gefährliche Glasur?

Hallo,
was ist dran an der Behauptung, das rot, gelb oder orange glasierte Ton- oder Porzellanwaren (Geschirr) aus den 70er und 80er Jahren bei der Benutzung giftige Substanzen in die darin befindlichen Nahrungsmittel abgeben?
Können Kacheln aus diesem Zeitraum und in denselben Farben tatsächlich radioaktive Strahlung abgeben (in relevanten Mengen)?
Wenn das so ist, welche Substanzen wurden damals(?) verwendet und ist das Risiko heutzutage immer noch groß genug, um das Geschirr zu entsorgen bzw. mal probehalber einen Geigerzähler mit in die Küche zu nehmen?

stirnrunzelnd einen fraglichen Becher betrachtend und mit freundlichem Gruß, Melanie

Wenn das so ist, welche Substanzen wurden damals(?) verwendet

Hi, Melanie,
von Radioaktivität weiß ich nichts. Als gelber Farbstoff wurde m.W. häufg Kadmium verwendet.
Gruß
Eckard

Hallo,
was ist dran an der Behauptung, das rot, gelb oder orange
glasierte Ton- oder Porzellanwaren (Geschirr) aus den 70er und
80er Jahren bei der Benutzung giftige Substanzen in die darin
befindlichen Nahrungsmittel abgeben?

Wenn die Glasur schlecht ist, bzw das Material nicht Spülmaschinenfest, ist die Antwort:
„möglicherweise“

Können Kacheln aus diesem Zeitraum und in denselben Farben
tatsächlich radioaktive Strahlung abgeben (in relevanten
Mengen)?

Ja, das ist korrekt. Es gibt alte Kacheln mit einem hellbräunlichen z.T auch gelblichen Farbstoff, der auf Uranbasis beruht.

und ist das Risiko heutzutage immer noch groß genug, um das
Geschirr zu entsorgen bzw. mal probehalber einen Geigerzähler
mit in die Küche zu nehmen?

Ich würde es nachprüfen.
Ich bin in dieser Hinsicht nicht ängstlich, aber bei einem positiven Testergebniss würde ich dieses Zeug entsorgen. Z.T übersteigt die Strahlung derartiger Kacheln die von Uranroherz. Das muss nun wirklich nicht sein…

Gruß
Mike

Hallo Melanie,

was ist dran an der Behauptung, das rot, gelb oder orange
glasierte Ton- oder Porzellanwaren (Geschirr) aus den 70er und
80er Jahren bei der Benutzung giftige Substanzen in die darin
befindlichen Nahrungsmittel abgeben?

das kann durchaus sein, weil früher für diese Farben Pigmente auf Cadmiumbasis verwendet wurden (und heute bei Importen aus diversen Drittländern immer noch verwendet werden).

Können Kacheln aus diesem Zeitraum und in denselben Farben
tatsächlich radioaktive Strahlung abgeben (in relevanten
Mengen)?

Es wurden (allerdings vor Urzeiten) Uranverbindungen eingesetzt, aber wie man die ohne Messung der Aktivität identifizieren kann, weiß ich nicht.

bzw. mal probehalber einen Geigerzähler
mit in die Küche zu nehmen?

Wenn Du so ein Ding kriegen kannst, wäre es die beste Möglichkeit der Prüfung. Es sollte aber von einem Menschen bedient werden, der sich damit auskennt.

stirnrunzelnd einen fraglichen Becher betrachtend

Im Zweifelsfall als Dekorationsobjekt verwenden.

Gandalf

Vielen Dank,
jetzt kann ich schon mal die Suchmaschinen füttern.
Vielleicht kann ich ja etwas Risikominimierung betreiben, da die betreffenden Geschirrteile partout nicht entsorgt werden sollen.

liebe Grüße, Melanie

Lieber Gandalf,

eine kleine Korrektur sei mir gestattet:

das kann durchaus sein, weil früher für diese Farben Pigmente
auf Cadmiumbasis verwendet wurden (und heute bei Importen aus
diversen Drittländern immer noch verwendet werden).

Das verwendete Gelbpigment ist Cadmiumsulfid CdS. Je nach Teilchengröße sind von Hellgelb bis tiefrot alle Farben mit reinem CdS darstellbar. Aus diesem kann durch Zugabe von ZnS vor der Glühung (fast) jeder Grün- und einige Blautöne erzielt werden - durch Bildung von Cd/Zn - Sulfiden, siehe Rinnmanns Grün.
Nach jahrelangen Diskussionen hat die EU 2003 ein drohendes (und niemals bestehendes !) Verbot der Verwendung von CdS - basierenden Pigmenten für Lebensmittelbedarfsgegenstände ganz aus der Planung gestrichen. Bei sachgemäßer Herstellung von Pigment und Endprodukt ist keinerlei Cd-Freisetzung in biologisch aufnehmbarer Form möglich, auch nicht bei Beschädigung der Glasur.
Ob das bei Artikeln aus den „Barfußländern“ auch so ist wage ich aber ebenfalls zu bezweifeln, diese dürfen dann aber auch nicht in der EU verkauft werden.
Ansonsten stimme ich zu.

Gruß
Bernd

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