Gedruckte Schaltungen herstellen

Hallo, liebe Experten,

bisher habe ich gedruckte Schaltungen so hergestellt, indem ich das Layout mit einem alten Laserdrucker ausgedruckt, dann mittels Spiegelreflex-Kamera und Vergrößerungsapparat auf einen Planfilm (Agfa HTU3 Copyline) gebracht habe. Ziemlich behelfsmäßig, mit den zufällig vorhandenen, fast „haushaltsmäßigen“ Mitteln. Aber es funktioniert einigermaßen gut.

Nun geht mir die Filmpackung aus, der obige Film ist nicht mehr zu bekommen, das Nachfolgeprodukt wird anscheinend nur in Großhandelsmengen vertrieben.

Angeblich kann man aber inzwischen solche Layouts mit neuen Laserdruckern auch direkt auf Overheadfolie oder Transparentpapier ausdrucken: mit 600 dpi und auf höchsten Schwärzungsgrad eingestellt.

Habt Ihr damit Erfahrungen? Und wenn ja, welcher Laserdrucker (nicht zu teuer) würde sich dafür eignen (mit meinem alten Laserdrucker wäre es nicht in ausreichender Qualität möglich)?

Grüße,

I.

Hallo I-Punkt,

bisher habe ich gedruckte Schaltungen so hergestellt, indem
ich das Layout mit einem alten Laserdrucker ausgedruckt, dann
mittels Spiegelreflex-Kamera und Vergrößerungsapparat auf
einen Planfilm (Agfa HTU3 Copyline) gebracht habe. Ziemlich
behelfsmäßig, mit den zufällig vorhandenen, fast
„haushaltsmäßigen“ Mitteln. Aber es funktioniert einigermaßen
gut.

Das habe ich vor 25 Jahren für Prototypen auch so gemacht, allerdings waren die Vorlagen geklebt und ich musste mit zwei Blaufiltern arbeiten umd die blauen Rasterlinien auszublenden. Ging auch ganz gut, auch für doppelseitige Prints.

Nun geht mir die Filmpackung aus, der obige Film ist nicht
mehr zu bekommen, das Nachfolgeprodukt wird anscheinend nur in
Großhandelsmengen vertrieben.

Ich habe damals irgendeinen orthochromatischen Dukumentenfilm in der Kamera verwendet. Welchen Planfilm ich benutzt habe, weiss ich nicht mehr, dieser war aber nicht so kritisch.

Angeblich kann man aber inzwischen solche Layouts mit neuen
Laserdruckern auch direkt auf Overheadfolie oder
Transparentpapier ausdrucken: mit 600 dpi und auf höchsten
Schwärzungsgrad eingestellt.

Also mit 300 DPI hast du eine Auflösung von etwas besser als 0.1 mm, für manche Hobby-Anwendungen reicht das schon.
Das Hauptproblem sind Flächen, welche bei manchen Druckern nicht gleichmässig gedruckt werden. Notfalls kann man dabei aber mit einem schwarzen Edding nachhelfen.

Also probiers mal zuerst mit deinem alten Drucker.

MfG Peter(TOO)

Hallo,

bisher habe ich gedruckte Schaltungen so hergestellt, indem
ich das Layout mit einem alten Laserdrucker ausgedruckt, dann
mittels Spiegelreflex-Kamera und Vergrößerungsapparat auf
einen Planfilm (Agfa HTU3 Copyline) gebracht habe. Ziemlich
behelfsmäßig, mit den zufällig vorhandenen, fast
„haushaltsmäßigen“ Mitteln. Aber es funktioniert einigermaßen
gut.

Ziemlich aufwendig, würde ich sagen…

Angeblich kann man aber inzwischen solche Layouts mit neuen
Laserdruckern auch direkt auf Overheadfolie oder
Transparentpapier ausdrucken: mit 600 dpi und auf höchsten
Schwärzungsgrad eingestellt.

Overheadfolie geht eher nicht wegen schlechter Deckung, insbesondere bei großen schwarzen Flächen. Außerdem ist eine Kunststofffolie beim Erhitzen (Fixieren) im Laserdrucker nicht so formstabil. Dadurch kann das Layout verzerrt werden.
Sehr gut ist Laser-Transparentpapier geeignet das hat gute Deckung, ist formstabil und hochtransparent. Ich habe es mal von einer Druckerei bekommen. Relativ gute Ergebnisse lassen sich aber auch mit Normalpapier erzielen. Die notwendige Belichtungszeit erhöht sich bei Normalpapier um den Faktor 3-4 und die Deckung ist etwas schlechter.
In allen Fällen gilt: Seitenverkehrt ausdrucken, sodass die Druckseite beim Belichten direkt auf dem Fotolack aufliegt.

Habt Ihr damit Erfahrungen? Und wenn ja, welcher Laserdrucker
(nicht zu teuer) würde sich dafür eignen (mit meinem alten
Laserdrucker wäre es nicht in ausreichender Qualität möglich)?

Bei mir tut es ein älterer HP-Laserjet sehr gut. Mit jedem neueren Drucker sollte es aber genausogut gehen.

Jörg

Hallo Ido,

deine Beschreibung klingt ja recht abenteuerlich. Warum soll es denn ein Laserdrucker sein? Ich drucke mit dem Cannon IP 3000 (4800x1200 dpi)auf ganz normale Inkjet-Folien z.B. „Zweckform Perfect Printout No.2503“
Aber jetzt der Pferdefuß: Ich mußte noch nie mit meinen Folien eine Platine belichten denke aber daß das klappt, evtl. mal mit der Lichtstäke und der Belichtungszeit etwas experimentieren.
PS: Bei der genannten Folie handelt es sich um Din A4 mit EINER abgerundeten Ecke welche aufschluss über Vorder- und Rückseite gibt. Also vorsicht falls man nur eien Teil benötigt, wenn diese ecke abgeschnitten ist hat man nur noch eine 50/50 Chance die richtige Seite zu erwischen.

Gruß Detlef

Hallo, liebe Experten,

Angeblich kann man aber inzwischen solche Layouts mit neuen
Laserdruckern auch direkt auf Overheadfolie oder
Transparentpapier ausdrucken: mit 600 dpi und auf höchsten
Schwärzungsgrad eingestellt.

Hallo,

bin kein Experte, habe das nur als Hobby auch schon gemacht:

  • Schaltung mit dem Laserdrucker auf Transparentfolie gedruckt (außer „Transparentfolie“ habe ich da nichts eingestellt)
  • Große Masseflächen mit schwarzem Edding nachbearbeitet
  • Auf die Platine gelegt, belichtet, entwickelt und geätzt

Hat meistens recht gut funktioniert…

Alexander

Hallo I-Punkt,

mit Tintenstrahler wird das ganze etwas schwärzer als mit Laser. Ich habe jede Platine mit dem Laserjet 6L 2mal ausgedruckt und die Folien deckungsgleich überereinander geklebt. Dann im Ebay einen Gesichtsbräuner Dr Braun mit 3x12,5 W für 5,- ersteigert. Fotobeschichtete Bungard-Platinen gekauft, die gehen deppensicher. Aus 0,5m mit der Dr. Brown 90sec. Belichtungszeit, ins Natron, dann ätzen, freuen. Ging sogar mit 70µm-Platinen. Und war genau genug, dass ich einen 14beinigen IC ohne Beinchen nachbiegen einbauen konnte konnte. Du kannst beim Platinendruck einstellen, dass die Bohrungen im Plot nicht gedruckt werden, werden also Löcher nach dem Ätzen. Prima Zentrierung dann. Das ganze mit einem Lidl-Dremel für 17,- gebohrt, der korrekt kurz nachdem ich die 8 Platinen fertig hatte, verreckt ist.
Es gibt auch ein gutes PCB-Forum, da wird dir geholfen. Aber das ist eigentlich die Quintessenz.

Cheers,

Steffen

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Hallo, liebe Experten,

bisher habe ich gedruckte Schaltungen so hergestellt, indem
ich das Layout mit einem alten Laserdrucker ausgedruckt, dann
mittels Spiegelreflex-Kamera und Vergrößerungsapparat auf
einen Planfilm (Agfa HTU3 Copyline) gebracht habe. Ziemlich
behelfsmäßig, mit den zufällig vorhandenen, fast
„haushaltsmäßigen“ Mitteln. Aber es funktioniert einigermaßen
gut.

Nun geht mir die Filmpackung aus, der obige Film ist nicht
mehr zu bekommen, das Nachfolgeprodukt wird anscheinend nur in
Großhandelsmengen vertrieben.

Hallo,

das liegt u.a. daran, dass in der professionellen Technik kaum noch Filme verwendet werden. Die Aufnahmetechnik mit Kamera ist wegen der Genauigkeitsprobleme schon vor vielen Jahren ausgestorben, die Filme werden direkt und in Originalgrösse geplottet, zweckmässigerweise mit einem Laserplotter. Damit erreicht man 5 - 10 µ Genauigkeit, was auch mit tonnenschweren Präzisionskameras völlig illusorisch ist.

Da sich das so gut bewährt hat, werden auch keine Montagearbeiten (zur Fertigung von Mehrfach-Nutzen) mehr als Film durchgeführt, sondern es werden gleich die kompletten Arbeitsfilme mit allen Kopien auf einmal geplottet. Dafür gibt es übrigens andere Filmtypen als für Kameras.

Weiter geht der Trend zur Belichtung der Leiterplatten direkt mit dem Plotter, was alle Ungenauigkeiten von Filmen ausschliesst. Allerdings werden dafür leistungsstarke Laser in Blau oder UV benötigt, daher kostet so ein Direktbelichtungssystem mehr als 1 Mio EUR.

Neben der Vermeidung aller Probleme durch Verzug, Alterung usw. sind auch die Filmersparnisse erheblich: wir haben letztes Jahr aus dem Archiv unserer LP-Herstellung mehr als 3 Tonnen Filme entsorgt.

Gruss Reinhard

Danke…
…für die bisherigen Antworten.

Jetzt seh ich schon klarer. Werde mir also „Laser-Transparentpapier“ besorgen und die nächste Platine mit meinem alten Laserdrucker versuchen, das Layout mit schwarzen Stiften nachbearbeiten und zur Not zwei Ausdrucke deckungsgleich übereinanderlegen. Damit müßte es klappen.

Liebe Grüße,

I.

ach was, Folie langt. Kommt die UV-Strahlung besser durch. Ich habe grosse Flächen und recht dünne Leiterbahnen gemacht und keine Probleme gehabt.
Bei Bungard belichte ordentlich, du siehst sogar durch die Folie, dass der Lack wenn belichtet leicht rosa wird. Am besten erst einmal mit kleinen Reststückchen die Belichtungszeit ermitteln. Der belichtete lack sollte unterm Wasser möglichst von alleine abgehen nach dem Natron, nicht groß drauf rumreiben. Dann das ganze ins Ätzbad. Aufpassen, dass kein Staub draufkommt. Am besten das Ätzbad noch etwas erwärmen. Nicht in die Sonne stellen (UV-Licht!) Viel Spass,

Steffen