Gedanken über Datenschutz macht sich im Zeitalter des smarten Phones sich kaum jemand. Wissen die Leute nicht, das die Technik von heute es ermöglicht, jedes Telefonat mit Nummer und Dauer zu speichern? Wollen die Leute das wirklich? Frühere Vorstellungen von Datenschutz hätten so etwas niemals zugelassen.
Früher hat das das „Fräulein vom Amt“ noch händisch in Listen eingetragen. Das waren noch gute Zeiten. Wir hatten einen Kaiser. Wir sind über den Potsdamer Platz mit der Pferde-Tram gefahren. Kinder durfte man arbeiten schicken. Und Facebook hieß damals noch Kneipe.
Oder anders gesagt: seit Mindestens Anfang der 1990er Jahre werden Rufnummern beim Rufaufbau mitübertragen und Metadaten gespeichert. Du erzählst also etwas, was seit bald 40 Jahren Allgemeinwissen ist.
Seit Anfang der Neunziger? Vielleicht gab’s damals schon die Technik dafür, aber sonst auch gar nichts. Sollten Nummern übertragen werden, musste das explizit im Vertrag festgehalten werden.
Und das Schönste früher: Man konnte mehrfach am Tag versuchen, jemand telefonisch zu erreichen. Heutzutage klappt das leider nicht mehr.
Und bei Kneipe fällt mir noch ein anderes Wort ein, welches sich von Facebock gedanklich ableitet, allerdings woanders hinführt und mit den neuen Medien zu tun: Klinik.
Mach keine Wissenschaft daraus. Seit Einführung von ISDN ist CLIP möglich, seit 1998 auch für analoge Anschlüsse. Der entscheidende Punkt ist also, dass Du uns eine Technik als problematische Innovation verkaufen willst, die seit mehr als einer Generation genutzt wird und seit Jahren zusätzlich von abnehmender Bedeutung ist, weil sie bei der Nutzung von Mobiltelefonen Standard ist.
von wem sprichst du dabei?
Dem Telefonanbieter, dem Handy oder einer fremden Macht die darauf Zugriff hat?
Der erste weiß auch ohne Nummer, wem das Ding gehört.
Der Zweite wird unmittelbar zu Gesprächsbeginn erfragen, mit wem er spricht und
ominöse Dritte haben im Zweifel auf beiden Geräten zugriff und wüssten daher, wer angerufen wurde und können sich den Rest zusammen reimen.
„Hallo, sie wissen nicht wer ich bin und ich sag’s ihnen auch nicht, aber zu der Frage von neulich: Ja, ich bitte darum. Auf wiederhören.“
grüße
lipi
Moin,
gehörst Du auch zu denen, die ihre Rufnummeranzeige unterdrücken? Ruf mich an, dann landest Du auf dem Anrufbeantworter („Leider kann ich keine anonymen Anrufe annehmen. Bitte hinterlassen Sie nach Ihrer Nachricht einen Piep.“
Gruß
Ralf
Ja und?
Falls es dir um unerwünschte Werbeanrufe geht, die bekommst du auch so.
Ich staune immer über die Naivität der Leute, die sich fragen: woher haben die meine Nummer??
Oder geht es dir wie den Leuten, die sich dem SmartMeter beim Haushaltstrom verweigern (möchten), weil sie glauben, aus dem Profil könnte man ihre Abwesenheit ableiten.
Ich glaube, die wollen halt nicht, dass irgendwer weiss wann sie aufs Klo gehen
Es ist doch so:
Entweder bin ich gerade mit irgendwas beschäftigt und dann stört ein Anruf;
oder ich bin untätig - dann aber bin ich das ganz bewusst und ein Anruf stört auch.
Wer bei mir zu Hause, in meiner Hosentasche oder auf dem Schreibtisch einen Alarm auslöst, weil er mir mir sprechen will, der hat gefälligst auch den Anstand zu besitzen, mir seine Nummer beim Verbindungsaufbau mitzuteilen.
Bei meinem Mobiltelefon werden anonyme Anrufe daher direkt abgewiesen.
Jawoll, mit angezeigter Nummer kann ich in meiner Telefonanlage oder auf dem Handy auch noch lange Zeit sehen, dass mich 0234-567890 am 12.07.26 von 17:34 Uhr bis 17:45 Uhr angerufen hat. Wenn die Rufnummer unterdrückt würde, dann ist diese Information nur beim Anrufenden gespeichert. Ist das so viel besser?
Dass die Beteiligten diese Daten speichern können, ist doch OK. Viel schlimmer ist, wenn am Gespräch unbeteiligte Dienstleister diese Daten speichern.
Deine Nummer wird übrigens IMMER bis zum letzten Knoten übertragen.