Hallo, du magst es kaum glauben, ich hab auch studiert, ist noch gar nicht solange her, und ich arbeite immer noch an einer Uni. Und ich kenne viele Studenten, die nebenbei arbeiten und die sich zT komplett alleine finazieren müssen. Bei denen scheint es kein allzu großes Problem zu sein (ok es ist natürlich immer ein Problem wenn man finanziell auf wackligen Füssen steht, aber es geht!).
Ausserdem gibt es eben studiengänge wo man nicht zwingend im (sagen wir, da ich es vonder Magisterregelstudienzeit so gewohnt bin) 4. Sememster zur Zwischenprüfung hin muss. Wenn man noch nicht soweit ist,insbes. wenn man noch nicht alle erforderlichen Scheine hat, dann geht man eben erst im 6. Semester oder so hin.
War bei mir nicht anders, ich konnte durch mein Fachwahl und nebenher arbeiten auch nicht in der regelstudienzeit bleiben, einige meiner Nebefach Psychologieveranstaltungen konnte ich erst dann belegen, nachdem ich im Hauptfach eine gewisse Menge abgearbeitet hatte. Praktisch wars natürlich ein Problem, da ich mir so manche Dinge erst selbst eigenständig erarbeiten musste, um wieder bei anderen Veranstaltungen in Psycho inhaltlich folgen zu können, aber rechtlich funktionierte es.
Selbst eine großere zeitliche PAuse zwischen den Zwischenprüfungen von Fach A und Fach B war kein Problem.
Also MACH DICH SCHLAU, ob du wirklich ausgerechnet JETZT zur Zwischenprüfung musst, selbst wenn du dich schon angemeldet hast (was meist einen gewissen Zwang mitsichbringt, doch da hilft evtl, nicht sicher, wieder ein Attest eines Psychologen oder Psychiaters über zB. Prüfungsangst)
Ich weiß, dass die Regularien seit den BA/MA Einführungen straffer geworden sind, aber niemand hat was davon, wenn du „nur“ wegen Überforderung durchfällst. Drum sprich mit deinen Professoren, Studienfachberatern, Fachschaftsvertretern, Asta-Sozial/Psychoberatung oder auch den Institutssekretärinnen über deine Probleme und Ängste; sag ruhig, dass du wegen finanzieller Schwierigkeiten und Prüfungsangst und weiteren privaten Problemen am Lernen gehindert wirst und deshalb befürchtest wieder durchzufallen. und FRAG, was du machen kannst, ob es zB. möglich ist, die Zwischenprüfung zurückzustellen, bis du eine Therapie gemacht hast.
Irgendwas ist immer möglich. In deinem Fach kann es ja nicht nur fiese Profs geben, zu irgendeinem wirst do auch du eine guten Draht haben. Undselbst wenn nicht, manch ein Prof kann sich auch ändern, hab ich selbst erlebt, als bei einem ein Mädel mit ebenfalls in Therpie befindlicher Prüfungsangst bei einem Referat fast ohnmächtig geworden wär. Professoren mögen selbst selten ein strenges Image gern haben,und selbst diejenigen, die eins haben, sind das nur nach aussen um sich von Kumpelhaften Du-Profs abzugrenzen.
Also Hilfe musst du dir schon selber suchen, denn wenn du niemandem (vor Ort!) sagst, dass du Probleme hast, kann dir auch keiner dabei helfen und dir mit regionalen Tricks und Gummiparagraphen in der Studienordnung den Druck von den Schultern nehmen.
Aber es gibt Möglichkeiten, schau in die Studienordnung, wie zwingend die Ableistung im jeweiligen zeitraum wirklichist. Und schau nach Möglichkeiten für Ausnahmen, da gibt es meist zB. Möglichkeiten für Körperbehinderte statt der Klausur eine mündliche Prüfung zu machen, für Stotterer oder Taubstumme die Möglichkeit statt der mündlichen eine Schriftliche Prüfung zu machen, etc.
Und du kannst dich ruhig in die Kategorie Psychisch Krank einsortieren, selbst wenn du es noch nicht wahrhaben möchtest oder es noch nicht sooo schlimm ist bei dir, aber ein Attest von einem Psychiater/Psychologen kann dir evtl diesbezüglich helfen.
Man spricht heute bei soetwas eher von seelischen Behinderungen als von Psychischen, was weniger hart klingt, und womit du dich evtl besser arangieren kannst, aber dennoch hindern sie einen die volle Leistung zu bringen. ebenso wie zB. eine Migräne oder Allergien oder einkind zu haben, dies sind alles keine wirklichen Behinderungen, doch kann man dadurch Probleme bekommen, das Studium im vorgesehenen Zeitplan durchzuziehen. Und dafür gibt es an jeder Uni irgendwelche regelungen, wie man es Studenten dennoch ermöglichen kann, einen Abschluß zu schaffen.
Aber wie gesagt, welche Regelungen das im einzelnen sind, können dir nur die Profis an deiner Uni sagen, und da musst du dich eben durchfragen. Als erste Anlaufstelle ist der Studentenberater (also jener der zB. die Scheine zählt und das ok gibt, dass du dich zur Prüfung melden kannst, oder auch jener für die Erstsemester, falls es nicht derselbe ist, die kennen die Prüfungsordnungen genau und können dir erste Tipps geben)
Irgendeine Möglichkeit findet sich immer. ein abgebrochenes Studium nach einer Therapie fortzusetzen ist ausser bei allzu exotischen Fächern immer irgendwie möglich.
Aber sich einfach seinem Schicksal zu ergeben, bis die letzte Chance auch noch vertan ist, ist einfach nur dumm und zeugt davon, dass du evtl noch gar nicht studienfähig warst, als du anfingst. Insbes. die Informationsbeschaffung ist doch in Geistes- und Sozialwissenschaftlichen Fächern eines DER zentralen Lernziele. also wo ist das Problem sich alle relevanten Prüfungsordnungen und Sonderregelungen zu besorgen?
ERST WENN DU DICH REGST KANN SICH AUCH AN DEINER SITUATION WAS VERÄNDERN!!!
Also schöne Grüße Susanne
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