Gedankenspirale
Hallo Rolf,
immer wieder stehe ich vor dem Problem, ein Problem zu wälzen
obwohl es keine Lösung gibt. Die Gedanken kreisen und kreisen,
der Stresspegel steigt, an Schlaf ist nicht zu denken.
Wie kommst Du auf die Idee, dass es keine Lösung gibt?
Sag ich einfach mal so - weiß ja nicht, worum es geht. Mit dem, was Dich da plagt, kann man doch in irgendeiner Weise umgehen, oder? - Also entweder ein Lösung DAFÜR finden oder sich zumindest mal angucken, warum das Problem überhaupt ein Problem für Dich ist.
Und ganz offensichtlich scheint Dich das Ding ja ganz gut zu belasten.
Die Lösung : damit umgehen.
Tätärääää: Wer halbe Informationen gibt, kriegt auch nur oberflächlichen Rat.
Kennt Ihr eine Methode, diese „Grübelmonster“ zu vertreiben?
Jo, die beste Methode ist, das Grübelmonster nicht vertreiben zu wollen. Meiner Erfahrung nach ist die Wegschieberei und Ignorieren-Wollerei ohnehin zum Scheitern verdammt. Das Grübelmonster ist ein Teil von Dir, nennen wir es mal Grübelrolf.
Und der Grübelrolf sieht da was in seinem (Geschäfts)leben, das nicht so läuft wie er es gern hätte. Also will er auf sich aufmerksam machen. In Deinem Fall lässt er Dir den Kopf schwirren. Und was machst Du? Du willst ihn krampfhaft wegdrücken! Da würd ich Dir auch was husten .
Mein Rat an Dich:
> Ernst nehmen und anhören statt wegschieben.
Gleichzeitig aber auch
> auf seinen Platz verweisen.
Sagt sich so leicht, gell?
Praxiserprobt und für gut befunden ist: Dich damit auseinandersetzen. Ernsthaft und „gscheit“. Am besten schriftlich.
Nimm Dir Zeit. Mach Dir schönen Kaffee :o) steck Dir von mir aus eine Zigarre an … wäääh … (aber keinen Whisky, sonst bist Du besoffen) und dann mal raus damit. Alles, was Dir im Kopf rumschwirrt, aufs Papier. Nicht zensieren, nicht ordnen, nicht unterdrücken. Raus damit. (Wenn Dir später noch was einfällt, einfach mit dazu.)
Dann sollte es Dir schon mal besser gehen.
Hat zwar noch nichts an Deiner Situation und Deinen Sorgen geändert - aber irgendwie doch: Weil Du erstmal SIEHST, womit Du es zu tun hast.
Da stehen dann jetzt die eigentlichen Aspekte Deines Problems, Deine zusätzlichen Gedanken/Ängste, und und und auf dem Papier.
Du wirst sehen, dass Du, wenn Du Dir die Mühe machst und Dich mal traust, das schwarz auf weiß zu Papier zu bringen, gleich viel mehr Gefühl dafür bekommst, dass Du das Problem lösen kannst.
Das wirklich problematische an Problemen ist ja, das wir Pappreis draus machen: Da klebt eine Sache an der anderen, man sieht die einzelnen Sachen weder, noch weiß man, wo man anfangen soll. Und das gibt eben das Gefühl, dass es keine Lösung gibt.
Wenn alles draußen ist, geht’s ans Ordnen/Sortieren und ans strukturierter Weiterdenken. Da mach ich jetzt mal einen Schnitt, weil ich nicht weiß, wovon genau wir sprechen. Und wenn ich vage weiterrede, komm ich mit der Messi nie zum Ende.
Erste Hilfe für nicht einschlafen können:
Wenn Du Dich grübelnderweise im Bett rumwälzt, ist mein Rezept: Steh wieder auf. Meiner Erfahrung nach hat das kramphafte Ablenken wollen häufig genau den Effekt, den man erreicht, wenn man allgemein nicht schlafen kann und sich dann permanent zum Müdesein zwingen will: geht erst recht nicht.
Ich kann Dir also im akuten Nichteinschlaf-Fall raten: Aufstehen, mit Dir einen Deal machen -> dass Du Dir 20 Minuten intensiv Zeit für ein Gespräch mit Grübelrolf nimmst. Da dann auch konzentriert bei der Sache bist (das Aufschreiben hilft da sehr, weil Du alles rauskotzt und Dir den Kopf freikriegst).
Stell Dir einen Wecker. Und wenn der nach der vereinbarten Zeit läutet, dann ist der Deal erfüllt und dann wird alles geparkt. Jetzt ist Erholung- und Schlafenszeit.
Generell solltest Du Dich auch fragen, wie Dein Privatleben aussieht. Also auch die Trennung Geschäft/privat meine ich hier. Nicht immer lässt sich das total trennen, besonders als Selbstständiger. Dennoch ist es wichtig, da bewusst was zu tun.
Und schließlich nicht zu vergessen: Gesund leben & ernähren (das führe ich nicht großartig weiter aus jetzt, weil ich vom Hundertsten ins Tausendste komme) - wenn Du allgemein „gut drauf“ bist, Dich also auch körperlich wohl fühlst, dann kannst Du mit Belastung, Stress, Problemen viel besser umgehen.
Jetzt hör ich erstmal auf.
Schönes Wochenende,
Gitte