Hallo zusammen,
ich bin Erzieherin, 37 und arbeite seit ca. 15 Jahren im Elementarbereich
(Elterninitiative).
Seit einigen Jahren läßt meine Motivation und auch meine Belastbarkeit erst
schleichend und in den letzten Monaten rapide nach, ständig erschöpft = oft
krank.
Im Juli dann hatte ich einen regelrechten Zusammenbruch.
Ich fiel in eine Depression mit wirklich allen Begleiterscheinungen. Natürlich
weiß ich, das auch mein Privatleben einiges damit zu tun hat.
Nun ja, ich könnte noch viel schreiben, möchte es aber eher kurz machen.
Ich habe das Gefühl, mein Depot ist absolut leer. Burnout - hab mich schon schlau
gemacht. Ich glaube aber nicht, daß ich mich nur regenerieren muß. Hab vor 3
Jahren so eine Art Sabbatjahr genommen.
Also, alles was ich mir beruflich vorstellen kann und mit Dingen (vorallem
Pflanzen) zu tun hat, fühlt sich ganz gut an, nur keine Verantwortung mehr für
Menschen.
Ich bin aus meiner Depression noch nicht wirklich raus, kann mir absolut nicht
vorstellen, wieder in die Arbeit zu gehen (Angst, Panikattacken).
Okay, kurz???
Meine eigentliche Frage:
Hab ich eine Chance, eine Umschulung vom Arbeitsamt gefördert zu bekommen?
Ich bin krank geschrieben seit Mitte Juli, Kur ist beantragt und ich mach auch
Psychotherapie.
Gruß Silvia
hallo silvia,
erstmal mein mitgefühl für die miese situation. ich mache hier mal den anfang, denn ganz präzise kenne ich mich nicht aus:
soweit ich weiss ist grundvoraussetzung, dass du arbeitslos gemeldet bist. damit liegen die folgeprobs schon auf der hand: d.h. du musst entweder selbst kündigen (und handelst dir sperrzeit ein) oder du wirst gekündigt.
bei krankheit ist ja auch berufsunfähigkeit ein thema, aber meines wissens nach ist das eine extrem schwierige geschichte- solange du da nicht im rollstuhl ankommst, bist du arbeitsfähig…
zu bedenken wäre noch, ob eine mögliche umschulung noch weitere kriterien erfüllen muss (in „deinem“ bereich liegen) o.ä.
ich hoffe, das hilft schonmal ein wenig.
kraft wünscht
bernd
Hallo Silvia,
deine Förderung hängt davon ab, ob dein Burn-Out mit allen Symptomen als Krankheit anerkannt wird und du nachweisen kannst, dass du diesen Job nicht mehr machen kannst.
Ich würde
- einen Hausarzt deines Vertrauens aufsuchen und mit ihm darüber sprechen. Er bzw. vielleicht auch dein Psychotherapeut müssen sicher ein Attest schreiben (dass ebenfalls sicher von einem Amtsarzt geprüft wird).
- zum Arbeitsamt gehen und deinen Fall schildern. Wenn du glaubhaft zeigst, dass du deinen Job nicht mehr ausüben kannst und das durch den Arzt auch beweisen kannst, hast du sicher gute Chancen für eine Umschulung.
viele Grüße und good Luck!
Barbara
Hallo,
falls deine Krnakheit ärztlich belegt ist, so passiert folgendes:
Im Falle der Genehmigung einer Umschulung durch das Arbeitsamt (erst nach 6 Monaten arbeitslosigkeit möglich !) wird das AA die Förderung durch den Rentenversicherungsträger beantragen. Es handelt sich nämlich nicht um eine Wiedereingliederung in das Berufsleben (Fortbildung), sondern um die Erlernung eines anderen Berufes (Rehabilitation) aus gesundheitlichen Gründen. Daher wird das AA nicht der Träger sein. Es ist aus möglich, das eine Berufsgenossenschaft einspringt. Rechtlich gleichgestellt mit dem Maurer, der einen Bandscheibenvorfall hatte.
Falls du keine Bescheiningungen deiner Ärzte beim AA vorlegst, so bist du einfach krankgeschrieben un wirst in deinem alten Beruf vermittelt !
Denke daran, dass du dich in deiner Umschulung selbst um Praktika kümmern musst, d.h. Bewerbungen schreiben musst. Grundsätzlich finden Umschulungen nur in Lehrberufen statt. Du musst also dem AA klar sagen, was du machen willst !
Gruß,
Mario
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hallo silvia,
dein burnout kann ich bestens nachvollziehen (fast 20 jahre krankenpflege)
aus meinem eigenen erfahrungsbereich kann ich, hoffentlich hilfreich,
beisteuern:
A) bevor das AA dir eine Umschulung zahlt, werden sie dich zum
amtsarzt schicken
B) jener reicht dich dann nach ausgiebiger untersuchung ggf weiter
an einen psychiater/neurologen seiner wahl (der bislang behandelnde
darf gerne sein urteil mit abgeben, wird aber nur geringfügig berücksichtigt)
C) fällt das gutachten des amtsarztes dahingehend aus, dass du für deinen
erlernten beruf nicht mehr einsetzbar bist wird er ggf vorschläge machen
welches berufsfeld künftig in frage kommen könnte
D) wer leistungsträger für deine evtl umschulung sein wird wird als nächstes
festgelegt. bei mehr als 15 jahren beitragszeit in die gesetzliche renten
versicherung, wird die leistungspflicht an den rententräger abgeschoben
dh:
E) du stellst einen antrag dort, formulare gibts beim rehaberatungsteam
des AA
F) gleichzeitig wird man dir, sofern es möglichkeiten gibt, auch arbeits
vorschläge machen, deinem kenntnissstand entsprechend, zu welchen keine
umschulung/neue ausbildung nötig ist
G) hier vorsicht (sorry für den fast sozialkriminell klingenden tipp) sobald
du in einer neuen arbeitstelle bist giltst du als rehabilitiert…und die
ganze begutachtungsmaschine muss ggf nochmal neu anrollen
H) eine umschulungsmaßnahme/rehabilitationsmaßnahme wird allerdings erst
dann beginnen können, wenn du „begutachtet stabil“ somit also „arbeitsfähig/belastbar“ wärst…
denn:
I) Umschulungsmaßnahmen sind kein Spaziergang
…
was man mir bei den ersten gesprächen beim AA (ich hatte eine echt nette
sachbearbeiterin) schon ans herz legte war, mir im BIZ das buch über die
diversen berufsbilder zu holen (kostenlos) um mich zu belesen was für mich
alles infrage kommen könnte. zu was ich mich in der lage sehe und was mir
spass machen könnte (damit auch die erfolgsaussicht und das durchhalten der
maßnahme erfolg versprechen kann)…
ich selbst stecke mitten in dieser entscheidungsphase und der bearbeitungsstand meines antrages ist irgendwo im unerfahrbaren geheimnisbereich der behörden…
sobald ich neue erkenntnisse habe, teile ich dir diese gerne mit
noch ein tipp: lass dir, auch wenn es für die begutachtung beim amtsarzt nicht wirklich schwer in die waagschale fällt, vom hausarzt und vom psychotherapeuten, ggf auch in der kur die ansteht, eine art persönlichkeitsbeurteilung mit auflisten der krankheitsbilder, belastbarkeit etc…natuerlich mit einer wohlmeinenden prognose, ausstellen, …das kannst du zu einem späteren zeitpunkt zb dem antrag auf leistung (für reha/umschulung) hinzufügen…
in meinem fall schrieb nun die BfA alle mitbehandelnden personen an und auf diesem wege hängt es .
(…dh: für diesen herbst kann ich mir das wohl abschminken, und muss mich, um mich finanziell über wasser zu halten, „selbstrehabilitieren“…)
gute besserung und viel glück !!!
die nelly
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