemeine Vorschriften sind genau dass, was meistens zu vollkommen sinnlosen Aktionen führt.

Andere Lehrer wiederum sehen das etwas anders. Da muss man
nicht vor der Stunde aufstehen und da kann man Hausaufgaben
für die anderen Fächer in der Stunde machen. Wenn der Lehrer
sagt, dass man vor dem Klingeln nicht rausgehen soll, sondern
vor der Tür zu warten hat, dann interessiert das niemanden.

WIE? Ist er selbst dann schon vor dem Klingeln nicht mehr
anwesend?

Doch, er ist anwesend. Aber wie gesagt, es kümmert sich keiner um ihn. Da könnte auch das Pult darauf bestehen, dass wir nicht früher rausgehen, das hätte wahrscheinlich mehr Wirkung.

In beiden Gruppen gibt es faule Lehrer und Lehrer die sich
bemühen. Aber man kann sich noch so bemühen, das bringt
niemandem etwas, wenn das Ergebnis nacher be…scheiden ist.

Einspruch! Unter Bemühung verstehe ich auch Weiterbildung. Und
da kann man vielleicht mal das ein oder anderen Fachseminar
mal mit einem Kommunikationsseminar tauschen (ich rede ja
schon gar nicht davon, dass sie es zusätzlich machen sollten)

Ich meinte aber mehr, dass man Lehrern nicht allgemein vorwerfen kann, dass sie faul sind. Ein Lehrer kann sich ja trotzdem abmühen und richtig viel Arbeit investieren und nacher bringt es nichts.
Sich viel Arbeit zu machen schließt ja nicht aus auch viel Arbeit in die falschen Vorhaben zu stecken.

Ein weiteres Problem ist auch, dass man irgendwann erkannt
hat, dass Frontalunterricht doch nicht so das Wahre ist und
dann mal eben eine 180° Drehung gemacht hat. Zumindest bei
vielen jungen Lehrern ist dass so, teilweise freiwillig oder
auch unfreiwillig (Refrendare). Dann gibt es keinen
Frontalunterricht mehr, aber auch sonst nichts was das Wort
„Unterricht“ nicht beleidigen würde.

Naja - ich denke, die gute alte Frontalsystem hat doch was…

Ganz meine Meinung, nach einem Jahr 11 sehe ich das ganz genauso. Allerdings nicht wie vor 50 Jahren, da kann man sicher einiges ändern, aber auch nicht so wie ich es hier beschreibe.

Briefe an Alf schreiben, Rahmen und Aliens malen und eine
Doppelstunde damit verbringen Nathan im Deutschunterricht zu
malen finde ich schon etwas heftig, kein Wunder, dass da nix
rauskommt. Ach ja, das passiert in der 11. Klasse (falls
jemand denken sollte ich wäre Grundschüler).

Wäre ich ein Lästermaul, würde ich fragen: Waldorf?
*indeckunggeh*

Ist das jetzt echt Dein Ernst?!

Sicherlich ist das mein Ernst. Ungefähr dass war mein Schuljahr. Nix ist mit Waldorf, städtisches Gymnasium.
Aber mach dir nix draus, die Frage stellen mir die meisten, denen ich davon erzähle. Ist aber nicht so, als würde dass auf den Mist einiger Lehrer wachsen. Unser Direktor war dabei, als wir im Unterricht Aliens malen mussten. Da packt man sich wirklich nur noch an den Kopf.

Die Politik kann, wie gesagt nicht zwischen Theorie und Praxis
unterschiden. Dieser Unterschied liegt ganz einfach darin,
dass Schüler eben nicht diese tollen Wesen sind, die immer
lernen und die keine Motivation oder keinen Druck brauchen .

Ich denke, Druck ist eine Art (wenn auch meiner Meinung nach
die Schlechteste) der Motivation.

Aber sie wirkt ganz gut. Ich bin ja auch nicht für die Einführung der Prügelstrafe, aber das was im Moment läuft ist nur eine, als Bildung getarnte, Art der Geldverschwendung.

Oder Englisch in der Grundschule. Eine sehr schöne Idee, nur
leider ihrer Zeit etwas vorraus. Vielleicht sollte man erstmal
gucken, dass alle Schüler in der Grundschule vernünftig
Deutsch können, dann kann man sich auch mit Fremdsprachen
beschäftigen.

Deshalb wäre ich für eine gewisse Kindergartenpflicht! Aber -
um es jetzt mal ganz brutal auszudrücken: Warum soll mein Kind
wegen anderen Kindern leiden? Wenn die nicht folgen können,
müssen sie halt auf der Strecke bleiben (oder auch mal in der
ersten Klasse sitzen bleiben)… Das hört sich jetzt sehr hart
an, und eigentlich bin ich nicht dieser Meinung! Aber solange
wir die derzeitigen Gegebenheiten haben, müssen wir halt mit
diesen zurechtkommen. Und ich kann nicht einsehen, dass 15
Kinder (die folgen können) wegen drei Kindern den Stoff
zeitlich nicht schaffen!

Kurzfristig sicher ein naheliegender Gedanke. Aber was macht dann dein Kind, wenn in 30 Jahren Türkisch zur Amtssprache wird??? (Ja, jetzt krieg ich Schläge, ich böser Ausländerhasser, deshalb sei gesagt, dass das sicherlich etwas provozierend gemeint war).

kein Deutsch gesprochen wird, dann ist es kein Wunder, dass
das Kind später kein Deutsch kann, nur sollte man ihm dann
nicht versuchen Englisch beizubringen (auf Deutsch).

Und deshalb diese Möglichkeit auch all den anderen verweigern?

Nein, vielleicht keine generelle Abschaffung von Englisch in der Grundschule, dann eher eine frühere Differenzierung. Manche Kinder lernen eben schonmal Englisch, während anderen in der Zeit Deutsch beigebracht wird. Aber warum jetzt alle Kinder Englisch lernen sollen verstehe ich nicht. Denn dein Kind wird da nichts lernen, wenn da auch Kinder mitlernen, die noch nichtmal Deutsch können.

aber ich bin der Meinung, wenn man in
der Schule wieder etwas mehr Druck macht und den Lehrern etwas
mehr Druckmittel in die Hand gibt (Nein, ich will keine
Prügelstrafe), dann könnte man Schüler schon dazu zwingen
etwas mehr zu lernen.

Warum Zwang? Meinst Du nicht, der Erfolg ist sicherer, wenn
sie es freiwillig tun, weil so etwas wie Spaß dahinter steckt?
Klar wirst Du niemals ALLE unter einen Hut kriegen, aber: Wenn
einige den Kuchen nicht wollen, müssen sie halt bittere Dinge
schlucken.

Sicher ist das schöner, wenn man die Schüler dazu bewegen kann freiwillig zu lernen. Aber wenn es nicht geht, dann sollte man es nicht weiter versuchen.

Gruß
Cornel

Nachtrag
Hi!
Habe ich gerade gefunden, ich dachte das passt doch zum Thema, ich stell es hier mal kommentarlos rein

http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OI…

Gruß
Cornel