Habe bei einem unbekannten Bäcker Roggenbrot gekauft. Es ist ganz dunkel und hat eine „komische“ Farbe. Darf man Brot mit Lebensmittelfarbe farblich verändern ?
hallo ego1,
na klar, mit zuckerkulör, einem mittel aus der lebensmittelchemie.
auch saucen u.ä. werden damit gefärbt.
gleich als hinweis, falls proteste kommen, zuckerkulör ist KEIN natürliches mittel mehr. nur wenn du sie selbst herstellst.
strubbel
K:open_mouth:)
Habe bei einem unbekannten Bäcker Roggenbrot gekauft. Es ist
ganz dunkel und hat eine „komische“ Farbe. Darf man Brot mit
Lebensmittelfarbe farblich verändern ?
Keine Ahnung wie die Rechtslage da inzwischen aussieht, aber einigen Broten wird Malz beigemischt, das wird dann eher „rötlich braun“ (kann es nicht besser beschreiben).
Grüße
HylTox
Hi,
Habe bei einem unbekannten Bäcker Roggenbrot gekauft. Es ist
ganz dunkel und hat eine „komische“ Farbe.
so gut wie jedes Roggenbrot ist gefärbt, wenn es nicht hellgrau ist. Mehl hat nun mal keine andere Farbe.
Darf man Brot mit
Lebensmittelfarbe farblich verändern ?
Offensichtlich. Wie sonst sollte Pumpernickel so braunschwarz werden?
Gruß Ralf
Servus Ego1,
(1) Brot und Brötchen dürfen grundsätzlich keine Lebensmittelfarbstoffe zugesetzt werden. Ausnahmen gelten meines Wissens für einzelne industriell hergestellte und abgepackt in den Handel gebrachte Backwaren, auf denen die Inhaltsstoffe entsprechend deklariert sind.
(2) Zum Färben von Roggenbrot wird Malz verwendet. Außer Gerstenmalz auch Malz aus anderen Getreidekeimen.
(3) Der sog. Ausmahlungsgrad des Mehls (= sein Rohaschegehalt) hat einen Einfluss auf die Farbe des fertigen Brotes. Niedrig ausgemahlenes Mehl bringt vergleichsweise dunkle Brote.
(4) Der charakteristische sehr dunkle Farbton bei echtem Pumpernickel entsteht durch chemischen Umbau der Stärke zu Maltose während des Backvorganges, der bei Pumpernickel (wenn er wirklich einer ist und nicht bloß so heißt) mindestens einen Tag bei 90° C, nicht mehr, ausmacht.
(5) Zuckerkulör entsteht durch Erhitzen von Kohlehydratlieferanten (in erster Linie Abfälle aus der Rübenzuckerherstellung) auf etwa 150° C. Die Färbung ist ungefähr das, was man an Zwiebeln in der Pfanne beobachten kann. Bei industrieller Herstellung kommen sog. Katalysatoren zum Einsatz. Wer den Äppler „ganz ohne böse Chemie“ garantiert frei von Äthanol haben will, soll ihn halt in Gottes Namen so trinken. Was genau „natürlich“ in diesem Zusammenhang bedeuten soll, bleibt mal wieder wie üblich offen.
Schöne Grüße
MM
Hi,
Wie sonst sollte Pumpernickel so braunschwarz
werden?
Durch das Hinzufügen von Rübenkraut.
Adlergruß
hallo MM,
keine korrektur, nur ergänzung. laut lehrbuch lässt man glukosesirup mit sulfit, ammoniak oder ammoniumbisulfit reagieren, bis die masse in der hitze zu einem braunen produkt polymerisiert.
das ganze bekommt dann die bezeichnung E150.
darf natürlich nicht ins brot, passiert aber aus versehen sicherlich, doch ab und zu.
strubbel
B:open_mouth:)
Servus,
das ganze bekommt dann die bezeichnung E150.
Wenn Zuckerkulör mit Ammoniak, Sulfitlauge oder Ammoniumsulfit hergestellt wird, heißt er E 150b, E 150c, E 150d. Ist also am Namen relativ leicht zu unterscheiden. Die Reaktion mit Ammoniak ist übrigens die, die beim Honigkuchenbacken stattfindet, wenn man sie, wie sichs traditionell gehört, mit Hirschhornsalz macht.
Wohingegen sich hinter E 150a der gute alte Karamel verbirgt…
darf natürlich nicht ins brot, passiert aber aus versehen
sicherlich, doch ab und zu.
Da überleg ich mir grade, ob und wie sich das im Vergleich zum Einsatz von Malz zum Färben rechnen könnte.
Schöne Grüße
MM